"Bleib" - unnötiges oder hilfreiches Zusatzkommando?
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"Warte", "Bleib" und "Stopp" auch alles dasselbe
Bei uns nicht ganz gleich, unsere verschiedenen Bleibseses haben jeweils eine unterschiedliche Bedeutung, die auch hundeseits klar unterschieden werden, recht komplex hier, wird aber verstanden.
"Sitz" bedeutend eigentlich bei uns "Bei Sitz" (wird nur nicht so gesprochen), gleiches beim "Platz" denn ich bleibe daneben stehen. Gehe ich weiter, bedeutet das bereits die Auflösung und bedarf in den seltensten Fällen einer weiteren sprachlichen Aufforderung. Es sei denn, er soll direkt danach ins "Fuss" übergehen (dann ist "Fuss" quasi die Auflösung die vor meiner Bewegung kommt) oder ich möchte es einfach so auflösen.
"Warte" bedeutet ... tja ... öh ... "warte", ist so ein Softkommando, was auf vieles passt und sich mehr auf die Geduld des Hundes mir gegenüber bezieht (so wie zwischen Menschen auch).
Dabei muss nicht vorher abgesessen oder abgelegt werden, kann auch im Stand passieren (oder wenn ich mal kurz was verarzten, oder Hunde von was befreien muss, Kletten und so ein Zeugs u.v.a.m.). Meinem Hund signalisiere ich damit, dass eine kurzfristige Handlung von mir erfolgt, ich mich quasi gar nicht wirklich von ihm entferne oder nur ein paar Schritte (bspl. die Türe ist schon offen, aber hab den Schlüssel noch am Brett vergessen). Das brauche ich auch nicht auflösen. Komme ich z.B. mit dem Schlüssel, schlüpft man durch die Tür (oder ist die Klette entfernt und ich richte mich auf ...). Benötige ich z.B. zulange um den Schlüssel zu finden oder mir fällt noch dies und das ein, nu, selbst schuld (in der Regel steht man dann auf der anderen Seite der Türe und gibt mir dadurch zu verstehen: "mach man voran"). Oder wird etwas weit vorgelaufen, dann heisst "warte" einfach, dass man mich ein wenig aufholen lassen soll (die Distanz hat sich hier eingespielt)."Bleib" ist die nächste Stufe (dabei kommt das erste Handzeichen, Handfläche kurz nach unten). Dabei signalisiere ich meinen Hund, dass ich mich u.U. weiter und für eine längere Dauer entferne bzw. hin und her laufe (z.B. Einkäufe reinschleppen). Das kann direkt auf ein "Stehen", dem "Abliegen* oder dem "Sitzen" erfolgen (dient aber auch als Verstärkung des "Bei-Fuss-Gehens", wenn das mal über längere Distanzen erfolgen muss). Bezieht sich jedoch mehr auf die aktuelle Position des Hundes, weniger auf seine Körperhaltung (d.h., er soll am Ort bleiben z.B. auch in der Wohnung oder dem Garten bei offener Tür. Kann sich aber legen, oder sitzen, wie er mag). Das hält jedoch nur für eine gewisse Zeit, so ca. 5-10 Minuten (ist auch so gedacht). Überschreite ich die Zeit, oder erkennt er, dass ich mit meinen Sachen fertig bin, löst es sich von selbst auf.
"Stay" ist ein absolutes Verbleibe-Kommando und folgt überwiegend auf ein "Platz" (mein Hund sitzt nicht gerne lange); Handfläche länger und deutlicher nach unten. Es signalisiert ihm, dass es diesmal länger dauert und ich mich (nicht zwangsläufig) auch ausserhalb seiner Sinnesweite entferne (Hund darf auch aus dem Sitz selbständig abliegen, was er auch macht ... meistens wird aufgesessen, wenn ich zurück komme, aber er bleibt an Ort und Stelle). Komme was da wolle (Mensch/Hund/Katze/Maus), wenn dem Hund nicht gerade etwas auf den Kopf fällt (oder ihm sonstige Gefahr droht) kann das sehr lange durchhalten werden, das muss ich auflösen (und sollte nicht sinnlos mit Wiederholungen überstrapaziert werden; gilt hier eigentlich für alles).
Nur beim Notfallkommando "Stopp" geht die Handfläche ruckartig nach vorne, meine Stimme wird eindringlich und signalisiert damit Gefahr. Bedeutet: sofort in der Bewegung einfrieren, ich komme und löse das mit einer Handlung oder einer weiteren Ansage auf (sehr nützlich an Strassen oder man hat plötzlich Glasscherben entdecken ... auf Distanz ... etc.).
Nu könnte man meinen, mein Hund bzw. meine Hunde wären etwas überdrillt ... dem ist aber nicht so.
Solche Ansagen kann ich nicht andauernd (wie Übungen auf einem Platz) wiederholen oder sinnfrei kombinieren. Das muss situationsbedingt im Alltag für die Hunde einen gewissen Sinn ergeben (sich nicht einmal wirklich erschliessen, es reicht, wenn sie mir den abnehmen, z.B. "Stopp" bei Glasscherben oder fährt mal ein Auto dort, wo eigentlich keines fahren dürfte ...). Ansonsten würden sich meine Hunde von mir verarxxxt fühlen (mit Recht) ... und das nicht mitmachen. Es sind weniger Befehle, mehr Kommunikation in der Zusammenarbeit.
"Warte" ist das, was ich wohl am häufigsten im Alltag benutze ... im Grunde genommen quasi schon vom Aufbau her so in der Intensität gestaffelt, wie es hier vorkommt.
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Wenn ich ein "bleib" sage, egal ob alleine oder nach einem anderen Kommando, dann löse ich das "bleib" wieder auf, denn das "bleib" ist für mich ein Kommando, das es so lange einzuhalten gilt, bis ich es auflöse.
Alle anderen Kommandos dürfen bei mir auch von selbst aufgelöst werden, da lege ich keinen Wert darauf, dass das sitz oder platz oder wart so lange ausgeführt wird, bis ich es auflöse, da ich keinen Hundesport mehr mache und ich das somit im Alltag nicht brauche.Als ich Hundesport gemacht habe, musste der Hund ja bei sitz und platz liegenbleiben und durfte erst nach Auflösen aufstehen, da das aber im Alltag teilweise unpraktisch ist, brauchte ich zusätzlich 2 Alternativkommandos, damit der Hund weiß, jetzt soll er sich mal hinsetzen/legen, darf sich aber auch schlampig setzen/legen und auch aufstehen wenn er möchte. Das war dann "sitz di hi" und "leg di hi".

Platz habe ich damals im Alltag nur als Notbremse beim Jagen benutzt, denn die DSH hatten ja gelernt, dass sie sich bei Platz sofort auf den Boden schmeißen, egal was um sie herum los ist.
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Ich nutze das “bleib“ ausschließlich als Einzelkommando, wenn Pino kurz warten soll oder ich ihn verarzte o.ä. Ob er dabei nun sitzt, steht oder liegt ist egal bzw. einfach Situationsabhängig ( er nimmt dann von sich aus die für ihn bequemste Position ein.
“Sitz“ und “Platz“ nutze ich z.b. im Restaurant oder beim TA, Behörden oder wenn wir irgendwo zu Besuch sind. Sprich: überall dort, wo ein sich ständig bewegender Hund nervig werden könnte. Diese Kommandos bedeuten für ihn: So bleiben bis ich auflöse. Wobei ich meistens Platz verwende, weil länger liegen angenehmer für ihn ist wie sitzen.
Als Kombination finde ich “Bleib“ mit “Sitz“/“Platz“ ziemlich sinnfrei. -
Dass ich das Kommano für mich als überflüssig sehe ist ja auch kein Vorwurf, dass es andere nutzen ;-)
Ich finde es lediglich interessant wie es jeder anders löst und wie die Hunde es verstehen.
Ich glaube schon, dass es hier eine Ideallösung gibt, die der Hund am Besten versteht & umsetzen kann. Ich glaub, die kommt auch mit der Gewohnheit & dem Alltag. Aber im Lernprozess gibt es bestimmt Unterschiede. (klare Kriterien und wenige Kommandos kann der Hund m.M.n. schneller lernen)Mal an alle:
Wie sicher ist euer Hund beim bleib? Könnt ihr auch außer Sichtweite gehen? Und kann ein anderer Hund/Fahrradfahrer oder Jogger nah dran vorbei laufen/fahren?
Nutzt ihr das "Bleib" auch beim Spielen z.b. mit dem Ball? Also der Hund soll sitzen bleiben. Sozusagen Impulskontrolle.
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Könnt ihr auch außer Sichtweite gehen? Und kann ein anderer Hund/Fahrradfahrer oder Jogger nah dran vorbei laufen/fahren?
Nutzt ihr das "Bleib" auch beim Spielen z.b. mit dem Ball? Also der Hund soll sitzen bleiben. Sozusagen Impulskontrolle.
Ja, ja und ja
Allein die Tatsache, dass man ein "Bleib" nutzt hat nichts damit zu tun, wie gut oder schlecht das Sitz/Platz in Ablenkung trainiert wurde und letztendlich sitzt. ABER was natürlich oft auffällt, ist bei den Leuten, die es nicht sicher trainiert haben, sehr inflationär ein "Bleib!Bleib! Bleib!!!!" hinterhergerufen wird, um den Hund noch mal nachhaltig dran zu erinnern, dass das Kommando nicht aufgelöst werden darf und macht es der Hund trotzdem frühzeitig. Aber wie gesagt, dort wurde es einfach nie ausreichend trainiert, was aber nicht mit der Tatsache zu tun hat, dass ein Doppelkommando genutzt wird, man kann auch mit Doppelkommando anständig trainieren. -
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Bei uns heißt es "Warte" und ist ein wichtiges Kommando.
Allerdings hab ich bei Sitz und Platz nie Wert darauf gelegt, dass es ausgeführt wird bis ich es auflöse.
Wenn Maja vor rennt, bleibt sie bei "Warte" stehen oder setzt sich hin (ist mir doch egal, hauptsache sie bleibt an Ort und Stelle) bis ich bei ihr bin und wir zusammen weiter laufen. Wenn ich bei ihr angekommen bin und das Kommando wiederhole, bleibt sie auch stehen/sitzen während ich vorbei gehe.
@SandraSam
Ja, ich kann außer Sichtweite gehen und sie bleibt (mach ich aber nur kurz).
Ja, es können Radfahrer und Jogger vorbei laufen und sie bleibt.
Ja, ich nutze das auch zur Impulskontrolle.
Und ja, solange ein fremder Hund etwas entfernt bleibt oder ein bekannter Hund nah kommt ohne aufdringlich zu sein, bleibt sie auch dabei sitzen. -
Bei uns auch ja, ja und ja :) Ich mache nur einmal das Handzeichen, dann kann ich außer Sichtweite gehen, um sie rumtanzen, Hampelmänner machen, Futter oder Spielzeug werfen und sie bewegt sich nicht vom Fleck, kann sich allerdings an Ort und Stelle um sich selber drehen, sitzen oder liegen. Ich empfinde die flache, abblockende Hand für Hunde sogar als sehr intuitiv zu verstehendes Zeichen und Nala hat es damals ziemlich schnell kapiert. Für sie ist das überhaupt nicht irritierend.
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Aber im Lernprozess gibt es bestimmt Unterschiede. (klare Kriterien und wenige Kommandos kann der Hund m.M.n. schneller lernen)Das denke ich auch...
Mal an alle:
Wie sicher ist euer Hund beim bleib? Könnt ihr auch außer Sichtweite gehen? Und kann ein anderer Hund/Fahrradfahrer oder Jogger nah dran vorbei laufen/fahren?
Nutzt ihr das "Bleib" auch beim Spielen z.b. mit dem Ball? Also der Hund soll sitzen bleiben. Sozusagen Impulskontrolle.
Ja, ja, ja, aber ohne "bleib", nur entweder mit "Sitz!" oder, bevorzugt, "Platz!"
Grüßle
Bea -
Ich stelle eigentlich für mich fest, so lange man es "richtig" trainiert (also ein verläßliches Signal so wie man es braucht), sind die Begrifflichkeiten doch eh Schall und Rauch.
Wenn wir z.B. unterwegs sind und da taucht plötzlich Auto/Rad/Kind/Hund auf, dann benutze ich STOPP! und dann stehen die da wie die Ölgötzen und gucken mich (fragend) an. Ich schiebe dann in aller Regel ein Sitz oder Platz hinterher, um a) diesen fragenden Blick meiner Hunde zu beantworten und b) vor allem Passanten zu vermitteln, dass die Hunde sich da jetzt nicht mehr wegbewegen.
Ist irgendwie dasselbe in Grün. Ich könnte auch einfach sofort Sitz/Platz verwenden, aber das fällt mir auf die Schnelle meist nicht ein. Das ist in solchen Situationen ja meist ein Reflex-Ruf und da muß ich gestehen, hab ich es selten im Griff, was über meine Lippen fleucht. Obwohl ich normalerweise auch überhaupt kein Pfui benutze, kommt mir ein entsetztes PFUI immer gerne über die Lippen, wenn ein Hund irgendwas aufnehmen will. Keine Ahnung, wo solche Worte manchmal herkommen. Funktioniert aber trotzdem, muß die Tonlage sein.
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"Bleib" am Haus, Zelt oder beim Camper..ich hab was anderes zu tun.
"Bleib" ist bei uns eher eine Aufgabe bzw. Job. Das macht meinem Franzosen richtig Spass.
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