Der böse HSH, warum oder warum nicht ist er das?

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    Ich hatte heute eine komische Situation, dazu viele viele Themen im Internet, nicht nur hier, wo vor Herdis gewarnt wird. Teilweise stehen sie pauschal auf den Listen, abzugeben nur an Experten, abzugeben nur mit Auflagen.

    Meiner ist ja nur ein halber HSH, wenn überhaupt, aber man wird halt oft damit Konfrontiert das HSH doch gefährlich sind, nicht haltbar ohne Herde und mit Kindern am Stadtrand in einer Wohnung schon absolut mal gar nicht. Heute hat eine Dame nach 30min Spiel unserer Hunde plötzlich keine Zeit mehr als ich auf die Rassefrage vermutlich Husky-HSH Mix antworte. (Ja könnte auch Zufall gewesen sein aber... hmm war komisch).



    Und was ich mich noch immer Frage, warum ist das so? Woher haben Herdis ihren schlechten Ruf? Was macht einen Herdi so gefährlich? Mich würde da nicht unbedingt die Meinung er HSH Halter interessieren, sondern gerade die der anderen, die eben diese Meinungen vertreten. Vielleicht können die "Halter" dann später dazu was aufklären/gerade rücken?



    EDIT: Um Missverständnisse zu vermeiden, ich sehe Dako nicht als böse oder gefährlich an und auch HSH allgemein nicht, deswegen frage ich mich ja woher das kommt.

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  • Weil HSH immer noch Arbeitshunde sind, auch wenn sie aus Vermehrung, Hobbyzucht oder sonst woher kommen und sie einfach auf Grund ihrer Arbeitsabstammung Eigenschaften mitbringen, die sie in ihrem "Job" brauchen, die sie als Familienhund in der deutschen Siedlung einfach problematisch machen.


    Dazu kommt, dass immer weniger Hundehalter mit diesen Eigenschaften überhaupt noch umgehen können bzw sie überhaupt anerkennen.


    Der HSH ist seit unzähligen Generationen auf wachen und schützen selektiert worden. Das verschwindet nicht binnen einer handvoll Generationen. Mit diesen Eigenschaften haben die Leute schon gewaltige Probleme, wenn sie bei Rassen auftreten, die auf enge Zusammenarbeit mit dem Menschen selektiert wurden, bei eher eigenständigen Rassen dann nur noch um so mehr.

    LG Raphaela


    The problem is not the problem, the problem is your attitude about the problem - Cpt. Jack Sparrow

    She was not looking for a knight, she was looking for a sword. - atticus


  • Und was ich mich noch immer Frage, warum ist das so? Woher haben Herdis ihren schlechten Ruf? Was macht einen Herdi so gefährlich? Mich würde da nicht unbedingt die Meinung er HSH Halter interessieren, sondern gerade die der anderen, die eben diese Meinungen vertreten. Vielleicht können die "Halter" dann später dazu was aufklären/gerade rücken?



    EDIT: Um Missverständnisse zu vermeiden, ich sehe Dako nicht als böse oder gefährlich an und auch HSH allgemein nicht, deswegen frage ich mich ja woher das kommt.

    Hey :winken:

    Ich bin zB jemand, der sich so einen Hund nie ins Haus holen würde. Ich kenne mich mit HSH nicht aus, hatte nie einen, kenne auch keinen (reinrassigen), und empfinde diese Hundeart als schwierig. Eine Hündin, die eindeutig HSH drin hatte, war sehr unfreundlich beim Zusammentreffen mit meiner Großen, der Besitzer war einer derjenigen, die ihrem drohend staksenden Hund, der gerade schon die Ärmel aufrollt, mit Herzchen in den Augen beim "sozialen Interagieren" zugeschaut haben. Ich glaube, meine Große blieb nur ganz, weil sie selbst groß ist und einen Blick drauf hatte, so "Ok, komm nur her, dann schau mer mal" :skeptisch2:


    Diese Hunde an sich sind für mich eine Nummer zu groß in übertragenem Sinn, ich wäre mit einem ihrer Vertreter überfordert. Ich kenne da einfach meine Grenzen, ich wäre unsicher und hätte damit bei einem solchen Hund meiner Meinung nach schon verloren. Wenn ich dann in Rasseportraits lese (Beispiel):

    https://www.zooroyal.de/magazin/hunde/kangal/#

    "Charakter und Wesen

    Der Kangal ist ein selbstständig agierender Wächter und Beschützer. Seine charakterlichen Qualitäten beschreibt der offizielle Standard so:

    Ausgeglichen und kühn, ohne jegliche Aggressivität, unabhängig, sehr intelligent und führig. Stolz und vertrauenswürdig. Gegenüber seinen Herren ist der Anatolische Hirtenhund anhänglich und loyal, erwachsene Hunde sind Fremden gegenüber jedoch misstrauisch.

    Gegenüber anderen Hunden ist ein Kangal meist dominant und eher unverträglich. Diese Wesenszüge bei einer großen Hunderasse, die sehr kräftig ist und ein großes Revier beansprucht, sind mit dem Leben im heutigen Deutschland kaum vereinbar. Es ist ein großes Erlebnis, mit einem solchen Hund eine enge Bindung eingehen zu können. Allerdings können diese Tiere nur in ihrer natürlichen Umgebung ihre hervorragenden charakterlichen Qualitäten zur Entfaltung bringen. Hier zeigt sich dieser großartige, souveräne Hund als fürsorglicher, treuer, anhänglicher Freund. Verfügt man aber nicht über die räumlichen und finanziellen Mittel, ihm in unseren Breiten ein wesensgerechtes Umfeld zu bieten, so ist es kaum möglich, den Kangal artgerecht zu halten."


    ...dann fühle ich mich bestätigt, dass so ein Hund nie und nimmer bei mir einziehen wird. Diese Art Hund gehört in sehr kompetente Hände, und das sind nicht meine.


    Andere Frage, was macht dich so sicher, dass in deinem Hund 50% HSH drin ist? Ich kenne jetzt nur die Bilder vom Avatar, aber ich könnte mir vorstellen, dass da eher Schäferhund / Schweizer Sennenhund o.ä. enthalten ist. Oder kennst du die Eltern? Und, selbst wenn, ist immer die Frage, was sich dann durchsetzt, charakterlich.


    Ich bin ein großer Fan von Rasseraten, aber man darf nicht den Fehler machen, den Hund sozusagen charakterlich in eine vorgefasste Form pressen zu wollen, in dem Sinne, dass dann immer nur die eigene Sichtweise bestätigt wird. Also im Sinne von "klar macht der dies oder das, weil, ist ja ein HSH mit drin" oder "Ja, das war wieder der HSH in ihm" anstatt zu sagen "Ok, der war jetzt einfach ar***ig drauf" oder "da muss ich noch dran trainieren, um das abzustellen". Weißt, wie ich das meine? Klar spielt Genetik eine Rolle, aber besonders bei Mixen ist halt auch viel Luft da zu Veränderungen und sie sind nicht immer so eng festgelegt, wie es reinrassige Hunde sein könnten.


    Die Frau aus deinem Beispiel hätte vielleicht genauso reagiert, wenn du gesagt hättest, da ist Schäferhund mit drin. Manche haben schlechte Erfahrungen gemacht, manche haben Vorurteile, und manche zweifeln vielleicht, dass der Hund mit entsprechender HSH- Genetik überhaupt verträglich sein kann (siehe Rassebeschreibung -> " Unverträglich") und bringen ihren Liebling schnell in Sicherheit.


    Vielleicht passt du deine Rassebenennung von Dako einfach an? Wenn du es nicht sicher weisst, sag doch einfach Huskymix. Dann reagieren viele wohl eher mit :cuinlove::herzen1::cuinlove: und ihr habt ein Erfolgserlebnis ;):lol:

    Loslassen heißt finden


    Sammy *04.2008 pflichtbewusster Dackel-Westie- Mix

    Jack *12.2020 neugieriger Irish Soft Coated Wheaten Terrier

    In ewiger Erinnerung und für immer in meinem Herzen: Locke•Kyra•Rocco•Charlie•Toni•Cäsar

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  • Ich finde HSH nicht böse oder schwierig - ich finde aber, dass man sich gut überlegen sollte, ob ein HSH sich für die vorgesehene Konstellation eignet.


    Mir war zum Beispiel sehr wichtig, einen Rasse zu wählen, die keinen/wenig Schutz- oder Wachtrieb hat, weil beides einfach nicht zu meiner Lebenssituation passen würde.


    Vor ein paar Tagen kam z.B. der Postbote in unseren Garten (der Briefkasten hängt außerhalb des Zauns!) und hat Lucy gestreichelt.

    Nicht, dass ich es gut finde, wenn fremde Menschen ohne zu fragen einfach in den Garten kommen und Lucy streicheln :muede: - aber ich bin sehr, sehr froh, dass Lucy auf fremde Menschen sehr freundlich reagiert und jeden in Haus und Garten lässt.


    Ein "typischer" HSH hätte bestimmt anders reagiert - was nicht heißt, dass der Hund deshalb böse oder gefährlich ist.

    Überhaupt nicht.

    Aber für mich bzw. für unsere Lebenssituation wäre ein HSH einfach viel schwieriger zu "managen" und in Situationen, in denen ich mich jetzt nur über das Verhalten von manchen Menschen wundere, würde ich mit HSH wahrscheinlich vor ziemlich großen Problemen stehen.

    Noch dazu, weil ich auch überhaupt keine Aufgabe für den HSH hätte, bei der er seine Anlagen zumindest annähernd ausleben könnte.


    Deshalb würde ich den HSH für mich persönlich als unpassend und deshalb auch "schwierig" einstufen.


    Die HSH von McChris hingegen würde ich - solange ich es nicht auf die Kühe abgesehen habe und ihnen mit dem nötigen Respekt begegne - definitiv nicht als böse oder gefährlich (im Sinne von "ungerechtfertigt gefährlich") einstufen.


    Aber diese Voraussetzungen könnte ich nicht bieten - und mir liegen Terrier / Jagdhunde einfach vom Typ her mehr.

  • Andere Frage, was macht dich so sicher, dass in deinem Hund 50% HSH drin ist?

    OT aber dennoch kurz eine Antwort:

    Meine TA sagt: Husky Kangal, hier im Rasse Thema: Husky eher nicht aber sicher HSH, 2 HSH Halter die ich seither kennen gelernt habe: Da ist sicher HSH mit drin, 1-2 "Spezialitäten" von Dako: HSH Typisch, Trainer mit HSH Erfahrung: Sicher nicht überwiegend, aber doch ganz sicher HSH mit drin usw.

    Ob das 50% sind... ich glaube nicht mal das da von irgendwas 50% drin ist, höchstens vom Esel aber das gilt bei mir auch :p

    Normal sag ich immer Husky + X, aber da wir schon ne gute Halbe Stunde da waren, die Hunde super gespielt haben, sagte auch die Halterin selber sah ich keinen Grund da nicht offen zu sprechen.


    Aber es soll ja nicht um Dako gehen sondern HSH allgemein.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Aber es soll ja nicht um Dako gehen sondern HSH allgemein.

    Verstehe :ops: danke dir für deine Antwort. Jetzt kann ich das besser nachvollziehen :sweet:.

    Loslassen heißt finden


    Sammy *04.2008 pflichtbewusster Dackel-Westie- Mix

    Jack *12.2020 neugieriger Irish Soft Coated Wheaten Terrier

    In ewiger Erinnerung und für immer in meinem Herzen: Locke•Kyra•Rocco•Charlie•Toni•Cäsar

  • Weil Herdenschützer über Jahrhunderte auf eigenständiges Wachen und Schützen selektiert wurden und weil sie diesen Job großartig machen und auch Beutegreifern, die angreifen gegenüber furchtlos agieren. Weil sie dies tun können ohne, dass ein Mensch daneben steht und weil ich finde: Wenn der Mensch sich herausnimmt, so in die Genetik einzugreifen, dass so extrem gut spezialisierte, wachende, schützende, territoriale und job-orientierte Hunde dabei herauskommen, dann sollte er diese Hunde auch dementsprechend einsetzen. Denn sonst ist es Qual für die Hunde (selbst wenn sie "lieb" bleiben) und - oft - unhändelbar für Menschen, die einfach nur einen schönen, großen Begleiter haben wollen. Denn die Begleithundeeigenschaften sind eben nicht die, die herausselektiert worden sind.

    Zack Zack, Malinois (*30.3.2018), Thilde, Malinois (*14.06.2013) - und alle lieben Begleiter, Sportskollegen und Lehrer vor ihnen


    Die Hummel-Hunde


    Alles Wissen, die Gesamtheit aller Fragen und alle Antworten sind im Hund enthalten. (Franz Kafka)

  • Ich finde sie wunderschön und großartig, wenn sie das sein dürfen, was sie sind....

    Wenn sie in ihrer Herde mittendrin liegen, ein Teil davon sind. Diese Loyalität für die ihren zu kämpfen und im schlimmsten Fall zu sterben.

    So stolz und stark.


    Angekettet am Schrottplatz oder in einer normalen Wohnung wohnend sind das einfach nur große, gefährliche Hunde.... das haben sie nicht verdient.

    Seelenhunde hat man sie genannt, jene Hunde die uns gefunden haben, weil sie für uns geboren sind. Die uns ohne Worte verstehen. Die ein untrennbarer Teil von uns sind, die Liebe, die Wärme und der Anker. Sie sind wie ein Schatten, wie die Luft zum atmen.

    Wo sie sind ist Zuhause.


    Danke, dass du da bist Moro

    und für immer ein Stück von meinem Herzen sind Ralle, Jean & Anka

  • Ich halte HSH an und für sich nicht für "gefährlicher" als andere (große) Hunderassen in unpassenden Händen. Aber ich sehe es wie so einige andere hier auch: sie sind eben durchaus in der Lage, eigenständige Entscheidungen zu treffen, die beim "typischen deutschen Hundehalter" nicht auf große Gegenliebe stoßen und in viele Lebenssituationen einfach nicht gut reinpassen. Das, was sie ausmacht, nämlich das Bewachen und Beschützen einer Herde, können sie hierzulande oft nicht ausleben, jedenfalls nicht, wenn sie nicht genau für den Zweck angeschafft wurden.


    Noch dazu habe ich - ganz subjektiv - den Eindruck, dass viele dieser Hunde in falschen Händen sind, Stichwort Statussymbol. Ich finde die Anschaffung eines Tieres als ein derartiges Symbol ohnehin gelinde gesagt bescheuert, denn in den seltensten Fällen wird man damit den Bedürfnissen des Tieres gerecht. Aber bei einem großen, beeindruckenden Hund, der noch dazu eine gehörige Portion Wach- und Schutztrieb und eine nicht zu unterschätzende Eigenständigkeit mitbringt, kann das schlichtweg wirklich schnell gefährlich werden. Viele Leute unterschätzen dazu noch, dass auch ein HSH zwar Anlagen mitbringt, die es beispielsweise erlauben, ihn unbeaufsichtigt bei einer Herde zu lassen - so etwas wie Zauntreue etwa - , aber dass es keineswegs selbstverständlich ist, dass jeder HSH eine Grundstücksgrenze automatisch respektiert. Auch diese Hunde müssen gemäß ihren Anlagen ausgebildet und angeleitet werden, auch wenn sie vieles genetisch schon mitbringen. Wenn sich jetzt jemand z.B. einen Kangal holt, weil er in der Vorstadt mit 1,20 m Gartenzaun gern einen Wachhund hätte, dann kann das einfach gehörig schiefgehen. Ich finde, ein solcher Hund gehört in sachkundige Hände - zu seinem und seiner Umwelt Wohl.


    Im Übrigen finde ich es aber auch seltsam, dass jemand sich schnell verdrückt, nachdem er erfahren hat, was für ein Rassemix dein Hund ist, obwohl es vorher harmonisches Spiel zwischen den Hunden gab. Die Rasse zu kennen heißt ja nun nicht, dass der Hund plötzlich ein anderer wäre als vorher. Deine Irritation kann ich daher gut verstehen.

    "Training positively is more than just 'using a cookie most of the time'. Training positively is getting into your dog's head and knowing what he needs to be joyfully connected to you so that you can bring out the best he has to give." (Susan Garrett)

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