Neue Folgen der Hundeprofi M.R. Teil II

  • Mal abgesehen was ich grundsätzlich davon halte einem Hund vier Tage lang kein Futter zu geben, nur weil er kein Interesse an einem Futterbeutel hat, weiß ich auch nicht wie das überhaupt funktionieren soll. Bei Mico hätte ich da doch meine Zweifel, der würde dann nämlich wirklich ALLES fressen das er iwo findet. Und nicht zwingend nur Dinge die auch tatsächlich essbar sind. Und selbst wenn das klappen würde will ich nicht wissen wie er danach aussehen würde :schweig: Der Hund nimmt zwar schnell zu aber auch genauso schnell wieder ab und vier Tage Nulldiät klingen nach einem Hund an der Grenze zum Untergewicht. Bei Mico eben, keine Ahnung ob andere Hunde sowas besser wegstecken.

  • Würde Lilo so lange hungern müssen, würde sie dauernd Galle hochwürgen...

    Susi früher hat sich Zeitweise ihr Futter erarbeiten müssen, weil alles Andere egal gewesen wäre.

    Aber, da hab ich sie nicht genötigt nen Beutel zu apportieren ( Omi hat es schon immer gehasst Gegenstände im Maul zu tragen, und wenn man nen Ball wirft is sie Reaktion auch eher gewesen,, Toll, ein Ball! Hol ihn dir selber :muede: "), sondern bin mehrmals täglich mit einer Dose Nassfutter plus Gabel spazieren gegangen. Sah sicherlich affig aus, aber für Susi war das nix anderes als : Ah, das Dinner wurde auswärts verlegt.

    Hat prima funktioniert und das Tier musste nicht hungern. Wäre sie darauf nicht angesprungen, hätte sie eben beim nächsten Gassi wieder die Gelegenheit dazu gehabt.

    Ich versteh da auch nicht wieso man da immer gleich Tage draus machen muss.

    Ich fands schon schlimm genug, einen sau hungrigen Schnauz vorm Napf warten zu sehen, weil ein Abend vor der OP nichts - nichtmal ein Keks, in den Hund durfte...

    Wie kann man das dann ne halbe Woche lang durchziehen, nur weil der Hund halt kein Bock auf apportieren hat? :ka:

  • Man muss es nicht zwingend an den Futterbeutel und apportieren koppeln.

    Das geht auch mit jeder anderen Form der Kooperation/Interaktion des Hundes mit dem Halter.

    Einen Rückruf könnte man so auch ausbauen. Ich bin dann als Halter aber auch permanent in der Pflicht mit dem Hund zu arbeiten.

    Es muss auch nichts sein, was ich ein Hundeleben lang durch ziehe. Bei manchen Hunden reicht eine gewisse Zeit, damit der Groschen "wenn ich in Interaktion gehe, dann hab ich Vorteile" fällt, wenn man es so nennen will.

    Alternativ könnte man auch sagen, der Hund bekommt nur früh eine kleine Portion und den Rest erarbeitet er sich über den Tag verteilt.

  • das kann als gezielte Intervention richtig sein. Darf aber kein dauerhaftes mittel sein. Um die grundsätzliche ausgangslage zur Kooperation zu legen bei einem aus Erfahrung unkooperativen Hund.

  • Für mich ist das ein No Go Futter nur gegen Leistung zu geben. Eine gewisse Ration sollte es immer aus dem Napf ohne Gegenleistung geben. Essen ist ein Grundbedürfnis, das sollte der Hund ohne wenn und aber stillen können. Man kann sich doch echt vorstellen, wieviel Stress das auf ein Lebewesen ausübt, wenn man lebenswichtiges Essen nur bekommt, wenn man ungeliebte Arbeit absolviert. Und oft wird dann auch übersehen, dass der Hund vielleicht gerade gar nicht anders kann oder man selbst einfach Mängel in den Trainingsmethoden hat.

  • Das wird ja hier auch immer gerne bei meinen Angsthunden geraten.

    "unbedingt ausschließlich aus der Hand füttern!"

    Ähm, nein, sicher nicht.

    Natürlich nähere ich mich auch mal Leckerliewerfend an die Schissbuxen an, aber Futter gibt es hier eben regelmäßig völlig stressfrei als Lebensgrundlage frei Haus.

  • Ich möchte arbeitsfreudige, motivierte Hunde -die dafür brennen, ihre Aufgaben zu erledigen. Das erreiche ich garantiert nicht dadurch, dass ich bereits bei lächerlichen Futterbeuteln über Futterentzug dem Hund verpule, dass er MUSS....statt zu wollen. Müsste ich meine Hunde vor der Arbeit aushungern, würde ich meine Ausbildungsmethoden ernsthaft hinterfragen.

    Darüber hinaus finde ich den Futterbeutel als Standardlösung ohnehin unsinnig - der bringt nur dann den gewünschten Erfolg, wenn diese Art der Beschäftigung dem Hund liegt. Meine Hunde würden sich zu Tode langweilen... Ein guter Trainer hat individuelle Ideen und Ansätze...

  • Ich habe ja einen von sich aus kooperativen Hund, allerdings findet er apportieren nur semi toll, ein paarmal (3 oder 4 Mal) wird das mit Begeisterung gemacht, dann ist es eher langweilig, auch mitten dem Futterbeutel, bevor er sein Frühstück hatte. Allerdings kann ich mit anderen Sachen prima arbeiten mit ihm. Würde ich da auf Futterentzug setzten, hätte ich auch einen Galle spuckenden Hund und hätte die Befürchtung, das vorhandene Vertrauen würde eher zerstört werden.

  • Es ist das Prinzip A-B-C. Sehr hilfreich, wenn es sich um Hunde handelt, die den Menschen bisher nicht wirklich auf dem Schirm hatten und sie (durch welche Umstände auch immer) gelernt haben, dass das man den Zweibeiner am besten unter ´ferner liefen´ einordnet. (In vielen Haushalten mit Hund der Normalzustand, wird aber so nicht wahrgenommen von den Menschen)

    Durch A-B-C lernt ein Hund, der bisher immer direkt von A nach C gegangen ist, dass er jetzt erst über B (seinen Menschen) gehen muss um an C zu kommen. Das bringt den Menschen sehr schnell in eine für den Hund interessante Position. Er lernt dass vom Menschen nicht nur (grösstenteils) Nutzloses kommt. Er baut den Menschen als reell für ihn notwendigen Baustein in sein Leben ein.

    Je nach Vorerfahrung des Hundes (oder Genetik) ist oft der einzige Weg dies stabil zu erreichen über die Grundbedürfnisse.

    Ich finde der Rütter und seine Leute machen einen guten Job, ich sehe seine Sendungen gerne, mir gefällt auch seine Direktheit mit den Hundebesitzern. Ich freue mich auf die neue Sendung.

    P.S. Irgendjemand sagte mal, "man kann einem Hund nicht beibringen etwas zu mögen". Doch, kann man.

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