"Ansage" machen

  • gehst du davon aus, dass das jetzt nicht mehr passiert?
    Dass der Hund daraus gelernt hat?

    Hi Mücke,

    zu Deiner Frage 1: ich gehe davon aus, dass mein Hund sowieso schon weiß, dass das gezeigte Verhalten unerwünscht ist. Er hat es trotzdem gezeigt (wie auch ich manchmal unerwünschtes Verhalten zeige, wenn ich z.B. mit 50 durch eine 30-Zone fahre... oder im Auto pupse). Ja, und vielleicht wird es auch mal wieder passieren, die Welt ist so. Selbst wenn man wie ich sehr gut auf ein harmonisches Miteinander von Hund und Katz achtet.

    zu Deiner Frage 2: mein Hund lernt natürlich ständig (wie ich auch), also auch dadurch;-) Aber: eine Ansage wie die oben beschriebene ist für mich nicht dazu da, um etwas zu "trainieren", sondern ein Verhalten abzubrechen, den Hund aus seinem "Film" herauszuholen, um dann ein (gewünschtes) Alternativverhalten belohnen zu können.

    Ich hoffe, ich habe Deine Fragen zu Deiner Zufriedenheit beantwortet, Dein Unterton schien mir ein wenig vorwurfsvoll zu sein.

  • ich verteile auch Ansagen. aber nur wenn der jeweilige Hund weiss dass er das nicht darf und sich (bewusst, obwohl er genug Alternativen hat) über meine Regeln hinweg setzt.

    meine Hündin bekommt nur ganz selten Ansagen, sie ist aber auch eher der sensible Typ und ein mahnender Tonfall reicht meist aus. wenn ich ihr verbiete Pferdekacke zu essen (sie lässt sich mit Nein! eigentlich gut abhalten) sie an dem Haufen vorbeigeht um dann wenn ich gerade nicht gucke im Galopp zurück zu rennen, zum Beispiel, dann gibt es eine Ansage. meist in Form von "Madame, hast du sie nicht alle?" in entsprechendem Tonfall. dann kommt sie wieder angerannt und legt die Ohren an und macht Männchen (Beschwichtigung bei ihr).


    mein Rüde ist ein pubertärer Dickkopf und testet ende nie.
    er springt gerne andere Hunde an. kein Ding, trainieren wir eben ein Alternativverhalten. er kennt es und führt es aus (in unserem Fall neben mir sitzen und mich angucken). er bekommt Lob, schluckt das Leckerchen und im Normalfall gehen wir problemlos weiter. tja, manchmal denkt er aber dennoch kurz motzen zu müssen und schluckt das Leckerchen, wir bewegen uns weiter und er springt hinter mir in die Leine um den anderen Hund anzupöbeln. dafür gibt es eine Ansage.

    heute Nacht ist er hochkant aus dem Bett geflogen weil er der Meinung war rammeln zu müssen. ja, wir haben Stunden davor beim Gassi eine läufige Hündin getroffen, er hat angefangen daheim zu rammeln, habe ihm Alternativen angeboten die er auch angenommen hat (Kauen). mich berammeln ist aber verboten und dass ich da wirklich wirklich sauer werde weiss er.

    Ansagen sind bei mir immer der Situation angepasst. beim Rüden auch oft körperlich (gross machen, wegdrängen, aus dem Bett werfen, usw.).

  • Ich hatte ja nun schon verschiedene Hunde und ich mach das schwer vom Charakter abhängig. Bei beiden Rüden die bei mir waren, waren Ansagen zwecklos. Der eine hat dann sofort auf Durchzug geschaltet, der andere ist sofort in Ohnmacht gefallen und hat Mensch, Ort, Zeit und alles andere die nächsten 4 Wochen gemieden. Den 3. Rüden hätte ich vermutlich mit den Ohren gegen die Wand tackern können und er wäre immer noch völlig unbeeindruckt gewesen -der ging nämlich mit einer "I don't give a damn fuck" Einstellung durch die Welt.
    Hündin 1 reagierte auf Ansagen, wobei da dann wirklich schon die Augenbraue hoch gehoben und Stimme ganz latent verschärft völllig ausgereicht hat. Und da ist da noch Hündin 2, mein Mädchen, eine Kackbratze vor dem Herrn. Die kriegt und braucht Ansagen und zwar so richtig.
    Die steht da und sagt... guck mal, da ist Marderscheisse, da werd ich mich jetzt drin wälzen. Naja... ach komm, ich lass Dich noch 3 Meter ran kommen.. So, guckst Du auch gut zu? Ja? Schau mal, erst die eine Seite... und? wie findest Du es? Dann nehm ich jetzt noch die andere... oh halt, du bist ja doch schneller als gedacht, na dann lauf ich mal nen Bogen und hätte dann ganz gerne nen Keks von Dir."
    Da könnte ich platzen und verbalisiere auch sehr deutlich, was ich von ihr halte. Ganz gängig ist "ich bring dich ins TIERHEIM" und "ich schmeiß dich höchstpersönlich in den See und lass Dich nicht mehr raus!" - dazu mach ich mich einen Meter größer und stampfe wütend auf sie zu. Rennt sie nicht grade noch rechtzeitig vor mir weg, kassiert sie auch einen Tritt... so sehr man seine Seelenverwandte halt treten kann, während man es innerlich doch ganz süß findet^^
    Lange Rede, kurzer Sinn, wenn sie sich mir bewusst widersetzt, dann werde ich deutlich und zur Not auch körperlich. Will sie z.B. verbotenerweise auf die Pferdekoppel, dann knall ich ihr auch mal die Leine vor den Latz... aber das passiert halt einmal alle vier Wochen, danach ist wieder gut und wir kappeln uns im kleineren Stil ;)

  • Diego bekommt auch kaum Ansagen. Es bringt einfach nix. Zwei Beispiele:

    1. Er will nen Hund anpöbeln (steht und fixiert) ich meckere ihn an und dränge ihn ab. Je mehr ich das mache, desto mehr will Diego den Hund anpöbeln. Das ist dann eine Negativschleife...

    2. Er will am Zaun jemanden anbellen, ich meckere hinter ihm her, weil ich das nicht. Er ignoriert es vollkommen - er ist dann so in seinem Tun drin, das solche Ansagen nicht ankommen.

    Besser ist, wenn ich auf Kooperation und trainierte Kommandos setze.

    Also im 1. Beispiel spreche ich ihn nett an, wir drehen kurz um und können dann meist schon entspannter weiter gehen.
    Beim 2. Beispiel meckere ich ihn nicht an, ich rufe ihn mit positiv aufgebautem Kommando ab.

    EDIT: Ich muss allerdings auch dazu sagen, dass Diego in seiner Vorgeschichte vermutlich zu viel Druck bekommen hat. Es kann entweder vorkommen, wenn man zB im Haus zu viel Druck macht, wenn er zB irgendwo hingehen soll, was er nicht möchte, dass er entweder steif wird und dann abschnappt oder alternativ sich unter dem Tisch versteckt und sich nicht mehr raus traut. Ich bin mächtig froh, dass Diego mittlerweile so viel Vertrauen hat, das solche Situationen kaum mehr vorkommen.

  • Ganz gängig ist "ich bring dich ins TIERHEIM" und "ich schmeiß dich höchstpersönlich in den See und lass Dich nicht mehr raus!" - dazu mach ich mich einen Meter größer und stampfe wütend auf sie zu. Rennt sie nicht grade noch rechtzeitig vor mir weg, kassiert sie auch einen Tritt...


    :rotekarte: Das klingt ziemlich hart. Ich hoffe, das ist nicht dein Ernst? Ich bin sicherlich kein Wattebausch-Verfechter in Hundeerziehung, aber mit Absicht den Hund zu treten?! Sorry, das ist ein No-Go!! :rotekarte:

  • Bei mir gibt es meistens eine Ansage wenn Balou meine Hausregeln nicht einhält.

    Gestern hat er sich z.B. auf meine Katze gestürzt und einen Nackenbiss angedeutet. Die Katze war schon da als er als Welpe eingezogen ist und es war von Anfang an verboten die Katze zu jagen. Und so wurde es dann gestern mal kurzfristig sehr laut für Balou.

    Mogli und Balou sind sensibler, da muss ich nicht sehr lautwerden.

    Ich dränge meine Hunde auch körperlich irgendwo weg wenn es die Situation erfordert aber berühre sie dabei nicht.

  • Was meint ihr denn zu dem Thema? Wie haltet ihr es mit Ansagen? Seid ihr komplett dagegen? Oder nutzt ihr auch mal eine? Wenn ja, in welchen Situationen?

    Bei mir bekommt der Hund eine klare Ansage (scharfes Kommando, manchmal auch etwas lauter - je nach Situation), wenn ich etwas durchsetzen möchte und er aufs 1. Kommando nicht reagiert hat, obwohl er das Kommando kann/kennt.

  • Meine Hunde haben alle Ansagen bekommen, wenn sie etwas tun wollten, daß sie nicht durften und von dem sie wußten, daß sie es nicht dürfen.

    Jetzt aktuell bei meiner Hündin: sie soll sich nicht in jedem Mist wälzen. Wenn ich sie grad erwische, wie sie sich in Zeitlupe in irgendwas schmeissen will, bekommt sie ein ganz klare Ansage.

    Noch massiver werde ich, wenn sie sich grade irgendwas einverleiben will, sie weiß, daß sie das absolut nicht darf. Da fliegt dann auch schonmal die Flexi hinterher. Das dulde ich überhaupt nicht, sie darf nichts vom Boden aufnehmen!

  • Das klingt ziemlich hart. Ich hoffe, das ist nicht dein Ernst? Ich bin sicherlich kein Wattebausch-Verfechter in Hundeerziehung, aber mit Absicht den Hund zu treten?! Sorry, das ist ein No-Go!!

    Äh ja, Du hast ja auch geschickt zitiert und den eigentlich entscheidenden Nebensatz weg gelassen ;)
    Wenn Tritt heißt, das der Fuß gegen etwas anderes geschoben wird - dann trete ich meinen Hund - absolut korrekt. Dass das bei mir nicht der Alltag ist, habe ich extra aufgeführt und ansonsten habe ich weder was über Heftigkeit oder Häufigkeit geschrieben und insofern finde ich es schon etwas übertrieben gleich von No-Go und roter Karte zu schreiben. Als Mehrhundehalter gehören für mich die Füße zum ganz normalen Alltagshandling dazu. Ich stell mich auf Schleppleinen, ich blocke damit Hunde und ich (Achtung - korrekte Umschreibung fürs Treten^^) weisse meine Hündin taktil darauf hin, dass ich nicht mit ihrem Verhalten einverstanden bin. Jeder Leinenruck ist heftiger als meine Form des Tretens - auf die Flanke, mit vielleicht 1km/h ;)

    Es gibt halt solche und solche... und meine Hündin ist sowieso gerne körperbetont, die schmust heftig und die hat richtig Spaß am derben raufen mit Menschen - so körperlich wie ich mit der bin, bin ich mit keinem meiner anderen Hunde - für sie ist das aber voll okay und halt ihre Form von Kommunikation.

  • Und da ist da noch Hündin 2, mein Mädchen, eine Kackbratze vor dem Herrn. Die kriegt und braucht Ansagen und zwar so richtig.
    Die steht da und sagt... guck mal, da ist Marderscheisse, da werd ich mich jetzt drin wälzen. Naja... ach komm, ich lass Dich noch 3 Meter ran kommen.. So, guckst Du auch gut zu? Ja? Schau mal, erst die eine Seite... und? wie findest Du es? Dann nehm ich jetzt noch die andere... oh halt, du bist ja doch schneller als gedacht, na dann lauf ich mal nen Bogen und hätte dann ganz gerne nen Keks von Dir."
    Da könnte ich platzen und verbalisiere auch sehr deutlich, was ich von ihr halte. Ganz gängig ist "ich bring dich ins TIERHEIM" und "ich schmeiß dich höchstpersönlich in den See und lass Dich nicht mehr raus!" - dazu mach ich mich einen Meter größer und stampfe wütend auf sie zu. Rennt sie nicht grade noch rechtzeitig vor mir weg, kassiert sie auch einen Tritt... so sehr man seine Seelenverwandte halt treten kann, während man es innerlich doch ganz süß findet^^
    Lange Rede, kurzer Sinn, wenn sie sich mir bewusst widersetzt, dann werde ich deutlich und zur Not auch körperlich. Will sie z.B. verbotenerweise auf die Pferdekoppel, dann knall ich ihr auch mal die Leine vor den Latz... aber das passiert halt einmal alle vier Wochen, danach ist wieder gut und wir kappeln uns im kleineren Stil

    Wäre nichts für mich. Mein Hund wälzt sich auch gern in Kacke, toten Tieren, gerne in menschlichem Durchfall und generell alles was richtig schön klebt und stinkt. Auch gerne mal mehrmals am Tag und mehrmals auf einem Spaziergang. Ich finde das auch blöd und renne dann mit den Armen wedelnd auf ihn zu, aber ich würde ihn nicht treten. Ist doch eh zu spät wenn er schon liegt. Da muss man eben vorher aufpassen, wenn sie Andeutungen machen, dass da was tolles ist..ich habe es mit freudig ansprechen und mit Leberwurst winken ganz gut im Griff.
    Und alle 4 Wochen finde ich persönlich ganz schön oft. Anscheinend hat sie es noch nicht verstanden auf die Koppel zu rennen. Klingt für mich insgesamt so, als hättest du deine Hündin einfach noch nicht "geknackt". Ich persönlich vermute da einfach mal, dass du noch nicht ganz verstanden hast wie du zu ihr durchdringst und worauf sie anspringt, wenn du so mit ihr umgehen musst. Also Grenzen ja, aber wenn man die so deutlich und vehement immer wieder verteidigen muss, hat man doch auch irgendwas falsch gemacht? Damit wäre ich zumindest nicht zufrieden.

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