Futteraggression, Futterneid, Leinenaggression, Respektlosigkeit.

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    Da ich mal wieder nicht schlafen kann und gerade das Forum durchforstet habe, habe ich mich nun endschlossen mein Leid zu klagen :D
    Der Text wird lang, danke schonmal fürs "zuhören".


    Trico ist ein 2 Jahre alter kleiner Münsterländer x Cocker Spaniel und seit 1,5 Jahren bei mir. Er war vorher einige Monate auf einer PS und ursprünglich kommt er aus einer Familie die ihn abgegeben hat, weil er mit ca 4 Monaten 'zu groß' wurde. Höchstwahrscheinlich kommt er aus einem Ups-Wurf oder Vermehrern, die Info hatte die Orga leider nicht. Als ich damals Tricos Beschreibung im Internet laß dachte ich, dass ist genau das wonach ich suche. Gerade 6 Monate alt, stubenrein, fährt gerne Auto, aufgeweckt, verträglich, kann ein bisschen alleine bleiben. Dinge wie "er liebt Vögel aber das ist spielerisch, kein jagen" oder "er hat Käse vom Tisch geklaut" wurden von meiner rosaroten Brille überlesen bzw. weit weit weit nach hinten in meinen Kopf geschoben. Als er nun einzog war anfangs alles super. Bei dem ersten Kennenlernen zog er wie ein Ochse aber als er bei mir war, war er absolut leinenführig, ich dachte das bleibt auch so. äm nein. Viele haben mir anfangs gesagt: Der Hund hat seine Eingewöhnungsphase und DANN lernst du ihn richtig kennen. Auch das hab ich belächelt. Wie gesagt - die ersten Wochen ein Traumhund und dann kam das Testosteron. Ich habe mich übrigens zu anfang ganz klar gegen eine Hundeschule entschieden (Ganz großer Fehler), da ich der Meinung war, ich hab ja schon Lilly (die Hündin meiner Mutter bzw. unsere Familienhündin) gut hinbekommen, so schwer kanns nicht sein.
    Jedenfalls kamen nach und nach schleichend die Probleme. Konkret fing es mit der Leinenführigkeit an. Die war plötzlich weg, normales spazierengehen unmöglich, absoluter stress für mich und für den Hund. Ich hatte teilweise gar keine lust mehr raus zu gehen, war ständig wütend auf ihn und hab meinen Frust auch an ihm ausgelassen. Also natürlich nicht körperlich aber mein Umgang wurde liebloser, alles was er machte, machte er falsch und nach und nach dachte ich... hm... vielleicht bist du dem ganzen doch nicht gewachsen. Dann kamen zahlreiche "Profitipps" von selbsternannten Hundetrainern oder besser: Hundeverstehern dazu und alles war verwirrend.Nachdem die Leinenführigkeit also hinfällig war kam so langsam unser heutiges Hauptproblem:
    Futterneid, Futteraggression und absolute Respektlosigkeit, dass ich teilweise dachte, wie kann es sein, dass dich ein Dreikäsehoch mit gerade mal 15 Kg derart asozial behandelt und du einfach nichts machst?!Üblich war es, wenn es dem Herrn nicht schnell genug ging oder was auch immer, dass ich angesprungen wurde und zwar richtig heftig. Beim Spazierengehen führt er mich und nicht ich ihn. Ganz schlimm wurde es dann, als ich letzten Sommer angefangen hab andere Hunde zu betreuen. Da kam die Futteraggression. Er ist unfassbar verfressen, alles was nur irgendwie möglich ist wird inhaliert und es ist völlig egal was ich zum Tausch anbiete, dass was er hat ist für ihn besser. Wenn "Fütterung" war musste er in einen anderen Raum gesperrt werden damit der Betreuungshund in ruhe essen konnte. Trico hat sein Futter dann danach bekommen und inhaliert, denn es könnte ja sein, dass ich bzw. der andere Hund ihm das wegnehmen. Alles was er hat, gibt er nicht mehr her, ich werde sofort angeknurrt, er droht und versteifft. Ich bin für ihn eine Gefahr, er für mich allerdings auch.Höhepunkt war dann das letzte Sommergrillen im September. Wir waren bei meinen Eltern und ich war nur kurz oben im Bad und hörte meine Mutter brüllen. Ich bin runter gerannt und sie meinte, er hat ne Maiskolbe im Maul samt den Metallspießen die man an der Seite reinsteckt. Trico hatte sich unter die Gartenbank verzogen und knurrte als gäbs kein morgen. Kam ich ihm zu nah, wurde es immer heftiger, er war steif wie sonst was. Dann hab ich ihn aber im Nacken gepackt und ins Wohnzimmer geschliffen und dann war die eine Sekunde wo er sich irgendwie bewegen konnte und hat um sich geschnappt und mir dabei in den Arm gebissen. Daraufhin hab ich ihn ins Gästewc gesperrt und war erstmal fertig. Heute weiß ich, ich hätte mich nicht bedrohlich über ihn beugen sollen, ich hätte ihn nicht anbrüllen sollen aber in dem Moment war in meinem Kopf einfach nur Leere. 1000€ und eine Magen-op später war also klar: ich muss jetzt was tun. Ich war bei 4 Trainern und es hat sich nur unwesentlich was gebessert. Wir haben das aktive Tauschgeschäft eingeführt. Bei Nicht direkt essbaren Sachen (z.B. leere Leckerlitüte, Brötchentüte, etc) komm ich mit Käse, Salami, Putenbrust oder ähnlichem gut zurecht, er knurrt manchmal kurz aber wenn ich ihm die Salami um die Leftzen reibe gibt er schnell auf und lässt fallen. Ich bin ruhiger geworden, ich brülle ihn niemals mehr an wenn er was geklaut hat, ich bin total ruhig und lieb, hocke mich hin um nicht drohend über ihm zu stehen und sage immer: alles ist gut, du kannst das hergeben, ich hab was besseres. Nicht das er mich verstehen würde aber es hilft mir^^. Wir haben angefangen aus der Hand zu füttern, ging auch 2 oder 3 Wochen gut, danach kam die Zeit wo ich keine Zeit mehr hatte, mir teilweise die nerven fehlten o.ä. und ich ihm das Futter wieder so hingestellt habe. Er frisst langsam, selbst wenn andere Hunde dabei sind schlingt er nicht mehr. Wir haben viel mit dem Futterdummy gemacht, er muss sein Futter also erarbeiten. Das alles ist schön und gut aber ich bin noch nicht an dem Punkt wo ich sage: ja, wir ham's!


    Er klaut trotzdem immer noch alles, er nutzt jede Gelegenheit um an Essen zu kommen. Eine Trainerin meinte: Dann vermeide doch einfach das irgendwo essen steht. Gerne aber ich wusste nicht, dass mein Hund auf seine Box springt, dann auf den Schreibtisch klettert um anschließend die Weihnachtsplätzchen vom Regal zu holen, welches ungefährt in 1,80m Höhe hängt. Man kann es nicht immer vermeiden.
    Grade heute auf dem Spaziergang lag plötzlich ein Toast mitten auf dem Gehweg was ich einfach viel zu spät gesehen habe. Da hab ich die Salami rund um mich geschmissen aber das Toast war lange die Speiseröhre runter. Diese permanente Fressgeilheit macht mich wahnsinnig. Wenn ich Futter raushole winselt er, als ob er seit Wooooooooochen nichts mehr gefressen hätte. Natürlich kiegt er erst was wenn ruhe im Karton ist aber wirklich helfen tuts nicht. Ich kann ihm ein Stück frische Pute vor die Nase halten und Nein sagen, er rührt es nicht an - alles kein Problem. An mangelnder Impulskontrolle scheints mir irgendwie nicht zu liegen aber irgendwas muss es da geben. Mir wurde ebenfalls von einer Trainerin gesagt "Cocker sind halt verfressen". ja und? Heißt das jetzt, jeder Cocker ist so drauf? Bestimmt nicht. Das zum Thema Futteraggression und Neid. Welches mMn einhergeht mit Respektlosigkeit, denn hätte er respekt vor mir, würde er mich ja nicht als Bedrohung ansehen oder?
    Weiter geht es mit seiner Leinenaggression. Er geht an der Leine durch die Weltgeschichte als sei er der größe Macho-Prollo schlechthin, ohne Leine kein Problem, kriegt er brügel von nem anderen Hund unterwirft er sich sofort und geht der Situation schnellstmöglich aus dem Weg aber an der Leine? Keine Sorge Frauchen, ich klär das für dich. Ja super... Ich bin aktuell bei einer Trainerin im Einzeltraining und bei einer anderen 2x die Woche im Gruppentraining und ja, es hat sich vieles gebessert aber irgendwie warte ich noch auf den Sensationstipp und DIE Wendung.Seit mehreren Wochen gibt es Bettverbot und nachts schläft er in der Box. Eine Maßnahme um ihm den Gottkomplex zu nehmen. Ja, man darf drüber streiten ob Hunde die im Bett schlafen die Weltherrschaft ansich reißen wollen, wollen sie sicher nicht aber ich denke so einem Hund wie Trico muss man da die Grenze setzen. Es muss einen Ort geben oder irgendetwas was exklusiv nur für mich ist. Nicht weil ich denke, ich bin Rudelführer o.ä. von den Theorien halte ich schon länger nix mehr aber ich möchte ihm irgendwie zu verstehen geben das er nicht alles darf und das ich bestimme wer, wann, was macht oder haben darf. Ich glaube ich erwarte schon viel von ihm und das ohne wirklich was tun - klar kann das so nix werden aber nach 1,5 Jahren oder sagen wir mal nach einem Jahr voller Probleme bin ich langsam auch fertig und weiß nicht mehr weiter. Ich sehe ihn nicht als hoffnungslosen Fall, vieles liegt sicherlich auch an mir aber mir muss jemand ganz klar sagen WO meine Fehler liegen weil ich sehe sie nicht. Es ist sicher nicht alles richtig was ich mache und auch viele Tipps von Trainern sind für die Katz oder sollten nicht sooo ernst genommen werden. Die Einzelstunden-Trainerin sagt z.B. alles durch positives Verstärken und keine Gewalt aber manchmal denke ich, muss Trico irgendwo körperlich in die Schranken gewiesen werden. Manchmal will ich auch respektlos ihm gegenüber sein um zu zeigen: eh du Arschloch so nicht. Klar ist das vielleicht nicht richtig aber er ist ja kein Baby was man in Watte packen muss. Ich muss mir immer wieder vor Augen führen das ER genauso respektlos ist, das er mich behandelt als wäre ich ein Niemand und das ist auch nicht nett, da hilft es mir nicht ihn mit Watte zu bewerfen und zu säuseln: aber so bitte bitte bitte nicht mein Herzchen. Das versteht mein Hund nicht.wow. was ein Roman, sorry! Ich musste mich ausheulen und gleichzeitig hoffe ich, dass man in dem wirrwarr irgendwie meine Probleme rauslesen kann und mir helfen kann^^. Vielleicht nochmal stichpunktartig? :D- Leinenaggressiv gegenüber Rüden- Pöbelt mich an- Verteigt sein Futter durch knurren, drohen, beißenjoa, dass ist es so grob :P Übrigens ist Trico nicht kastriert aber hat seit 2,5 Monaten den Chip drin, dass ist vielleicht noch wissenswert. Und nun brauch ich jemanden, der mir übern Kopf streichelt und sagt, dass alles gut wird.

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  • Hier Teil 2 des Textes weil ich nicht mehr als 10.000 Zeichen schreiben durfte^^


    Es wird sicher nach unserem Tagesablauf gefragt...Wenn ich Uni habe gehe ich morgens gegen 7 oder 8 eine kurze Runde von 15 Minuten zum Lösen. Wenn ich dann das Haus verlasse stell ich sein Futter hin. Mittags dann ca eine Stunde mit Programm: Dummy, Suchspielchen oder wir treffen andere Hunde. Nach der Arbeit dann an manchen Tagen nur ne 15-Minuten Runde, manchmal 30-45 Minuten mit eher mäßigem Programm (je nach nach Lust und Wetter, im Sommer mehr, im Winter meist weniger). Dienstags und Donnerstags gehts nach der Arbeit jeweils eine Stunde zur Hundeschule und spät abends dann nur nochmal schnell 10 Minuten zum Lösen, da die Straßen und Bürgersteige hier dann endlich ruhig und leer sind auch nochmal mit Suchspielchen.
    Im Frühling und Sommer, wenn es nach der Arbeit noch hell ist fahren wir auch oft raus. Da gehts dann manchmal bis 2 Stunden. im März wollen wir Agy anfangen um seine Hibbeligkeit in was "sinnvolles" zu stecken. Ich würde gerne Fahrrad mit ihm fahren um ihn körperlich was auszulasten denn er will rennen aber gestaltet sich hier schwierig, ich hoffe nach dem Umzug aufs Land wird das mal umgesetzt. Ich würde auch gerne das Dummytraining etwas professioneller machen als jetzt. Nicht so "richtig" aber eben mehr als 3 mal den Dummy irgendwo verstecken und apportieren lassen. Ich weiß "ich will das machen, ich will das anfangen, ich will das" vieles ist in Planung aber wurde als diversen Gründen noch nicht umgesetzt. Ich will irgendwo erst seine richtigen Probleme in den Griff bekommen bevor wir was anderes anfangen.
    Mir fehlt oft die Motivation was tun weil es gibt so Tage, da können wir an 50 Hunden vorbei laufen ohne das er abdreht, selbst an Rüden. Da geht er perfekt an der Leine, ist zu 100% abrufbar, klaut nichts, etc. Ich bin dann immer so stolz und glücklich aber er hat das dann immer so schnell zerstört wenn einfach son scheisstag folgt. Heute war auch so einer. Ohne jeglichen Grund hin er die ganze Zeit in der Leine obwohl nichts war. Aufmerksamkeit = 0.


    So, nun aber! Gute Nacht und ich bin gespannt ob jemand helfen kann. =)

  • Aloha :)
    Ich kann gerade ebenfalls nicht schlafen und da dachte ich mir, ich schreib Dir mal, was mir zu den einzelnen Punkten einfällt, zu denen ich was sagen kann.


    Zur Leinenaggression kann ich nix sagen. Whiskey prollt zwar gelegentlich, aber das lässt sich super durch ein "Schau" auf mich umorientieren.


    Zitat

    Diese permanente Fressgeilheit macht mich wahnsinnig. Wenn ich Futter raushole winselt er, als ob er seit Wooooooooochen nichts mehr gefressen hätte. Natürlich kiegt er erst was wenn ruhe im Karton ist aber wirklich helfen tuts nicht. Ich kann ihm ein Stück frische Pute vor die Nase halten und Nein sagen, er rührt es nicht an - alles kein Problem.


    Das ist der Punkt, an dem ich Dir über den Kopf streicheln kann! Genau so gehts uns auch. Exakt genau so. Und was ich hier so lese vielen vielen anderen auch. Was man dagegen tun kan... :ka: Da warte ich auch noch auf die Erleuchtung.

    Zitat

    Ja, man darf drüber streiten ob Hunde die im Bett schlafen die Weltherrschaft ansich reißen wollen, wollen sie sicher nicht aber ich denke so einem Hund wie Trico muss man da die Grenze setzen.


    Nö, wollen sie sicher nicht! Aber irgendwo muss man mit den Grenzen anfangen. Für mich wäre es in dem Fall eher wichtig, dass der Hund das Bett auf Verlangen verlässt, nicht, dass er komplett draußen bleibt. Aber leichter gesagt als getan ^^ Ich denk schon, dass es einfacher ist, es komplett zu verbieten. Aber vll. kommt ihr irgendwann so weit, dass ihr das gut managen könnt. :streichel:

    Zitat

    Die Einzelstunden-Trainerin sagt z.B. alles durch positives Verstärken und keine Gewalt aber manchmal denke ich, muss Trico irgendwo körperlich in die Schranken gewiesen werden.
    da hilft es mir nicht ihn mit Watte zu bewerfen und zu säuseln: aber so bitte bitte bitte nicht mein Herzchen.


    Kenn ich... Whiskey ist einfach extrem unsensibel. Das hat sich in dem halben Jahr bei uns schon gebessert. Aber bei unserem Umzug haben wir ihn zu befreundeten Hundehaltern gegeben und die fragten uns, ob er taub sei, weil er auf gar nichts reagierte, was sie gemacht haben (rufen, pfeifen, ...). Nein! Der Hund ist definitiv nicht taub, aber es ist ihm so oft einfach egal, was man macht. Ich kann wirklich 200 Mal (na gut, beim zählen bin ich mal bis 105 gekommen) was erwünschtes clickern, der Hund macht trotzdem mit dem unerwünschten Verhalten weiter (in dem Fall war es einen Ball anzukläffen, der in 150m Entfernung "bespielt" wurde). Vor allem bei Verhalten, in das er sich reinsteigert. Da hilft bei uns nur noch: Wasserspritze. Dann ist er wieder da, dieser "Schock" holt ihn aus dem Kläffen, Hibbeln, Quietschen raus und wir können ein Alternativverhalten anbieten, welches er idR sehr gut annimmt.

    Zitat

    im März wollen wir Agy anfangen um seine Hibbeligkeit in was "sinnvolles" zu stecken


    Irgendwer schrieb hier letztens: Ja, super Idee! Einem sowieso schon hyperaktiven Hund noch weiter mit Agy aufpuschen...
    Da gings um einen Hund, der nicht Ruhe halten konnte. Wie ist das denn bei Dir? Kommt er zur Ruhe, wenn Du da bist?


    Zitat

    Mir fehlt oft die Motivation was tun weil es gibt so Tage, da können wir an 50 Hunden vorbei laufen ohne das er abdreht, selbst an Rüden. Da geht er perfekt an der Leine, ist zu 100% abrufbar, klaut nichts, etc. Ich bin dann immer so stolz und glücklich aber er hat das dann immer so schnell zerstört wenn einfach son scheisstag folgt. Heute war auch so einer. Ohne jeglichen Grund hin er die ganze Zeit in der Leine obwohl nichts war. Aufmerksamkeit = 0.


    Kenne ich ebenfalls! Ein Tag super, der nächste... Jaaa... Reden wir nicht drüber. Aber das schiebe ich doch "ganz gern" mal auf die Pubertät. Whiskey ist erst 16 Monate alt und eben mitten drin im Pubertätswahnsinn -.-'


    Das Ganze hilft Dir vll. nicht unbedingt weiter, aber ich wollte einfach nur zeigen: Du bist zumindest nicht in allen Punkten allein ;) Alles wird gut! :streichel:

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  • Das zum Thema Futteraggression und Neid. Welches mMn einhergeht mit Respektlosigkeit, denn hätte er respekt vor mir, würde er mich ja nicht als Bedrohung ansehen oder?
    Weiter geht es mit seiner Leinenaggression. Er geht an der Leine durch die Weltgeschichte als sei er der größe Macho-Prollo schlechthin, ohne Leine kein Problem, kriegt er brügel von nem anderen Hund unterwirft er sich sofort und geht der Situation schnellstmöglich aus dem Weg aber an der Leine? Keine Sorge Frauchen, ich klär das für dich. Ja super... Ich bin aktuell bei einer Trainerin im Einzeltraining und bei einer anderen 2x die Woche im Gruppentraining und ja, es hat sich vieles gebessert aber irgendwie warte ich noch auf den Sensationstipp und DIE Wendung.Seit mehreren Wochen gibt es Bettverbot und nachts schläft er in der Box. Eine Maßnahme um ihm den Gottkomplex zu nehmen. Ja, man darf drüber streiten ob Hunde die im Bett schlafen die Weltherrschaft ansich reißen wollen, wollen sie sicher nicht aber ich denke so einem Hund wie Trico muss man da die Grenze setzen. Es muss einen Ort geben oder irgendetwas was exklusiv nur für mich ist. Nicht weil ich denke, ich bin Rudelführer o.ä. von den Theorien halte ich schon länger nix mehr aber ich möchte ihm irgendwie zu verstehen geben das er nicht alles darf und das ich bestimme wer, wann, was macht oder haben darf. Ich glaube ich erwarte schon viel von ihm und das ohne wirklich was tun - klar kann das so nix werden aber nach 1,5 Jahren oder sagen wir mal nach einem Jahr voller Probleme bin ich langsam auch fertig und weiß nicht mehr weiter. Ich sehe ihn nicht als hoffnungslosen Fall, vieles liegt sicherlich auch an mir aber mir muss jemand ganz klar sagen WO meine Fehler liegen weil ich sehe sie nicht. Es ist sicher nicht alles richtig was ich mache und auch viele Tipps von Trainern sind für die Katz oder sollten nicht sooo ernst genommen werden. Die Einzelstunden-Trainerin sagt z.B. alles durch positives Verstärken und keine Gewalt aber manchmal denke ich, muss Trico irgendwo körperlich in die Schranken gewiesen werden. Manchmal will ich auch respektlos ihm gegenüber sein um zu zeigen: eh du Arschloch so nicht. Klar ist das vielleicht nicht richtig aber er ist ja kein Baby was man in Watte packen muss. Ich muss mir immer wieder vor Augen führen das ER genauso respektlos ist, das er mich behandelt als wäre ich ein Niemand und das ist auch nicht nett, da hilft es mir nicht ihn mit Watte zu bewerfen und zu säuseln: aber so bitte bitte bitte nicht mein Herzchen. Das versteht mein Hund nicht.


    Du hast da echt einen Denkfehler, ich sag das jetzt mal frei raus, mein's aber auch nicht böse:
    Ein Hund weiß nichts von unserem Respekt. Er ist kein Arschlochhund, der heftiger angepackt werden muss, nein. Der Hund ist ein Spiegel deines Umgangs mit ihm.
    Oder setze ich anders an: du möchtest respektvoll behandelt werden. Hast du vor mir Respekt, wenn ich dir "einfach so" immer mal wieder einen Schlag auf den Hinterkopf verpasse? Nein, ich glaube nicht. Aber genervt und eventuell eingeschüchtert wärst du sicherlich.
    Du kannst nur Respekt erwarten, wenn du dich ebenso respektvoll verhältst.


    Und: seinen Hund anzubetteln, dass er doch bitte bitte irgendetwas eventuell vielleicht wenn er gerade Lust dazu hat für mich machen möge - DAS ist keine positive Verstärkung.
    Ich würde also, ganz davon ab welche Lösungen es für euch geben wird, mit dem Umdenken beginnen. Positive Verstärkung ist viel mehr als betteln oder mit Keksen um sich werfen. Ich denke mir, dass du die Tipps deiner Trainerin dann auch weniger überzeugt umgesetzt hast, schließlich hast du ja ein völlig falsches Bild von ihrem Training. (Oder sie ist wirklich so drauf, darf sich ja jeder Trainer nennen... dann würde ich mir natürlich eine neuen Trainer suchen, hätte auch nen Link zur Hand, bei Bedarf...)


    Und: du machst dich für Trico unberechenbar. Mal bist du lieb zu ihm, versuchst es auf die nette Art und Weise, im nächsten Moment vermenschlichst du ihn wieder (Respektlosigkeit) und meinst, ihn körperlich einschränken oder korrigieren zu müssen. Man trainiert ja auch VÖLLIG unterschiedlich, je nach dem ob man es aversiv oder eben nicht macht. Für dich und für den Hund gibt es keine klare Linie.


    Damals hattest du das Problem, dass Trico auch uuuunglaublich aufgedreht war. Und du hast nur noch mehr und noch mehr gemacht (das wolltest du damals von mir nicht hören und hast das Programm weiter gefahren)
    Ein überdrehter Hund wird mit noch mehr Action nicht ruhiger. Die müssen runterfahren können.


    Zitat

    Ich bin dann immer so stolz und glücklich aber er hat das dann immer so schnell zerstört wenn einfach son scheisstag folgt.


    Nein, nicht ER hat das zerstört. Denk so nicht.
    Ich hab so Tage auch, da erzähl ich noch einer Freundin, wie stolz ich auf den Hund bin, am Nachmittag schreib ich ihr dann völlig niedergeschlagen, weil irgendwas nicht so lief, wie ich es gerne hätte. Das sind nicht Momente, die mir mein Hund einbrockt, sondern da regt man sich (im Stillen) über sich selbst auf, holt sich Trost von der Freundin :D, erinnert sich an die guten Tage und macht weiter, wie bisher. Oder man geht einen kleinen Schritt zurück im Training, um einfach wieder Sicherheit zu erlangen.
    Sieh es so: dein Hund kann nur das, was du ihm beigebracht hast. Wenn ich meinem Hund etwas schlampig beibringe, dann kann er es auch nicht besser. Ich könnte mir vorstellen, dass vieles, was du von ihm "respektlos" findest, (unbewusste) antrainierte Verhaltensketten sind.


    Ich meine den Text ECHT nicht böse. Das soll kein Tadel sein, sondern aufbauend ankommen.
    Ich denke einfach, es würde euch beiden schon ungemein helfen, würdest du weniger schlecht von Trico denken. Dich vielleicht nochmal wirklich mit positiver Verstärkung befasst, bei Bedarf einen besseren Trainer suchst und dann dieser Linie treu bleibst, also berechenbar für Trico wirst und er Vertrauen zu dir fassen kann.

  • Ich denke ähnlich. In deinem Text werden unglaublich viele Emotionen deutlich, die einem vernünftigen Training im Weg stehen, meiner Meinung nach müsste ein Trainer sowas ebenfalls erarbeiten.


    Es fehlt die Sachlichkeit, du bist enttäuscht, wütend, es geht um Schuld, Macht, usw. Usw.


    So kann man nicht gescheit trainieren.
    Ich bin überzeugt, dein Hund ist weder respektlos noch beratungsresistent, das Training war einfach noch nicht effektiv genug.
    I

    Melanie mit Bandit & Anton
    und Mücke im Herzen



    BX und Labbi

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    Manchmal hilft einfach das richtige Futter - aber wie findet Ihr es?

    Ich hatte schon viele Hunde und die Erfahrungen haben mich gelehrt, dass jeder andere Ansprüche an die Ernährung hat. Mal legen sich Verdauungsstörungen durch eine Futterumstellung, ebenso können Fellprobleme abklingen. Schlanke Windhunde leiden nicht selten unter nervösen Störungen, wenn der Proteingehalt zu hoch ist; sie benötigen eher Kohlehydrate zur sofortigen Energiefreisetzung. Andere Rassen wie sportliche Huskys brauchen stattdessen hochwertige Proteine, während Kohlehydrate nur ansetzen würden.


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    Liebe Grüße Tobi hugging-dog-face



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  • Sehe das genauso wie Mücke und Sadako. Bei deinem Post möchte man sich den Hund Krallen und mit wegrennen und ihm zuhause dann Struktur, Ruhe und Konsequenz geben wie auch liebevolles Verständnis das se ein Hund ist der es nicht besser weiß und kein respektloser, machtgieriger Arsch.

  • Ähm Leute mit Schuld um sich schmeißen und den Hund retten...
    Übertreibt nicht.



    Ich kenne deine Gefühle als Lilly meine Cousine fast ins Gesicht bissen hat.
    Hatte ich auch alle Gefühle in mir gehabt aber das schlimmste war mein Vertrauen war komplett weg und das wird es auch bei dir sein.


    Ich würde kein Agi machen, sondern SuchArbeit da arbeitet ihr zusammen und ihr wird vertrauens voller.
    Das würde ich ausprobieren.

    Später schreibe ich mehr

  • Erstmal find ichs toll, dass du nicht aufgibst!


    Du hast zwar geschrieben, dass du wenig Zeit hast, aber ich würde trotzdem die Futtergeilheit nutzen und alles über Handfütterung machen. Für den Morgenspaziergang würde ich etwas richtig gehaltvolles mitnehmen, was schön satt macht. Erkundige dich doch mal übers Barfen (falls du das nicht schon hast), was es da so gibt. Ich habe am Anfang z.B. Fleischbällchen mitgenommen. Sowas kann man auch gut 2-3 Tage im Kühlschrank aufheben.

    Dann noch etwas: kuschelt und spielt einfach mal, so ganz ohne Training und Stress. Ich lege mich abends ab und zu beim Lesen oder Fernsehen auf den Boden. Wenn Hund Bock hat, kommt er, schnuppert und schlabbert an mir, legt sich neben mich und lässt sich kraulen. Manchmal lege ich mein Buch zu Seite und schenke ihm meine volle Aufmerksamkeit, manchmal kraule ich nur und lese weiter. Auch, wenn Trico anfangs vielleicht nicht will, würde ich nicht so schnell aufgeben. Mein Hund hat mich anfangs nur beobachtet, ist dann mit der Zeit aber zu mir gekommen. Das sind Momente, die nicht nur dem Hund und seiner Bindung zu dir gut tun, sondern auch umgekehrt! Schöne Erlebnisse sollten überwiegen, und so, wie es sich im Moment liest, ist es eher anders herum. So wirst du das nicht in den Griff bekommen.


    Kopf hoch und alles gute :)

    Liebe Grüße,
    Anne

  • Ich sehe es wie BoxerandSchäferhund. Es gibt Hunde an denen kann man einfach verzweifeln und da ist es fast unmöglich emotionslos zu bleiben, weil einen Kleinigkeiten an sich selbst zweifeln lassen und die Hilflosigkeit einen nur noch wütend macht. Besonders wenn man schon so viel versucht und es immer wieder Rückschläge gibt.
    Manchmal hilft es alles auf Null zurückzufahren und ganz von vorne anzufangen. Rituale (auch die negativen) zu durchbrechen und neue zu etablieren.
    Da kann man anfangen Gassizeiten zu verändern, Futter anders zu geben (aus der Hand mit einem Spiel z.b.“ Touch“ zu verbinden) dabei eine ruhige Umgebung wählen und sich mit dem Hund auf den Boden setzen.
    Mal Dinge ändern, die auf den ersten Blick gar nichts mit den eigentlichen Problemen zu haben. Das ist leichter und schafft eine positive Basis für euch beide.
    Agility würde ich nicht machen, da du einen Mix aus Vorsteher und Stöberer hast wäre etwas für die Nase besser. Aber da gibt es hier bestimmt Experten, die dir Tipps in diese Richtung geben können.
    Mach dich nicht selber fertig und akzeptiere deine Grenzen. Versuch erstmal positive Erlebnisse mit deinem Hund zu schaffen, die euch beiden wieder Vertrauen zueinander geben. Und wenn du mal kurz vor dem Ausrasten stehst, weil er was falsch macht, geh aus dem Zimmer, brüll die Wände und die Welt an, tritt gegen die Couch und erst dann gehst du wieder zu deinem Hund und ich verspreche dir Du kriegst das hin.

  • Danke für eure ganzen Antworten.
    Also zum Agy: Es ist nicht so, dass er permanent auf 180 ist aber ein gutes Beispiel sind die Gruppenstunden in der HuSchu. Wenn alle Hunde absitzen tut auch er das aber seine Rute geht dabei wie ein Feger hin und her, man sieht ihm diese gewisse "unruhe" irgendwie an. Auch zu Hause kann er wunderbar runterkommen, abesten wenn ich ihn ignoriere weil ansonsten wird er wieder durch Aufmerksamkeit gepusht. Ich habe auch oft überlegt ob Agy jetzt ne gute Idee ist aber ich will dem Ganzen mal ne Chance geben und gucken wie er sich macht. Wenn ich merke, er wird dadurch nur noch hibbeliger, lass ich es natürlich sein.
    Nasenarbeit oder z.B. Mantrailing würde ich furchtbar gerne machen aber bisher hab ich immer gedacht, dass kann ich mit so nem Hibbel eben nicht. Der macht ja alle anderen total verrückt. Wenn wir zum Beispiel auf dem Spaziergang Dummysuche machen ist er teilweise so unaufmerksam das er den Dummy vor seinen Augen nicht sieht. Er setzt die Nase nicht richtig ein obwohl ich ganz genau weiß das er das kann (vom jagen). Er ist quasi nicht genau genug und da hab ich einfach angst, dass wenn wir trailen oder eben Dummy professioneller machen ich dann wieder so schnell frustiert bin weil er es "nicht richtig macht".


    @Sadako ich habe deinen Text ganz und gar nicht böse aufgefasst, ganz im Gegenteil!
    Du hast da in einigen Punkten total recht. Was die Vermenschlichung angeht: Die Einzelstundentrainerin trainiert quasi auf dieser Basis :D Es gibt keine Stunde wo mir nicht x-mal gesagt wird, wie 'respektlos' er sei. Das sein Verhalten nur durch mich gespiegelt wird - ja, sehe ich eigentlich genauso wenn ich genau drüber nachdenke. Oft fällts mir aber sehr schwer mich quasi zusammen zu reißen.


    Zur positiven Verstärkung: Ja, dass habe ich vermutlich wirklich noch nicht ganz gerafft^^ Muss ich mich nochmal genauer informieren und einlesen.


    Zum Thema Hundebeziehung: Also es sollte nicht so rüber kommen, dass ich Trico nicht mag oder nicht liebe ^^ wir kuscheln sehr oft und auch jeden Tag, wir haben jeden Tag spaß zusammen, wir interagieren draussen wie drinnen. Man neigt ja dazu immer nur das negative rauszuarbeiten, was ich jetzt in meinem Post auch durchweg getan habe aber natürlich haben wir sehr viele positive Erlebnisse und ein liebes miteinander. Genauso gibt es aber solche Tage wo ich ihn zu Hause nicht beachte weil wieder irgendwas nicht so lief wie es sollte...


    Hat denn jemand noch einen 'ultimativen' Tipp zwecks der Futteraggression? Das hatte ich jetzt so bei niemanden rausgelesen. Ich denke nämlich die Änderung des Umgangs mit ihm alleine wirds irgendwie nicht machen. Also nicht das ich jetzt sage: ich änder nix weil es bringt sowieo nix. nein. Aber hmm ich weiß nicht wie ich es ausdrücken soll. Es wirft mich immer so weit zurück wenn wir einen Knurr-Klau-Zwischenfall haben. Diese sind schon deutlich weniger geworden aber sobald wir wieder so einen haben denke ich immer: Toll, hat alles nichts gebracht.

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