Click beendet Verhalten vs. Click = Versprechen auf Belohnun

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    finnrotti
    Du musst dem Hund schon zeit geben. Generalisieren ist für den Hund als Kontextlerner immer schwierig. Irgendwann ist es das Ziel, aber da muss ich nicht hinauszögern. Sind es Angstegschichten, haben wir eine hohe Erregungslage und das braucht Zeit, bis es sich im Hundehirn festsitzt. Besonders da Menschen ja immer anders und überall sein können.

    Das Endziel kann auch erst in einem Jahr das automatische Umorientieren sein - je nach Schwere des Problems auch gern länger. Was in Jahren schiefgelaufen ist, kann man nicht in Wochen ausbügeln.

    das ist ja klar, die Frage war ja nicht wie lange das dauert, sonder was das Endziel ist.

    Wir haben halt ein ähnliches Problem wie Pia, die Terriergöre sucht förmlich nach "Opfern", allerdings nur hier zuhause (auf dem Land, wo sonst fast nix ist), in der Stadt ist sie entspannt und interessiert sich nicht für all die Menschen. Sind wohl zu viele, als dass sie sich einen rauspicken könnte.

    Für sie sind auch Hunde ein Thema, Bellen im Garten aus Langeweile und dann haben wir noch den knurrenden Rotti, der sie nicht gern um sich haben mag. Ist bestimmt nicht alles mit dieser Methode zu meistern, aber ich würd gern dran arbeiten und freu mich immer über Alternativmethoden.

  • Ich weiss nicht so recht, ob sie mir sagen will, dass da was ist.
    Weil, wenn ich nur zur Haustür gehe und durchs Schlüsselhoch gucke, fängt sie auch direkt an zu kläffen, weil sie denkt, dass da jemand kommt :???:

    Zu dem anderem, soll ich das Umorientierungssignal vor dem Click zu ihr sagen oder danach?

    Wenn Kyra z.B. Ansätze zum Mobben macht, dann spreche ich sie auch an und wenn sie glubscht, dann gibts nen Click. Hilft oft, aber nicht immer, weil sie manchmal so fixiert ist.

    Wenn Kyra richtig unter Stress ist, dann ignoriert sie leider auch den Clicker total und nimmt auch keine Belohnungen mehr an.

  • Schade, ich finde, wir sind hier weit weg vom ursprünglichen Thema und dem orginären Clickern und befinden uns in einer Alltagstauglichkeitsdiskussion unserer Hunde ...

    Dennoch, liebe Grüße
    Bea

  • Zitat

    Ich weiss nicht so recht, ob sie mir sagen will, dass da was ist.
    Weil, wenn ich nur zur Haustür gehe und durchs Schlüsselhoch gucke, fängt sie auch direkt an zu kläffen, weil sie denkt, dass da jemand kommt :???:

    Zu dem anderem, soll ich das Umorientierungssignal vor dem Click zu ihr sagen oder danach?

    Wenn Kyra z.B. Ansätze zum Mobben macht, dann spreche ich sie auch an und wenn sie glubscht, dann gibts nen Click. Hilft oft, aber nicht immer, weil sie manchmal so fixiert ist.

    Wenn Kyra richtig unter Stress ist, dann ignoriert sie leider auch den Clicker total und nimmt auch keine Belohnungen mehr an.


    Ja, das Verhalten hat sich, egal welchen Ursprung es hatte, schon automatisiert. Es hat vielleicht sogar mit deinem Verhalten zu tun... das ist das Problem - aus der Ferne kann man das nicht ohne einem Aber beantworten.

    Das ista uch normal, wenn die Erregung zu hoch ist, geht das natürlich nicht (aber da funktionieren auch Strafen nur, wenn sie hart genug sind und das nur zweitweise - das Verhalten wird davon nicht aussterben). Die Kunst ist es, den Hund imme rüberhalb der Reizschwelle zu halten. Das geht nicht immer.
    Schon mal eine Clickersalve versucht?
    Oder ein Entspannungssignal?
    Oder davon gehört?


    finnrotti
    Nein, sicherlich braucht es auch noch andere Werkzeuge nach positiver Verstärkung, um solche Probleme in den Griff zu bekommen. Aber das Prinzip des Clickerns über das reine Trickshaping kann durchaus helfen. Versteht man die Grundlagen, kommt man vielleicht sogar selbst auf ganz neue, kreative Ansätze, ohne ein bestimmtes Werkzeug nach XY aufzutrainieren. :)


    Bea
    Ich finde wichtig, an Alltagsbeispielen klarzumachen, was der TE wissen wollte...

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    Ich arbeite ja nun seit einigen Wochen auch nach dieser Methode - also ins unerwünschte Verhalten reinclickern. Wir haben in diesen wenigen Wochen so viel erreicht, das ist unglaublich. Einige Baustellen, an denen ich vorher wochenlang überhaupt nicht weiter kam, die sich teilweise sogar verschlimmerten, sind heute schon viel viel besser geworden. Dass ich dieses Training hier im Forum entdeckt habe, ist das Beste für mich und vor allem meinem Hund überhaupt. Unsere Bindung ist seitdem noch viel stärker und der ganze Hund ist komplett anders geworden. Sie bietet schon so viel Alternativverhalten von ganz alleine an, einfach spitze :gut:


    Geil, nicht war :D Ich kann gleiches berichten.

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    aber das Endziel soll dann so sein, dass wenn sie Menschen sieht automatisch Dich anguckt, also fängst Du irgendwann später an zu clicken?

    JEIN.
    Der Hund hat verstanden: MENSCH...ich bekomme den Click.
    Jetzt ist die Grundlage vorhanden!
    Jetzt wird der (Beispiel) Mensch auch BENANNT! Wie ist egal, hier als Beispiel: Mensch!
    und nun ändert sich MEIN Verhalten. Ich fordere den Hund jetzt auf AKTIV zum Mensch hinzuschauen, wenn ich das Wort sage. Dann kommt der Klick, Hund wendet sich um und wir haben Halbzeit im Üben von "Z und B" :D

    Das Endziel ist für mich, dass meine Hunde ihre Umgebung wahrnehmen und kein Alternativverhalten für die normalsten Dinge benötigen.
    Stell dir vor, du gehst durch die Strassen und ständig ist irgendetwas, was dich aufregt und dir Angst macht oder dich wütend macht, weil du im Grunde frustriert bist und Angst hast. und neben dir läuft jemand, der dir dauernd sagt: FALSCH, NEIN, LASS DAS...Das blockiert. So kann man nicht lernen.

    Geht aber jemand neben dir her und zeigt dir angstmachende Dinge und sagt. Klasse, wie du damit umgehst! Good Boy!
    Deswegen meine ich, das Z und B eine Verhaltenstherapie ist! und nicht einfach CLICKERN ;)

    Weisst, was ich meine?

    Das Ziel des ganzen ist: ein Hund, der sich mir anschliesst und mit mir mitläuft.

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    ... die Terriergöre sucht förmlich nach "Opfern", allerdings nur hier zuhause (auf dem Land, wo sonst fast nix ist),

    Für sie sind auch Hunde ein Thema...
    Bellen im Garten aus Langeweile ...

    ..und dann haben wir noch den knurrenden Rotti, der sie nicht gern um sich haben mag.

    Ich würde beim Terrier anfangen :D Der Rottie hat kein Problem mehr, wenn der Terrier nicht nervt. (es sei denn der Rotti hat Schmerzen)

    Ich würde mal gucken, ob der Terrier im Jagdmodus ist, wenn er so auf dem Land die Umgebung scannt.
    Hier würde ich eine Anzeige aufbauen.

    "Hunde sind ein Thema" ist ja das klassische..."Problemverhalten", das kannste gut mit Z und B bearbeiten.
    Bellen aus Langeweile im Garten würde ich managen...vorläufig...denn mit dem Training erfolgt gleichzeitg als positiver Nebeneffekt, dass die Bindung noch mal deutlich verbessert wird und Hund führiger wird.

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    Wir würden nur ins Pöbeln clickern, um danach ein besseres Verhalten herauszukitzeln.

    Das hat aber mit Clickertraining auch nichts mehr zu tun, denn da würdes Du darauf achten, dass Du den Moment noch erwischst BEVOR Hund überhaupt mit Pöbeln loslegt, oder zuerst ein Signal etablieren, das supertoll mit Bestätigung belegt wird wie bsp "Watch me".
    Und dann das watch me mit Click bestätigen, wenn er es unter größtmöglicher Ablenkung anbietet.

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    Wenn ich einen "Liegendtrick" clickere, z.B. Pfoten kreuzen im Liegen, lernt mein Hund als erstes, dass Liegen Teil der Aufgabe ist und dann, im Rahmen einer Verhaltenskette, noch was mit den Pfoten zu machen... es wäre contraproduktiv, wenn der Hund sich nach jedem Click fürs Liegen wieder erheben würde.

    Wenn mein Hund begriffen hat, dass Liegen Teil der Übung ist, warum sollte ich das Liegen noch clickern?

    Mein Ziel ist ja das Endverhalten zu formen und nicht ständig wieder jeden einzelnen kleinen Schritt zum Endverhalten hin zu bestätigen. Irgendwann sollte Hund ja begriffen haben, was der Ansatz des gewünschten Verhaltens ist. Andernfalls würde ich mir mal Gedanken machen, was ich beim Training falsch mache, wenn meine Hunde das immer wieder nötig haben.

    Wir hatten das mal bei einem Seminar ... Meine war die einzige, für die Click das Verhalten beendet. Die anderen hatten auch so geklickt wie Du das beschreibst ... Interessanterweise war meine Hündin schneller im Begreifen und Ausführen der Übungen als die anderen ...

    Was auch nicht verwunderlich ist ... Denn für sie markierte der Clicker ganz klar und eindeutig "das war's was Du tun solltest" und verhunzte durch die Zwischenklickerei nicht ständig die Konzentration auf das, was ich eigentlich wollte.

  • Zitat

    Ich hatte anfangs arge Bedenken.
    Allerdings ist es so, dass man mit "Clickern ins unerwünschte Verhalten" auch ganz viele erwünschte/schöne Verhaltensweisen bestärken kann - und ja, die "Gefahr" der Verhaltenskette besteht. Allerdings kann man, mit einem etwas geübten Auge das nächste Mal so clickern, dass man die Zeitpunkte vor dem erwünschten Verhalten makert und so lernt der Hund, dass er gar nicht mehr Unerwünschtes tun muss, sondern Handlungen davor schon ausreichen. So kann man sich unerwünschtes Verhalten runtershapen.

    Uns Jagdverhalten reinclickern ist ebenso effektiv wie ins Aggressionsverhalten zu clickern. Ich finde es sehr mutig von dir, dass du es ausprobiert hast und ich freue mich, dass du bemerkt hast, dass der Clicker noch mehr kann, als ein bisschen Trickspielerei.

    Beim Aggressionsverhalten ist der Ansatz, dass ich den Hund beim Clickern mit diesen freudigen Gefühlen, die er durch den Clicker kennt, aus der Aggression helfe, das ist die Clickersalve. So "clickern die meisten rein".
    Ich clickere so ins Aggressionsverhalten wie du ins Jagdverhalten, um mir die Tür zu öffnen.


    Besser hätte ich es jetzt nicht beschreiben können. Genau das wäre auch meine Antwort gewesen.

    Also, mach weiter so und clickere beim Auftreten von Jagdverhalten. Wichtig ist nur, dass du genau beobachtest und am Besten den Moment clickst der genau vorm loshetzen kommt. Viel Glück!

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