Sterilisation Hündin

  • Neben der Grundsatzdiskussion ist hier doch eindeutig noch ein "persönliches Setting" rund um die Fragestellung gegeben. Und das sollte man berücksichtigen.

    Zum einen gibt es noch einen unkastrierten Rüden im Haushalt. Hier ist doch die Frage aller Fragen: ist es von den räumlichen Möglichkeiten überhaupt machbar, die beiden zu trennen? Sind alle Aufsichtspersonen zuverlässig genug?

    Wenn man sterilisiert, egal ob Männlein oder Weiblein, hätte man die Möglichkeit trotz alledem ein wenig Abstand zu schaffen? Auch Gerammel "ohne Folgen" ist zwar der Lauf der Dinge, aber nicht nach jedermanns Geschmack.

    Lässt man die Hündin intakt, wie "konfliktfreudig" sind die drei Rüden allgemein so? Gibt es Wege, bei denen man zumindest kurzzeitig anderen "konfliktfreudigen" freilaufenden Rüden aus dem Weg gehen kann? Denn permanente Raufereien um die Gunst der duftenden Dame muss man sicherlich auch nicht dauernd haben (auch wenn das wieder der heilige Lauf der Dinge wäre). Oder hat man die Ressourcen, um eventuell getrennte Runden zu machen?

    Ich denke, es ist schon klar, dass eine Kastration ein Eingriff in den gesamten Hormonhaushalt ist, wegen der verbundenen Veränderungen macht man das Ganze ja.

    Wenn man sicher trennen kann, dann würde ich mal eine Läufigkeit abwarten, wie es so läuft. Wenn es gut läuft (vom allgemeinen Verhalten), man in puncto Verhütung auf der sicheren Seite sein will, dann kann man ja auch den Rüden sterilisieren lassen, das hätte ja auf ihn keine hormonellen Auswirkungen und wäre wohl der kleinste Eingriff.

    Ansonsten wäre für mich das Wichtigste- sorry, egoistisch -dass ich gut durch meinen Alltag mit den Hunden komme. Und danach würde ich entscheiden.

  • Zitat

    Das Problem könnte darin liegen, dass viele Leute - zumindest hier - bei Hündinnen von sterilisiert reden, wenn sie eigentlich kastriert meinen. Manchmal sogar TAs.

    Bei der Sterilisation einer Hündin ist zu bedenken, dass sich dass Risiko, dass die Eierstöcke entarten deutlich erhöht, und dadurch eine 2. OP mit richtiger Kastration notwendig wird. Und Pyo kann sie auch immer noch kriegen. Sie hat eine Bauch-OP ohne die gesundheitlichen Vorteile einer Kastration.


    Davon mal abgesehen wird eine sterilisierte Hündin weiterhin läufig, riecht gut und man hat das Rüdenproblem immer noch.

    Btw. ich musste in den 5 Jahren, in denen ich nun Hündinnen habe gerade einmal einen Rüden abwehren. Fand ich nun weniger dramatisch.

  • Stimmt ich musste es bei Miras erster Läufigkeit auch ;)

    Der Rüde kam im Ort (war dort nur zu besuch) einfach auf uns zu und ich hab kurzerhand Miras Leine ab gemacht und ihn an die Leine genommen ;) Mira hört da mit 9/10 Monaten schon recht gut.

    Ich behaupte das ist dann eher die Ausnahme.

    Wir gehen in den Stehtagen aber auch nur Pipirunden also nur kurz vor die Tür. Vielleicht auch mal um den Block aber ansonsten schäft sie da sowieso viel

  • Für mich stand relativ schnell fest, wenn einer von beiden sterilisiert wird, dann der Rüde. Den Stress mit anderen Rüden und deinen eigenen hast du ja trotz Sterilisation der Hündin immer noch, gut riechen wird sie ja trotzdem. :) Wenn deine Hunde nicht unbedingt unbeaufsichtigt auf dem Hof sind, dann dürfte es auch kein Problem sein, andere Rüden während der Stehtage abzublocken.

    Der Eingriff ist bei der Hündin auch größer als beim Rüden.

    An dem Verhalten deiner anderen Rüden gegenüber dem, der dann ggf. sterilisiert werden würde, dürfte sich nichts ändern, es sei denn, sie fühlen sich von durchtrennten Samenleiten gestört. :lol:
    Du hast aber generelle Bedenken geäußert, weil du glaubst, dass es für deinen Rüden einfach nicht gut wäre. Darf ich fragen, wieso du das denkst?

    Dass dir der Kopf schwirrt, kann ich gut nachvollziehen. Ist ein sehr verzwicktes Thema und eine schwierige Entscheidung..

  • Zitat


    Die Kastration kann nur den Eierstockkrebs, den Gebärmutterkrebs und Entzündungen der Gebärmutter verhinden, weil diese Organe dann nicht mehr da sind. Allerdings gibt es auch eine Entzündung des Gebärmutterstumpfes bei kastrierten Hündinnen.


    NUR ist gut, und schon sehr zynisch. Pyometra ist im Gegensatz zu einigen lebensbedrohlichen Erkrankungen, deren Risiko sich durch eine Kastration erhöht, sehr häufig. Wenn sich das Risiko einer extrem seltenen Erkrankung verdoppelt, bleibt es insgesamt immer noch sehr tief. Wenn das Risiko einer häufigen Erkrankung halbiert wird, hilft dies insgesamt sehr viel mehr Hunden.

    Ich bin beileibe nicht für Kastrationen einfach so und aus Bequemlichkeit, habe das für meine Hündin auch nie in Betracht gezogen, aber dass aus ideologischen Gründen so hartnäckig verleugnet wird, dass unter dem Strich bei der Hündin die gesundheitlichen Vorteile die gesundheitlichen Nachteile deutlich überwiegen, fällt für mich unter gezielte Desinformation.

    Zitat

    Von 1000 Hündinnen, die nicht kastriert sind, erkranken gerade mal 0,2 bis maximal 1,8% an einem Gesäugetumor. Nach der ersten Läufigkeit kastrierte Hündinnen tragen ein Risiko von 0,14 %. Das ist nur ein minimaler Unterschied. Außerdem entstehen nur wenige Gesäugetumore überhaupt hormonell bedingt. Auf die anderen Tumore kann man darum keinen Einfluss nehmen.


    Du beziehst dich vermutlich auf die laienhafte "Bielefelder Studie", die mit gutem Grund nur privat publiziert wurde, und nicht in einem Fachjournal. Diese Zahlen beziehen sich ganz sicher nicht auf das lebenslange Risiko, sondern allenfalls auf die jährliche Inzidenz, die bei jungen Hündinnen natürlich gering ist. Aber auch nur über 10 Jahre Lebenserwartung gerechnet wären es dann schon 1.8x10 = 18% der Hündinnenn, die erkranken. Was schon eher den dokumentierten Erwartungen entspricht. Und auch dazu beiträgt, warum die Lebenserwartung kastrierter Hündinnen so deutlich höher ist.

  • Zitat


    NUR ist gut, und schon sehr zynisch. Pyometra ist im Gegensatz zu einigen lebensbedrohlichen Erkrankungen, deren Risiko sich durch eine Kastration erhöht, sehr häufig.

    Das ist gar nicht zynisch. Eierstock- und Gebärmutterkrebs ist ebenso wie die Pyometra eigentlich extrem selten.

    Dass heutzutage schon junge Hündinnen an einer Gebärmuttervereiterung erkranken, ist nach meiner Ansicht eine Folge des Impfwahnsinns.

    Quecksilber besitzt die Fähigkeit, sich in verschiedenen Drüsen des Körpers, wie Hypophyse, Schilddrüse, Pankreas, Testes, Ovarien und Prostata einzulagern. Außerdem reagieren die Schleimhäute des Körpers auf dieses Gift mit eitrigen Entzündungen.

    Es ist mir klar, dass Du darüber anders denkst, aber in der Frauenmedizin ist das eine bekannte Tatsache, jedenfalls bei einigen Ärzten. Auch bei Frauen führt das immer häufiger zu Zyklusstörungen, Zysten und anderen Problemen.

  • Eine Pyo ist überhaupt nicht selten, wie kommt ihr darauf? Wenn Hunde nicht früher durch Krebs sterben bekommen sie oft im hohen Alter auch noch eine Pyo. Dann ist das Narkose und OP Risiko nur deutlich höher als bei jungen Hunden.

  • Vielen Dank schon mal für den vielen input.
    Jemand hst mich gefragt, warum ich Picasso nicht kastrieren lassen will... weil er von sich aus schon ein schüchterner, etwas unsicherer Hund ist und ich einfach nicht glaube, das es ihm was bringt. Bei Mozart war das ganz anders und Casper hat den Chip sitzen, weil ich wissen wollte wie es sich auf ihn auswirkt.
    naja, ich werd mich mal weiterhin informieren und überlegen, noch ist ja zeit ^^

  • Bei der Diskussion welche Studie nun richtig und welche falsch ist, wird man nie zu einem Ergebnis kommen.

    Was für mich einfach klar ist, Angst ist immer ein schlechter Berater und eine Studie die ausschliesslich in eine Richtung Aussagen bringt, der misstraue ich zutiefst, denn Alles hat immer 2 Seiten.

    Was die Aussage betrifft, dass die Pyo selten ist, bin ich verwundert, denn ich kenn nur schon in meinem aktiven Umfeld 6 Hündinnen in den letzten 5 Jahren, die daran erkrankten. Eine ist daran verstorben, die anderen kamen knapp durch. Alles Hündinnen die immer intensivere Scheinträchtigkeiten inkl. Milcheinschuss hatten.

    Allerdings muss ich auch sagen, dass ich 3 Hündinnen kenne, die nach der Kastra Stoffwechselerkrankungen bekamen.

    Natürlich sind das keine "Beweise" dass das im Zusammenhang mit Scheinträchtigkeit, oder der Kastra steht, doch es ist auffällig. Wenn es sich zudem mit den Erfahrungen meines Tierarztes, den ich seit 35 Jahren kenne, auch noch deckt, dann nehme ich das durchaus ernst.

    Nur zur Information: Klar werden die wenigsten Hündinnen nach einer Kastra wieder scheinträchtig. Doch eine Kastration schliesst eine Scheinträchtigkeit nicht garantiert aus. Da das Prolactin, welches verantwortlich ist für die Scheinträchtigkeit, im Gehirn (hypophyse) gebildet wird. Somit ist nicht zwangsläufig gegeben, dass die Hündin nicht mehr scheinträchtig wird.
    Die verstorbene Tervuerenhündin einer Kollegin wurde trotz Kastration gelegentlich scheinträchtig.

    Ich würde mich mit dem Tierarzt meines Vertrauens besprechen und die Vor - und Nachteile einer Sterilisation und/oder einer Kastration aufzeigen lassen. Damit und meine eigenen Situation analysierend (wie konsequent bin ich, habe ich die Möglichkeit in den Stehtagen der Rüden zur Pflege zu geben, wie hoch ist die Gefahr des Deckens durch meine Umgebungshunde usw. ) würde ich dann eine mir vernünftige realistisch erscheinende Entscheidung treffen.

    Meine Hündin (im September 5 Jahre) ist nach reiflicher Abklärung/Informationen und Gesprächen mit dem Tierarzt seit 5 Wochen kastriert. Es war eine Entscheidung des Abwägens. Mir wäre es lieber gewesen, das Abwägen hätte zum Ergebnis gehabt nicht zu kastrieren. Denn ich habe vor dem Zusammenwirkungskreis von Hormonen grossen Respekt.
    Vor den Gründen die in Kimbas Fall eine Kastration nahelegten aber noch viel mehr.

    gute Entscheidung Gruss Eva

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