Der "gefährliche" Hund

  • In Frankrich gibt es noch Meutejagden auf lebendes Wild, von Hasen (da sind die Menschen zu Fuß mit unterwegs), über Rehwild, Rotwild bis zum Schwarzwild.

    Bei großem Wild wird die Meute von Reitern begleitet, natürlich sind auch noch Helfer und Zuschauer mit PKW unterwegs.

    Die Meute soll das Wild stellen, dann kommen oft noch Terrier zum Einsatz, die z.B. einen Hirsch auch aktiv an den Läufen angehen und dafür sorgen sollen, das das gestellte Tier vom ausgedeuteten Jäger mit dem Hirschfänger (bei Rot- und Rehwild) abgefangen wird.

    Ich kenne es so, dass es heißt, man solle mit meutefremden Hunden möglichst Abstand halten (das gilt übrigens auch für Schleppjagden in Deutschland, wo die Hunde nur einer Spur folgen und nicht tatsächliche Beute jagen).

  • Ich halte bei der Anzahl der genannten Hunde eine Parforcejagd für möglich, in DE ist das schon ewige Zeiten verboten.

    Keine Ahnung inwieweit in der dortigen Gegend für Sicherheit gesorgt wird, ob es Absperrungen gab oder die Jagd bekannt gemacht wurde im Vorfeld.

  • Ich habe in Frankreich bei den Parforcejagden, die ich miterlebt habe, keine Absperrung oder irgendwelche Hinweise gesehen - auf dem Land ist der Bevölkerung i.d.R. bekannt, an welchen Tagen gejagt wird (ist aber auch schon ein paar Jahre her....).

    Bei Treibjagden mit Gewehr etc. gab es Hinweisschilder, auf denen "Achtung, Kugeln !" stand :hust:

  • hier werden drück- und treibjagden ausgeschildert und es gibt eine Nachricht im wochenblatt.

    @Dakosmitbewohner man kann sich auch bei der Gemeinde melden wg dem jagdvorstand oder Förster, die haben die Termine hier immer vorliegen.

    Allerdings kommt es trotzdem vor, trotz Aushang, Zeitung und absperrung das Spaziergänger oder pilzsucher da stehen mit Kommentaren a la "dachte ihr wärt schon durch" oder "hab das Schild nicht gelesen, wollte einfach hier durch".

    Für die Hinterbliebenen tut es mir unendlich leid...

  • Und das Aufgebot, dass da wohl gewesen ist, hab ich hier noch nie erlebt. So eine Hetzjagd ist nochmal was ganz Anderes als eine Drück- und Treibjagd.

    Ich hab hier zwar auch schonmal am Tag nach der Jagd 2 Hunde eingesammelt und dem Jäger wieder zugeführt :hust: (der meinte zwar, das sei normal und die fänden wieder nach Hause, aber die standen auf dem Pausenhof der hiesigen Grundschule und das hätte mit Sicherheit Ärger gegeben) - aber Befürchtungen in die Richtung hätte ich hier nicht.


    Da habe ich bei unseren Jagden mehr Sorgen wegen der Schweine, die ggf. aus dem Unterholz geschossen kommen und halte deshalb Abstand.

  • Zitat

    Und wie kommt das überhaupt zu Stande?

    Ich nehme an, ein Teil ist Gruppendynamik bei hoher Erregung.

    Gemäß so cirka aller Risikokalkulationen sind neben unkastrierten Rüden an der Schwelle zum Erwachsen sein (So 3-5 Jahre), mehrere Hunde zusammen einfach potentiell am gefährlichsten im Sinne von schweren Bissvorfällen.

    Pi mal Daumen zwischen 0,5 und 6 Todesfälle/Jahr durch Hundeangriffe sind in Mitteleuropa pro Land der Durchschnitt (bei der Gesamtmenge an Hunden, so übel jeder Fall ist, dennoch eine verscheindend geringe Zahl an Extremfällen) und, wenn ich es recht im Kopf habe, alle europäischen Fälle hab ich nun nicht am Schirm, sind übrigens fast nie Hündinnen an solchen Fällen aktiv beteiligt. Das find ich auch spannend.

  • Hm,

    wenn ich mir die Junghundenstunden, oder auch die Sportstunden so anschaue, dann wundert es mich nicht so wirklich.

    Es sind tatsächlich immer die Rüden, die prollen :ka:

    Ob sie es ernst meinen, oder nur auf "dicke Hose" machen :ka:

    Wenn dann was falsch verstanden wird, oder irgendwie anderweitig eskaliert, endet es wohl so.

    Die Hündinnen mögen sich vielleicht nicht leiden, sind aber auf dem Platz gerne ruhiger, oder weichen sich eher aus, wie mir scheint.

  • Zur totgebissenen Schwangeren in Frankreich: ich habe gelesen, dass es sich um eine Hirschjagd gehandelt haben soll.

    Furchtbar, was da passiert ist, die Angehörigen haben mein volles Mitgefühl. Und ich hoffe, dass der Fall aufgeklärt wird, was bei offenbar mehreren massiven Bisswunden eigentlich möglich sein sollte.

    Gut, dass solche Jagden in D nicht stattfinden (dürfen), ich finde es auch ohne getöteten Menschen widerlich, 90 jagdfiebrige Hunde in einer Meute auf Wildtiere loszulassen.

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