Hinten laufen, was ich gestern sah.

  • Und spätestens hier merkt man, dass du keine Ahnung von positiver Verstärkung hast.
    Niemand, aber auch wirklich niemand, der über positive Verstärkung arbeitet, würde seinen Hund dieser "gefährlichen" Situation aussetzen.
    Sondern in dem Fall über negative Verstärkung arbeiten.

    Oke und wie willst du dann noch mit den Hund raus wen er vor "komischen" Menschen, Kindern und andern Hunden Angst Agro reagiert.
    Gut dann könnte ich einmal nachts mit den Hund raus und dann Indoor Klo oder was ?

  • Geht jetzt hier nicht um den Einzelfall, sondern waren allgemein gehaltene Gedanken zu RuDakos Beitrag.

    Aha. Zusammengefasst kann man also sagen, dass selbst der "positivste positive Verstärker" mal in Situationen gerät, wo er das mit dem Verstärken lässt und den Hund einfach nur weiter zieht oder auch mal schimpft oder oder?

  • Es geht doch bei der Kritik gar nicht um Gefahrenabwehr, so wie (auch hier) oft angeführt... Sondern um das bewusste Trainieren, damit der Hund gar nicht mehr auf die Idee kommt Kinder fressen zu wollen, als Beispiel... Das muss nicht körperlich ausfallen. Klar kann das ewig dauern und eine Kombi aus Blocken usw. und Belohnen funktioniert meist ziemlich flott und ist bei vielen Hunden auch angemessen, aber das Argument, dass man nur, sagen wir mal "leichtführige" Hunde auch sanft anfassen kann und dann noch diese hämischen Bemerkungen wie: "Dann geb ich Dir mal meinen Hund XY, dann wirste schon sehen." sind unangebracht und empfinde ich auch den Hunden gegenüber als unfair, weil jeder Hund ein Training und die Erziehung verdient hat die für ihn so angenehm wie möglich sind und mit dem geringstmöglichen Druck auskommen... Ich sehe auch oft Menschen die im Umgang mit ihrem Tier über die Stränge schlagen und wo der Druck eben nicht mehr angemessen ist oder heftige Maßreglungen zum alltäglichen Training gehören. Da man sowas aber durch eine kurze Beobachtung nicht wirklich einschätzen kann, enthalte ich mich da. Ich möchte da Niemanden (vor)verurteilen, wenn ich nicht weiß was hinter den Kulissen passiert...

  • Aha. Zusammengefasst kann man also sagen, dass selbst der "positivste positive Verstärker" mal in Situationen gerät, wo er das mit dem Verstärken lässt und den Hund einfach nur weiter zieht oder auch mal schimpft oder oder?

    Ne, wenn mein Hund an der Leine auf die Straße rennen will, dann clickere ich ihn natürlich. Wenn er nicht hört hol ich mir halt n neuen :ka:
    An der Leine weiterziehen kommt aber nicht in Frage. Der Vorteil: Schimpfen brauch ich ihn danach auch nicht mehr!

    Ernsthaft: Es wurde schon so oft gesagt, dass es im Alltag nicht immer positiv geht weil immer mal was unvorhergesehenes passieren kann. Es geht darum, dass man aber dann diese Situationen positiv trainiert.

    Aber Schimpfen muss man trotzdem nicht. ;)

  • Ach, ist das wirklich der gesellschaftskonforme Weg?Als gesellschaftskonform sehe ich es eher , wenn man blockt, an der Leine ruckt oder sonst wie Anstalten macht das unerwünschte Verhalten des Hundes zu unterbrechen und zwar sehr wohl mit Strafe. Den "Rudelsführer" raushängen lässt.

    Reinclickern , managen in dem man den Hund einfach mit einem Leckerchen aus der Situation führt würde eher belächelt oder als Schwäche ausgelegt.
    Als "stumpf" würde ich das hetzt auch nicht bezeichnen. Ganz im Gegenteil.
    Denn es soll Hundehalter geben, denen es egal ist ob sie mit ihrem Hund in diesem Moment für Außenstehende ein erwünschtes Bild abgeben , die lieber auf lange Sicht etwas in ihrem Hund verändern wollen und am Verhalten.
    Vielleicht einfach aus ethischen und moralischen Gründen auf ein bestimmtes Training zurückgreifen.
    Und ihr Ego zurückstellen , denn sie wüssten sehr wohl wie sie mit anderen , aversiven Mitteln recht schnell am Ziel wären .. was zumindest die Außenwirkung beträfe. ;)

    Und auch hier muss ich widersprechen. Es gibt ganz sicher Wege, die netter, geduldiger und liebevoller sind.

    Und es gibt ganz sicher auch Wege die leichter und bequemer sind und schneller zum Ziel führen und oft auf positiver strafe basieren.

    Man muss mit dem arbeiten, was der Hund anbietet.
    Und ich finde dieses "mit Leckerchen aus der Situation führen", wäre vielleicht eine Notoption, aber für mich persönlich kein Weg eine Alltagssituation zu managen.
    Nicht jeder Hund findet Kekse toll, nicht alle Hunde gehen auf Spielzeuge ab.
    Meine Hündin findet Kekse und Bälle so toll, dass sie diese verteidigt.
    Sie war als junger Hund extrem futterneidisch. Vielleicht hätten das einige so hingenommen, sie dem "Stress" nicht ausgesetzt auch in der Nähe anderer Hunde mal nicht gleich wild drauf zu hauen und Situationen in denen es dazu kommen könnte komplett gemieden. Meine Strategie ist das nicht.
    Damals in meiner WG gab es einen Irish Wolfhund der gezogen hat wie bescheuert.
    Der hat sich halb selbst stranguliert, der Besitzer ist mit Lederhandschuhen mit ihm raus. Winzig kleine Runden, den mehr hat einfach kein Spaß gemacht.

    Ich hab mir also auch eine Mauer, Hecken zur Hilfe genommen und konsequent mein Körper vor ihn geschoben, wenn er an mir vorbei wollte. Er ist nie zimperlich mit einem umgegangen, ist gerne auch davor schon immer in einen rein gelaufen. Durch dieses "blockieren" hat er das erste mal irgendwie realisiert, dass am anderen Ende der Leine ein Mensch hängt, der etwas von ihm möchte. Natürlich rattert dann das Hirn was genau das ist und verstanden hat er es auch relativ schnell. Schlussendlich sind wir mit ihm Bahn gefahren, in Wäldern unterwegs und er konnte endlich mehr Freiheiten genießen.

    Manchmal liest man das dieser Weg ja schnell funktionieren mag, aber auch sehr bequem ist, weil man es stufenweise aufbauen hätte können über beispielsweise Kekse.
    Nunja, aber weshalb nicht den Weg nutzen der einfach und scheinbar auch verständlich ist denke ich mir dann.

  • Oke und wie willst du dann noch mit den Hund raus wen er vor "komischen" Menschen, Kindern und andern Hunden Angst Agro reagiert.Gut dann könnte ich einmal nachts mit den Hund raus und dann Indoor Klo oder was ?

    Hab ich doch geschrieben.

    Über negative Verstärkung.
    Dann kannst du noch Z&B nehmen, oder Ablenkung oder Alternativverhalten aufbauen, Verhaltenskette durchbrechen, Alternative anbieten.

    Es gibt mehr als genug Alternativen.

    Und ja, ich bin mit meinem Rüden damals mehr nachts draussen gewesen, als Tagsüber. Ich habe mir die Zeiten so gelegt, so dass ich so wenig Menschen und Hunde wie möglich begegnet bin.
    Und ja, das funktioniert auch mitten in der Stadt.

  • Ich finde es schon witzig wie sich viele ein Urteil bilden können.
    Ich bin in meiner Erziehung schon ziemlich direkt.
    Ich sehe oft Leute die eine halbe Ewigkeit versuchen ihrem Hund etwas zu erklären, ich gebe es ihr einmal eine Sekunde lang zu verstehen und dann ist gut.
    Ein Beispiel letztens an der Post hat ein Mann meine Hündin gelockt,
    da ich es erstens unverschämt finde, weil er den Hund ja gar nicht kennt und ich auch zweitens nicht so gern von 23 Kilo durch die Gegend gezogen werden will hab ich sie kurz angetippt sie mit der Hand zu mir "eingeladen" und dann sind wir weiter gegangen.

    Dieser Mann fand es schon Tierquälerei das der Hund nicht zu anderen Menschen darf und hat das vor der Post auch lautstark verkündet.

    Seither nerven mich Leute einfach nur die sich überall einmischen müssen obwohl sie nur eine Sekunde Ausschnitt sehen.

    Natürlich ist das lange Blocken vielleicht nicht so schön anzusehen, aber vielleicht würde der Hund sie sonst gnadenlos durch die Gegend ziehen, wäre das vielleicht besser?

  • Wo wir wieder beim Nachfragen wären.

    Man kann sich jetzt hier gewissermaßen kaputt spekulieren, warum das von Liv beobachtete so abgelaufen ist, wie es ablief. Wir wissen es einfach nicht.

    Es kann jemand sein, der an dem Tag einfach einen schlechten Tag hatte.
    Es kann sich um eine völlig überforderte (Erst?)Hundehalterin handeln.
    Es kann sich um jemanden handeln, der es von den Unmengen an Hundetrainern/Hundeschulen so beigebracht bekommen hat.
    Es kann sich um jemanden handeln, der sich um die Gefühle des Hundes dabei einen Dreck schert.
    Es kann sich um jemanden handeln, der just vorher ein unschönes Erlebnis mit dem Hund hatte...

    Es ist echt müßig darüber zu spekulieren, weil wir den wahren Grund eh nicht wissen.

    Fest steht doch, dass irgendwann jeder Mal seinen Hund blocken musste. Gerade um gefährliche Situationen zu verhindern.

  • Ohje, wenn ich mir das so durchlese, dann frage ich mich oft, ob ich eigentlich genug Gehorsam von meinem Hund verlange.

    Bei uns ist es so, dass mein Hund bei Spaziergängen eigentlich fast immer immer vor mir läuft, sowohl an der kL als auch an der Schleppi. Ohne Leine geht aktuell nur bedingt, wegen seines Jagdtriebes. Wir trainieren den Rückruf aktuell, aber Fuß läuft er noch nicht. Das soll er irgendwann, aber alles nacheinander. Blocken kannte ich so gar nicht muss ich zugeben. Wenn ich wirklich mal wollte, dass mein Hund neben (nicht hinter) mir läuft, wurde ihm Fuß gelehrt, auch wenn es laaaange dauern kann oder eben per Handzeichen für eine kurze Strecke angezeigt, dass er jetzt neben mir laufen soll. Das lapiert sogar Ches schon nach zwei Wochen.

    Training für Leinenführigkeit kann ja vollkommen unterschiedlich ausssehen. Vielleicht hat die Dame da einen Leinenrambo und soll bei jedem Spaziergang solche Blockeinheiten einbauen, um den Hund bewusst zu machen, wer an der Leine führt. Vielleicht ist sie auch kein Leckerchenfreund.
    Ich muss zugeben, dass ich auch nicht wirklich zu 100% von leckerchen überzeugt bin. Zum einen, weil unser Dicker Übergewicht hat, wegen falscher Ernährung im Vorfeld, zum anderen, weil es auch einfach Situationen gibt, in denen mein Hund sich nicht die Bohne für Leckerchen interessiert oder sonst irgend etwas fressbares. (Jagdtrieb)
    Da setze ich auch "härtere" Methoden ein.

    Wenn er mich zum Beispiel an der Schleppi komplett ignoriert, dank Häschen im Busch, dann gehe ich zu ihm hin, leine ihn sehr kurz an, wortlos, und nehme ihn mit. Er zieht dann natürlich wie wild, will zum Hasen und versteht null, dass ich ihn nun an der kurzen Leine mitnehme. Es geht dann auch direkt nach Hause (wirklich nur, wenn er absoluten Ungehorsam zeigt).

    Da wurde ich auch schon angesprochen, weil er sich so gegen das Laufen an der kurzen Leine wehrt (die ersten 20 meter, dann schaltet sein Jagdtrieb aus, guckt mich an läuft wieder wie ne 1 mit mir mit *augenroll) :-)
    Ich sähe so hart aus, wenn ich ihn so kurz halte. Ich sollte doch besser mit dem und reden, damit er sich wieder auf mich besinnt. Aber sie kennen meinen Hund nicht, ich könnte ihm die Bibel vorbeten, wenn der im Jagdtrieb ist, dann bin ich Luft. (Noch)

    Also bitte sich nicht immer sofort ein Urteil bilden, nur weil nciht jeder einen Leckerliehund hat und Erziehung und Training vielleicht auch etwas härter wirken. Solange Leib und Leben auf keienr Seite bedroht ist, finde ich ZUrückhaltung angesagt oder eben ein freundliches Nachfragen.

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