Wieso will niemand an Verträglichkeit seines Hundes arbeiten

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    Ich hatte auch eine gute Kinderstube und lege trotzdem keinen Wert auf das Zusammentreffen mit anderen Menschen ;) .

    Und warum bist Du dann in einem Forum, in dem Menschen miteinander kommunizieren?

    Im übrigen kann ich auch nur den Kopf schütteln, wie hier zum Teil Sozialverhalten definiert wird.

    Gaby und ihre schweren Jungs

  • Mein Schäfermix mag keine anderen Rüden. Ich hab ihm beigebracht auszuweichen statt anzugreifen. Damit ist das Problem für mich erledigt. Kontakt zwinge ich ihm nicht auf, wozu soll das gut sein?

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    Ich finds ja lustig, wie einige hier einen sozialen Hund definieren. Scheinbar für manche nur ein Hund, der mit Hinz und Kunz verträglich ist und nie und nimmer Aggressionen zeigt. Natürlich nur, weil Hundchen das so gelernt hat, durch gaaaaanz viel Hundekontakt mit allen möglichen Rassen.

    Ich nehme gerne nochmal meinen Hund als Beispiel ran. Ich bekam ihn mit 12 Monaten, da war er typisch pubertierender Jungrocker, aber im Grunde recht harmlos. Ich dachte auch so, dass der Hund ja hübsch brav sozial werden soll, und bin regelmäßig auf Hundewiesen und zu Hundefreilaufgebieten gegangen. Muss ja spielen und Sozialkontakte haben, der Kleine.
    Was hat es mir gebracht? Einen Hund, der mehrmals die Erfahrung gemacht hat, dass man sich durch "draufprügeln" wunderbar nervig-aufdringliche Hunde vom Pelz halten kann, und dass man irgendwann einfach gleich draufhaut, bevor der andere überhaupt irgendwas gemacht hat. Man ist ja mit seinen knappen 50kg Körpergewicht eh stärker als alle anderen. So mit 18-20 Monaten war es dann, dass er nur noch mit sehr sehr sehr sehr ausgewählten Hunden verträglich war und an der Leine pöbelte wie sonstwas.
    Tolles "Sozialverhalten" gelernt, hm? ;)
    War auch ganz spitze, ihm das wieder abzugewöhnen.

    Heute ist mein Hund mit ausgewählten Hunden kompatibel, und zeigt dort ein durchaus sehr normales Sozialverhalten. Er ist prollig, klar. Aber er muss den anderen nicht mehr sofort in seine Einzelteile zerlegen, weil er ne Sekunde zu lange an ihm schnüffelt. Und mittlerweile kann er auch die meisten Fremdhundkontakte (a la "DER TUT NIX!") kurz ertragen und muss nicht mehr sofort nach vorne gehen. MIR reicht das so. Und ich empfinde es nicht als stressig, auf meine Gegend zu achten und meinen Hund kurz ranzupfeifen, wenn usn fremde Hunde entgegen kommen.

    Und ich finde es für viele Hunde (je nach Rasse / Veranlagung) nach wie vor NICHT normal, dass sie sich mit alles und jedem verstehen müssen, und glaube, dass dieses dauernde "Hallo sagen" mehr Stress ist, der nicht unbedingt sein muss.

    Was nicht geht ist wie gesagt an der Leine pöbeln - aber auch hier gilt: Nicht jeder Leinenpöbler ist "unsozial" und nicht jeder Hund, der sich ruhig verhält ist automatisch "sozial", das ist schlichtweg eine Erziehungsfrage und hat mit Verträglichkeit also wenig zu tun.

    Da hattest Du die irrige Annahme, dass sich auf Hundewiesen nur die netten Hunde und Halter tummeln und sich alles von allein regelt. Wenn's bei den Welpen im Spiel zu ruppig wird, greift üblicherweise die Mutter ein und maßregelt und später sollte das dann der Mensch mit übernehmen und den Proll vom Kollegen runter pflücken. Das hab ich auf der Hundewiese nur ganz, ganz selten gesehen. Ich lasse weder zu das Madam gemobbt oder angepöbelt wird noch akzeptiere ich bei ihr das sie das versucht. Und da fliegen auch nicht nur Wattebäuschchen :pfeif:

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    Aber verprügelst du denn die Menschen, denen du begegnest, oder ermordest die, mit denen du eine Stunde gemeinsamen Weges gehen musst?


    Darum geht es doch gar nicht.

    Bsp.:
    Mensch = gute Kinderstube, sprich gut von Mama und Papa beigebracht bekommen, wie man sich anderen Menschen gegenüber benimmt ... weiss sich zu benehmen, geht seines Weges, grüsst freundlich etc. etc..

    Wird dieser Mensch allerdings angepisst, dann kann dieser Mensch auch schon mal anders reagieren.
    Manche Menschen belassen es bei einem freundlichen *Lassen sie mich in Ruhe* ... andere gehen wortlos weg und andere widerum vergessen ihre gute Kinderstube und böllern zurück ... und dann gibt es noch die Kategorie, die nach dem auf den Sack gehen, nerven etc. auch schon mal etwas ausfallender werden ;) .

    Es kommt hier nicht nur auf das an, was Mama und Papa einem in die Wiege gelegt haben ... sondern auch auf den ganz eigenen, individuellen Charakter des Einzelnen.

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    Und warum bist Du dann in einem Forum, in dem Menschen miteinander kommunizieren?


    Weil ich diese Menschen nicht sehen muss und nicht bei mir auf dem Sofa sitzen haben muss ;) .

    Wobei ich eigentlich eher meine, dass ich keine privaten Kontakte brauche, um glücklich zu sein.
    Ach man ... keine Ahnung wie ich das erläutern soll.

  • Camilo09 da gebe ich Dir 1000% Recht !! :gut:
    Mir gehts hier genauso.Ständig muss ich schauen ob nicht einer dieser "hört nix" Hunde hier rumläuft,und auf meinem Samson geht.
    Samson mag meist keine anderen Rüden und hat (Rassemix bedingt) ein großes Territorium wo er eh nur wenige Hunde mag.Und ständig laufen hier unangeleinte Hunde rum die definitiv nicht hören aber Freilauf haben müssen weils eben sonst kein hudngerechtes Leben ist.
    Und da ich Samson nur dann mit Schleppe laufen lassen kann wenn ich wirklich weit und breit niemanden sehe und er ansonsten immer an der Leine hängt ,eben damit nix passiert von seiner Seite aus, kriege ICH immer die Schelte der anderen HH das mein Hund ja ein armes Geschöpf ist weil er keinen Kontakt zu anderen aufnehmen darf.
    Ja ne-ist klar.
    Ich mag diese HH nicht die meinen jeder Hund muss mit jedem können und wir müssen alle zusammen Gassi gehen :headbash:
    Es gibt nix schöneres als die Zeit am Tag wirklich nur dem Hund zu widmen.

  • . Ich habe mir extra einen Zweithund zugelegt, damit meine kleinen Wolfsabkömmlinge mal "normalen" Hundekontakt haben können, sprich spielen und zusammen rennen. Ich brauche keine Begleitung für mich zum Gassi gehen und mache mit den beiden gerne alleine Abenteuerspaziergänge im Wald.

    Allerdings gehe ich auch regelmässig auf Wege oder Hundewiesen wo ich Hundekontakt habe um Kontakt mit anderen Hunden zu trainieren. Meine Ersthündin war gegenüber großen auf Krawall gebürstet, das haben wir so aber schnell abtrainiert. Meine Zweithündin hatte Panik bei auftauchenden Hunden und hat jetzt gelernt, entweder sind andere Hunde harmlos oder wenn nicht, regelt das Frauchen :mute: Ich leine grundsätzlich an und gehe entweder weiter, wenn der andere Hund auch angeleint ist, bei den beliebten Tutnixkötern gehe ich an den Rand und blocke ab. Sind es nette Hunde und Menschen gehen wir auch mal zusammen ein Stück. Am meisten Normales Verhalten haben wir übrigens auf dem Hundeplatz beim Agility gelernt. Unsere Gruppe besteht fast aus Großhunden. Da die gut hören und normal sind, kann ich meine dort auch laufen lassen und sie haben gelernt mit großen Hunden zu agieren. Dazu gehört Sympatie und auch Antipathie - aber alles im Rahmen.

    Fakt ist nun mal, man kann Verhalten gegenüber Artgenossen nur mit Artgenossen trainieren. Extra andere Wege gehen, nur weil dort Hunde unterwegs sind - neee, das wäre mir zu blöd. Also übe ich. Die Hunde müssen sich net lieben, aber ein entspanntes Aufeinandertreffen ohne Gekläffe und Radau ist mit wichtig. :gut:

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    . Am meisten Normales Verhalten haben wir übrigens auf dem Hundeplatz beim Agility gelernt. Unsere Gruppe besteht fast aus Großhunden. Da die gut hören und normal sind, kann ich meine dort auch laufen lassen und sie haben gelernt mit großen Hunden zu agieren. Dazu gehört Sympatie und auch Antipathie - aber alles im Rahmen.

    Das kann ich einfach nur unterschreiben.
    Bei uns im Training sind alle Hunde, bis auf einen neuen Rüden, auf dem Platz - angeleint oder nicht. Darunter sind auch welche die nicht die besten Freunde sind, aber es gibt keinerlei Zoff. Der wurde von Anbeginn unterbunden. Die Trainer haben das Sagen und wenn der Mensch flott reagiert ist alles gut. Bei manchen Anfängern habe ich wirklich Zweifel gehabt, aber die die wirklich etwas erreichen wollen, zuhören und umsetzen sind alle noch da. Die Hunde dürfen nach dem Training auch eine Runde zusammen laufen und das klappt. Haben wir einen Grummelkopp dabei wird aufgepaßt oder er muß vom Platz, fertig. Wir lassen die Hunde (bis zu 15) aber nie unbeaufsichtigt und das wissen sie ganz schnell. Es sind immer mehrere Personen auf dem Platz und dank guter Gehoramsübungen und dem Agility-Training weiß jeder Hund was verlangt wird. Sollte einer mal über die Stränge schlagenbekommt er schon im Ansatz Mecker vom Feinsten.
    Viele Neulinge haben nach einigen Trainingstagen draußen schon viel weniger Probleme. Sie haben gelernt ihren Hund zu "lesen" und reagieren auf Überraschungen viel schneller. Menschen und Hunde sind viel selbstbewußter geworden. Jetzt steht sogar eine Begleithundprüfung an und ich denke das die wohl so ziemlich alle schaffen werden. Ich bin ganz stolz auf die Truppe, denn als diese Teams angefangen haben, hatte ich kein gutes Gefühl.

    Gruß Terrortöle

  • Ich frage mich gerade, was "Verträglichkeit" bedeutet....

    Das Jill mit jedem Hund Hand in Hand des Weges gehen muss?
    Das nicht geknurrt/gebellt werden darf?

    Hmmm....also du (TS) sprichst ja zwei Seiten an...zum einem einen selber und dann die Leute, denen man begegnet.

    Ich von meiner Seite her habe viel daran gearbeitet, dass Jill auf alles und jeden "sozialkompatibel" ist...völliger QUATSCH!

    Ich bin auch nicht auf jeden Menschen gleich gut zu sprechen, warum das von meinem Hund verlangen?
    Ich habe Jill aber konditioniert, um mir die Peinlichkeit einer Agrozicke an der Leine zu ersparen :lol:

    Und was andere HH angeht: Wenn manche nicht möchten, dass mein Hund an ihren rangeht, dann nehme ich das so hin. Ich hinterfrage das nicht, weil mein Freundeskreis eh groß genug ist, um Jill Hundekontakt zu gewährleisten....es geht mich auch nichts an und ich fühle mich nicht dazu berufen, anderen zu erklären, wie sie ihren Hund gefälligst zu führen haben.

    Das mag auch daran liegen, dass Jill zu denen gehört, die gar nicht unbedingt so viel Hundekontakt haben muss....im Hundeverein lag sie in den Spielpausen immer lieber abseits neben mir und hat das wilde Toben der anderen Hunde beobachtet (da war sie vier Jahre als)...von daher: Jedem Tierchen sein Plaisierchen :D

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