Der Pudel - anspruchsloser Allrounder oder pflegeaufwändige Sportskanone?

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    ich dachte mir, ich lagere das Thema mal von hier aus, weil es immer wieder aufkommt:


    Welche Rasse würdet ihr mir empfehlen?


    Worauf sollte der geneigte Welpenkäufer achten, für wen kommt der Pudel infrage, ist er wirklich so pflegeleicht, wie man sagt? Sind an den Aussagen, er wäre so anspruchsvoll, was dran? Welche Rolle spielt die Größe?


    Wie immer liegt die Antwort wohl irgendwo dazwischen... ;)


    Bleibt nett :winken:

    Be kind, for everyone you meet is fighting a battle you know nothing about.

  • Beim Pudel muß man zuallererst berücksichtigen, daß es vier Größen gibt, die von fast Chihuahua bis zur Größe eines Dobermanns reichen. Schon daraus ergeben sich unterschiedliche Ansprüche.


    Daß ein Pudel in punkto Haare nicht pflegeleicht ist, versteht sich ja von selbst, aber du meinst sicher das Wesen.


    Zwei Dinge sind in meinen Augen typisch für den Pudel. Zum einen ist er ein Allrounder, kein Spezialist. Er hat also keine spezielle Eigenschaft von seinen arbeitenden Vorfahren mitgebracht, gegen die der heutige Halter ständig angehen muß. So manche Probleme in der Hundehaltung ergeben sich ja daraus, daß der Einfluß von rassetypischen Eigenschaften stark unterschätzt wird. Spätestens mit dem Erwachsenwerden packen manche Rassen dann Jagdtrieb, Hüteverhalten, Artgenossenunverträglichkeit oder Territorialität aus, und dann ist das Erstaunen groß und so mancher Hund wird dann abgegeben.

    Davon ist der Pudel nicht betroffen. Anders als so manchen Jagdgebrauchshund kann man einen Pudel zB wunderbar mit Hundesport, Apportieren oder anderen Beschäftigungen auslasten, ohne daß ihn "das Eigentliche" fehlt. Was andererseits nicht heißt, daß er keinen Jagdtrieb hat, aber eben nicht so dominierend wie beim Jagdgebrauchshund.


    Die zweite Eigenschaft ist die fast übergroße Anpassungsfähigkeit an seine Menschen. Ich kenne so einige PudelbesitzerInnen, die mal platt gesagt, weniger Hundeverstand als ein Stück Brot haben und trotzdem funkioniert es mit dem Pudel irgendwie. Leider oft auf Kosten der Hunde, die ein Flexileinendasein führen und fallweise unter Dauerstress leiden, ohne daß die Besitzer es auch nur merken.


    Leider übersetzen Menschen den Begriff "für Anfänger geeignet" für sich oft mit den Worten: anspruchslos, muß nicht viel raus, läuft so nebenbei mit, erzieht sich selbst. Das lese ich auch aus manchen Empfehlungen (von Nicht-Pudelhaltern) hier im Forum heraus.

    Und diesen Zahn versuchen die hier anwesenden PudelfreundInnen den möglichen Interessenten dann schon zu ziehen. Denn Pudel blühen erst richtig auf, wenn sie Bewegung und geistige Anregung bekommen, wenn man sich Zeit für Erziehung, Ansprache und Training nimmt. Ihnen einfach ein schönes, vielfältiges Hundeleben gönnt. Es ist halt nur so, daß sie nicht gleich beißen, wenn ihnen das alles fehlt.


    Dagmar & Cara

  • Die zweite Eigenschaft ist die fast übergroße Anpassungsfähigkeit an seine Menschen. Ich kenne so einige PudelbesitzerInnen, die mal platt gesagt, weniger Hundeverstand als ein Stück Brot haben und trotzdem funkioniert es mit dem Pudel irgendwie. Leider oft auf Kosten der Hunde, die ein Flexileinendasein führen und fallweise unter Dauerstress leiden, ohne daß die Besitzer es auch nur merken.

    Anders kenne ich Pudel leider auch nicht. Hier gibt es z.B. einen kleinen Pudel, der etwa 4kg wiegt. Die Besitzerin lässt den Pudel auch nie von der Flexileine. Angeblich wäre er zickig bei anderen Hunden, mit Casper hat er sich gut verstanden und der Pudel wollte spielen. Ging leider nicht, da er laut Besitzerin nicht abgeleint werden kann.

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  • Ich hätte aufgrund meines eigenen Pudels und denen (vielen), die ich aus seiner Verwandtschaft kenne, immer gesagt - toller Allrounder, kriegt jeder hin, einzige Herausforderung könnte Jagdtrieb sein.


    Ich habe aber inzwischen tatsächlich auch Pudel kennengelernt - Kleinpudel - die ich als übernervös und hibbelig, sehr stressanfällig, erlebe. Wäre nichts für mich.


    Allerdings muss ich sagen, auch der Hibbelhund, den ich sehr gut kenne, ist ein supertoller, heissgeliebter Familienhund (und vom Gehorsam her, bei allem Gehibbel, absolut super, viel besser als meiner) - nur mir taugt Hibbeln, in der Wohnung hinterhertapern etc halt gar nicht.


    Da ich nicht weiß, was nun typischer ist - meiner oder die Hibbelhunde - tue ich mir schwer mit Empfehlungen inzwischen.


    Die Extreme hier im Forum - was ein Pudel angeblich alles braucht an Auslastung und Pflege, und wie unglaublich triebig er sei - da muss ich auch immer lachen. Deckt sich mit meiner Wirklichkeit gar nicht.

  • wahrscheinlich weder, noch.

    er hat selbstverständlich Ansprüche, wie jeder andere Hund.

    und der Pflegeaufwand, das ist dann Sache des Besitzers. Es laufen ja einige Pudel rum, bei denen der Pflegeaufwand sehr groß ist. Das ist alles eben Geschmackssache und kommt auf den Besitzer drauf an. Es gibt aber auch Pudel, die kriegen im Hundesalon einen ganz normalen, praktischen Kurzhaarschnitt verpasst und sehen damit wie ganz normale Hunde aus. Der Aufwand ist dann nicht hoch und die Kosten dafür wahrscheinlich auch nicht.

    Der Pudel ist aus meiner Sicht ein freundlicher, aufgeweckter Gesellschafts- Hund für aktive Menschen.

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


    Das Alter spielt ebenso wie die Konstitution eine Rolle für den individuellen Bedarf und einige Krankheiten erfordern eine spezielle Nährstoffzusammensetzung.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Was andererseits nicht heißt, daß er keinen Jagdtrieb hat, aber eben nicht so dominierend wie beim Jagdgebrauchshund.

    Das sehe ich nicht so. Viele Pudel haben ja keinen oder wenig Jagdtrieb. Mein Tim ist so einer. Kaum Jagdtrieb. Läuft auch inmitten von Wild von klein auf immer frei.


    Der Jagdtrieb meines Großen hingegen ist die Pest. Ich finde @Flügelfrei hat das mal super beschrieben. Der Jagdtrieb bei den tatsächlichen Jagdgebrauchshunden ist anders. Lenkbarer. Beim Pudel wird/wurde so wenig darauf geachtet, dass zwar heftiger Jagdtrieb vorhanden sein kann, der dann aber kaum noch lenkbar ist.


    Die Extreme hier im Forum - was ein Pudel angeblich alles braucht an Auslastung und Pflege,

    Vor allem zum Thema Pflege wissen m.E. immer die Nichtpudelhalter am besten, was ein Pudel so alles an Pflege braucht.


    und wie unglaublich triebig er sei

    Tja. Ich glaube, auch da gibt es ganz extreme Unterschiede beim Pudel. Ist ja immer die Frage, was man unter unglaublich triebig versteht.....


    Aber meinen Großen würde ich so bezeichnen. Extreme Begeisterungsfähigkeit, hohes Temperament, großer Jagdtrieb. Ich hatte 2 DSH, war im SV. Vom Temperament her und von ihrer Lenkbarkeit waren meine beiden Schäfis um Längen einfacher. Hatten aber halt andere Schwerpunkte, wie z.B. Management im Hinblick auf Individualdistanz. Pudel beißen halt eher sehr sehr spät einen Menschen.


    Tim hingegen ist ein sehr einfacher "Mitläuferhund", der sich quasi von selbst erzogen hat.


    Vielleicht habe ich mit meinem GP da ja ein Ausnahmeexemplar. Allerdings weiß ich auch von anderen Haltern, dass sie ähnlich getaktete GPs haben. Und Ersthundehalter außen vor, sind dabei erfahrene Halter von Gebrauchshunden, wie es Astrid mit Fritte ist, die sich ja leider vom Forum verabschiedet hat.


    Ich fände es halt schön, wenn nicht immer die Nichtpudelhalter besser wissen würden, wie Pudel so sind, als die Pudelhalter selber. So kommt es mir derzeit vor und deswegen beteilige ich mich im Rassefragenthread sicherlich auch nicht mehr.

  • ich muss ja sagen, ich liebäugle auch mit einem Großpudel in schwarz oder schwarz- lohfarben für später mal... In der Hundeschule hatten wir einen, so ein elegantes und aristrokratisches Tier... :cuinlove:

    Aber ob diese Rasse charakterlich geeignet ist für mich... :???: Ich kenne einfach zu wenige, die solche Hunde haben, Pudelbesitzer gibt's hier bei uns echt gar nicht, mit denen man mal bissi reden könnte... drum les ich hier mal mit =) .


    Edit: gerade vom Jagdtrieb bei pauline31 gelesen... :hundeleine04: :flucht:

    Loslassen heißt finden


    Sammy *04.2008 pflichtbewusster Dackel-Westie- Mix

    Jack *12.2020 neugieriger Irish Soft Coated Wheaten Terrier

    In ewiger Erinnerung und für immer in meinem Herzen: Locke•Kyra•Rocco•Charlie•Toni•Cäsar

  • Edit: gerade vom Jagdtrieb bei pauline31 gelesen... :hundeleine04:

    Davon würde ich mich nicht scheu machen lassen. ;)


    In der Intensität halte ich meinen Großen da doch eher für eine Ausnahme. Bei vielen GPs wird Jagdtrieb vorhanden sein. Aber dann doch in einem handelbareren Ausmaß.


    Selbst ich habe mich damit inzwischen ja arrangiert. Er läuft halt da nicht frei, wo Wildschweine und Rehe sind. In Feldern hingegen darf er auch frei laufen. Vögel und sowas sind kein Thema (mehr). Aber ich habe mich davon verabschiedet zu glauben, dass ich das so hinkriegen werde, dass er auch im Wald frei laufen kann.


    Aber man muss halt wissen, dass Jagdtrieb beim Pudel durchaus ein Thema sein kann.


    Die Gegenseite ist, dass fraglich ist, ob ich ohne diese Konfrontation mit einem für mich bis dato völlig unbekannten Ausmaß von Jagdtrieb jemals Dummy oder Mantrailing angefangen hätte.

  • Dann frage ich als Pudelfan (wäre die Fellpflege nicht, die ich mir aktuell nicht zutraue, würde hier ein Pudel sitzen und kein Spitz), wie suche und finde ich den Pudel, der zu mir passt?

    Wie durchforste ich die Linien und worauf muss ich achten, damit Pudel dann ins Leben passt?

  • So anpassungsfähig der Pudel ist, so verschieden kann er auch sein. Ich hab hier zwei Stück sitzen und die beiden sind wie Tag und Nacht.


    Beide sind aufgeweckte, aktive Hunde, die bei mir auch sehr ausgelastet werden. Wir betreiben Mantrailing, Agility und gehen sehr viel wandern. Auch gerne sehr große Touren und viele Tagestouren.

    Mein brauner ist wie ein flummi! Er liebt die Bewegung und das powern. Wenn er es mal nicht hat, merkt man ihm das schon an. Mein schwarzer ist eher die Ruhe in Person! Wenn er dabei ist, freut er

    sich und zeigt auch viel Freude an Bewegung, aber er ist definitiv nicht so verrückt wie mein brauner. Jagdtrieb hat der kleine wirklich ordentlich.- weshalb er auch im Wald niemals ohne Leine unterwegs ist.

    Er ist so wahnsinnig schnell, sodass er auch keine Schwierigkeit hätte, einem Wild hinterher zu kommen.. ;) Meinen schwarzen Wiederrum juckts so gut wie gar nicht, auch wenn der Hase vor seiner Nase rumhampelt.


    Pflegeaufwand ist vorhandnen, aber meiner Meinung nach alles machbar. Ich schere meine Hunde selbst und komme super damit klar.

    Leidenschaft Fotografie klick


    Pudelpower

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