Wieso will niemand an Verträglichkeit seines Hundes arbeiten
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Gegenfrage: Warum muß das möglich sein? Ich meine die Frage ernst! Wieso sollte sowas zwingend machbar sein? .....
Ha - DANKE! ;-)
Genau die Frage hab ich mir auch irgendwann wegen meiner Frieda gestellt. Und die Maus ist sehr glücklich, wenn ich ihr alles, was 4 Füße hat, vom Leibe halte, hat keinerlei Streß, und liebt dafür eben Menschen. Wie sagte meine Trainerin damals, als ich Biene ganz neu hatte, zu mir: es gibt Hunde-Hunde (so wie der Bossi) und Menschen-Hunde.... *gg Und als Letztere kann das Frieda-Fusselchen ganz gut ohne Hunde leben..... Biene ist ja meist so nett und ignoriert beides mehr oder weniger *gg Ist aber auch nicht so der "Hunde-Hund", der jeden gleich begrüßen gehen muß.
Ich denke auch, es kommt auf die individuellen Umstände an. Einmal - woher kommt diese Unverträglichkeit (bei Frieda kann ich es mir nur vorstellen, weil sie aus dem Tierschutz kommt)? Dann: wie wichtig ist mir eine gewisse Verträglichkeit? Das wiederum hängt doch auch von der Umgebung ab: mit wie vielen Hunden hat der jeweilige Hund Kontakt, wie wahrscheinlich ist es auf Dauer, daß man anderen Hunden gut ausweichen kann (Frieda in ner Großstadt - zu Hilfe.... *gg Das wär ein Alptraum...)? Und: welchen Aufwand bin ich dafür bereit (und in der Lage, zeitlich als auch finanziell - kaum ein Trainer ist kostenlos), zu leisten? Wie tief sitzt die Aversion, ist sie überhaupt noch zu beheben (schwer zu beantworten, wenns ein Tierschutzhund ist, weil man nicht weiß, wie entstanden -wo soll man da beim Training ansetzen?- und wie lange "erfolgreich" ausgeübt)? Und, was ich auch wichtig finde: wie sehr hat der Hund selbst ein Problem damit? Begegnet er dauernd zwangsläufig anderen Hunden und hat jedesmal Streß, ist der Handlungsbedarf sicherlich größer als bei uns auf dem Kaff, wo jeder mich kennt und seinen Hund einfach kurz auf die Seite nimmt, wenn man mir mit Frieda unterwegs begegnet. Und das Alter spielt sicherlich auch ne Rolle: einen unverträglichen Hund kann ich nicht frei laufen lassen, was nicht sehr artgerecht ist. Aber wenn z.B. die Frieda (Hilfe, mein Mädel wird ja schon 12....) ne Runde rennen möchte - dann tun wir das halt mit Leine und zusammen. In dem Alter ist ihr Bedürfnis, ne Strecke zu rennen, auch mit meiner Kondition noch gut erfüllbar *gg Bei einem Junghund wäre da der Druck, etwas zu unternehmen sicherlich ein ganz anderer, der hat mehr Energie, die er austoben möchte, und bei erfolgreichem Training auch noch entsprechend lange was davon.
Aber: mit den anderen beiden kann ich problemlos mit anderen Hunden Kaffeeklatsch-Runden unternehmen - wenn ich dann akzeptiere, daß Bossi die erstbeste Gelegenheit (meiner Ablenkung) nutzt, jagen zu gehen. Hoffe nur, daß dann alle Kaffeeklatsch-Teilnehmer genügend Kaffee dabei haben.....
Könnte dauern, bis er wiederkommt.... Will heißen, auch mit nem verträglichen Hund ist ne Kaffeeklatsch-Runde nicht unbedingt die reine Erholung....
Daher gehe ich auch sonst meist lieber alleine mit meinen Hunden, weil ich weiß, ich lasse mich schnell mal ablenken in ner Gruppe (es sei denn, es sind Gleichgesinnte, die auch immer ihre Hunde im Augenwinkel haben). Oder ich leine den Kerle dann bei ner echten Kaffeeklatsch-Runde an, damit ich net gucken muß. Aber dann hat er von den anderen Hunden auch nix. - Vor einem Moment
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Hallo,
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danke, Königscobra!
Ich weiß auch immer nicht, was dieses Gerede von Sozialisierung soll. Ich kann meinem Hund schwerlich beibringen, wie er sich anderen Hunden gegenüber zu verhalten hat, das können Hunde nur untereinander lernen!Ich habe meinen Rüden im Welpen- und Junghundealter mit sehr vielen Hunden zusammen gelassen. Es waren täglich Dutzende. Alle Rassen, alle Altersklassen, jedes Geschlecht, einfach alles. Und was hat es am Ende gebracht? Nichts, er ist trotzdem zum Raufer geworden. Obwohl (oder weil?????) er ein paar Mal von älteren Rüden eine übergebraten bekommen hat, wenn er zu forsch oder unhöflich war.
Sozialisierung ist nicht alles! Ich halte es auch für zu einfach, einen Hund lediglich auf seine Prägung/Sozialisation ab der 8. Woche beim Besitzer zu reduzieren. Klar lenkt man den Hund als Mensch. Aber man sozialisiert ihm nicht seine Anlagen weg.
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Es soll ja in der Tat auch Hunde/Rassen geben, die auf Fremdhunde einfach keinerlei Wert legen.. Und das trotz toller Kinderstube, usw.

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Es soll ja in der Tat auch Hunde/Rassen geben, die auf Fremdhunde einfach keinerlei Wert legen.. Und das trotz toller Kinderstube, usw.

nein

das ist NICHT akzeptabel

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Ich finds ja lustig, wie einige hier einen sozialen Hund definieren. Scheinbar für manche nur ein Hund, der mit Hinz und Kunz verträglich ist und nie und nimmer Aggressionen zeigt. Natürlich nur, weil Hundchen das so gelernt hat, durch gaaaaanz viel Hundekontakt mit allen möglichen Rassen.
Ich nehme gerne nochmal meinen Hund als Beispiel ran. Ich bekam ihn mit 12 Monaten, da war er typisch pubertierender Jungrocker, aber im Grunde recht harmlos. Ich dachte auch so, dass der Hund ja hübsch brav sozial werden soll, und bin regelmäßig auf Hundewiesen und zu Hundefreilaufgebieten gegangen. Muss ja spielen und Sozialkontakte haben, der Kleine.
Was hat es mir gebracht? Einen Hund, der mehrmals die Erfahrung gemacht hat, dass man sich durch "draufprügeln" wunderbar nervig-aufdringliche Hunde vom Pelz halten kann, und dass man irgendwann einfach gleich draufhaut, bevor der andere überhaupt irgendwas gemacht hat. Man ist ja mit seinen knappen 50kg Körpergewicht eh stärker als alle anderen. So mit 18-20 Monaten war es dann, dass er nur noch mit sehr sehr sehr sehr ausgewählten Hunden verträglich war und an der Leine pöbelte wie sonstwas.
Tolles "Sozialverhalten" gelernt, hm?
War auch ganz spitze, ihm das wieder abzugewöhnen.Heute ist mein Hund mit ausgewählten Hunden kompatibel, und zeigt dort ein durchaus sehr normales Sozialverhalten. Er ist prollig, klar. Aber er muss den anderen nicht mehr sofort in seine Einzelteile zerlegen, weil er ne Sekunde zu lange an ihm schnüffelt. Und mittlerweile kann er auch die meisten Fremdhundkontakte (a la "DER TUT NIX!") kurz ertragen und muss nicht mehr sofort nach vorne gehen. MIR reicht das so. Und ich empfinde es nicht als stressig, auf meine Gegend zu achten und meinen Hund kurz ranzupfeifen, wenn usn fremde Hunde entgegen kommen.
Und ich finde es für viele Hunde (je nach Rasse / Veranlagung) nach wie vor NICHT normal, dass sie sich mit alles und jedem verstehen müssen, und glaube, dass dieses dauernde "Hallo sagen" mehr Stress ist, der nicht unbedingt sein muss.
Was nicht geht ist wie gesagt an der Leine pöbeln - aber auch hier gilt: Nicht jeder Leinenpöbler ist "unsozial" und nicht jeder Hund, der sich ruhig verhält ist automatisch "sozial", das ist schlichtweg eine Erziehungsfrage und hat mit Verträglichkeit also wenig zu tun.
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Es soll ja in der Tat auch Hunde/Rassen geben, die auf Fremdhunde einfach keinerlei Wert legen.. Und das trotz toller Kinderstube, usw.

Ja gut ... diese Hunde gibt es natürlich auch
.Aber weil ja immer so viel von Sozialisierung gesprochen wird und dabei grundlegende Dinge ( Sozialisierung der Hunde untereinander und das Zusammenleben mit dem Menschen ) in einen Pott geschmissen werden.
Ich hatte auch eine gute Kinderstube und lege trotzdem keinen Wert auf das Zusammentreffen mit anderen Menschen
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[quote="Dingsda"]
Heute ist mein Hund mit ausgewählten Hunden kompatibel, und zeigt dort ein durchaus sehr normales Sozialverhalten. Er ist prollig, klar. Aber er muss den anderen nicht mehr sofort in seine Einzelteile zerlegen, weil er ne Sekunde zu lange an ihm schnüffelt. Und mittlerweile kann er auch die meisten Fremdhundkontakte (a la "DER TUT NIX!") kurz ertragen und muss nicht mehr sofort nach vorne gehen. MIR reicht das so. Und ich empfinde es nicht als stressig, auf meine Gegend zu achten und meinen Hund kurz ranzupfeifen, wenn usn fremde Hunde entgegen kommen.
Dem kann ich mich nur anschliessen- und ich habe mit meinem Hund bis zum erbrechen trainiert.
Meine Güte er ist genauso ein Individuum wie ich und wenn er eben kein Bock hat hat er ihn eben nicht.
Das hat für mich nichts mit Sozialisierung zu tun- eher mit meiner, dass ich lange gebraucht habe zu verstehen
wie er tickt
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Ich hatte auch eine gute Kinderstube und lege trotzdem keinen Wert auf das Zusammentreffen mit anderen Menschen
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Aber verprügelst du denn die Menschen, denen du begegnest, oder ermordest die, mit denen du eine Stunde gemeinsamen Weges gehen musst? -
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Dann muss man nur hoffen, dass man nicht deshalb scannen muss, weil es im Gassigebiet einige freilaufende, nicht abrufbare, teilweise unverträgliche Hunde gibt, die dann plötzlich auf dem eigenen Hund hängen. Das Problem habe ich nämlich hier. Bevor ich mich drauf verlasse, dass die anderen ihre Hunde rechtzeitig an die Leine nehmen, scanne lieber ich und geh denen aus dem Weg, wenn ich kann.
Stimmt natürlich. Aber manchmal hat der große, schwarze Kampfhund auch seine Vorteile
. Ich bin mir sicher, sie wäre in 95% der Fälle Sieger wenn es zum Ernstfall kommen würde und viele, die mich nicht kennen, gehen uns sowieso schon aus dem Weg. Hätte ich einen kleineren, weniger kräftigen Hund würde ich auch schauen was mir da so entgegen kommt. -
ich hab auch Glück mit meiner, sie ist sozial und ohne erkennbare Aggressivität auch fremden Hunden gegenüber. Allerdings pass ich darauf auf, das es so bleibt. Hunde und Halter die mir schon suspekt sind muß sie nicht kennenlernen. Auch schwatz ich mal ganz gerne auf einer Runde, hab aber auch da immer ein Auge auf meine, nicht wegen zanken, sondern ihrer jagdlichen Ambitionen. Für mich gelten die allgemeinen Regeln der HH und für sie die des Hundeknigges. Das heißt aber nicht, das sie sich alles gefallen lassen würde und muss. Sehr dominante Hündinnen die sie besteigen würden geht in die Hose, auch aufdringliche Rüden aber da schreit ich selten ein da kann sie richtig biestig werden. Bei Welpen bleib ich stehen und schau wann es ihr zuviel wird. Sie warnt auch da und kann dann auch maßregeln. Das hat für mich nix mit Unverträglichkeiten zu tun sondern normales Verhalten. Alles in allem bin ich froh sehr unkompliziert und stressfrei laufen zu können, abscannen tu ich das Gebiet eher nach andersgearteten Kandidaten um meine gefahrlos zu manövrieren. Und nach 10 Jahren laufen kennt man auch schon in seinen Gassigebieten die Hunde wo man einen Bogen machen sollte. Über die mach ich mir allerdings keine Gedanken, von wegen Herrchen könnte doch was tun, ist sein Hund und dann ist so.
- Vor einem Moment
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