Hinten laufen, was ich gestern sah.

  • Hi,
    ich sah gestern etwas, was mich "erschüttert" hat. Nein keine Misshandlung aber es hat mich tief traurig gemacht und ich war entsetzt.

    Situation:

    Eine junge Frau geht mit ihrem Rüden an der Strasse lang und "drangsaliert" den.
    Und zwar "blockt" sie ihn, gibt ihm dann ein HANDZEICHEN, das ganze ist eine Übung zum "Hinter mir gehen".

    Der Rüde ist deutlich verunsichert, aber eher in Richtung: Ich mach dich gleich Krankenhaus, also in Richtung: gleich wehr ich mich.

    Sie geht an einer Mauer entlang und ist ruppig (also blockt, wie hier manchmal Videos eingestellt wurden vom RUDELFÜHRER Seminar)

    Ich sah schon viel Leinengerucke in Hundeschulen und auch Ungerechtigkeiten auf der Strasse, und dass was ich da gestern sah, hat mich betroffen gemacht.

    Der Hund den gestern sah, hätte ich gerne genommen oder der Frau zugerufen: LASS DASS (als typisches Abbruchsignal/allerdings dann ohne positiven Aufbau vorher)

    Die Situation fiehl auch anderen auf, jeder einzelne war irritiert, das sah man. Es war so, wie wenn man einer Misshandlung zuschaut. Ich kann es nicht anders beschreiben. Es war irritierend. Sie hat den Hund MISS-behandelt, aber eher psychisch.

    Warum konnte ich nichts sagen?
    Tja.....ich sass im Auto und im Stau......und sie war dann irgendwann weg....ich hatte echt überlegt, über die 4 spurige Fahrbahn rüberzubrüllen, aber es hätte nichts gebracht. Mist.
    Und dann am Ende der Mauer: Der Rüde hebt das Bein, hoch, höher, noch höher :respekt: und Frauchen steht plötzlich vollkommen releaxt da uns lässt den Rüden mit HOCH erhobener Rute die Mauer markieren (ja der muss halt mal) und der schafft es, über seinem Rückenniveau die Wand zu bepinkeltn, hätte nur im Handstand höher sein können.

    Ich fand, der Hund hätte wirklich nicht besser seine Position beschreiben können.

    Leider sind Hunde ja nicht berechnend. Aber der Frau hätte ICH ans BEIN gepinkelt.

    Solch eine Disharmonie habe ich selten gesehen, zwischen Hund und Mensch.

    SCHADE!

    Ich befürchte Blocken ist das neue LEINENRUCKEN.

    Naja, wird wenigstens der Halswirbel nicht geschädigt. Aber psychisch finde ich echt (und das ich das mal sage, erstaunt mich jetzt selbst) Psychisch ist das ein Misshandlung, wohingegen Leinenrucken nur "gemein" ist aber wenigstens nur kurz und nicht solch ein Drangsalieren.

    "FRÜHER" hätte der Rüde halt als DOMINANT gegolten und Frauchen wär stolz drauf gewesen, heute (Interpretation) muss ja jeder noch so unfähige Mensch ÜBER seinem Tier stehen, welchese gefälligst sich unterzuordnen hat und dies mit demütigem Hinterherlaufen jedem klar signalisiert.

    Ich wär gerne mit meinen drei "VORLÄUFERN" an ihr vorbeigegangen und hätte noch lieber den Hund kennengelernt, das war nämlich eine Persönlichkeit ,mit Ausstrahlung, wohingegen "Frauchen" sich zum "Affen" machte...Tja wir Menschen halt....

  • Auch das Blocken sollte nicht ständig passieren, sonst läuft da irgendwas verkehrt. Ganz nachvollziehen kann ich dein Entsetzen nicht und auch nicht, dass Leinenrucken "besser" sein soll.
    Ich blocke Leo auch, wenn er meint an der Leine nach vorne ziehen zu müssen, einfach weil ich nicht die Leine als Hilfsmittel einsetzen möchte.
    Brav an der Leine gehen kennt er und haben wir geübt, aber trotzdem wird getestet und darauf folgt dann eben eine unangenehme Konsequenz.

  • Hallo,

    ehrlich gesagt, kann ich deiner Beschreibung nicht wirklich entnehmen, was an dem Vorgehen der Dame so schlimm gewesen sein soll. Ich blocke Newton auch, wenn seine Aufgabe lautet, ordentlich zu laufen und er meint, er müsste testen. Soll ich deiner Meinung nach lieber an der Leine rucken? Oder 3kg Leckerli mitnehmen, um ihn alle 10 Sekunden bestätigen zu können? Gut, das sind jetzt Extreme, aber wenn ich diese Dame gewesen wäre, wäre es mir schon arg recht, wenn man sich als Außenstehender nicht in meine Erziehungsmethoden einmischt...
    Ich bin jetzt auch nicht die Tootsie-Tootsie-Hundehalterin, die ihren Hund wie ein rohes Ei behandelt. Zudem habe ich privat und im Beruf oft schon die Erfahrung machen müssen, dass Tootsie-Tootsie in 90% der Fälle nichts bringt. Klar, ich probiere es erstmal damit, aber wenn es nicht den gewünschten Erfolg bringt, werde ich deutlicher.
    Außerdem kommt es immer drauf an, was man für einen Hund hat. Mit der eh schon schüchternen und unterwürfigen Hündin meiner Eltern gehe ich ganz anders um als mit meinem Koloss, der es teils faustdick hinter den Ohren hat und es gnadenlos ausnutzt, wenn jemand keine klaren Ansagen macht...
    Und ehrlich gesagt bin ich der Meinung, dass ich mich nicht von Fremden belehren lassen muss. Also vmtl besser, dass du nichts sagen konntest.
    Ich sage übrigens grundsätzlich nie etwas, wenn keine Gefahr in Verzug ist. Man kennt die Leute nicht, man kennt die Situation nicht, mit welchem Recht mischt man sich ein? Ich finde Zivilcourage ist schon wichtig, aber meines Erachtens sollte man da schon abwägen und nicht pauschal einfach mal zwischen hauen. Meine Meinung.

    Grüße,
    Rafaela

  • Meine Hündin kennt das "Hinter gehen".
    Das haben wir genau so geübt wie ordentlich an der Leine zu laufen, aber es gibt Situationen da möchte ich meinen Hund hinter mir haben.
    Natürlich ist das Blocken, aber es bringt Ruhe rein und mein Hund ist dabei entspannt. An dem Kommando und dem Achten auf mein Handzeichen üben wir noch. Das klappt noch nicht ganz so gut wie das Fuß.
    Gewalt habe ich nie angewendet, sondern ihr einfach den Weg nach vorne versperrt und dann gelobt.
    Ich finde das Blocken ist ruhige eine Art der Kommunikation und das kann Hund ganz ohne Zwang lernen. Wir üben das unterwegs, ohne Leine, im Wald wenn es unübersichtlich wird, oder wir irgendwo enge Wege oder Treppen gehen. Da will ich einfach nicht das mein Hund vorprescht.
    Wenn das später in der Stadt mit viel Ablenkung auch klappt bin ich zufrieden, denn da wird es oft mal eng. Auch sind bei uns die Gehwege teilweise so schmal das entweder Hund oder ich auf der Straße gehen müssen.

    Würde ich sehen das jemand das so angeht wie beschrieben, hätte ich wohl auch den Drang da ein zu greifen. Das gilt aber ebenso für den Leinenruck oder das Gewerfe mit Gegenständen

    LG Terrortöle

  • Ich gehe mal davon aus, dass ihr diese Methode irgendwo gezeigt wurde. Hundeschule oder whatever. Vorausgegangen ist wohl irgendein Problem. Die gerne genutzte Dominanz, "der verarscht dich", grundsätzliches Zerren... Wer weiß.

    Mein Hund kennt zwei Arten vom gehen. Lange Leine und kurze, wenn es voll ist.
    Ob hinter, vor oder neben mir ist mir Wurscht, Hauptsache er zieht nicht :ka:

  • Ich muss gestehen, dass ich gerade nicht ganz begreife wo das Problem ist, ich plädiere bei solchen Situationen immer darauf, nicht zuviel in gesehenes hinein zu interpretieren, wenn man die Hintergründe nicht kennt, wer weiß was vorher vorgefallen ist oder wieso die HH so reagiert, vielleicht geht sie ne Sache falsch an, vielleicht macht sie es aber auch richtig, nur als aussenstehender fehlen da natürlich die zusammenhänge, daher denke ich bei sowas immer, dass man darüber gar nicht Urteilen kann.

  • Auf der Treppe zB blocke ich gerne, wenn der Jungspund gern runter stürmen möchte.
    Aber ich weiß, was du meinst. Es gibt manchmal so Gespanne, die absolut unharmonisch wirken, auch wenn keine echte Gewalteinwirkung geschieht.

  • Mal abgesehen von der Situation, die du beschreibst und die ich ja nicht gesehen habe und nicht beurteilen, finde ich "blocken" oder Weg abschneiden nicht schlimm. Immerhin ist es für den Hund durchaus verständlich. Ich mache das auch, wenns mal nötig ist. Ich finde es sehr wichtig, den Hund räumlich beschränken zu können, wenn es sein muss. Ohne an der Leine zu zerren.

    Ich finde es ziemlich arrogant, aufgrund einer kurzen Beobachtung derart zu urteilen.

    Ist ja schön, wenn andere Leute "einfach entspannt spazieren gehen" können. Gerade hier im Forum sieht man doch ständig, wie viel Mühe sich manche Leute mit ihren problematischen, anspruchsvollen, verkorksten oder was auch immer Hunden geben, um das zu erreichen, teils jahrelang... und mitunter vergeblich. Trotzdem geben sie nicht auf. Sind wohl mal frustriert, es sieht mal unharmonisch aus, es ist anstrengend, man ist auch mal überfordert, genervt, frustriert...
    und dann hockt jemand 20 Meter weit weg im Auto, sieht das für 30 Sekunden und geht dann erst mal ne Runde selbstherrlich ablästern.

    Aber auf Kosten anderer kann man sich eben so herrlich besser fühlen, ganz toll!

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