Hinten laufen, was ich gestern sah.

  • So wie es Liv geht, geht es mir auch manchmal. Ich beobachte etwas und das, was ich sehe, macht mich in dem Moment betroffen. Ich muss mir auch manchmal auf die Zunge beissen, da bin ich ehrlich.

    Aber ein Kopfschütteln kann ich mir meist nicht verkneifen.

  • ein hund empfindet nicht weniger stress und frustration wenn man das daraus resultierende verhalten sanktioniert. es sind körperliche vorgänge (hormone etc.) welche sich bei der wahrnehmung eines reizes einstellen. wenn ein hund aggressives verhalten zeigt, er bellt zum beispiel etwas an was ihn ängstigt, und ich das bellen sanktioniere, dann wird er eventuell mit dem bellen aufhören, aber nicht aufhören angst zu empfinden.

    es ist leider so dass weder mensch noch hund im eigentlichen sinne kein verhalten zeigen kann welches frei und bewusst ausgewählt wird, es sind hormonelle und psychologische vorgänge welche bestimmen wie wir und der hund auf gewisse reize und umstände reagieren.

  • Mal ganz abgesehen von der Situation im Eingangspost, was glaubt ihr denn?
    Nur weil ein Hund ohne Blocken/Fingergepiekse/.. erzogen wird, macht der ganzen Tag was er will u ich renn hinterher u säusel 'och bitte, bitte, iss nicht meine Schuhe, schau, ich geb dir auch ein Kexi dafür' ??
    Da auf ein 'man kann solche Dinge auch positiv aufbauen' immer wieder mit 'manche Hunde brauchen eben mehr Führung'/'ohne Regeln u Konsequenzen geht es halt nicht'/usw geantwortet wird, nehme ich ganz stark an, dass das wirklich die Vorstellung davon ist..


    (Aber zumindest kann ich uneingeschränkt zustimmen, dass diese Art der Erziehung wahrscheinlich nicht bei besonders vielen Hunden erfolgreich wäre )

  • Im krassen Gegensatz zu der anfangs beschriebenen Situation, kenne ich auch andere wo der Hund sichtlich angespannt vor den Leuten herumirrt, man sieht mich und meinen Hund kommen und versucht seinen Hund irgendwie zu einem "Sitz" zu motivieren, dabei dreht dieser innerlich schon durch während man ihm noch "ist doch alles in Ordnung" zusäuselt und mit dem Keks vor der Schnauze herumfuchtelt, bis er schlussendlich doch wie zu erwarten austickt. Das finde ich ebenso unpassend und kann mich mindestens genauso darüber aufregen, als über einen Hund der einen beispielsweise heftigen Leinenruck erfährt.

    Meine Hündin hat gelernt hinter mir zu gehen wenn ich es für nötig halte und kann heute auch gut vor mir laufen ohne auf so einen Hund zu reagieren. Verfällt sie wieder zu Schnappatmung wenn sie so einem Hund begegnet, "splitte" ich, und sie geht neben mir ohne zu reagieren.
    So kann ich sie grade im Freilauf wunderbar lenken, die Wahrscheinlichkeit, dass sie bei clickern+Kecks rein noch zusätzlich ihre Kekse verteidigt hätte und nach vorne geschossen wäre, wenn uns ein Hund zu nahe kommen würde, wäre sehr hoch gewesen.

  • Mag sein, aber scheinbar muss man sich ja auch immer dafür rechtfertigen wenn man einen anderen Weg einschlägt (der sogar funktioniert). So ist zumindest mein Gefühl, wenn ich einige Beiträge lese.
    Was bei dem einen eine tolle Sache ist, muss bei dem anderen noch lange nicht genau so gut funktionieren. Dabei kommt eben auf Hund aber auch Halter an.
    Ich bin ganz sicher niemand der meint mein Weg wäre der einzige und beste.
    Und trotzdem ist es für mich und meine Hündin ein guter der eben funktioniert.

  • es ist etwas anderes ob der hund in entspannter verfassung nicht gehorcht als wenn sein stresslevel auf rot steht. bei zu grosser erregung arbeitet andere regionen im hirn, da kann kein operant konditioniertes verhalten abgerufen werden.

  • Im Grunde muss man sich für alles Rechtfertigen, was nicht in das idealbild eines anderen passt, dass trifft auf viele Dinge zu, ebenso auch auf Hundeerziehung. Schlußendlich kann man aber sagen, dass man über eine Momentaufnahme nichts über ein Hund-Halter Team sagen kann, so wie der Hund keine Maschine ist, die immer perfekt läuft, sind auch wir nicht immer perfekt und reagieren in einem Moment vielleicht falsch oder überzogen, weil viele Faktoren da plötzlich mit reinspielen.
    Ich hatte auch mal so eine Situation, wo ich auf gebell von meinem kleinen zu extrem reagiert habe, mit reingespielt hat da eine 2 Wochen anhaltende Schmerzhafte Blasenentzündung mit einhergehender Schlaflosigkeit und dazukommende Gelenkschmerzen das mir jeder Schritt weh tat, Sam bellt und ich hab ihn dann verbal ordentlich zur Schnecke gemacht, er hörte auf zu bellen war aber sichtlich verunsichert was das den nun sollte. Jeder der das gesehen hat, weiß nicht das ich in 99,9 % der Fälle ganz anders auf eine solche Situation reagiere (auch Erfolgreich!) und das mir in diesem Moment einfach nur die Nerven durchgegangen sind. Sollte nicht passieren, aber es ist passiert, der kleine hat keinen Schaden davon getragen, ich hatte ne Weile ein schlechtes Gewissen, dafür hat er zuhause dann ein extra Kauknochen und Kuscheleinheiten bekommen und die leute, die es mitbekommen haben, werden vermutlich auch denken, was für eine furchtbare HH ich bin, einfach nur durch eine solche Momentaufnahme, mehr kennen sie ja nicht.

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