Umgang von Kindern mit Hund

  • Liebe DFler,
    nach längerem "Nur-Lesen" muss ich heute mal wieder etwas schreiben. Es gab es gestern wohl eine Situation, über die ich mir eben Gedanken mache und gern mal eure Meinung wüsste.

    Meine Tochter (8) war gestern zum Geburtstag eingeladen. Dort gibt es ebenfalls einen Hund (Goldi). Meine Tochter war total irritiert, über den Umgang mit dem Tier. Davon abgesehen, dass mein Kind völlig fassungslos darüber war, dass der Hund eins mit der Leine draufbekommen hat, weil er ausgebüxt ist, gab es einen Vorfall mit dem Geburstagskind (10).
    Das Kinder haben wohl mit dem Hund "kämpfen" gespielt. Dabei wurde der Hund dann auf den Boden gedrückt, und jedesmal wenn er auch nur den Kopf gehoben hat, wurde wieder hinuntergedrückt. Meine Tochter war sehr unglücklich, als sie vom Geburtstag nach hause kam. Sowas kennt sie halt nicht.
    Und genau das ist der Punkt. Ich habe mich mit einer anderen Mama unterhalten (es sind noch 1-2 andere Sachen dort nicht ganz so optimal gelaufen ;) ) und diese meinte, sie findet es eher toll, dass der Hund sich das gefallen lässt, weil es ja zeigen würde, dass der Hund Respekt hat.
    Ich konnte ihre Meinung nicht teilen, was ich versucht habe ihr zu erklären, mit mäßigem Erfolg.

    Meine Kinder (5+8) spielen auch mit unseren Hunden, aber sie nutzen die Hunde eben nicht als Spielzeug. Die Kleine kann den Hunden alles abnehmen, trotzdem möchte ich es nicht unbedingt. Die steckt ihren halben Arm in den Rachen des Hundes, um die grüne Kirsche da rauszufischen.
    Da muss der arme Hund nur mal schlucken. :D
    Ich habe ihr erklärt, dass ich sicher bin, dass sich meine Hunde auch so einiges gefallen lassen würden von meinen Kindern, sie es aber nicht müssen.

    Mir wurde dann angekreidet, dass ich meinen Hunden damit einen Platz zuweise, der ihnen nicht zusteht. Dass Hunde, die mit Kindern aufwachsen, eben einiges aushalten müssen, sonst sind es keine Familienhunde. Zum Teil gebe ich ihr ja recht. Aber meine Kinder sollen trotzdem Respekt vor Tieren haben. So werden unsere Zwergkaninchen nicht gezwungen jetzt auf dem Schoß sitzen zu bleiben, damit sie gestreichelt werden können, sondern die Kinder sollen sich ins Gehege setzen und warten, bis die Hasen von selbst kommen. Mir wird dann vorgeworfen, ich würde das Wohl der Tiere über das der Kinder stellen. :???:

    Und ich frage mich - bin ich so falsch davor oder doch die anderen?

    LG
    Noli

  • Meiner Meinung nach liegst du genau richtig. Es ist zwar nett, wenn Hunde sich von Kindern zur Not augenverdrehend etwas mehr gefallen lassen, aber zur Regel sollte es nicht werden. Ich hab hier so einen, der sich von den Familienkindern wohl alles hat gefallen lassen MÜSSEN, als ich ihn übernommen habe, hat er jedes Mal, wenn wir unterwegs kleine Kinder getroffen haben, stark gemieden. Auch jetzt noch ist er etwas angespannt, wenn Zwerge zu nah an ihm vorbeilaufen.

    Meine Befürchtung ist auch, dass sich dieser "tolle, freundliche, tolerante Familienhund" irgendwann eben nicht mehr alles gefallen lässt und dann mal schnappt. Wäre aus Hundesicht in dieser Familiensituation sogar höchst angebracht. Und dann sind ggf. auch nicht die eigenen Kinder das Opfer, sondern womöglich Gastkinder, weil der Hund gelernt hat, die eigenen darf er unter keinen Umständen "anfassen".
    Vor allem, wenn kein Erwachsener dabei ist, der den Hund (ggf. durch bloße Präsenz) hemmt, hätte ich arge Bedenken, ob das ewig gut geht. Auch die Reizschwelle eines Golden ist nicht unendlich hoch.

    Also mach dir keinen Kopf um deinen Umgang mit Kindern und Hund, ich finde, du machst das genau richtig. Gegenseitiger Respekt hat ja nichts mit einer erhöhten Position zu tun.

  • Du siehst das vollkommen richtig :gut:

    Sei stolz, dass du Respekt nicht nur vom Hörensagen kennst, sondern auch aktiv lebst und sei stolz auf deine Tochter, die genau mitbekommen hat, was gut ist und was nicht :D


    ( Dieses übergriffige Verhalten wird wahrscheinlich auch den Kindern der Familie zu teil, nur mal so am Rande )

  • Ich finde Deine Meinung sehr gut.
    Ich finde, dass ein 'Familienhund' sich anpassen muss und dann in den Moeglichkeiten auch handeln darf.
    Zb. meine Tochter (2 Jahre) kommt und haut den Hund mit etwas.
    Hund 1 laesst es sich gefallen, bis sie den Spass daran verliert.
    Hund 2 knurrt, zeigt seine Zaehne und geht weg.
    Hund 3 bleibt erstmal, versucht die Situation zu entschaerfen, knurrt und sie hoert meistens auf,ansonsten geht auch er weg.

    Ich finde alle drei Hunde haben auf ihre Weise richtig reagiert, aber alle zeigten/sagten dem Kind, dass es besser aufzuhoeren ist und sie versteht Hunde ziemlich gut.

    ABER ich wuerde nicht fremde Kinder auf einem Kindergeburtstag Hunde testen lassen, dass finde ich schon ziemlich mies dem Hund gegenueber.

    LG Anna

  • Ich kann mich nur anschließen. Ich finde es unter aller Kanone wenn Eltern/Erwachsene erwarten, dass sich der Hund ALLES gefallen lassen muss. Nicht nur, dass der Hund das zu erdulden hat, ihm wird ja im schlimmsten Fall quasi normales Hundeverhalten abgesprochen und zum Spielzeug degradiert. Mein Hund muss auch einiges Aushalten, aber ich achte immer darauf, dass er nicht bedrängt wird, besonders nicht von Kindern. Nicht nur meinem Hund, sondern auch den Kindern zuliebe, denn ich fände es schrecklich wenn da was passieren würde. :/ Tomi war erst sehr skeptisch Kindern gegenüber, mittlerweile ist es viel besser geworden. Er hat kontrollierten Kontakt und lässt sich mittlerweile auch streicheln. Wenn er nicht mag, geht er und ich achte dabei penibel auf Kind und Hund. Wie du schon geschrieben hast, es hat auch was mit Respekt gegenüber dem Tier zu tun. Jedes Kind sollte einen respektvollen Umgang mit Tieren lernen und das von dir beschriebene Verhalten gehört definitv nicht dazu. :muede:
    Ich bin durchaus der Meinung, dass ein Hund, der mit Kindern zusammenlebt oder öfter Kontakt mit Kindern hat, einiges aushalten können sollte, aber das hat Grenzen auf die die Erwachsenen penibel achten sollten.

  • Gerade wenn der Hund sich alles gefallen lässt, würde ich mich als Mutter dafür verantwortlich fühlen, dass der Hund auch Ruhe bekommt.

    Mein Hund ist ja auch so einer, der sich wirklich alle gefallen lässt. Schweineohr aus dem Maul pflücken, auf die Pfote treten, ... er zuckt nichtmal.
    Und genau deswegen gibt es für meine Kinder (4+7 Jahre) strenge Regeln. Gespielt wird nur, wenn ich anwesend bin und das Ok gebe. Wenn man den Hund streicheln will, wird er gelockt und nicht hingerannt - und wenn er nicht kommt, dann eben nicht. Wenn der Hund auf seiner Decke liegt, wird er vollkommen in Ruhe gelassen - kein Ansprechen, kein Locken, nicht vor ihm rumhüpfen, nicht hingehen.

    Einen solchen Umgang mit dem Hund wie beschrieben finde ich absolut verantwortungslos - sowohl den Kindern, als auch dem Hund gegenüber.
    Zum Wohl der Kinder gehört ja auch, dass sie den vernünftigen Umgang mit einem Tier lernen und auch vor evtl. irgendwann man negativ ausfallenden Reaktionen des Hundes geschützt werden (wenn er dann eben doch mal schnappt, irgendwann, ganz plötzlich).

  • Ich habe 1 Kind (2) und 2 Hunde, 2 Basis, 1 Hamster, 1 Barthagame.
    Ich sehe das wie ihr alle. Und ja manchmal stelle ich das wohl der Tiere über das des Kindes! Nämlich dann wenn Jack wieder ausprobieren muss ob nach Hund treten oder hauen heute auch noch gilt.
    Er darf mit den Hunden spielen. Ball werfen (dem Kind gibt der Terrier den ball problemlos wieder ab, mir noch :headbash: )
    Es ist auch ein Ritual geworden dass die Hunde abends ihr betthupferl von Jack bekommen und dann noch ne runde zur gute Nacht Geschichte bei ihm im Bett liegen und alles kuscheln. Jeder bekommt freiwillig seinen gute Nacht Kuss und muss dann mit mir raus.
    Beim Hasen füttern darf er ebenfalls helfen.
    Ich möchte keinen Sohn zu einem respektvollen Menschen erziehen. Da gehört es eben dazu dass akzeptiert wird wenn der Hund auf seinem Platz liegt und schläft.
    Und auch beim gassi geht er freundlich auf mir bekannte und okay Hunde zu. Setzt sich hin, wartet bis der Hund kommt und streichelt dann liebevoll. Er rennt (außer mit kira) keinem Hund hinterher. Spielzeug ist tabu.
    Das schönste was wir bisher mit "Fremdhunden" hatten war unser Minibulli kumpel.
    Die haben geschmust wie wild. Wenn der Jack sieht stürmt er auf ihn zu stoppt vor ihm und ein wildes gekuschel geht los. Und er kann dabei sooo vorsichtig sein :lol:

    Wenn Hunde SP gepiesackt werden wie die TS erzählt hat werd ich immer traurig. Bei Geschwistern lassen wir unterbuttern ja auch nicht zu!
    Und herzlichen Glückwunsch zu so einer tollen Tochter! Das habt ihr ganz wunderbar hin bekommen! Sei stolz auf sie!

  • Oink! Das geht ja mal gar nicht! Bei uns leben 2 Kinder von 4 und 6 Jahren, sowie ein Lockengetier. Das Lockengetier ist unglaublich sanftmütig und würde niemals auch nur einen Zahn an die Kinder setzen, geschweige denn knurren oder sonstige "Agression" zeigen. Demnach könnten die Kinder alles mit ihm machen. Könnten. Dürfen sie aber nicht und das wurde von Beginn an auch so beigebracht. Kommt das Lockengetier selbst auf sie zu und will schmusen, spielen, sonstwas, dann gerne. Aber auch dann gibt es Regeln, wie z.B. dass der Hund nicht festgehalten wird, sich nicht auf ihn gesetzt wird...
    Kommt Besuch, parke ich den Hund im Nebenraum - er mag noch so brav und lieb sein, aber in dem Trubel habe ich nicht immer alle Kinder im Blick, also schütze ich den Hund vor Übergriffen, besonders seitens der Besucherkinder.

    Ich finde es toll, dass deine Tochter das Unrecht erkannt hat und es reflektiert! Den Hundebesitzern kann ich nur wünschen, dass der Goldie sich das auch dauerhaft gefallen lässt und nicht doch irgendwann mal ein Kind zurechtweist.

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