Leinenführigkeit - Halsband oder Geschirr?
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lemmingstyle -
30. Januar 2016 um 18:56
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Wie trainierst du denn Leinenführigkeit? Wenn ich einem Hund, der nicht leinenführig ist, Leinenführigkeit beibringe, trainiere ich ja nicht permanent mit ihm, soabld er an der Leine ist, das ist ja nicht alltagstauglich, also wird es immer wieder Momente geben, wo ich ihn einfach ziehen lassen würde, weil man ja gerne mal vorwärts kommen will. Würdest du den Hund dann weiterhin am Halsband zerren lassen?
Unsere eigenen Hunde haben es von Anfang an gelernt, dass sie max. neben oder hinter mir gehen dürfen, ich hab sie einfach von klein auf nicht weiter nach vorne gelassen - und das geht wunderbar, denn ein Welpe von 8-10 Wochen zieht noch nicht an der Leine, da muss man froh sein, wenn er überhaupt schon mitgeht.
Bei meinem Gassigeh-Leihund (Boxermix), der 4 Jahre lang bei seiner Besitzerin an der Leine ziehen durfte, habe ich zuerst Stop-and-go probiert, das hat so viel gebracht, dass sich der Hund, sobald die Leine gespannt war, von selbst hingesetzt hat, dann sind wir weiter, er hat sofort wieder gezogen, ich bin stehengeblieben, er hat sich gesetzt usw. usw.. Das war ein reines stehen und sitzen, gebracht hat es auch nach mehreren Wochen nichts, außer, dass sich der Hund sehr flott von alleine absitzen konnte sobald die Leine gespannt war.
Richtungswechsel sind hier bei uns leider total unmöglich, da wir keine Flächen haben, sondern nur enge Geh- oder Feldwege, sonst hätte ich evtl. mit Richtungswechsel gearbeitet.Daher habe ich beschlossen, es genauso wie bei unseren Hunden zu machen. Ich habe ihn links neben mir gehen lassen und die Leine so kurz genommen, dass er nicht vor mich konnte. Dabei hab ich immer wieder mit Leckerlie bestätigt, wenn die Leine mal für wenige Sekunden nicht straff war. Wenn die Leine straff war und er gezogen hat, habe ich nicht bestätigt und bin halt mal einfach einige Meter mit ziehendem Hund gegangen, aber er durfte nicht vor mich, seine Schulter war immer auf Höhe meines Beines. So sind wir täglich 1,5 Stunden am Stück Gassi gegangen. Die ersten Wochen habe ich im linken Arm ganz schön Kraft bekommen, aber irgendwann hat der Hund gemerkt, dass er nicht mehr nach vorne darf. Wenn er schnüffeln wollte, habe ich das zugelassen, hab vor ihm auf ihn gewartet bis er fertig war und als er wieder bei mir war, war die Leine sofort wieder so kurz, dass er nicht vor mich konnte. Wenn wir die Seiten gewechselt haben (er durfte dann auch rechts neben mir gehen), dass er immer auf der Grünstreifenseite gehen konnte, ließ ich ihn immer hinter mir die Seite wechseln. Es hat 7 Monate und etliche Kilo Leckerlies gedauert, bis der Hund verinnerlicht hatte, dass er niemals nicht bei mir nach vorne darf.
Normalerweise ist das was auf wenige Wochen, wenn das Geziehe noch nicht jahrelang "Standard" beim Gassigehen ist. - Vor einem Moment
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Wenn er schnüffeln wollte, habe ich das zugelassen, hab vor ihm auf ihn gewartet bis er fertig war und als er wieder bei mir war, war die Leine sofort wieder so kurz, dass er nicht vor mich konnte.
Aber das ist zum Beispiel unser großes Problem. Ich würde sie auch schnüffeln lassen, aber die sagen ja nicht: "Hey am nächsten Baum möchte ich kurz stehen bleiben." Sondern sie werden dann langsam, weichen zur Seite aus oder ziehen schlichtweg dorthin. Wenn ich sie dann lasse, ist die Leinenführigkeit quasi im Eimer, weil dann wieder gezogen wird und sie damit durchkommen. Besonders bei Rüden ist das denke ich ein Problem, welches viele haben.
Da unterscheide ich nun lieber zwischen Geschirr, wo es okay ist auch mal zu zeigen wo geschnuppert werden soll und Halsband, wo wir eben nur von A nach B laufen. -
Ok, wenn man Leineführigkeit darüber definiert, dass der Hund nicht vor einem sein darf, dann mag das funktionieren. Aber ich würde beispielsweise auch wollen, dass der Hund mal einen Meter vor mir laufen darf, aber trotzdem nicht zieht.
Beim Geschirr habe ich auch eher das Problem des "Rückwärtsziehens"
Also Hund bleibt stehen und stämmt sich in die Leine, weile genau DA jetzt geschnüffelt werden muss. Das ist besonders nervig in der Stadt, weil da an jeder Hausecke und Laterne markiert wurde und ALLES abgeschnüffelt werden muss, da bin ich nur dabei sie hinterherzuziehen 
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Ok, wenn man Leineführigkeit darüber definiert, dass der Hund nicht vor einem sein darf, dann mag das funktionieren. Aber ich würde beispielsweise auch wollen, dass der Hund mal einen Meter vor mir laufen darf, aber trotzdem nicht zieht.
Das kommt dann von selbst, wenn der Hund erstmal weiß, dass an der Leine nicht gezogen wird. Meine Hündin latscht zwar meist schräg hinter mir an der Leine, aber auch mal vor mir und das darf sie auch solange sie nicht zieht und das tut sie nicht.
Beim Geschirr habe ich auch eher das Problem des "Rückwärtsziehens" Also Hund bleibt stehen und stämmt sich in die Leine, weile genau DA jetzt geschnüffelt werden muss. Das ist besonders nervig in der Stadt, weil da an jeder Hausecke und Laterne markiert wurde und ALLES abgeschnüffelt werden muss, da bin ich nur dabei sie hinterherzuziehen
Das scheint ein typisches Dackelproblem zu sein.

In der Stadt geht es mir i.d.R. nicht anders, da wir dort nur selten sind (wir wohnen am Dorf).
Da kann ich also mit ruhigem Gewissen sagen, dass sie dort nicht leinenführig ist und ich sie die meiste Zeit hinterherziehen muss weil sie die Nase ganz dackeltypisch wie ein Staubsauger am Boden hat. Das ist dann mit Geschirr noch schlimmer als mit HB, damit geht sie dann noch eher weiter. Mit Geschirr nimmt sie den Kopf nach unten, schielt mich an und wenn ich dann noch stärker ziehen würde, weil ja in dem Augenblick Kommandos vollkommen ignoriert werden, würde ich ihr das Geschirr ausziehen.
Aber was soll`s ich bin mir keiner Schuld bewusst, denn mein letzter Dackel war genau so - daher schieb ich das ganz einfach auf den Charakter des Dackels.
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Ich führe meine Hunde am Geschirr. Und beide sind am Geschirr auch leinenführig.
Caro kam vor knapp einen Jahr zu mir. Sie war der leinenzieher schlecht hin. Dann drehte ich halt auch auf den Bürgersteig um und wechselte die Richtung. Wirklich weit kamen wir zu Anfang nicht und Caro brauchte etwas, bis sie verstand: Wenn Zug kommt, dann geht es woanders lang.
Das übten wir vom ersten Moment an.
Ich hatte geplant, mit Caro in Oktober 2015 die BH zu laufen. Geht nur mit Halsband. Einen Mops, dessen Hals umfangreicher ist als sein Kopf legt man kein Halsband an. Da ist der Hund doch sofort raus.
Dennoch legte ich Caro ein Halsband um und kam zu den nächsten Schwierigkeiten: Das Halsband war für sie negativ belegt und sie versuchte es kontinuierlich auszuziehen. Es dauerte Wochen, bis sie am Halsband einigermaßen entspannt lief. Aber wehe, es kommt mal Zug drauf.Flexileine ging mit Caro auch nicht. Ich weiß echt nicht, was die Vorbesitzer mit ihr gemacht haben. Gut, es gibt wirklich kaum einen, der die Flexileine richtig anwendet.
Kiara kennt die Flexi schon lange und für sie ist die Flexileine berechenbar. Auch an der Flexileine sind beide leinenführig und Caro hat nach intensiven Training die Leine nicht mehr als Staatsfeind Nr. 1.
Ich drücke nicht unberechenbar auf den Stopp-Knopf der Leine. Kiara und Caro haben an der Flexileine genau zu gehorchen wie an der normalen Leine oder im Freilauf. Sie haben einfach nur etwas mehr Radius.Caro kannte von mir bereits das Kommandos "Stopp", "Wechsel" (wenn sie mal rechts von mir lief, was ich bei der Leinenführung nicht dulde), "Hier" und "Fuß". Daher brauche ich den Stoppknopf nicht wirklich. Ich habe auch an der Flexileine einen Rückdämpfer. Die Leine ist fünf Meter lang und diesen Radius kennen meine Hunde. Gehen sie weiter als die fünf Meter, wechseln ich einfach die Richtung.
Auch an der Schleppleine läuft es nicht anders. Nur dürfen hier die Hunde wie in Freilauf auch die Wegseite wechseln. Sie wissen, wann die 10 Meter vorbei sind. Kiara ist mir einmal ziemlich brutal in die Schleppleine reingerannt mit gut 20 Meter Anlauf (Radius ist ja nur 10 Meter). Das hat in der Schulter sehr geschmerzt, Kiara ist am Ende einen Bogen an der Leine geflogen und ich war nur froh, dass sie ein Geschirr getragen hat. Das passiert, wenn der Jagdhund vor einen den Hasen sieht

Kiara zieht auch nicht am Halsband. Aber ich führe sie daran so gut wie nie und das Halsband dient eher zu Deckozwecken oder im Urlaub trägt sie es den ganzen Tag. Am Halsband hängt die Tasso Marke und eine gravierte Hundemarke mit unserer Telefonnummer. Am Geschirr ist der TierPerso, die Haustierregister-Marke sowie die Steuermarke befestigt.
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Mumin hat seit dem er bei uns ist (bekamen ihn mit 10 Wochen) das Gehen an der Leine immer mit Geschirr gelernt. Wir haben höchstens mal das Problem(chen), dass er sich wo festschnüffelt, ansonsten geht er immer brav neben mir und zieht nicht. Er durfte auch von Anfang an nicht ziehen bzw. vor laufen. Das hat sich mittlerweile (knapp 9 Monate) etabliert. Wenn er doch mal nach vorne geht, genügt meist ein eher unfreundliches "hey" und wenns gar nicht anders geht, weil er den Kopf wo anders hat, blocke ich ihn, versperre ihm also durch mein Bein den Weg.
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Ich verstehe gar nicht, warum die meisten ihre Hunde bei der "Leinenführigkeit" hinter oder neben sich gehen lassen wollen....
Wie lest ihr die Körpersprache eures Hundes?
Ich mag es eigentlich absolut GAR NICHT, wenn meine Hunde hinter mir laufen. An der Leine geht´s noch, aber im Freilauf mag ich das nicht gerne.Meine Hunde laufen auf Spaziergängen, die ausschließlich an der Leine stattfinden, immer am Geschirr. Damit dürfen sie schnüffeln, müssen aber auch mal Strecken ohne Schnüffeln laufen. Das klappt am Geschirr wirklich hervorragend.
Der Unterschied für meine Hunde ist ganz einfach: Wenn ich nicht möchte, dass sie schnüffeln oder stehenbleiben/ markieren, habe ich schon eine ganz andere Körperhaltung und einen schnelleren Gang. Wenn ich sehe, dass einer von beiden zur Seite abdriften möchte oder langsamer wird, sage ich "Weiter" und dann wissen sie bescheid. Der kleine versucht es natürlich immer wieder, da er ja dringend sein Revier markieren möchte.
Aber ein einfaches "Weiter" reicht dann trotzdem.
Diese Art von Spaziergang mache ich morgens vor der Arbeit.Dann gibt es noch die andere Art von Spaziergängen: Wir steigen ins Auto und fahren in den Wald. Dazu haben sie ein Halsband mit Leine an für den Weg vom Haus ins Auto und anders herum. Oder falls wir auf dem Spaziergang mal eine Straße überqueren müssen. Im Wald laufen sie ohne Leine und auch da habe ich es am liebsten, wenn sie vor mir laufen. Zum einen wälzt sich meine Hündin gerne heimlich in Sche***, was ich natürlich nicht so gerne mag und sie so daran hindern kann und zum anderen habe ich sie gerne im Blickfeld. Auch um sehen zu können, ob sie vielleicht etwas aufnehmen oder an einer kleinen Jagd nach Pseudorehen interessiert sind. Alls dies kann ich doch nur verhindern, wenn ich sie sehe.
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Pino trägt Halsband. Wenn er nicht offline laufen kann, ist er an einer zwei-Meter-Leine, die ich auf einen Meter verkürzen kann. Er hat gelernt: Leine kurz - neben mir laufen, kein schnüffeln, kein pieseln o.ä., lange Leine - er darf schnüffeln, pieseln usw.
Ändere ich die Leine auf kurz, registriert er zum einen den Karabinerklick und zum anderen bekommt er zusätzlich ein kurzes Handzeichen. Dann läuft er neben mir. Ändere ich auf lang bekommt er das auch mit und weiss das er schnüffeln darf.
Das läuft bei uns mittlerweile fast automatisch ab ohne nachzudenken und funktioniert super.
Geschirr mag er gar nicht (ich auch nicht). Das kommt extrem selten zum Einsatz. Die meiste Zeit verstaubt es am Haken. -
Ich verstehe gar nicht, warum die meisten ihre Hunde bei der "Leinenführigkeit" hinter oder neben sich gehen lassen wollen....
Wie lest ihr die Körpersprache eures Hundes?Wenn meine Hunde an der Leine vor mir laufen und plötzlich stehen bleiben, haben sie die ideale Höhe, dass ich über sie falle und lang hinschlage. Deshalb gibt's bei mir an der (langen) Leine die Regel: "Lauft, wo wir wollt, aber nicht vor meinen Füßen."

Und wegen der Körpersprache: Ich kann doch den Kopf drehen... Wenn die beiden neben mir laufen, dann bleiben mir Veränderungen jeglicher Art (z.B. kurzes Innehalten, weil sie ein Eichhörnchen gesehen haben, oder eine staksige Körperhaltung, weil auf der anderen Straßenseite ein fremder Rüde auftaucht) nicht verborgen.
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Ich hab ja auch einen Chihuahua und bin, was die Leinenführigkeit angeht, ein bisschen "faule Sau", liegt wahrscheinlich daran, dass ein 3-Kilo-Hund, der ab und an mal zieht, weniger nervig ist als ein 30-Kilo-Hund, der zieht
Hinzu kommt, dass ich recht viel Zeit habe, Spaziergänge also eher entspannt ablaufen, deshalb empfinde ich z.B. "Festschnüffeln" und Co als weniger nervig als jemand, der morgens beim Gassi ein bisschen gestresst ist, weil er pünktlich zur Arbeit kommen muss.
Also - wir arbeiten an der Leinenführigkeit, aber langsam
Ich habe zeitweise auch überlegt, ein Halsband zu nehmen und hab ihm das schlichte Halsband, das wir haben, probeweise auch mal umgelegt. Hatte aber gleich das Gefühl, dass er sich damit eher unwohl fühlt (gut, er kennt ja auch nur Geschirr) und irgendwie würde ich persönlich ein Halsband nur verwenden wollen, wenn der Hund bereits perfekt leinenführig ist

Mir ist da beim Halsband einfach das Risiko zu groß, dass er sich beim Ziehen eben mal verletzt oder es langfristig nicht gut für ihn ist, schließlich ist so ein Hundehals empfindlich.
Und ich beobachte halt hier leider auch viele Menschen, die ihre absolut nicht leinenführigen Hunde am Halsband führen, das sieht immer recht grausig aus und hat mich auch so ein bisschen vom Halsband "abgeschreckt".
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