Hündin schon mit 7,5 Wochen nehmen?

  • Ist schon klar, dass es geht. Das bezweifel ich auch gar nicht, aber es geht ja um die "optimale" Sozialisierung und wann dafür das entsprechende Zeitfenster ist.
    Meine eigene Hündin kam mit 6 Wochen von der Mutter weg, hatte bis dato auch nichts kennengelernt (keine Alltagsgeräusche, etc.) und kam mit 8 Wochen zu mir. Ich hätte sie nicht noch später haben mögen, einfach, weil sie eh schon so wenig kannte und es wichtig war, dass sie lernte mit gewissen Dingen umzugehen (wir hatten z.B. direkt vor der Haustür eine vierspurige Straße samt Straßenbahn, das war anfangs der blanke Horror für sie). Ich denke, man muss immer auch die Voraussetzungen berücksichtigen, unter denen der Hund bei der Mutter aufwächst. In diesem Fall scheint ja - wie schon vorher geschrieben wurde - auch nicht viel Gewöhnung an Alltagsgeschehen stattzufinden, daher finde ich es nicht verkehrt, den Hund möglichst früh zu nehmen. Zumal ja auch ein Hund im Haushalt lebt, von dem der Welpe "hündisches Verhalten" lernen kann.

  • Nimm sie mit 8 Wochen, so ist dem Gesetz genüge getan und sie kann sich an Deinem Hund orientieren. Den Nachbarswelpi hat sie dann ja auch sicher noch zumindest bei Ausflügen teilweise zur Gesellschaft.

    Ich würde meinen Welpen so früh wie möglich von einer so unsicheren Mutter wegholen.

  • Es gibt kein einleuchtendes Argument, den Welpen vor Vollendung der 8. Lebenswoche zu nehmen.
    Auf ein paar Tage später sollte es wohl auch nicht ankommen, anstatt zu sagen, auf wenige Tage füher käme es nicht an.
    Ob man nun 8 oder 10 Welpen zu versorgen hat - turbulent ist es sowieso.
    Abgesehen davon, ist am 24.12. die 8. Lebenswoche vollendet und dann hat die "Besitzerin", wenn sie das Haus über Weihnachten voll hat, doch sowieso zwei Welpen weniger.
    "Die paar Tage länger" zusammen mit den Geschwistern machen schon Sinn, Tierschutzgesetze gibt es nicht umsonst.
    Oder sind die Aufzuchtsbedingungen nicht optimal?
    Den wahren Grund der frühen Abgabe habe ich nicht wirklich verstanden.
    Selbst wenn die Aufzuchtsbedingungen weniger gut sind, würde ich den Welpen erst mit Vollendung der 8. Lebenswoche übernehmen, allerdings dann auch nicht später.

    Viele Grüße
    Themis

  • Uih, so viele Antworten :D

    Also, schreiben und lesen macht es für mich immer etwas einfacher, für mich selber zu sortieren: Ich werde definitiv die 8 Wochen abwarten, werde den Welpen aber danach dann zu mir nehmen. Momentan sind sie recht zutraulich und ich möchte gerne, daß das auch so bleibt. Meine Hündin ist ziemlich sicher und gut sozialisiert, kommt mit den meisten anderen Hunden gut klar (wir haben 1 oder 2, die sie nicht mag, aber ich mag ja auch nicht jeden!) und ist momentan so, daß ich uns zutraue, daß wir mit einem Welpen klar kommen. Wäre diese Voraussetzung nicht gewesen, wäre überhaupt kein Welpe hier eingezogen, egal wie süß die sind und wie sehr sie einem in der kurzen Zeit schon ans Herz wachsen.

    Bei einem verantwortungsvollen, erfahrenen Züchter mit sicherer Mutter wäre ich die letzte, die einen Welpen unbedingt schon mit 8 Wochen haben wollte. Wenn der Züchter mir sagen würde, daß die Welpen erst mit 10 oder 12 Wochen abgegeben werden, wäre das absolut in Ordnung für mich. Dem ist aber nicht so, die Mutter ist unsicher und misstrauisch und die Welpen sind mittlerweile zwar im Wintergarten neben dem Wohnzimmer untergebracht und werden sicherlich auch mal 'nen Fernseher, die Mikrowelle, Staubsauger oder Telefon am Rande mitbekommen - aber auch wenn wir uns noch so sehr bemühen, wir sind keine Profis und es sind keine optimalen Bedingungen!

    Nebenbei übrigens einen lieben Gruß an Meike, wir hatten uns damals bei der Suche nach "Dina" mal kennengelernt! ;) Es ist definitiv nicht einfach, die Hilfe zu koordinieren, anfangs war es ein heilloses Durcheinander, es wurden zig verschiedene Hundetrainer angerufen usw. Die letzte Aussage war dann, als der Hund im Maisfeld lag: "Hier ist viel zuviel Aufregung, der Hund muss erstmal ein paar Tage zur Ruhe kommen, bevor man anfangen kann, eine Strategie zurecht zu legen!" Eine gute Idee, aber nicht, wenn der Bauer die Felder pflügen will, auf denen der Hund sich aufhält, der Mais bald geerntet werden soll und die erste Treibjagd des Jahres auf eben diesen Feldern stattfinden sollte. Außerdem war der Jagdpächter auch sehr interessiert an dem Hund, aber eher weniger, um ihn anzufüttern... :sad2:

    Naja, es ist ja glücklicherweise soweit gut gegangen, bisher sind alle Hunde gesund, total niedlich (fast alle mit weiß, zumindest an den Pfoten) und wir vermuten, daß der Vater ein Husky-Mix ist, der ähnlich gezeichnet ist, wie ein Bordercollie. Jetzt hoffen wir mal, daß wir noch ein paar Welpeninteressenten finden und es uns gelingt, die 10 Würmchen bestvorbereitet in die Welt hinauszuschicken. Mann, was hab ich in den ersten Tagen für Alpträume gehabt! Wir hatten ja 10 Welpen gezählt und ich bin jede Nacht wachgeworden, weil ich geträumt hab, daß lediglich 2-3 von ihnen überlebt haben!

    Ich werde den Welpen dann um Weihnachten rum nehmen, ob jetzt Heiligabend oder später, werde ich dann entscheiden. Dann sollte er das Nötigste von Mama und Geschwistern mitbekommen haben und Snowy kann ihm dann noch ein bißchen "hündisch" beibringen, während wir Menschen versuchen, ihm möglichst viel anderes noch nahezubringen. z.B. leben die Hunde in einem Haus mit Garten direkt am Feld, es kommen zwar viele Hundehalter vorbei, aber selten mal ein Auto oder ähnliches, und es gibt soviel, was ein Hund einfach kennen sollte. Ich denke, daß ist ein guter Kompromiss, den Anfang macht "Mami" und bevor der Welpe sich auch ihr Verhalten gegenüber Menschen abguckt, übernehme ich dann. Und werde nach bestem Wissen und Gewissen versuchen, den Hund auf ein schönes Leben vorzubereiten, evtl. mit Hilfe dieses Forums.

    Bzgl. der Frage, ob die Silvesterknallerei für die Welpen ein Problem darstellt: Ich glaube nicht, daß die Knallerei ein Problem ist, aber ich könnte mir vorstellen, daß die Panik von Mutter und "Ziehtante" ein Problem sein könnte und diese dann mit der Knallerei in Verbindung gebracht wird. Aber ist ja auch egal, ich warte mal ab und wenn ich Weihnachten das Gefühl hab, der Welpe braucht noch ein bißchen die Mama, ist es sicherlich das kleinste Problem, ihn noch eine Woche da zu lassen.

    LG und ich halte Euch auf dem Laufenden, sofern Interesse daran besteht!

  • Wegen der Knallerei würde ich mir keine Gedanken machen.Meine Althündin ist absolut panisch an Sylvester und die Lütte zog ebenfalls an Weihnachten ein.Sie hat sich überhaupt nicht von dem panischen Getue der Alten verunsichern lassen und auch zwei Jahre später steht sie mit auf der Terrasse und wundert sich *Lichter da....Lichter weg....Lichter da.....Lichter weg* :hust: Keine Spur von Unsicherheit.

  • ich hatte nie einen besser sozialisierten hund, als den, den ich mit 5 wochen bekommen habe

    wenn du es aber in der hand hast, den abgabezeitpunkt zu beeinflussen, bin ich auch immer ein fan von an gesetze halten.

  • Kurze Frage zu der 8-Wochen-Regel:

    Bei mir bekannten Züchtern habe ich schon oft erlebt, dass Mutterhündinnen ab einer gewissen Zeit gar keine Lust mehr hatten sich um die Welpen zu kümmern. Das haben dann andere Rudelmitglieder übernommen.
    Anfangen tut das meistens, dass sie nicht mehr so häufig säugen will (oder beim säugen ungeduldig wird) und sich dann anderen Dingen in der Welt widmet, während die Welpen für sich die Gegend erkunden. Auch Maßregelungen kommen dann eher von anderen Hunden des Rudels.
    Und das war auf jeden Fall vor der 8. Woche. Ist also das entscheidende einfach nur die Anwesenheit des bekannten Rudels und die vertraute Umgebung mit ihren Gerüchen sowie Geräuschen?


    (Von Stuten mit Fohlen bei Fuß kenne ich das auch, dass sie irgendwann vor dem Absetzen ihre Fohlen wegbeißen und die vor allem unter sich sind, während die genervten Mütter irgendwo weiter weg grasen gehen)

  • Es ist normal, dass die Mutter ab einer bestimmten Zeit nicht mehr 24h neben ihren Welpen hockt und ihnen auch mitteilt, dass die Kleinen sie mal nerven.
    Genau diese Erfahrung finde ich wichtig für einen Welpen, leider wird das oft als falsches Argument für eine zu frühe Abgabe genutzt.
    Ein Welpe durchläuft verschiedene Entwicklungsphasen, bis zur achten Lebenswoche (natürlich auch noch darüber hinaus) lernt ein Welpe verschiedene Signale der Kommunikation, durch die Mutter und durch die Geschwister.
    Es ist leichtsinnig, jetzt unabhängig vom Tierschutzgesetz, einem Welpen wegen zu früher Abgabe diese "Erfahrungen", die er machen sollte, zu verkürzen.
    Keine Welpengruppe und kein vorhandener Ersthund kann das ersetzen, was ein Welpe in seinem kleinen Rudel lernt.

  • Ich wollte damit auch überhaupt keine frühere Abgabe begründen!

    Mich hat interessiert (was mir irgendwie auch klar war), dass es eben nicht nur die Mutterhündin, sondern das Zusammenspiel des eigenen Rudels ist, was für die kleinen so wichtig ist.
    Und, dass selbst wenn die Hündin sich schon vom Geschehen abwendet, es wichtig ist, dass die Welpen 1. lernen damit umzugehen und 2. lernen von da an intensiver mit dem Rest des Rudels zu kommunizieren und somit einen wichtigen Schritt in Richtung Selbstständigkeit gehen.
    Und unter anderem dieser Schritt kann fehlen, wenn ich sie vorher hole.

    Sehe ich das richtig :???:

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