Plötzliches Beißen und schnappen

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    Hallo,


    bei mir hat sich gestern folgende Situation abgespielt, welche mich völlig verrückt macht. Es geht um meine Hund, den ich mit ca. 9 Monate aus Griechenland bekommen habe,


    Ich bin vorgestern umgezogen und mein Hund (unkastriertet Rüde ca. 15 Monate alt) war im Umzugstrubel mehr oder weniger mit dabei (habe ihn in eins der Zimmer gesperrt, während die Sachen geschleppt wurden). Am Abend kamen dann meine Eltern mit Ihrem Hund vorbei. Meiner ist dann total aggressiv ihm gegenüber gewesen und hat ihn ständig angeknurrt und auch nach ihm geschnappt. Und das obwohl die beiden sich schon kannten. Da dachte ich noch: "okay, stress. Ausnahmesitutation, Stress, usw.". Habe ihn dann etwas in die Schranken gewiesen und seitlich so leicht angestoßen/ geschubst und er hat dann das erste mal nach mir geschnappt.


    Am nächsten Morgen kam es dann zur nächsten Situation...Wieder agressives Verhalten ggü. dem Hund meiner Eltern. Ich, total im Stress, habe dann total dämlich reagiert und meinen kleine etwas zusammengeschimpft. Er ist dann in die Ecke und ich bin hinterher und wollte ihn am Hals packen und ein bisschen zurechtweisen. Also niemals würde ich ihn schlagen oder so. Ich wollte nur mal so an ihm zuppeln. Er hat das nicht zugelassen und mir voll in die Hand gebissen. Hat richtig geblutet und ich muss jetzt Antibiotika nehmen...Klar, das war total dumm von mir, da er voll in die Ecke gedrängt war und wahrscheinlich einfach Angst hatte und dann nicht mehr wusste, was er machen sollte und ich war durch den ganzen Umzugsstress total dünnhäutig und habe überreagiert..


    Dass das passiert ist, hat mich echt schwer getroffen. Ich bin total verunsichert im gegenüber und irgendwie war das so ein richtiger Vetrauensbruch. Habe jetzt aber wieder gedacht, okay...war mein Fehler und eine absolute Ausnahmesituation (Umzug, Neue Umgebung, Leute zu Besuch, Hund zu Besuch, totaler Stress und so).


    Jetzt heute Abend wollte ich ihn mal kurz in mein Bett hüpfen lassen und noch ne Runde kuscheln, bevor ich ihn dann in sein Körbchen schicke. Habe ihn dann nach ein paar Minuten auf seinen Platz geschicht, da hat er erst nicht reagiert, dann habe ich es ihm nochmal gesagt und ihn so leicht am Po berührt um ihn etwas in die Richtung zu schieben. War echt nur eine ganz ganz leichter Berührung und zack, da hat er wieder nach mir geschnappt. Nur ganz leicht und nicht fest oder so. Aber wieder eine total krasse Reaktion wie ich finde...Das ganze macht mich richtig verrückt und richtig traurig. Ich verhalte mich ihm gegenüber total verunsichert und wahrscheinlich spürt er das auch. Aber irgendwie so tun, also ob nix gewesen ist, schaffe ich grad auch nicht.


    Habt Ihr Ideen/ Tipps? Will auf jeden Fall auch zu einem Hundetrainer und den mal drauf schauen lassen...Glaubt ihr, die Ursache liegt noch in dem Umzug und der neuen Umgebung? Im Urlaub oder irgendwo woanders kam sowas aber auch nie vor sonst... Oder verhätschel ich den Hund zu viel und es gibt ein Rangfolgenproblem?


    Puh, ich weiß echt gar nicht, wie ich grad mit ihm umgehen soll. Hoffe, ihr habt vielleicht etwas Rat. Mache mir gerade echt Sorgen :(


    Vielen Dank und liebe Grüße!!!

  • und irgendwie war das so ein richtiger Vetrauensbruch

    Ja, das kann man so sagen. Einen Hund, der total verunsichert und gestresst ist, durch zurechtweisen, am Hals packen etc., noch mehr zu verunsichern - das ist ein Vertrauensbruch. Und zwar leider, um das so hart zu sagen, von dir dem Hund gegenüber.



    und es gibt ein Rangfolgenproblem

    Auch das: Schätze schon. Du denkst nämlich in Rangfolge und Hierarchien, während dein Hund eigentlich einen zuverlässigen Sozialpartner braucht, auf den er sich verlassen kann. Und das ist ein Problem.


    Nach dem, was in deinem Text durchklingt, fürchte ich, es ist mit ein paar Forentipps nicht getan. Denn im Grunde müsstest du dein gesamtes Bild davon, wie Hunde ticken, ein wenig überdenken. Zumindest liest es sich so, als wärst du ein wenig bei den überlieferten Alpha-Geschichten hängen geblieben. Und wenn man den Krieg der Arten inszeniert, darf man sich nicht wundern, wenn der Hund irgendwann auf gleicher Ebene reagiert. Vor allem, wenn er bemerkt, dass er sich mit Drohgebärden Raum und Sicherheit verschaffen kann.


    Sie es doch mal so: Stell dir vor, du würdest auf der Arbeit in eine ganz neue Abteilung versetzt, alles ist im Chaos, nun kommt noch ein potentieller Konkurrent und will was von dir - würde dich auch überfordern, und du würdest dem vielleicht etwas weniger freundlich erklären, dass gerade ein ganz mieser Zeitpunkt ist. Wenn nun dein Chef kommt und dich vor versammelter Mannschaft rund macht, dann ist das ECHT ein mieses Gefühl. Gerade der sollte dir doch Rückendeckung geben, im Zweifel was abnehmen, für Ordnung sorgen... Und wenn du nun merkst, du pampst den an, und endlich ist ein wenig Ruhe - dann hast du was gelernt. Erstens, dein Chef ist auch ein potentieller Feind, und zweitens, mit etwas Anmeckern kannst du ihn dir vom Hals halten.


    Ernsthaft, wünschst du dir so eine Beziehung zu deinem Hund? Eine die von Rangkämpfen, Verunsicherung und gegenseitigen Drohungen geprägt ist?

    "Wenn du es eilig hast - mach einen Umweg!"


    Neues von Sandor Terrorkrümel: Krümeliges

  • Hallo,

    Klingt nicht gut.


    Mein Weg wäre:


    Management, Stressreduktion, Tierarzt


    Ich würde alle Situationen meiden in denen Konflikt oder Körperlichkeit aufkommen. D.h. Hausleine dran an den Hund, keine körperliches Einwirken. Also dich selbst zurück nehmen und auch den Umgang mal reflektieren.

    Wenn in irgendeiner Form Einwirkung notwendig ist, die nicht über Grundgehorsam geht, kann die Hausleine helfen. (Runter vom Bett/Sofa etc.). Wenn Maulkorb trainiert ist, dann Maulkorb anziehen wenn ihr zusammen seid.


    Ein Umzug ist anstrengend, für alle Parteien und evtl. auch für deinen jungen Hund zu viel.

    Ich würde bewusst versuchen aktuell Ausgleich zu schaffen damit er Stress abbauen kann: Spaziergänge abseits vom Trubel ohne andere Hunde etc., Kauzeug etc und so viel Struktur und Vorhersehbarkeit wie möglich.


    Ich würde ebenfalls zum Tierarzt gehen, damit geklärt werden kann, ob er Schmerzen hat oder Ähnliches.


    Das wären für mich Notfallmassnahmen und keine Erklärung bzw nachhaltige Lösung, dazu würde ich jemanden vor Ort holen der euren Umgang anschaut.


    Ich drücke die Daumen!

    Viele Grüße,
    Annika und Enki - rumänischer Allesdrin (*15.01.2010)

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  • Er ist dann in die Ecke und ich bin hinterher und wollte ihn am Hals packen und ein bisschen zurechtweisen

    Geh doch bitte ein bißchen netter mit deinem Hund um. Es ist kein Wunder, daß er schnappt, du benimmst dich in seinen Augen unberechenbar.


    heute Abend wollte ich ihn mal kurz in mein Bett hüpfen lassen und noch ne Runde kuscheln, bevor ich ihn dann in sein Körbchen schicke. Habe ihn dann nach ein paar Minuten auf seinen Platz geschicht,

    Einmal Hü, einmal Hott, sprich, erst darf er ins Bett und dann schmeißt du ihn wieder raus.

    Das kann der Hund doch gar nicht verstehen!


    Und dann noch der Umzugsstress, die andere Umgebung und ein anderer Hund in der Wohnung.

    Meinst du nicht, daß dies alles ein wenig zu viel für ihn war?

  • Montagsmodell Danke Danke danke!


    Mir bleibt nur noch zu sagen. Lass den Hund mal ein paar tage in Ruhe und die zeit nutzt du um einen Trainer bei dir in der Nähe zu suchen der dir einige Dinger erklärt und zeigt. Wenn du hier mal deine PLZ nennst bekommst du sicherlich auch Tipps für einen wirklich guten Trainer (die sind nämlich recht schwer zu finden)

    • Neu

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  • Puh, ich weiß echt gar nicht, wie ich grad mit ihm umgehen soll.

    Ganz einfach, hör auf deinen Hund zu überfordern und ihn in Situationen zu bringen, in denen er sich nicht mehr anders zu helfen weiß.


    Dein Hund hat Mega Stress, wird allein in einer fremden Umgebung eingesperrt und am Abend wird ihm in dieser Situation auch noch ein Artgenosse vor die Nase gesetzt. Als er klar kommuniziert, dass ihm das alles zu viel ist, bekommt er von dir auch noch eine auf den Deckel, anstatt dass du dafür sorgst, dass er seine Ruhe bekommt und erst einmal lernen kann, mit der Situation umzugehen.


    Am nächsten Morgen gleich nochmal das selbe Spiel und du bist verwundert, dass der Hund kein Vertrauen hat in dem Moment?


    Außerdem ist geklärt, dass der Hund zwischenzeitlich absolut schmerzfrei ist?

    Wurde er jetzt operiert und wenn ja, wie lange ist die OP her?

    Wenn das Bein immer noch Probleme macht (oder vielleicht auch das andere jetzt damit beginnt) kann es gut sein, dass er die Schmerzen bisher im Alltag gut kompensiert hat, aber das jetzt nochmal obendrauf kam zu dem Komplettstress des Tages oder die Situation durch Ruhelosigkeit und unkotnrollierte Bewegungen neue/stärkere Schmerzen verursacht hat.

    LG Raphaela


    The problem is not the problem, the problem is your attitude about the problem - Cpt. Jack Sparrow

    She was not looking for a knight, she was looking for a sword. - atticus

  • Dein Hund hat eine unbekannte Vorgeschichte und wurde nach Deutschland gekarrt, nun passiert der Umzug mit dem ganzen Trubel, Lärm, Hektik und anschließend fremde Leute und fremder Hund. Und eigentlich wärst du jetzt der einzig sichere Punkt für den Hund und dann reagierst du für den Hund völlig unberechenbar. Ja sorry, aber da hast du dir sein Verhalten auf die eigene Fahne zu schreiben.

    Dein Hund ist total durch den Wind und völlig überfordert gerade. Statt ihm Ruhe zu gönnen und Verständnis für diese Ausnahme Situation zu zeigen bedrängst du den Hund. Keine Glanzleistung von dir.


    Tierarztbesuch würde ich allerdings auch anraten, habe mir die Bilder von den Fehlstellungen der Beine deines Hundes angesehen. Puh, dass sieht wirklich heftig aus und da kann es durchaus sein, dass der Hund zusätzlich unter Schmerzen leidet.


    Und zu dem Biss: geh unbedingt zum Arzt und behandeln lassen. Bisswunden können sich übel entzünden.

  • Er ist dann in die Ecke und ich bin hinterher und wollte ihn am Hals packen und ein bisschen zurechtweisen. Also niemals würde ich ihn schlagen oder so. Ich wollte nur mal so an ihm zuppeln. Er hat das nicht zugelassen und mir voll in die Hand gebissen.


    Habe ihn dann etwas in die Schranken gewiesen und seitlich so leicht angestoßen/ geschubst und er hat dann das erste mal nach mir geschnappt.


    und ihn so leicht am Po berührt um ihn etwas in die Richtung zu schieben. War echt nur eine ganz ganz leichter Berührung und zack, da hat er wieder nach mir geschnappt. Nur ganz leicht und nicht fest oder so.


    Aber wieder eine total krasse Reaktion wie ich finde


    Glaubt ihr, die Ursache liegt noch in dem Umzug und der neuen Umgebung?

    Was auch immer die Ursache ist, fakt ist, der Hund hat gelernt, dass du ablässt, wenn er schnappt.

    Darunter liegt ein Vertrauensbruch.


    Meine Ausbilderin hat immer gemeint, wenn man mit dem Hund in den Kampf geht, dann wird der Hund kämpfen. Was sollte auch sonst tun?

    Eine Diskussion in die Richtung: "Du, Frauchen, mein Bedürfnis nach momentaner Stressreduktion ist sehr gross, meine Nerven liegen blank, bitte respektiere mich und schubse und schiebe mich nicht. Mich zwackts eh gras in den Gliedern.", kann der Hund nicht beginnen.

    Aruna meine Morgenröte, mein Stern

    23.02.2005 bis 25.12.2019 meine Begleiterin durch dick und dünn. Danke

  • Etwas Zusammengeschimpft, ein bisschen am Hals gepackt, leicht gestupst, etwas gestoßen...


    Du hast eigentlich Ursache, Problem und somit auch die Lösung in deinem Text benannt. Der Hund ist durch die Ansammlung von Stressoren überreizt (das gilt auch für die Bettszene nach dem Umzug), du hast in deiner eigenen Hektik/Anspannung zu heftig (vor allem zu körperlich) reagiert > Fazit: Entlaste, entstresse deinen Hund und dich, und alles gut.

  • Was hat der Hund für eine Erkrankung in der Vorgeschichte?

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