Kastrationstermin...oder doch nicht.

  • Moin,

    also, ich hab meinen Diego auch kastrieren lassen, nicht weil er bei 3 auf allem drauf war, was nicht auf dem Baum war, sondern weil er, war eine Hündin in der Nachbarschaft (wir wohnen an einem sehr beliebten Hundeweg) läufig, schmutzige Lieder sang, von morgens 4 Uhr bis Abends 23 Uhr und wir die Wände hoch gingen...... oder ihn in die Küche sperren mussten, zum schlafen. Samt Ersthund, der zwar intakter Rüde ist, seine Feindschaften pflegt und alles besteigt, was sih nicht wehrt - aber eben nie schmutzige Lieder sang, nur mit Diego gemeinsam, sang er einfach mit - es war die Hölle.

    Verändert hat sich Diego nicht, er ist der freundliche, verspielte Rüde geblieben, der er immer war. Er ist weiterhin selbstbewusst, geht fremde Hunde an, wenn es sein muss und hat auch bei uns daheim die Führungsrolle innerhalb des Hundeduos behalten.

    Ich würde es wieder tun, besonders wenn ich heute meinen 12 1/2 jährigen Malik ansehe, der sabbernd durch die Gegend läuft, Nase am Boden und mir vorkommt wie ein 90jähriger, der mit offener Hose raus geht um allzeit bereit zu sein - schön stelle ich mir das nicht vor, er hat auch oft genug Entzündungen die behandelt werden müssen.

    Liebe Grüße
    Sundri

  • Hallo,

    die Vorhautentzündung würde ich mal von einer Tierheilpraktikerin behandeln lassen.
    Das hilft nach meiner Erfahrung dauerhaft, weil sie die Schwachstelle im Körper stärken kann.

    Dieses habe ich in einer Studie gefunden, die Studie bezieht sich zwar auf den Menschen, aber die Auswirkung der Hormone auf den Körper kann man auch auf Tiere übertragen.

    Zitat

    Zusammenfassung und Schlussfolgerungen zum Testosteron
    Testosteron stellt für den Mann, auch im Alter, ein sehr wichtiges Hormon für viele Organe dar, dessen Bedeutung für die gesunde Funktion von Knochen, Muskeln, Herzkreislauf, Blutbildung und Sexualität nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Testosteron scheint ein Gefäß und Herz schützendes Hormon zu sein, wobei Studien gezeigt haben, dass Männer mit niedrigen Testosteronwerten, also einem Hypogonadismus, deutlich kürzer leben als solche mit normalem Testosteronspiegel.


    http://porst-hamburg.de/spezielle-andro ... teron.html

    Und hier ein Hundefachmann:

    Zitat

    Der Verhaltensbiologe Dr. Udo Gansloßer erläuterte in einem Fachvortrag das Für und Wider der Kastration.
    Durch die Kastration wird ein Hund schlagartig zum Senior. Die Bemuskelung der Knochen geht zurück, das Bindegewebe wird schlaffer, das Fell verändert sich. Er braucht weniger Kohlenhydrate, weil sich der Stoffwechsel reduziert, und hat einen erhöhten Bedarf an leicht verdaulichen biologisch hochwertigen Proteinen, um den Muskelaufbau anzukurbeln. So wie der Mensch in den Wechseljahren etwas gegen Osteoporose tun muss, sollte man vor allem bei der Hündin frühzeitig auf den erhöhten Mineralbedarf zur Vorbeugung achten. Ist der Hund stressanfällig, verschärft die muskelabbauende Wirkung von Cortisol die Problematik noch.

    http://www.pugs-of-sense-and-sensibility.de/Kastration.htm

  • Noch etwas zu der Gewichtszunahme:
    Ich kenne einige Hunde, die nach der Kastration wahnsinnig in die Breite gegangen sind.
    Es ist nicht immer so, dass man mit reduzierter Fütterung darauf Einfluss nehmen kann.
    Häufig ist das Hormongefüge so durcheinander, dass hormonelle Stoffwechselprobleme auftreten - siehe auch Unterfunktion der Schilddrüse nach Kastrationen.

    Dies schreibt Frau Dr. Niepel:

    Zitat

    Kastration macht dick und träge

    Bei Rüden wie Hündinnen bleibt die Antwort auf die Frage, ob eine Kastration mit hoher Wahrscheinlichkeit dick macht, unentschieden.

    Zusammengefasst kann man wohl nur folgendes festhalten: Es scheint so, dass nahezu die Hälfte der kastrierten Hunde mehr Hunger entwickeln. Wenn dem entsprochen wird, ist der Weg zur Gewichtszunahme nicht mehr weit. Aber auch ein direkter Einfluss der veränderten hormonellen Situation auf das Stoffwechselgeschehen ist denkbar- dafür spricht die Erfahrung mit vielen Hundehaltern, die ihre kastrierten Hunde sogar reduziert füttern und deren Hunde denn och an Gewicht zunehmen.

    Eine Kastration macht nicht notwendig dick und faul - aber sie kann dazu führen.


    http://www.golden-retriever-zwinger.de/html/kastration.html

    Ein weiterer Aspekt ist der negative soziale Status von Kastraten. Die Hunde merken sehr wohl nach der Kastration, dass etwas bei ihnen fehlt.
    Ich habe hier einen intakten Rüden und kastrierte sowie unkastrierte Hündinnen.
    Die kastrierten Hündinnen haben einen schweren Stand bei meinem Rüden, er mag und respektiert sie einfach nicht. Das bekommen sie immer wieder zu spüren.
    Die nicht kastrierten Hündinnen hingegen können sich bei meinem Rüden alles erlauben.
    Sie haben seinen absoluten Respekt.

    Zitat

    http://www.hovawart-info.de/aggression.htm

  • Hmm.. welcher Satz mir zu denken gibt ist dieser hier:

    Zitat

    Die Mitarbeiter der Huta formulieren es so: "Also er ist überdurchschnittlich sexual motiviert aber entscheiden müsst ihr das. Wir nehmen ihn wie er ist...aber besser wäre es für ihn vielleicht". :roll:

    Ist es denn wirklich so, dass er sexuell übermotiviert ist.. oder dominiert er nur? Versucht er Stress zu kompensieren? Ist es eine Übersprungshandlung? Wie wird reagiert, wenn er in einer "sexuell überdurchschnittlichen" Stimmung ist? Ist er einfach nur gelangweiligt oder vielleicht sogar überfordert? Wie groß ist die Gruppe in der Huta?

  • Ich wuerde die Entscheidung noch vertagen. Er ist jetzt 2 Jahre alt, da kann noch so viel passieren.

    Ich habe und hatte immer nur Rueden. Pondi ist aufgrund seiner Epilepsie mit einem guten Jahr kastriert worden. Eddie kam schon kastriert hier an.

    Maxe war in jungen Jahren, genauer so ca. 1,5 Jahre lang recht anstrengend. Er hat das Futter verweigert, vorm Tor gesessen und geheult, unterwegs u.U. nicht gehoert und als Kroenung des Ganzen ist er einmal eigenmaechtig aus dem Tor und ueber 2 Hauptverkehrsstrassen und den ganzen Ort hin zu seiner angebeteten Huendin... Also, ich denke, der war motiviert und nicht voellig unkompliziert. Mit 2,5 Jahren ist er mir das letzte Mal unterwegs zu einer laeufigen Huendin ausgebuext. Danach war er sicherlich immer hochgradig interessiert, aber er konnte - untermalt mit Quietschen und Jammern - gehorchen. Maxe hat schon mit 1,5 Jahren aufgehoert mit anderen Hunden zu spielen. Ich fand immer, er war ein ernsthafter Hund. Der ist nicht los gelatscht und hat sich mit anderen Rueden angelegt, aber wenn ihm einer ne gute Vorlage geboten hat, hat er nicht nein gesagt. Fuer mich war Maxe trotzdem der "leichtere" Hund unterwegs. Sein Verhalten war fuer mich immer klar einschaetzbar und kontrollierbar.

    Geordy ist auch motiviert ;) Wenn auch anders gelagert. Geordy findet von 10 Huendinnen 8 hochgradig interessant. Dabei ist es voellig egal, ob die grad laeufig sind oder nicht, kastriert oder intakt. Geordy hat auch schon eine laeufige Huendin stehen gelassen, weil er die tolle Schaeferhuendin viel besser fand ;) Schaetzungsweise ein 3/4 Jahr lang konnten wir nicht entspannt mit Huendinnen spazieren gehen, weil das Fruechtchen permanent aufs Heftigste bedraengt hat. Das war verdammt harte Arbeit, bis in seinem Schaedel angekommen ist: das gibbet nicht. Hundeschule, Arbeit im weitesten Sinne, irgendein Seminar... konnt ich alles knicken, wenn eine Huendin da war, denn Herr Hund konnte nicht mehr denken, Wenn ich nicht immer meinen Maxe im Kopf gehabt haette, waere ich vielleicht verzweifelt.
    Aber auch Geordy hat seine Entwicklung gemacht. Im Februar wird er 4 Jahre alt und seit ca. einem Jahr denkt er auch in Anwesenheit von Huendinnen mit dem Kopf. Er ist mit Rueden in aller Regel ein neutraler bis freundlicher Hund.

    Finlay ist jetzt gerade 3 geworden und ich schaetze mal, da kommt noch was. Er ist gerade dabei, ueberhaupt mal wirklich erwachsen zu werden.

    Ganz im Gegensatz zu meinen intakten Rueden fand ich es vor allem mit Pondi und Fremdrueden immer schwierig. Pondi wurde gelegentlich mal fuer eine laeufige Huendin gehalten (die Rueden durften dann bei uns zuhause abgeholt werden!) oder mal gleich verpruegelt. Bei ihm hatte ich immer ein Ueberraschungspaket und wusste nicht, was mit Fremdrueden vielleicht so passiert.

    Der langen Rede kurzer Sinn: ich finde einfach, man sollte den Rueden genug Zeit geben, ihre Hormone zu ordnen und zu lernen.

  • Also, ich sehe das von der Seite! Wenn aus medizinischen Gründen eine Kastration wichtig ist, dann sollte das Alter des Hundes nicht wichtig sein.
    Mein "SAMSON" musste ich mit gerade mal neun Monaten Kastrieren lassen, da ein Ei nach Innen gewachsen war, und die Harndrüse dadurch angegriffen.
    Trotzdem macht meiner gegenüber Anderen Rüden den Dicken. Sein Drang Hündinnen nachzustellen ist zwar dadurch sehr Stark Reduziert. Was aber nicht heisst, dass Er Es nicht Probiert.
    Ansonsten ist mein Dicker, durch die Kastration keinesweges in Seiner Sozialen Erziehung beeinträchtigt etc.
    Das von mir geschilderte muss aber nicht auf Andere Hunde zutreffen.
    Wie der Einzelne Hundebesitzer das handhabt, muss jeder selber Entscheiden. Wenn eine Kastration nicht medizinisch Notwendig ist, würde ich Ebenfalls, zur Chemischen kastration raten.

  • Bei meiner Hündin hat sich die Kastration übrigens gar nicht so ausgewirkt wie der Chip bei meinem Rüden. Die ist super bemuskelt (Miss Popeye ;)) und nicht die Spur ruhiger geworden. Auch im Fell gab's keine Veränderung (bei ihm sehr).

  • Zitat

    Hat sich das Wesen eures Hundes verändert? Ich mag unser Energiebündel und wäre er danach eine lethargische Fressmaschine wäre das eine Katastrophe

    Wenn dir DAS wichtig ist, würde ich es nicht tun. Auf gar keinen Fall.
    Ich musste meinen Rüden mit 8 1/2 Jahren wegen Hodenkrebs kastrieren lassen und von dem Hund ist eigentlich nichts mehr übrig, was er mal war.
    Er liegt den ganzen Tag auf dem Sofa, schläft. Hat keine Lust zum spazieren gehen, wenn es regnet. Er steht ständig in der Küche in der Hoffnung, es könne was für ihn abfallen.
    Er war ein sehr souveräner Rüde und selbst davon hat er einiges eingebüßt. Silvester war dieses Jahr die Katastrophe.
    Die einst sehr gute Bemuskelung ist deutlich schwammiger geworden...... nur zugenommen hat er nicht, obwohl ich die gleiche Ration füttere wie vorher.

    Ich würde ihm nochmal den Chip setzen lassen.

  • Moin,

    vielleicht macht das Alter doch etwas aus? Diego war noch jung, er braucht auch gut ein Drittel Futter weniger als Malik, dabei sind beide vom gleichen Kaliber. Das ist schon deutlich. Ich denke schon, dass das Alter eine wesentliche Rolle spielt und auch das zugehörige Verhalten?

    Und, wir haben auch erst einen Chip gesetzt um zu sehen, wie sich der Hund verändert, eben gar nicht, außer das er nicht mehr stundenlang schmutzige Lieder singt, und das war es ja auch hauptsächlich. Ich hab aber schon bemerkt, das alle Menschen plötzlich anders mit ihm umgegangen sind, sanfter, gefühlvoller und das er dadurch verunsichert war - nachdem ich das abgestellt habe, ging`s auch wieder. Auch das ist ein Punkt, den man beachten muss, das man seinen eigenen Umgang mit dem Hund nicht verändert, warum auch immer....

    Liebe Grüße
    Sundri

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