Krämpfe in den Beinen

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    Hallo liebes Forum,


    unser kleiner Sheltie ist jetzt etwas älter als 6 Monate, eigentlich super gesund, fit, verspielt und einfach ein Traumhund. Trotzdem machen wir uns seit Mitte/Ende Dezember einige Sorgen. Zu dieser Zeit hatte er nämlich das allererste Mal eine Art "Krampfanfall". Das Ganze läuft so ab: Von jetzt auf gleich zieht er eine seiner Vorderpfoten hoch. Sein Bein ist dann verkrampft und steif. Nach und nach wandert dieser "Krampf" dann sozusagen um ihn herum, von seinem vorderen Bein ins hintere, dann ins andere hintere, dann ins andere vordere. Nach und nach werden die anderen Beine dann auch wieder normal. Manchmal ist es auch nur in einem Hinterbein, manchmal nur in einem Vorderbein. Er ist dabei immer ansprechbar, läuft und will eigentlich sogar weiterspielen. Es nervt ihn eben nur, dass "da was ist". Meistens legt er sich dann in die Platzposition, weil er sonst torkelt, sein Kopf bleibt aber stets normal und er schnüffelt am Boden, wenn das was Interessantes ist, oder er guckt mich an. Nach zwei Minuten ca. ist dann alles vorbei und er spielt und rennt direkt weiter. Er hat danach keinen vermehrten Durst, keinen Hunger. Bei den ersten paar Malen dachte ich noch, er hätte sich die Pfoten vertreten oder sonst was, weil ich sowas eben noch nie gesehen hatte. Es tritt auch immer in Episoden auf, gehäuft 2-3x über einen Zeitraum von ca. 3 Tagen, danach haben wir meist eine längere Pause. Zuletzt sogar über einen Monat ohne so einen Anfall. Komisch ist auch, dass es eben wirklich schon zu fast jeder Tageszeit aufgetreten ist: beim Spielen, beim normalen Gassigehen, nach dem Schlafen oder einfach beim Kuscheln. Nur nach dem Essen ist es bisher noch nie aufgetreten.


    Vor rund einem Monat waren wir also das erste Mal bei unserer Tierärztin. Sie meinte, wir sollten erstmal weiter beobachten, weil genau zu der Zeit eben auch länger Pause war. Nun traten vor 4 Tagen wieder 3 Anfälle auf. Wir also gestern wieder hin, nun haben wir ein großes Blutbild machen lassen und warten auf die Ergebnisse. Die sollen Montag kommen. Natürlich denken wir über Epilepsie nach, aber das ist eben auch eine Ausschlussdiagnose.


    Wir haben schon viel mit Futter ausprobiert, geben seit einiger Zeit ein gutes glutenfreies Futter und sein Kot ist seit vielen Wochen wirklich immer top. Auf der anderen Seite denke ich natürlich auch über Wurmmittel oder Impfungen nach. Ende November und Ende Dezember hatte er jeweils Impfungen bekommen und Anfang Dezember auch seine Welpenwurmkur. Auf alles hatte er damit mit Müdigkeit, Durchfall und auch wenig Appetit reagiert. Für mich kommt jetzt, ohne, dass er wirklich Würmer hat, auch erstmal kein Wurmmittel mehr in den Kleinen rein. Es ging ihm nicht gut und das will ich nicht wieder ohne Grund haben. Letztens habe ich ihn aber dabei erwischt, wie er kurz an Pferdeäpfeln geschleckt hat. Am selben Tag gingen die Anfälle wieder los. Von einer Freundin erfuhr ich, dass auch da manchmal Wurmmittel enthalten sind. Ebenso hatte er immer während seiner Zahnwechselschübe Durchfall und war recht schlapp. Auch in mit diesen Zeiträumen standen diese "Anfälle" irgendwie in Verbindung. Natürlich ist das alles nur Fachsimpelei und zunächst zählt vor allem und am meisten der Bluttest.


    Ich bin aber auch ein bisschen enttäuscht von der Beratung der Ärztin. Natürlich kann man so nicht viel sagen. Trotzdem meinte sie im selben Atemzug auch gleich, man sollte ja auch über ein CT nachdenken. Aber davon bin ich mental noch so weit entfernt... Er ist so jung und die Anfälle sind ja nicht mit völligem Kontrollverlust verbunden, er ist immer ansprechbar und auch danach kein bisschen müde oder eingeschränkt. Er tobt, als wäre nie was gewesen. Eine Narkose fürs CT möchte ich ihm in so jungen Jahren eigentlich wirklich sehr, sehr ungern zumuten...zumal ich ja sowieso das Gefühl habe, dass er auf Wurmmittel und harte "Medikamente" sehr sensibel reagiert. Ich hoffe so sehr, dass es vielleicht ein Mangel ist. Kalzium oder Magnesium oder so...:/


    Ich wollte einfach mal in die Runde fragen: Was würdet ihr sagen? Habt ihr eventuell so eine Art von Anfällen schon mal gesehen/erlebt/davon gehört? Habt ihr noch Ideen, woran es liegen könnte? Eventuell auch am Wachstum, an den Hormonen, etc.? Ich bin jetzt einfach gespannt und froh, mir das von der Seele geschrieben zu haben. :muede::verzweifelt:

  • Liest sich schon irgendwie nach einer Art Epilepsie.

    Ich würde mir eine Zweitmeinung holen und das bestmöglichst abklären lassen.

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  • Ich bin aber auch ein bisschen enttäuscht von der Beratung der Ärztin. Natürlich kann man so nicht viel sagen. Trotzdem meinte sie im selben Atemzug auch gleich, man sollte ja auch über ein CT nachdenken.

    Ich verstehe nicht ganz, wieso du von der Tierärztin enttäuscht bist. Ein CT erscheint mir vernünftig.

    Hast du der TÄin gesagt, dass dein Hund Anfang Dezember schon mal Probleme hatte?

    Das könnte ja eventuell zusammenhängen.

    Welpe humpelt nach Spielen


    Und wegen Narkose: Natürlich ist eine Narkose immer ein gewisses Risiko, aber ein guter Tierarzt dosiert die Narkose so gut, dass das Risiko wirklich minimal ist. Lieber Narkose und versuchen, ob eine Ursache zu finden ist. Eventuell kann man während der Narkose auch weitere Untersuchungen machen, Röntgenaufnahmen der Gelenke usw.

    Fotos und Geschichten von meiner WG mit zwei Katern:

    Nico und der kleine Quatschkopf Poldi


    Ruht in Frieden, meine lieben Wurfbrüder-Kater, Hektor (*3.8.2010 + 5.10.2015) und Iason (*3.8.2010 + 13.12.2019)

  • So einfach ist es mit der Narkose auch nicht!

    Bei einem Sheltie würde ich erst abklären lassen wollen, ob da ein MDR1-Gendefekt vorliegt!




    Ein bißchen erinnert es mich an einem anderen Forums Sheltie, die ebenfalls so "komische" Anfälle hat. Bei ihr beschränkt es sich allerdings nicht nur auf die Beine.

    Ich glaube, auch da gibt es keine so richtige Diagnose. Obwohl da richtig lange nach einer gesucht wurde.




    Evtl hat Bonadea noch eine Idee, was man noch an Untersuchungen machen lassen könnte?

    Schöne Grüße noch

    SheltiePower

    In ewiger Erinnerung: Cheyene


    Fehler sind hervorragende Lehrer, wenn man ehrlich genug ist, sie sich einzugestehen, und gewillt, aus ihnen zu lernen.        Alexander Solschenizyn

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  • Gegen "klassische" Epilepsie spricht, wann das Anfallsgeschehen stattfindet. Dabei hat man (die allermeisten Anfälle) in bzw. aus der Ruhe. Da steckt in meinen Augen ziemlich sicher eine andere Erkrankung dahinter.


    Was bzw. wie wird der Hund genau gefüttert?

    Wurmmittel würde ich in der Tat komplett weglassen. Auf den MDR-1-Defekt wurde getestet?

    Ich würde auf jeden Fall untersuchen, ob ausreichend Parathormon gebildet wird. Die Symptomatik würde bestens passen. Magen-Darm-Geschichten, ab und an Ausfälle beim Bewegen ... das würde ich allerdings sofort morgen abklären. Wenn es das ist, dann kann Dein Hund jederzeit durch Atemlähmung daran sterben.
    CT würde ich auch sofort machen, wenn die anderen Sachen nichts bringen. Hydrocephalus könnte zum Beispiel solche Symptome verursachen.

  • Das klingt neurologisch oder nach irgendeiner stoffwechselbedingten Erkrankung.


    Was ich machen würde:

    1) einen spezialisierten Neurologen aufsuchen. Vorher die Krampfanfälle filmen.


    diagnostisch halte ich jetzt rein von der Beschreibung folgendes für sinnvoll:

    - Komplettes Blutbild inkl Gallensäurestimulationstest (Leber-Shunt!) und ionisiertes Calcium

    - Ultraschall des Bauchraumes bei einem fähigen Tierarzt zum Ausschluss angeborener Gefäßanomalien

    - CT/MRT des Kopfes in Kombination mit Liquoruntersuchung

    - bei auffälligem Gallensäurenwerte, ggf. auch CT des Bauchraums zur Lebershuntdiagnostik

    - MDR1-Gentest (dass der MDR1-Gendefekt für die Anfälle verantwortlich ist, halte ich jedoch für extrem unwahrscheinlich, ich würde den Test allerdings machen, damit man Gewissheit bzgl. einsetzbarer Medikamente hat)


    Bitte informiere deinen Züchter!


    Insgesamt klingen deine Beschreibungen nach einem neurologischen Problem und es könnte sich hier um eine Form der Epilepsie handeln. Da dies eine Ausschlussdiagnose ist, muss man - gerade bei einem sehr jungen Hund - auch alle anderen möglichen Ursachen erstmal ausschließen.


    Wende dich evtl. auch mal an Lucy_Lou - sie hat eine Sheltiehündin mit ähnlichen Symptomen und einen wahren Marathon bzgl. Diagnostik hinter sich. Wobei bie Smilla die Anfälle vor allem durch Aufregung und Stress getriggert wurden, was bei deinem Hund ja nicht unbedingt so zu sein scheint. Vielleicht hat Sara noch gute Tipps für dich. Ich glaube sie ist auch mit einer Uni zwecks Forschung in Kontakt.

  • Ja, das Vorgehen von Bonadea ist gut. Da sind meine genannten Möglichkeiten mit drin.


    Einzig: Die Fütterung fehlt mir noch. Ich habe schon einen Hund erlebt, bei dem durch eine scheinbar gut gemeinte Fütterung die Schilddrüse völlig entglitten war und der Hund auch derartige Krampfanfälle zeigte. (Habe ich sogar gefilmt, weil ich mal dabei war.) Der Hund wurde gebarft und es kam erst nach eingehender Recherche heraus, das in dem Fleisch viel Stichfleisch enthalten war ...

  • Danke dir für den Tipp! Aber das war, da bin ich mir sehr sicher, einen anderen Grund. Wir hatten zu der Zeit ein paar Löcher im Garten, dank Maulwurf. Die hatte er in seiner Spiellaune übersehen und ist gestolpert. Beim ersten Mal hatte ich mir direkt Sorgen gemacht, weil er für eine Stunde ca. ein wenig komisch aufgetreten war, danach war's vorbei. Dasselbe ist dann am nächsten Tag wieder passiert, da habe ich aber auch genau beobachtet, dass er in ein Loch getreten und gestolpert ist. Danach dasselbe Spiel mit der Pfote. Also hab ich alles zuggebuddelt und seitdem ist nix mehr passiert. :nicken:

  • Gegen "klassische" Epilepsie spricht, wann das Anfallsgeschehen stattfindet. Dabei hat man (die allermeisten Anfälle) in bzw. aus der Ruhe. Da steckt in meinen Augen ziemlich sicher eine andere Erkrankung dahinter.


    Was bzw. wie wird der Hund genau gefüttert?

    Wurmmittel würde ich in der Tat komplett weglassen. Auf den MDR-1-Defekt wurde getestet?

    Ich würde auf jeden Fall untersuchen, ob ausreichend Parathormon gebildet wird. Die Symptomatik würde bestens passen. Magen-Darm-Geschichten, ab und an Ausfälle beim Bewegen ... das würde ich allerdings sofort morgen abklären. Wenn es das ist, dann kann Dein Hund jederzeit durch Atemlähmung daran sterben.
    CT würde ich auch sofort machen, wenn die anderen Sachen nichts bringen. Hydrocephalus könnte zum Beispiel solche Symptome verursachen.

    Ja, auf MDR1 wurde schon getestet. Da ist alles gut.

    Vom Parathormon habe ich noch gar nichts gehört/gelesen. Vielen Dank für diesen Tipp. Hat das etwas mit der Schilddrüse zu tun? Magen-Darm-Probleme hat er aber eigentlich nicht... vom Wurmmittel damals einen Tag lang. Und von dem Impfungen. Aber seitdem ist seit fast 3 Monaten alles klasse. Keine Blähungen, kein Durchfall, regelmäßiger und guter Kotabsatz.


    Ich warte jetzt auf jeden Fall erst einmal den Bluttest ab und spreche am Montag nochmal ausführlich mit der Ärztin und frage sie auch bzgl. aller Tipps von euch. Vielen, vielen Dank an dieser Stelle schon mal.


    Gibt es eigentlich auch Möglichkeiten, einige Untersuchungen mittels Ultraschall zu machen? CT möchte ich erst dann machen lassen, wenn wirklich alles andere überprüft wurde. Hier im Forum habe ich außerdem auch von einem Vitamin B Mangel gelesen. Bei manchen Hunden löst der scheinbar auch Krämpfe/ähnliche Probleme aus. Kann man solche Werte auch an einem großen Blutbild ablesen?

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