Hilfe und Rat gesucht

  • Hi ihr!

    Nach langer Zeit melde ich mich auch mal wieder und muss euch direkt überfallen.

    Eine Freundin von mir hat sich vor etwa 4 Wochen einen Welpen geholt - jetzt etwa 4,5-5 Monate alt, aus der bulgarischen Tötung, Mutter unbekannt, über eine Orga. Er hat eher raueres Fell, ist gar nicht flauschig und kleinbleibend (Fotos lade ich nicht hoch, sie möchte das nicht). Auf den ersten Vermittlungsfotos von ihm würde ich ihn allerdings nicht älter als 6 Wochen schätzen, da war er schon auf der Pflegestelle.

    Problem ist, dass meine Freundin so gar keine Ahnung von Hunden hat (ich musste ihr sogar sagen, wo sie ihn anmelden muss und was TASSO ist), eine relativ schwierige häusliche Situation und der Kleene echt aufgeweckt und wuselig ist.

    Ich habe ihn heute kennengelernt und mein erster Eindruck ist: im Kern ängstlich (ich wurde von ihm angeknurrt, weil er mich wohl gruselig fand), verfressen, nicht dumm und absolut mega-rotzfrech.

    Probleme aktuell sind: Beißen und hochspringen und zu anderen Hunden hinlaufen.

    Er geht morgens mit dem Lebensgefährten raus (hatte immer schon Hunde, nur er hat Recht, bezieht sie aber absolut nicht mit ein, etc.), mittags dann nochmal 2-2,5 Stunden mit meiner Freundin in den Wald: toben, spielen, Blätterjagen, ausruhen, wirklich Strecke machen sie nicht. Was vormittags wirklich mit dem Hund gemacht wird weiß sie nicht.
    Das Forum hier habe ich ihr schon empfohlen, ebenso wie "Bringe deinem Hund Nein bei", Programm herunterfahren, gute! Hundeschule.

    Ich persönlich habe mich ja nun mal eher mit älteren/alten Hunden und ihren Problemen beschäftigt, jedoch auch schon ein paar Tipps von "außen" bzgl. Welpenverhalten erhalten (Mitlesen hier im Forum, Unterhaltungen und Miterleben mit befreundeten Welpenhaltern und auch Bauchgefühl).

    Jetzt brauche ich "elementaren Input" von euch - was soll ein Welpe in diesem Alter können, wie lange gehen, wie das Beißen abstellen etc, vor allem weil ich nun "Patentante" bin und den Stoppel vermutlich auch stundenweise sitten werde.
    (Meine beiden sind absolut kein Problem! Sie waren total super mit dem Stöpsel, alle beide!)


    Ganz liebe Grüße
    Andrea

  • Ein Welpe muss in diesem Alter noch gar nichts können. Ich fange erst mit circa 5 Monaten an, alles langsam beizubringen. Die Spielregeln im Umgang kann man natürlich schon festlegen und liebevoll durchsetzen.

    Erstmal ist eine gute Beziehung/Bindung wichtig. Das Laufen bzw. Spielen im Wald ohne Leine finde ich gut und nicht zuviel.

    Das Beissen soll nicht abgestellt werden, sondern die Beisshemmung muss trainiert werden. Das bedeutet, der Welpe soll lernen, seine Zähne im Spiel sanft einzusetzen.
    Kontakt zu gleichaltrigen Welpen wäre wichtig.

    Ansonsten habe ich zur Bewegung hier einen längeren Beitrag geschrieben:

    https://www.dogforum.de/auslastung-fur…t175544-40.html

  • Sie spielt mit ihm (hauptsächlich Spielzeuge wie Ball), ist ab mittags nur noch für ihn da, alles dreht sich nur noch um den Kurzen, selbst Hausarbeit etc bleibt wohl liegen.
    Im Wald ist er nur ohne Leine oder auf dem Arm (bei unverträglichen Hunden), da er zu jedem Hund hinflitzt.

    Das größte Problem ist jedoch die Beißerei...

  • Ballspiele würde ich nun nicht machen. Welpen können sich eigentlich wunderbar alleine draußen beschäftigen. Bei Ballspielen pusht man den Hund nur hoch und könnte den Welpen überlasten. Spielt der Welpe alleine, hält er auch Grenzen zur Überlastung selbst ein.

    Zitat

    Das größte Problem ist jedoch die Beißerei...

    Das ist aber in dem Alter natürlich. Wie schon geschrieben, muss ein junger Hund lernen, die Zähne sanft einzusetzen. Welpen spielen mit den Zähnen.

  • Hallo,
    ich stecke gedanklich in letzter Zeit auch oft in der Welpenphase, weil Bonnie am 05.01. letztes Jahr zu mir kam, ich sie jetzt oft beobachte und denke "vor einem Jahr hat/war sie...". Ist manchmal echt wehmütig.
    Daher zuerst: Zeit genießen! Erinnerungsfotos machen!

    Der Welpe ist jetzt ja auch kein Welpe mehr, sondern ein super duper junger Junghund.
    Ich finde, mit 4,5 bis 5 Monaten sollte er zumindest schon seinen Namen kennen. Aber den kennt er sicher?
    Dann ist die Stubenreinheit ein Thema und das Umwelt kennen lernen. Gerade wenn er aus dem Ausland kommt mit unbekannten Wurzeln, wird ihn unser Leben ja schon ziemlich flashen. :)
    Ich denke, mit den beiden Dingen ist der kleine genug beschäftigt.

    Beim Ballspielen aufpassen wegen den Gelenken und das der Knirps nicht zum Balljunkie wird.
    Das beißen ist erstmal völlig normal. Rigeros und konsequent immer wieder "nein" sagen (ggf. quietschend aua sagen, aber das spornt auch manche Hunde erst recht an) und sich aus der Situation begeben bzw. den Welpen aus der Situation bringen (wenn er in den Stuhl beißt einfach mal drei Meter weg vom Tisch setzen etc.). Das ist alles nur eine Frage des Durchhaltevermögens. ;)

    Zu anderen Hunden rennen ist doch schön. Schlimmer fände ich es, wenn er sich verstecken und brüllen würde sobald er andere Hunde sieht.
    Auch hier geht das nur mit- nicht machen. Die anderen Hunde eher sehen wie der Zwerg und ihn dann ggf. anleinen. Irgendwann lässt das nach (wirklich! Und ich hab einen Golden! ;) ) wenn man auch hier konsequent bleibt.

    Eine Sache fiel mir noch auf in deine Zweiten Post- deine Freundin soll bloß ihren Haushalt machen und den Welpen unbedingt auch mal links liegen lassen. Es muss sich nicht 24 Stunden am Tag alles um den Kleinen drehen!

    Ich persönlich finde so lange im Wald am Stück für so einen jungen Hund ziemlich viel. Auch wenn nicht viel gelaufen wird, aber das ist doch viel und lange Input für den kleinen.

    Viel Spass euch noch mit dem Kleinen! :D

  • Danke euch zwei!

    Seinen Namen kennt er zwar, aber so richtig darauf reagieren tut er nicht immer.
    Ihn spornt es tatsächlich an. Und er hat richtig mega-spitze Nadeln in seiner Schnute...Ich habe ihr jetzt einen Link zum Beisshemmung-trainieren geschickt.

    Er rennt zu den anderen hin, spielt sehr rau und ruppig, wenn er irgendwas will und nicht bekommt (Spiel, Aufmerksamkeit, Leckerchen) kläfft er, immer wieder.

    Gebrüllt hat er, als ich ihn schnell auf den Arm nehmen musste, weil wir den unverträglichen Hund nicht rechtzeitig gesehen habe und ich näher stand als sie :D - ich tippe auf eine Mischung aus Schreck und kennt-mich-noch-nicht.

    Sie will jetzt was weniger laufen mit ihm, was sich aber relativ schwierig gestaltet, da er natürlich wegen den Ablenkungen mit seinen Geschäften etwas mehr Zeit braucht.
    Großteils stubenrein ist er übrigens etwa 6 Stunden, Stuhl zuverlässig, Urin geht schon ab und zu noch etwas daneben. Bekommt Na- und TroFu.

  • Ich war gestern wieder bei dem kleinen Stoppel.
    Während der zeit, die er nicht mit Herrchenraufen oder Frauchen hinterherlaufen beschäftigt war, hat er mich durchgehend angekläfft....
    Nein, ich nehme das nicht persönlich - er kennt Besuch nicht.

  • Moin,

    in dem Alter ist der Hund kein Welpe mehr, sondern sozusagen ein Teenager....

    Die Frage ist, was kannst Du wirklich tun? Die Problematik ist hier ja eine andere. Deine Freundin hat wenig Ahnung und offensichtlich auch wenig Antrieb, sich selbst zu kümmern - das übernimmst Du? Aber was lernt sie daraus, bzw. was nimmt sie davon an, oder versteht es auch?

    Dazu kommt, der Hund ist noch nicht lange bei ihr, solche Hunde brauchen schon 6 bis 8 Wochen um angekommen zu sein. Das er keine Beißhemmung hat spricht für eine mangelhafte Sozialisation, die sollte in dem Alter schon vorhanden sein, bzw. ihm schleunigst vermittelt werden.

    Wenn mein junger Hund Dich ununterbrochen anbellen würde, würde ich dazwischen gehen und ihm vermitteln "SO nicht, ich kläre das alleine....." notfalls gäbe es eine Auszeit. Meine Hunde haben in meiner Wohnung jeden zu dulden, den ich hier haben mag. Neulich haben wir gar einen Besuchshund über Nacht gehabt, der bei uns geschlafen hat, ohne Probleme.

    Viele Auslandshunde verstehen Sprache nicht, sie sind es nicht gewohnt, das mit ihnen geredet wird..... sie müssen das lernen. Lucas und ich haben seinen Namen trainiert, ich "Lucas" und sobald er geschaut hat, gab es ein Leckerchen.... das machen wir heute auf Spaziergängen auch in und wieder. Aufmerksamkeitstraining. Ich nutze seinen Namen nur noch, wenn ich etwas von ihm will... ansonsten, nicht unbedingt sehr viel reden - sondern nur wenn man etwas möchte. Oder mit Handzeichen arbeiten.

    Sitz und an der Leine locker laufen sollte ein Hund in dem Alter schon können, auch, bedingt in seinem Korb bleiben können, während es Essens etwa. Als mein Malik 5 Monate alt war, waren wir schon mitten in der Ausbildung zum Jagdhund, mit 10 Monaten hat er seine Schußfestigkeit am Wasser erfolgreich abgeschlossen. Wenn Hunde klug sind und gern lernen, können sie viel lernen, wenn sie jung sind, sie können die Dinge nur noch nicht sooooooo lange (etwa im Fuß laufen).

    Sundri

  • Tja, so einfach ist das leider nicht. Sie ist sehr bemüht, aber wird vom Lebensgefährten immer wieder ausgebremst und traut sich da auch nicht wirklich Stellung zu beziehen. Das ist jedoch ein Beziehungs- und kein Hundeproblem.
    Ich übernehme das Kümmern nicht für sie, ich zeige und sage ihr, wo sie sich schlau machen kann, was sie nun lernen sollte. Sie weiß nicht, wo sie anfangen soll sich die Infos zusammenzusuchen.

    Er wurde ermahnt, und ab und zu gekrallt und auf die Couch geholt, wo er nur noch raufen im Kopf hatte, aber Auszeit gab's keine.

    Mit seinem Namen hat er's noch nicht immer so, mit Pfeifen ist er draußen jedoch sogar abrufbar.
    "nicht unbedingt viel reden" wird nicht funktionieren...*hüstel*
    Handzeichen gibt es gar nicht bei ihnen.

    Obwohl er nun ein neues, passendes Geschirr hat sind wir ohne alles los, nicht mal ein HB trug er. Allerdings war auch der Lebensgefährte mit, ich weiß gar nicht ob er von dem neuen Geschirr weiß.
    An der Leine läuft er so gut wie nie, nur, wenn sie z.B. in einen Wildpark fahren.
    Ob er im Korb bleiben kann weiß ich nicht.

    Ich habe ihr auch schon gesagt, sie soll sich eine gute Hundeschule suchen - nicht für den Keks sondern für sich, damit sie erstmal die elementaren Dinge lernt.

  • Ja, eine gute Hundeschule ist bestimmt für sie eine prima Option, vielleicht könnt Ihr ja mal gemeinsam eine Probestunde besuchen? Vielleicht lässt sie sich darauf ein, wenn Du sie begleitest?

    Ansonsten, es gibt auch ne Menge guter Bücher über das Verhalten von Südländischen Hunden, Du könntest ja einfach mal eines bei Ihr "vergessen"..... ;)

    Und ich kann mir einfach schon vorstellen, das jemand, der so gar keine Ahnung von Hunden hat (es gibt erstaunliche viele Hundebesitzer die so drauf sind) eben mit all diesen Dingen keinen Umgang hat oder findet, aus Unwissenheit heraus. Kommen dann noch Paar- und Kompetenzprobleme dazu, wird es schwierig, aber das lösen wir eh nicht auf.

    Sundri

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