Rettungshunde - Allgemeiner Talk Thread
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Moin, ich mal wieder!
Ich habe eine Frage, irgendwie lese ich überall etwas anderes.
Wann habt ihr in der Flächensuche mit der Anzeige angefangen? .....
Na ganz am Anfang - wo sonst? Suchen kann jeder Hund (schreibt ja schon WeisseSchwalbe), was wichtig ist, ist, daß die Anzeige sitzt. Bevor der Hund bei uns net die Anzeige gerafft hat, kommt der überhaupt nicht zum Suchen. Und da ist´s egal, ob Verbeller oder Freiverweiser.
Ich beschreibs mal für den Verbeller: wir fangen an, mit Hund zu spielen. Testen, ob Spieli oder Leckerli besser sind, den Hund hochzudrehen. Irgendwann fängt er an, nen Beller loszulassen, um an das Spieli/Leckerli zu kommen, dann kriegt er es. So hat er ganz schnell raus, daß er für Bellen was bekommt. Dasselbe in unterschiedlichen Positionen. Sitzend, liegend aufm Rücken/auf der Seite/auf dem Bauch (wenn man hier darauf achtet, korrekt zu bestätigen -also nicht in dem Moment, wo Hund vielleicht grad mit der Pfote nach dem Spielpartner greift, sondern wo er schön auf Abstand bellt oder gar beim Bellen nen halben Schritt zurückgeht, sich selbst nach hinten korrigiert-, dann bekommt man auch von Anfang an eine belästigungsfreie Anzeige).
Dann wird an der Dauer des Bellens gearbeitet, er muß immer länger und sicherer bellen, bevor er das Gewünschte bekommt. Und wenn er dann richtig schön bellt, dann geht die Person, die er anzeigen soll, auch mal ein paar Meter weg, zunächst auf Sicht. Lockt mit dem Spieli/Leckerli. Hundeführer läßt den Hund los (dann auch mit Kommando), Hund schießt los, bellt bei der "Versteckperson" (die ja in dem Stadium noch gar nicht versteckt ist *gg), kriegt seine Bestätigung. Wenn das sitzt, wird die Entfernung immer mehr gesteigert, bis derjenige mal ums Eck geht, hinter nen Baum oder was auch immer, sodaß der Hund spontant anfängt, seine Nase zu benutzen, um an sein gewünschtes Ziel zu kommen. Von da an darf er dann immer n paar Meter mehr suchen, und die Suchdauer wird erhöht, oder der Schwierigkeitsgrad der Suche. Wobei am Anfang aber immer noch Wert darauf gelegt wird, daß Hund definitiv findet, also man legt die Versteckpersonen so in den Wald, daß der Hund auf dem Weg zu ihr deren Witterung in die Nase bekommt und sofort hinrennen kann. Damit bekommt er von Anfang an vermittelt: Witterung wird sofort bis zum Ziel verfolgt. Und er lernt auch nicht, einer Spur zu folgen..... (soll ja nicht fährten, sondern über Hochwind zum Erfolg kommen).
Im Laufe der Zeit wird das so variiert, daß der Hund selbst auf die Idee kommt, die Witterung/den Wind zu nutzen, und anfängt, selbst zu testen, wie er am schnellsten ans Ziel kommt. Denn er soll ja selbständig suchen, und nicht in der Unterordnung stehen oder dauernd auf Kommando revieren. Weil: der HUND hat die Nase, ER weiß am besten, wie er den Wind so nutzt, schnellstmöglich ans Ziel zu kommen.
Ich als Hundeführer gebe das Suchgebiet vor und wähle meinen Weg im Wald entsprechend (anhand von Windrichtung, oder inwiefern ich die Grenzen erkennen kann etc.). Aber mein Hund entscheidet letztlich, WIE er das Gebiet um mich herum am besten absucht, um schnellstmöglich zu finden. Die zieht Kreise rechts, Kreise links, geht weiter ins Gelände rein oder eher an den Rand vom Gelände, je nachdem, wie der Wind geht. Ich kann inzwischen anhand dessen, wie sie läuft, genau sagen, aus welcher Richtung jetzt der Wind kommt: geht sie an den Rand des Suchgebiets, in dem wir uns befinden, weiß ich, der Wind und damit evtl. Geruch zieht rauswärts, geht sie richtig ins Gelände rein, weiß ich, der Wind bzw. Geruch zieht reinwärts. D.h., inzwischen muß ich sie da nicht mehr führen, indem ich an den Rand oder weiter rein ins Waldstück gehe, weil sie weiß, was sie tut. Das hat sie sich selbst erarbeitet. So wird das Gebiet am Wirtschaftlichsten (also schnell, effektiv UND energiesparend) abgesucht, ohne daß man den Hund verheizt - und am Ende der Suche bleibt auch noch genug Puste übrig, um anständig zu bellen *ggg Aber das ist dann ein andres Thema.....
Dinge wie Suchen, aber den Hund beim Ankommen ohne Anzeige bestätigen, machen wir nur bei bestimmten Situationen oder Problemstellungen. Wenn zB der Hund ein Problem damit hat, Leute anzubellen (sofern das nicht auf Fehler beim Aufbau der Anzeige zurückzuführen ist, denn dann müßte man bei der Anzeige neu anfangen!), oder bei einem Einsatz was Dummes erlebt hat an der Versteckperson, dann gibts nur ne ganz kurze Suche mit Bestätigen beim Ankommen, einfach damit er erstmal wieder das Ankommen bei der vermißten Person mit Freude verknüpft. Das Bellen kommt dann nach ner Weile wieder von alleine - wenn der Hund seine Sicherheit bei der gefundenen Person wieder gefunden hat.
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Hi,
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Ich bin eigentlich gar nicht ungeduldig, habe aber gerne einen ungefähren Plan und würde mir wünschen, wenn ich etwas mehr über den ganzen Aufbau Bescheid wüsste
. Das geht, gefühlt, bei uns irgendwie unter.
Aber der Hund bleibt doch momentan, erstmal nur wegen dem Futter bei der VP oder sehe ich das falsch? Wenn Futter alle ist würde er sich bestimmt abwenden und den nächsten Futterspender suchen.
Naja - Ziel ist ja letztlich, daß der Hund so lange bellt, bis er das Futter/Spieli bekommt. Und wenn er das erst bekommt, wenn der HF da ist, wird er nimmer weglaufen und weitere Futterspender suchen. Muß man halt anfangs die Suchen so gestalten, daß der Hund in relativer Nähe zum HF findet, damit er net zu lange bellen muß. Und wenn gefunden und bestätigt, kann der HF ihn anschließend anleinen, und mit dem kompletten Procedere zum Start erneut ansetzen - so kommt er net dazu, sich selbst wieder anzusetzen zur Weitersuche zum nächsten "Futterspender".
Wenn man zB mal bestätigt, bevor der Hundeführer beim Hund ist, kann man zB erst die Leckerlies füttern, dann ne zweite Dose zücken vor den Augen des Hundes, und mit den Leckerlies darin spielen, d.h. zB einzelne werfen, damit der Hund sie fangen kann. So kann man ihn bei der Versteckperson halten, bis der HF da ist, und Spaß an der Versteckperson vermitteln, ohne daß er ewig bellen muß. Wenn unsere Hunde zB auf Einsatz waren (meist ja ohne Fund), dann gibts im nächsten Training manchmal sowas: ne einfache Spaßsuche, und die gefundenen Personen bestätigen vorab, also bevor der HF am Hund ist. Ansonsten: wenn der Hund gefunden hat und sein Job beendet ist, warum sollte er bei der vermißten Person zwangs-bleiben..... Meine darf mir dann gern nach erfolgter Bestätigung entgegenlaufen. Bestätigung heiß hier: "Job erledigt, fertig" und beendet damit die Übung. OK - sie setzt sich auch gern selbst wieder an für die Weitersuche im Eifer des Gefechts *gg, bleibt aber auf Kommando "warte" dann trotzdem bei mir, bis ich sie weiterschicke.
Bei mir ist es zB so, daß ich Biene gern mal vorab bestätigen lasse, also bevor ich beim Hund bin, weil sie sich sonst gern zu sehr an mir orientiert, viel nach mir guckt etc., daher ist es mein Ziel, daß sie Spaß mit der Versteckperson auch ohne mich hat. Nachdem sie aber nicht so extrem weitläufig ist, bin ich trotzdem meist bei ihr, während sie schon belohnt wird und am Fressen ist, und kann sie dann einsammeln. Zumal sie ja auch problemlos langanhaltend bellt, sodaß die Versteckperson zwar vorab bestätigen kann, aber das auch tun kann, wenn sie mich schon herannahen hört. So verinnerlicht sie dann wieder, daß sie auch ohne mich Spaß an der Person hat, und net dauernd zu gucken braucht, ob ich auch mitkomme *ggg
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Ich finde es auch wichtig, dass der Hund zuerst lernt, dass er zur VP laufen und dort verharren soll. Das Bellen kommt dann irgendwann später automatisch dazu. Ich habe mit Hunter im August 2018 angefangen; das erste Bellen kam im Mai 2019.
Hast du mal wegen Eigenanzeige gefragt, lxbradormicky_ ? Wir bauen das nur so auf und machen damit durchweg gute Erfahrungen.
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Also wir bauen eigentlich bellen und suchen relativ parallel auf und die Hunde verstehen alle schnell das sie bei der VP für Bellen Futter bekommen. Anfangs reicht ein oder zweimal bellen schon, dann wird gesteigert.
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Bei uns ist es ja auch eher (zumindest tendenziell) wie bei RafiLe1985 So macht es jede Staffel etwas anders und doch ähnlich, aber es kommt eh auf den einzelnen Hund an und dass sich die Ausbilder gut darauf einstellen können.
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lxbradormicky_ Frag im Training einfach mehr, keine Scheu! :) Sprechenden Menschen kann geholfen werden.
Meistens sind die Ausbilder ja dankbar, wenn jemand auch an den Hintergründen interessiert ist und die ganze Ausbildung ernsthaft angeht.
Dass die verschiedenen Phasne im Aufbau, die verschiedenen Philosophien und tausend individuellen Faktoren anfangs sehr verwirrend sind, ist ganz normal. Da findet man sich aber rein mit der Zeit. (Schneller geht es, wenn man vermeintlich dumme Fragen stellt.)Und ansonsten möchte ich mich anschließen: Geduld ist super wichtig im Training. Lieber langsam und gründlich aufbauen, bis es bombenfest sitzt, als im Nachhinein Fehler ausbügeln müssen und mit Pech bastelt man dann ewig an unzuverlässigen Anzeigen rum.
BieBoss Spannend! Ich hab noch nie gehört, dass manche Staffeln das genau umgekehrt machen - erst Anzeige und dann Suche.Bei uns ist es im Allgemeinen so, dass die neuen Hunde zuerst mithilfe eines Futterkreises lernen, freudig zu den Menschen hinzugehen und da kurz zu bleiben. Wenn der Hund das verinnerlicht hat, dann verschwindet eine Person (anfangs immer noch gut sichtbar) ein paar Meter in der Wald und der Hund bekommt dort Futter (oder Spielzeug, wenn er das besser findet).
So wird das gefestigt, die Distanz wird immer mal ein bisschen erhöht und irgendwann muss er auch die Nase benutzen.Nach (meistens) ein paar Wochen wird dann langsam angetestet, ob der Hund gerne bellt bzw. zum Bellen zu bewegen ist, und wenn da nichts zu machen ist, dann fängt man an über die geeignete Alternative nachzudenken.
Ab da läuft das dann parallel, also Suche und reines Anzeigeverhalten, wobei darauf geachtet wird, dass sozusagen immer nur an einer Schraube gedreht wird im Training: Also entweder Distanz erhöhen ODER mehr Beller herauskitzeln ODER die Versteckperson nimmt eine ungewohnte Position ein/verhält sich ungewohnt, oder oder oder ...Ob mit Eigenanzeigen gearbeitet wird, mit Spielzeug oder Futter, wieviel generell die Versteckperson oder der HF selber bestätigt, ... Das ist alles ganz individuell (was bietet der Hund an, was liegt ihm, was entspricht aber auch dem HF - manche HF spielen gerne selber sehr dynmisch und viel mit ihren Hunden, anderen liegt das nicht so und dann wird der HF auch nicht "gedrängt") und auch wenn der Aufbau am Anfang sehr ähnlich beginnt, entwickelt sich je nach Hund im Lauf der Monate eine ganz eigene Vorgehensweise.
lxbradormicky_ Daher ist es hier per Ferndiagnose ganz schwer zu sagen, wann es bei euch wie weitergeht, was "normal" ist, geschweige denn, was dein Hund schon können sollte. Frag deinen Ausbildern Löcher in den Bauch und setz dich und deinen Hund nicht utner Zeitdruck. :)
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Hallo zusammen, kann mir jemand Tipps gebe, wie ich meinen Schnuffi beim Gerätetraining an die Leiter gewöhnen kann? Er tritt bevorzugt in die Löcher statt auf die Stufen
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Mein Hund ist ein 12 Monate alter Malinois und in der Ausbildung zum Flächensuchhund. Grundsätzlich hat er mit Geräten keine Probleme, er hat vor nichts Angst, hat einen guten Gleichgewichtssinn ist aber gerne zu ungestüm und schnell. Alle Geräte, auf denen ich ihn zwischendurch mal mit Sitz oder Platz ablegen und damit abbremsen kann sind kein Problem. Leckerchen als Unterstützung gehen GAR NICHT - dann rennt er nur noch schneller wenn sie am Boden bzw. auf den Sprossen liegen oder glotzt auf die Futterhand statt auf die Stufen.
Danke! -
Ich kann mir das nicht gut vorstellen was du meinst. Wie kann man in ein Loch treten? Dann stürzt er doch ab. Oder hältst du ihn fest?
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Eine Leiter bauen, beider du die Zwischenräume mit Brettern zulegen kannst. Quasi wie ein Steg. Dann Stück für Stück immer eines der Zwischenbretter rausnehmen.
Anfangs auf der wagerechen Leiter üben. Erst wenn er die sicher beherrscht, schräg stellen.
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RafiLe1985 - mit Löchern meine ich er tritt zwischen die Sprossen statt drauf. Die Leiter liegt jetzt am Anfang waagerecht und nur so auf 20 cm Höhe, damit er sich nicht verletzt.
Pirschelbär - wir haben so eine Konstruktion, die ist aber leider sehr hoch. Und - unsere Geräte sind noch nicht aufgebaut (Winterpause) und aktuell sind die meisten Trainings ausgesetzt. Und da dachte ich mir, eine Leiter habe ich zu Hause und kann im Garten das ein oder andere trainieren.
Danke für die Hilfe!
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