Unsere Junghunde...der alltägliche Wahnsinn Teil VI

  • Da sie ja unser erster Hund ist - kann ich eben nicht sagen, wie es wäre, wenn man so einen Hund hätte - ich DENKE mir nur, dass das bestimmt toll ist. X-D

    Unsere letzte Hündin war so. Und ja, manchmal vermisse ich das schon, wenn ich mal wieder versuche, Felix in meinem gewünschten Radius zu halten (seiner ist leider deutlich größer).

    Wie reagiert man da adäquat. Ihn zu verbellen war ja nicht wirklich falsch, irgendwie ist er ja ein Hund und damit auch ein Wächter. Allerdings ließ er sich von mir nicht abrufen, sondern tobte weiter mit Abstand um den armen Mann herum.

    Wie "man" da adäquat reagiert, hängt vor allem davon ab, was du erwartest. Wenn dir ein kurzes Bellen recht ist, dann solltest Du ihn schnell auch abbrechen und einsammeln sowie für Ruhe sorgen.
    Da ich persönlich solche aufgedrehten Bell/Wachhunde in Gärten/Zuhause überhaupt nicht mag, breche ich das recht schnell ab, aber nicht mit dem üblichen "Nein" sondern mit "Felix, danke. Schluss jetzt und ab auf deine Decke". Klar, er versteht nur "Schluss" und "Decke", aber das reicht, um zu wissen, dass sein Beller okay war, aber nicht weiterhin gewünscht ist.
    Gebell am Zaun (weil jemand vorbeigeht zum Beispiel) unterbinde ich sofort mit klarem Abbruch, weil absolut unerwünscht.

    Viele Leute würden Emil auch einfach machen lassen, zumal er ja nicht nah rangeht. Meins wäre es nicht, aber im Grunde ist es auch nur laut aber nicht gefährdend.

  • Dann war es mir klar, es war der Postbote. Wenn keiner aufmacht bringt er Pakete ins Gewächshaus, da hat Emil ihn nun gestellt.
    Wie reagiert man da adäquat. Ihn zu verbellen war ja nicht wirklich falsch, irgendwie ist er ja ein Hund und damit auch ein Wächter. Allerdings ließ er sich von mir nicht abrufen, sondern tobte weiter mit Abstand um den armen Mann herum.

    Smilla ist da ja ähnlich: wachsam, aufbrausend, Belltie :roll: . Im Moment nehme ich sie im Zweifelsfall auf den Arm, weil es sie am schnellsten runterfährt. Da könnte man schauen, was hilft. Anleinen und hinter sich abliegen lassen z.B.. Für Grisu ist ein hinter mich schicken sehr gut geeignet, dass er Verantwortung für die Situation abgibt (und im Platz erst recht), aber das muss man natürlich erst mal aufbauen. Bei Grisu habe ich das schon recht verbindlich körpersprachlich gemacht, dass er nun nicht an mir vorbei darf, aber wie gesagt, im Aufbau nicht in den high-end Situationen.

    Wäre es nicht Smilla, würde ich zum einen probieren, zum Postboten nahe hin zu gehen, mit ihm zu reden, ihm dann ein Leckerlie in die Hand zu geben und dem Hund dann freundlich mitzuteilen, es sei alles ok und er kann sich nun ein Leckerlie abholen. So, das würde bei Smilla niemals funktionieren und ich kann sie ja zur Zeit auch nicht bellen lassen. Aber es beruhigt sie, wenn sie sieht, ich gehe dahin, ich rede mit xy und bin völlig entspannt dabei (nur Futter nimmt sie halt eh nicht von Fremden).
    Wäre es ein anderer Typ Hund, würde ich ebenfalls freundlich zum Fremden gehen, meinem Hund dann ruhig mitteilen, es ist alles in Ordnung, benimmt er sich trotzdem weiter so, ihn dann auch deutlich wegschicken. Meine Hunde dürfen melden, es sollte sie aber auch interessieren, wie ich die Situation einschätze. Wenn ich mitteile, das ist schon ok so (muss ich dafür natürlich mich drum kümmern und das ausstrahlen), dann sollten sie dem auch Glauben schenken und sich zurück nehmen.

  • naja wenn ich ganz Ehrlich bin, dann tut es dem Ego einfach gut, wenn der Hund gerne ohne Zwang bei mir sein will. Ich denke auch nicht, dass wir eine schlechte Beziehung haben, nur weil jordi einen starken Außenfokus hat.
    Aber es ist schon schön zu wissen, dass man sich auf seinen Hund verlassen kann, auch wenn einem mal die Leine aus der Hand rutscht.

  • Vor meiner Jagdrakete hatte ich auch einen Offline-Engel. Das ist wahnsinnig angenehm und machte mich jeden Tag aufs Neue stolz, mit einer so tollen und souveränen Hündin leben zu dürfen. Sie war schon alt und zum Ende hin auch taub, da gab es nichtmal mehr verbale Kommunikation, sondern nur noch Handzeichen, Blicke und Kopfbewegen... das war so harmonisch, dass ich am liebsten jetzt losschwärmen würde.

    Ich würde aber niemals auf die Idee kommen, meine jetzige Rakete mit der alten Dame zu vergleichen. Sie kann allein vom Alter her noch nicht so souverän sein und andererseits - mal ehrlich - oft ärgern wir uns über die Überraschungen, die die pubertierenden Racker manchmal so aus dem Fell schütteln, andererseits sind sie doch auch oft zum schießen.

    Mit meiner alten wusste ich immer und in jeder Situation wie sie reagiert und hab ihr blind vertraut. Das macht es natürlich sehr entspannend, aber man könnte es auch manchmal schon als langweilig sehen. Sheela hatte ich heute mittag gerade mal so weit vertraut, sie 3 Minuten von der Leine zu lassen, damit sie sich ein ruhiges Plätzchen hinten im Gebüsch suchen konnte um ihr Geschäft zu erledigen. Sie hatte wohl etwas Verstopfung und bisschen Schwierigkeiten, dann hatte es aber doch funktioniert und sie ist wie von der Tarantel gestochen losgesprintet und in vollem Karacho über die Wiese gefegt, dass ich vor lauter Lachen den Rückruf nicht rausgebracht hab. Je mehr ich gelacht hab, desto schneller ist sie gerast und nach den 3 Minuten kam sie von alleine, ich leinte sie an und wir sind zurück ins Büro...jetzt schlummert sie hier neben mir wie ein Baby und ich bin froh, vorhin mal fünfe habe grade sein lassen... meine schönste Mittagspause seit Monaten :herzen1:

  • @Lucy_Lou ich war selber so überrascht von der Aktion, dass ich nur versucht habe den Emil ein zu fangen. Dem Postboten habe ich nur über das Gebell hin zu gebrüllt, dass er sich keine Sorgen machen soll, das ist definitiv das Paradebeispiel eines Hundes, der bellt, aber nicht beißt. Bin daher gar nicht auf die idee gekommen, das gleich mal erziehungstechnisch zu nutzen. War aber auch etwas unglücklich die Situation, da Chica im Fahrradkorb saß und das Rad war abgestellt. Hatte im Hinterkopf, dass sie mit samt dem Rad umfallen könnte. Also wieder nur gemanagt anstatt zu erziehen :muede:

  • NArf, kennt ihr diese Momente in denen ihr euch fragt warum der Jungspund über Nacht in den Zaubertrank gefallen ist?

    Ich war heute früh mit Mio und Rufus Gassi, das halbwegs erträgliche Wetter nutzen und die Tatsache das kurz nach 8 Uhr noch keiner groß im Wald ist.

    Mio aus dem Auto raus und der scharrt sich erstmal eins ab wie nen Hahn auf Brautschau und ich dachte nur "alles klar, das kann spaßig werden heute".

    Für die ersten 500m haben wir ne halbe Stunde gebraucht.

    Als ich die Leinen los gemacht habe, war das etwa der Effekt wie wenn man ein Menthos in Cola fallen lässt. Zumindest ist irgendwie sowas mit Mios Verstand passiert.
    Irgendwann hatte er dann die angestaute Energie der letzten Tagen raus gelassen und ab da war es ein angenehmer Spaziergang. Zu 90% auf den Wegen und zu 95% auf Sichtweite ( der Weg ist nicht sehr geradlinig), mei bin ich stolz auf den kleinen Sack.

    Und dann, warum nur ist das immer so, kam mir ein mind. 70 Jahre alter Mann mit Gehhilfe und Carne Irgendwas entgegen. Er hat ihn dann irgendwann angeleint, hier war ich zu langam...Mio hatte Sichtkontakt und war nicht mehr zu halten.
    Klar hat der sich aufgebauscht, schon witzig wenn er dem Carne trotzdem nur bis zu Kniescheibe reicht, hat kurz geschnüffelt und beschlossen das es kein adäquater Gegner ist.
    War ich erleichtert, als der Herr Knallerjan dann doch mir gefolgt ist.

    Hatte ihn endlich an der Leine und was mach ich Volldepp...höre das Rebhuhn gackern und mache den Idioten ab. BOOM. Ein Glück war es kein langer Moment. Verteufelt mich nicht, dass letzte woran ich heute gedacht habe war die Brut-und Setzzeit, zumal die Förster und Jagdpächter hier recht entspannt sind.
    Nunja, da ihm mittlerweile die Zunge bis zum Boden hing, hat er dann noch ein Schlammbad in einem Restwasserloch genommen.
    Mit einem zufriedenen Erdferkel bin ich dann in Richtung Auto und hab mich auf die dort folgende Dusche gefreut.
    Mio hat mich geliebt in dem Moment wo ich ihm das Wasser über gekippt habe. Ich konnte es in seinen Augen sehen |)

    Seit dem wird geschlafen :D

  • naja wenn ich ganz Ehrlich bin, dann tut es dem Ego einfach gut, wenn der Hund gerne ohne Zwang bei mir sein will. Ich denke auch nicht, dass wir eine schlechte Beziehung haben, nur weil jordi einen starken Außenfokus hat.
    Aber es ist schon schön zu wissen, dass man sich auf seinen Hund verlassen kann, auch wenn einem mal die Leine aus der Hand rutscht.


    Nö nicht unbedingt. Frodo hat das ja von Welpe an gemacht. Der hat mir das einfach "geschenkt". Das finde ich angenehm und praktisch, aber meinem Ego ist das recht egal :D
    Wenn er allerdings im Freilauf einen fremden Hund sieht, nicht hinläuft, sondern erst Rücksprache mit mir hält, dann bin ich stolz, weil das hab ich ihm schließlich beigebracht :lol:


    Gott, ich trau mich hier eigentlich gar nicht mehr zu schreiben. Ich komme mir so überheblich vor mit Frodo :ops:

  • Néo ist nun 1 1/2 Jahre alt - aber durch und durch noch Junghund, erwachsen? Maximal optisch und selbst da noch nicht wirklich.. Er ist lange nicht mehr gewachsen, aber ich befürchte dass nun noch mal ein Schub kommt. Er hat gestern ein Kaninchen bekommen, knapp 2kg, er hat es sofort und ganz gefressen. Sein Vater hat seins (hatte knapp 5kg) nur halb gefressen. Als ich sie am Abend rein geholt habe, hat sich Néo das halbe Kaninchen seines Vaters geschnappt und angefangen es auf zu fressen. Hat sicher noch mal ein Kilo mindestens gefuttert, wenn nicht mehr. Den Rest hat er verbuddelt, weil er zu uns rein wollte und ich nicht wollte dass er das Kaninchen im Haus weiter frisst. Und was macht er im Haus? Stürzt sich auf das Trockenfutter als hätte ich ihn den ganzen Tag hungern lassen. Er ist kein Hund, der übermäßig viel frisst, er frisst so viel wie er gerade Hunger hat, aber gestern Nacht.. Also wenn da nicht einiges kommt, hat irgendwer ihn ausgetauscht.. Habt ihr auch so Erfahrungen gemacht? Mir ist das so extrem noch bei keinem meiner Hunde aufgefallen..

  • Gott, ich trau mich hier eigentlich gar nicht mehr zu schreiben. Ich komme mir so überheblich vor mit Frodo :ops:

    Geht mir ähnlich |) wo wir im Moment wohl auch die Leinenführigkeit in den Griff bekommen haben.
    Abby macht einem halt fast alles so leicht.

    Sie hat zwar Baustellen (stürmische Begrüßungssprünge bei Besuch, ab und an fiepen, wenn ihr langweilig ist, sie findet alle Hunde toll, lässt sich aber abrufen, genau wie im Moment wieder bei Wild), aber das stlrt mich halt so im Alltag eher weniger.
    Ich muss unterwegs eher auf den erwachsenen Golden achten, der Aussie läuft da fast nebenher |)

    Bzgl Futter, meine bekommen nur so viel, wie sie brauchen. Also ich lasse sie nie so viel futtern, deswegen kann ich da nichts sagen.

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