• Ich finds ja saukomisch, dass hier die Mehrheit dafür plädiert, den Hund einfach kein Platz machen zu lassen, wenn er denn den Boden für zu nass, pieksig, dreckig, what ever befindet ... :lol:

    Wenn ich einen gesunden Hund habe und der Hund nicht gerade 20 Minuten im Schnee oder in der frostigen Wiese liegen soll, sehe ich da gar kein Problem - wenn ich "Platz" sage, dann hat Frau Hund zu liegen - wenn das wirklich sichtlich unangenehm ist, löse ich auch umgehend wieder auf und verlange etwas anderes, aber dieses "Hund ziert sich" will ich nicht. Die kann auch in eiskalte Gewässer springen und sich stundenlang im Schnee suhlen ohne mit der Wimper zu zucken.


    Ich würde ähnlich vorgehen, wie Ninma gesagt hat - übe es erstmal in der Wohnung, bis der Hund "Platz" ganz toll findet. Dann kannst du weitersehen.

  • @Getier meine Hunde springen weder in eiskaltes Wasser, noch suhlen sie sich im Schnee.
    Ich empfinde Empathie für meine fröstelnden Hunde.
    Warum sollte ich von einem ihnen Dinge verlangen, die ihnen sichtlich unangenehm sind und auch für den Alltag nicht notwendig?
    Weil ich Chef bin ?

  • In gewisserweise, ja. Weil ich Chef bin.
    Wie gesagt, sollte es wirklich kalt sein und/oder unangenehm, kann ich immer noch was anderes verlangen. Aber erstmal hat Hund zu liegen, wenn ich das will. ICH brauche nämlich ein "Platz" im Alltag. ;)

  • z. B. um meinen hibbeligen Hund platz- und nervensparend irgendwo zu parken. ;-)

    Ich benutze auch Sitz, Aus, Fuß und "bring" im Alltag. Wir kommen mit klaren, eindeutigen Verhaltensvorgaben am besten klar. ;)

  • Mein Hund macht auch nicht gerne Platz. Sie ist auch kein Hund, der in kalte Gewässer springt oder sich durch Schnee suhlt. Sie umrundet Pfützen, sucht immer warme weiche Plätze auf und hat sich in den 2 Jahren, in denen ich sie habe, noch nie freiwillig auf unser Laminat oder auf die Fliesen hingelegt. Ist ihr einfach zu hart. Sie liegt freiwillig nur auf Teppichen, Decken oder Kissen. Mittlerweile macht sie für mich auf Kommando auch auf hartem Boden Platz, aber da würde ich sie nie längere Zeit liegen lassen, weil das für sie einfach unangenehm ist. Auch draußen macht sie mittlerweile auf dem Boden Platz und tut (meistens) nicht mehr so, als ob sie mich nicht gehört hat. Bei uns kam die bessere Kooperation durch das Begleithundetraining. Da habe ich mit ihr mit viel Belohnung und Clicker das Platz freudig trainiert. Wenn sie neben mir in der Grundstellung steht, bietet sie schon von selbst Platz an, weil es ihr Spaß macht (es sei denn der Boden ist nass oder es liegt Schnee, dann natürlich nicht). Sie macht das Platz aber nur zuverlässig, wenn sie neben mir in der Grundstellung steht, weil es dort noch mal positiv und freudig mit ihr aufgebaut wurde. Also bei uns hat es geholfen, es noch mal in einem anderen Kontext zu trainieren, auch wenn ich dasselbe Wort benutze (aber ich würde dir ein neues Wort empfehlen). Fang erst mal auf schönem weichen sauberen Boden und taste dich langsam zu etwas "unangenehmeren" Böden hervor.

  • Die Verweigerung einfach hinzunehmen, ist auch verkehrt. Denn so wird der Hund dekonditioniert und verwirrt. Der Hund wird diese Grenzerfahrung im schlimmsten Fall für sich nutzen. Ängstliche Hunde empfinden diese "Diskussion" unter Umständen als sehr unangenehm.

    Wenn man seinen Hund also einigermaßen kennt und tiergerecht an die Sache rangeht, dann erwartet man auf unebenen Böden, bei Nässe oder Kälte keinen "Platz". Dafür ruft man die Lektion aber in der Wohnung oder eben in Gegenden ab, in denen er sich ohne Probleme hinlegt.

  • Meine Cora ging auch nicht schnell is Platz, immer gaaaanz gemütlich (völlig unabhängig vom Untergrund).

    Wir haben das mit einem Stop and Go Spiel trainiert. Schnapp dir irgendein Spieli das deine Hündin toll findet und spiel mit ihr, aber lass sie nicht reinbeißen. Wenn sie grad richtig dabei ist hältst du es außerhalb ihrer Reichweite, frierst ein und gibst das Kommando "Sitz" (Das Ganze muss sehr schnell gehen). Sie wird erstmal verwirrt sein, das Kommando steht aber im Raum und du bewegst dich nicht mehr. Sobald ihr Hintern den Boden berührt geht die Party (mit einem schnellen Auflösungskommando) weiter. Sie wird relativ schnell begreifen, dass je schneller sie sich hinsetzt desto schneller wird wieder gespielt. Stop and Go eben. Falls sie anfangen sollte sich zu setzen und gleich wieder aufzuspringen erhöhe die Dauer (Spannung) bis du auflöst.

    Hat sie das Prinzip verstanden und wird das "Sitz" schnell umgesetzt wechselst du auf Kommando "Platz". So konnte ich bei Cora "Platz" ganz neu konditionieren, sie hat es schneller und mit mehr Begeisterung ausgeführt.

  • Ich brauche weder Sitz noch Platz im Alltag, Platz hab ich meiner Hündin erst gar nicht gelernt und Sitz hat sie bestimmt schon wieder vergessen.
    Das einzige was ich täglich brauche ist "warte" und das sitzt dafür bombenfest. Meine Hündin bremst sogar aus dem Galopp heraus sofort ab um zu "warten", was für sie bedeutet, dass sie wie angewurzelt auf der Stelle stehen bleib soll.
    "Hier" kann sie auch nicht mehr, weil ich sie nur selten heranrufe, da ich dann einfach "warte" verwende wenn ich sie anleinen möchte.

    Unsere DSH, die im IPO-Sport geführt wurden, habe ich Platz mit Hilfe eines Balles (an der Schnur) gelernt, darauf wurden sie "narrisch" gemacht, sodass dieser Ball die ultimative Belohnung für sie war.
    Wenn der Hund mal wusste, was er bei Platz machen soll, dann wurde sofort das Kommando wieder aufgelöst und mittels Ball bestätigt. So hat irgendwann jeder Hund gemerkt, dass er den Ball umso eher bekommt, je schneller er sich ablegt. Die warfen sich geradezu auf den Boden, was aber auch für die IPO nötig war.
    Da diese Prüfungen nicht nur bei schönem Wetter und trockenem Boden stattfinden, wurde das natürlich bei jeder Gelegenheit, auch Regen, Schnee, nassem Boden geübt. Bei den Hündinnen war es dann so, dass sie nicht komplett "platt" am Boden lagen, sondern mit ca. 2-3cm Abstand - die waren einfach ein bisschen empfindlicher als der Rüde. :D

  • Ich finde, dass Platz (der Hund liegt gerade auf dem Bauch) kein gutes kommando ist, um den Hund zb bei Besuch irgendwo warten zu lassen.

    Das ist eine Position, in der der Hund von selbst nicht stundenlang liegt. Und wenn er sich dann gemütlicher hinlegt
    (Auf die Seite, Hinterhand abknicken...) dann ist das Kommando Platz aufgelöst und es hat null Lerneffekt.

    Grundsätzlich sollen meine hunde ein Kommando nicht von selbst auflösen, also sollen sie so lange sitzen oder liegen, bei Fuß gehen etc bis ich was anderes sage. Trotzdem gibt es bei uns ein bleib-Kommando: zb ich möchte nach draußen gehen, hunde sollen nicht mit - bleib-Kommando, ich renn raus, Hunde nicht, trotzdem müssen sie dann nicht festgenagelt hinter der Tür sitzen, sondern können einfach drinnen tun was sie wollen.

    Für das warten in liegender Position habe ich das Kommando "hinlegen" - Hund kann sich hinlegen wie er will, Position verändern, schlafen, dösen - aber im liegen und entweder an einem beliebigen Platz oder dem, den ich Ihnen zuweise.
    Das "richtige" Platz benutze ich nur auf dem hundeplatz oder wenn ich es explizit üben möchte. Und ums nicht zu verleiden, verlange ich es nicht mit Absicht dauernd auf ungemütlichen Untergründen. Brauche ich auch nicht - die hunde bleiben im sitz auch einfach da ohne aufzustehen.

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