Wie "richtig" mit nicht-hören umgehen?
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Hier sind ja immer die verschiedensten Meinungen zum Thema Erziehung vertreten und weil ich ja gerne neues dazu lerne und für Vorschläge offen bin, wüsste ich gerne, wie ihr in folgender Situation reagiert hättet. Bzw wie ich hätte reagieren sollen (und nächstes mal reagieren kann) und wo genau mein Fehler lag.
Situation:
Bin mit Mila (10 Monate) auf unserer Gassistrecke (also bekanntes Gebiet): Links: schmaler grünstreifen mit brennesseln, dahinter Matschig-modderiger Flusslauf. Rechts: Gebüsch mit durchgang, dahinter Wiese (auf der wir oft Ball spielen, die aber nur mit meiner Erlaubnis betreten werden darf.) Mitte: breiter asphaltierter Weg. In der Tasche: Nudeln (Für Mila das Highlight schlechthin.)
Da der Rückruf bisher immer geklappt hat und Madame sonst auch artig war, hab ich sie abgeleint und wir sind halt da lang.
Irgendwann verschwand sie plötzlich im Graben,ich natürlich gerufen (ich mags nicht, wenn ich sie nicht sehen kann), allerdings kam sie nicht.
Also bin ich gucken gegangen, was sie da macht. (Hier vermute ich meinen ersten Fehler.)
Madame frisst genüsslich die soße vom hiesigen Pizza-service, die irgendsoein volla*sch inkl. der Verpackung der Pizza-brötchen in den Graben geschmissen hat..
Von mir gibts ein scharfes "AUS!" - die Ohren bewegen sich in meine Richtung,aber sie frisst weiter.
ich greif in die Leckerli-tasche und versuch mit nem Keks aufzutrumpfen ( ja, mir wars wurscht ob sie dann mich erzieht, sie sollte nur aufhören den kram zu fressen..), nichts passiert.
Da es auch auf die Nette Tour nicht geklappt hat, stampf ich mit dem fuß auf und sag nochmal "AUS!!". Nix.
Im Notfall hilft es eigentlich, wenn ihr die Leine vor(!) die Füße fliegt, diesmal hat sie das nur dazu gebracht, mit dem Soßen-becher abzuhauen.
Daraufhin hab ichs mit wegrennen versucht (normalerweise greift da irgendwann das "ich will nicht alleine sein") - nichts. (ich hör das, weil madame n son doofes Glöckchen trägt)
Also wieder zurück und versucht ihr den Becher abzunehmen... Während ich durch Brennesseln stapfe, meinen Schuh im Modder verliere (das mistding ist versunken) und mich völlig einsaue, verschwindet Madame auf dem Feld.
Auf dem Feld (bin hinterher) hat sie dann den Becher in Ruhe gelassen und guckte mich erwartungsvoll (?) an, auf Rückruf und Locken reagierte sie immer noch nicht.
Nachdem sie wieder zurück ist und auch noch die Verpackung zerkaut hatte und partout auch nicht aus dem Modder-bachlauf rauswollte (obwohl alles leckere weg war), hab ich sie erst eingefangen bekommen, als ein anderer Hund(inkl. HH) kam, der natürlich spannend war und angeguckt werden musste.
Auf den Rückruf hat sie immernoch nicht reagiert, hab sie also einfach "gegriffen" und angeleint.
Ich hab nicht geschimpft (obwohl mir das so unfassbar schwer gefallen ist :explode: ) sondern wortlos angeleint und bin gegangen (natürlich hab ich mich bedankt ^^)Später haben wir noch eine Bekannte getroffen und da hat sie top gehört o.ó (ja, ich hab sie wieder abgeleint(erstmal an langer (6m) leine getestet), weil ich nicht glaube, dass sie 30 Min später noch weiß, warum sie eigentlich angeleint ist o.ó)
Also: Wo sind jetzt die Fehler gewesen und wie sollte man eurer Meinung nach mit so einer Situation umgehen?
Natürlich gibts nun Schlepp-training und wir machen ein "Anti-giftköder-training" damit nicht alles gefressen wird. Also ich möchte wissen wie ich direkt in der Situation hätte handeln können/sollen. - Vor einem Moment
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Hi,
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Ich hätte mir den Becher apportieren lassen, Hund gesichert und dann getauscht. Das Verhalten deines Hundes erscheint mir durchaus nachvollziehbar.
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Achja, hab ich vergessen zu schreiben: Apportieren ("Brings her") hat nicht geklappt und sobald ich mich ihr genähert hab, ist sie abgehauen.
Das Verhalten des Hundes ist sehr nachvollziehbar. Gegen Pizzasoße komm ich mit Nudeln/Ball nicht an. ^^ -
Meine Idee wäre jetzt auch das Apportieren gewesen. Aber wenn das nicht geklappt hat... zumindest bei einem Hund, der leidenschaftlich gerne apportiert (sofern sie das tut), würde ich das eventuell zusätzlich ausbauen. Unser Althund sucht und apportiert alles für sein Leben gern und recht zuverlässig. In seinen jungen Jahren, wenn er wirklich mal nicht gehört hat oder ansprechbar war, habe ich irgendwo etwas fallen lassen und ihn darauf hingewiesen, eine Art "abgespeckte Freiverlorensuche" zu starten (da das für ihn das Non-Plus-Ultra ist, wurde dieses Signal eigentlich immer gehört...). Also die Wiese nach dem Gegenstand abzusuchen. Das hat er getan und nach der Suche sofort apportiert, allerdings hat das für ihn auch einen weitaus höheren Stellenwert als Pizzasoße. Über Suche und Apport haben wir ihn viel trainiert, eben auch in solchen Situationen, ist aber eben auch seine Leidenschaft (bringt die Rasse wohl auch mit). Ich weiß nicht, wie affin dein Hund da ist. Aber wenn sie das gerne macht, wäre sowas vielleicht etwas, was man gut aufbauen könnte...
Alternativ: Was ist im übertragenen Sinne für deine Hündin die Freiverlorensuche? Etwas, was noch weitaus besser ist als Nudeln? Manche Hunde haben ja etwas (und sei es Katzenfutter...), das immer allem vorgezogen wird.
Und was mir noch einfallen würde: Wie reagiert deine Hündin denn auf Lob? Beispielsweise wenn sie an dem Ding frisst und du ein Abbruchkommando gibst, wird sie ja zumindest aufschauen. Wenn du genau in dem Moment lobst bis zum Geht-nicht-mehr, kannst du sie damit locken? Manche Hunde reagieren ja enorm auf Stimme.Ansonsten würde ich sagen, ist es schwer, pauschal eine Antwort zu solchen Situationen zu geben. Sie sind ja alle anders. Manche händele ich easy, andere nicht. In deiner Situation hätte ein Abbruchsignal wohl (noch) gereicht. Wäre das allerdings nicht der Fall gewesen, so wie bei euch, hätte ich vermutlich vieles getan, aber ich wäre dem Hund nicht gefolgt o.ä. Das mache ich sowieso extrem selten. Bei einem ganzen Karton Pizza und Co wäre ich auch nicht von einem Giftköder ausgegangen und wäre daher zurück auf den Weg gegangen und hätte mich eventuell geduckt. Früher oder später kommt der Hund. In der Situation wäre für mich weniger mehr und ich würde für den Hund kein Spielchen drauß machen wollen. Das ist aber nur meine bescheidene Meinung auf die Schnelle und ich bin sehr gespannt, was andere HH dazu sagen!
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Bei uns läuft es auch übers Apportieren. Wenns ganz schnell gehen muss, gibts auch auf Entfernung ein "aus", das bei uns nicht "pfui" bedeutet, sondern das Loslassen dessen, was der Hund gerade im Maul hat. Geübt und immer mal wieder aufgefrischt wird das Futter Ausgeben hier mit unterschiedlichen Leckereien, Markknochen, Schweineohren, Brötchen, usw.
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Klappt Dein "Aus" sonst immer? Auch ohne Bestechung und auch an für den Hund unwiderstehlichen Dingen?
Ich glaube, ich würde mir da selbst mal einen Gourmet-Parcours basteln und viele leckere Dinge auf einem Spazierweg hin legen, von denen Du weißt, wo sie sind, und daran noch mal Abbruch und Umlenkung Alternativverhalten üben.
Wenn Dein Hund ansonsten recht zuverlässig hört und der Rest gut klappt und sie nur die einmalige Gelegenheit wahr genommen hat, würde ich persönlich es abhaken als "dumm gelaufen - Hund hat gewonnen". Es gibt immer mal Situationen, wo man kaum noch Einfluss nehmen kann. Sollte natürlich nicht zu oft vorkommen, aber das ein oder andere Mal kann man, wenn man ansonsten seinen Hund gut führen kann, auch mal ein Auge zudrücken, finde ich.
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Ha! Genau das gleiche erlebe ich hier auch immer, wenn Leia etwas zu essen findet :/
Sie bringt es nicht, obwohl.sie sonst gerne apportiert. Tauschen will sie auch nicht.
Auch wenn ich Dinge nach ihr schmeiße, juckt sie das null... sie rennnt dann nur weg. Wenn ich sie einfach ignoriere und weiter laufe (renne) folgt sie mir zwar, aber immer mir Sicherheitsabstand und frisst weiter bzw. Behält es im Maul :/Böse werden hilft überhaupt nicht... Ich versuche ruhig zu bleiben, langsam auf sie zu gehen und sie zu anzuleinen. Dann nehme ich ihr das Zeug weg bzw. tausche mit ihr.
In der Wohnung und an der Schlepp gibt es das Problem übrigens nicht. Deswegen weiß ich auch einfach nicht, wie ich das ganze üben soll :/
gesendet von meinem Handy
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Verstehe ich es richtig, dass du von Anfang an keine Chance hattest an sie ran zu kommen? Ich versuche es genau einmal mit "Pfui", wenn das nicht klappt wird der Hund geschnappt und ihm das Leckere aus dem Maul genommen. Dafür muss man seinen Hund natürlich kennen, damit man keine Finger verliert...
Aber ganz ehrlich, mir ist es auch schon passiert, dass meine Hunde sich was Leckeres geschnappt haben und es in einem Affenzahn aufgefressen haben, dabei immer dafür sorgend, dass sie außerhalb meiner Reichweite bleiben. Damit sich das nicht wiederholt hilft eigentlich nur das konsequente Training bevor Hund sowas im wahren Leben findet.
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Passiert. Abhaken und weitertrainieren. Wenn ich merke, daß meine Einflußmöglichkeit gerade sehr gering ist, provoziere ich keinen weitern Ungehorsam, sondern ignoriere (innerlich zähneknirschend) die "Untat" und mache weiter im Text. Also weitergehen und Hund halt die Soße schlecken lassen.
Der Leckerchen-Parcour wäre dann die nächste Maßnahme. Und erst mal auf ziemlich lange die Schleppleine....
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Kann verstehen, dass du sauer warst

Allerdings ist der Hund 10 Monate alt und du selbst weisst ja am allerbesten was du deinem Hund bis dahin beigebracht hast. Dinge, die sie (in der expliziten Situation) nicht kann, tut sie dann eben auch nicht. Da wird getan was sich lohnt und wenn das eben heisst, abhauen, damit man Beute behält

Abhaken, Stelle merken (der Hund tuts nämlich auch) und (weiter)trainieren wie gehabt.
- Vor einem Moment
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