Es ist so ermüdend ... oder auch Vorurteile fremder Menschen

  • Zitat

    ich habe nun mal leider nicht so viel Zeit, um wirklich jedem zu erklären, warum mein Hund sich nicht freut wenn er sich bedrohlich über ihn beugt und ihn anfassen möchte obwohl er deutlich zeigt, daß er es nicht möchte...


    erinnert mich stark an die szene von heute morgen ... aber das kommt bestimmt daher, dass du deinen hund zu hause schlägst .... ;)

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    nicht verrückt machen lassen
    das sind dann die Menschen, die nach 3 Monaten training aufgeben und sagen "Ach der ist halt so"

    genau oder gar nicht rangehen an das problem ...


    [/quote] ach ja...dein Hundi hat einen ganz tollen Namen :gut:[/quote]

    danke, die idee kam meiner schwester und mir bei nem gläsle wein in den sinn .... gut dass sie jetzt nicht bordeaux heißt :lol:

  • Zitat

    ... die treffen halt immer meinen wunden punkt ... dass sie noch nicht viel sicherer geworden ist, obwohl ich sie "schon" ein jahr habe :sad2: :sad2:
    ich komme mir dann so dämlich vor, als ob ich es nicht schaffe, dass sie jemals sicherer wird ...


    Ich will Dir da mal ein bisschen Druck rausnehmen. Gerade bei den Auslandshunden gibt es einige, die Menschen in der entscheidenden Sozialisationsphase nicht oder in schlechtem Zusammenhang kennengelernt haben. Das ist nicht die "Schuld" von irgendjemandem, sondern einfach auf die Umstände zur Welpenzeit vor Ort zurückzuführen. Manche Hunde lernen, mit den neuen Herausforderungen in fremder Umgebung klarzukommen, andere behalten die daraus entstandene Unsicherheit ein Leben lang.

    Nachdem Du weder Chefin noch Nachbarn auf Dauer ausweichen kannst, vielleicht kommst Du über ihren Ehrgeiz ran: zeig ihnen den Weg auf, wie sie Kontakt zu Deiner Hündin kriegen. Sowas wie "ich kann verstehen, dass Sie zu dem Hund wollen, sie ist wirklich was ganz besonderes. Ich zeige Ihnen gern, wie wir in vielen Wochen Arbeit an sie rangekommen sind - wenn Sie die Zeit und Geduld investieren wollen, dann sag ich Ihnen, was Sie tun müssen." Und dann zeig meinetwegen Deiner Chefin, wie sie Tennessee am besten ignoriert und was ignorieren alles bedeutet, dass jeder Versuch von ihr, auf Tenn zuzugehen, die Hündin wieder vertreibt, welche Körpersprache dazugehört, usw.

    und bei anderen Sprüchen auf der Straße à la "schlagen Sie die?" könntest Du z.B. entgegnen "nö, vor mir hat sie keine Angst, wie Sie sehen, weicht sie gerade vor Ihnen zurück".

    Du weißt doch am besten, was Du wie und wann und warum tust - da kannst Du Dich entspannt zurücklehnen und Dich lächelnd darüber wundern, auf welche Ideen die Leute kommen. Wenn Dir jemand unterstellen würde, dass Du von Haus zu Haus rennst und Klingelstreiche spielst, würdest Du denjenigen doch auch nicht ernst nehmen. ;) Oder spielst Du gern Klingelstreiche?? :omg: :D

  • Man kann den Leuten alles tausend Mal erklären, die glauben ja doch was sie wollen :muede2:
    Fini ist auch über ein Jahr hier und 1x, nochmal in Buchstaben, EINMAL hat eine Frau gemeint, dass sie es toll findet, dass ich mir so Mühe gebe ihr die Angst vor anderen Hunden zu nehmen.

    Fini käme im Leben nicht auf die Idee sich von einem Fremden streicheln zu lassen. Wenn der sie einmal schief anguckt, dann fängt die an zu bellen wie blöd, wenn ich zu langsam bin sie aus der Situation zu holen. Wäre sie nicht so weiß, klein und süß hätte ich bestimmt schon einiges zu hören bekommen!
    In meiner Siedlung werde ich nur noch böse angestarrt, wenn Fini sich mal wieder vor jemandem erschreckt, weil dieser einen großen Hut trägt, einen Regeschirm hochreißt und aufspannt, direkt auf Fini zugeht, etc.
    Ich verstehe ja, dass es nicht angenehm ist von ihr angebellt zu werden, aber sie kläfft wenigstens nicht blöd ohne Grund vor sich hin und ich hab sie allgemein immer unter Kontrolle im Gegensatz zu so manch anderen Hundehaltern mit ihren Tieren...

    Ich würde abwägen. Wenn du glaubst die Personen sind lernfähig, dann zeig ihnen wie sie einen Zugang zu deiner Hündin finden können.
    Glaubst du, die bleiben sowieso starr bei ihrer Meinung, dann verhindere vorerst den Kontakt zu deiner Hündin. Ich hab mich schon ein paar Mal "vor Fini geschmissen", damit die Leute nicht an sie drankommen. Da steht man zwar da wie ein Tierquäler ("Der arme Hund! Nicht mal gestreichelt wird er!"), aber ich weiß, dass Fini sich damit sicherer fühlt :smile:

  • Lass sie einfach reden. Wichtig ist nur, was dir und deinem Hund gut tut, und dass weisst du schließlich am besten. Ich fand die Idee gar nicht schlecht, dass du dir für Situationen, die öfter vorkommen, vielleicht im Vorfeld schon mal einen Spruch einfallen lässt. Ansonsten hilft wirklich nur ignorieren.

    Und vielleicht tröstet dich der Gedanke ja ein bisschen, dass du nicht alleine damit bist. Viele HH werden immer wieder mit Vorurteilen konfrontiert: Kleinhunde (-halter) werden nicht für voll genommen, Schäfer und Rottis sind gefährliche, unberechenbare Bestien :sleep:. Wenn es bei euch nicht die Angsthundeproblematik wäre, die Leute würden schon was anderes finden. Also drüberstehen, ist reine Zeitverschwendung, sich darüber zu ärgern...

  • Zitat

    EINMAL hat eine Frau gemeint, dass sie es toll findet, dass ich mir so Mühe gebe ihr die Angst vor anderen Hunden zu nehmen.

    Da steht man zwar da wie ein Tierquäler ("Der arme Hund! Nicht mal gestreichelt wird er!"), aber ich weiß, dass Fini sich damit sicherer fühlt :smile:

    :smile: Unser Hausmeister sagt immer "toll, was sie für fortschritte macht, wenn du dich früher mit mir unterhalten hast, ist sie nicht ruhig sitzen geblieben". Das baut mich immer auf, wenn ich mal so gar keine fortschritte sehen. :smile:

    Ja genau! Meine sieht auch zuckersüß aus und jeder sagt immer "ooooh was für ein süßer hund". das ist leider ihr "manko", jeder meint nur weil sie niedlich aussieht dass er sie streicheln darf. :???:

  • Meine Hündin ist in Deutschland geboren und lebt bei mir seit der 8. Woche. Sie läßt sich von Fremden nicht anfassen, duckt den Kopf weg und weicht aus. Ist ihr gegenüber jemand sehr bedrohlich, oder hartnäckig knurrt sie diese Person auch an. Läßt man ihr Zeit und sie stellt den Kontakt zu ihren Bedingungen her, läßt sie sich u.U. mal kurz streichen

    Meine Hündin wurde nie geschlagen, hat keine schlechte Erfahrung mit Fremden gemacht. Ihr Verhalten kann man bei vielen ihrer Rasse sehen und hören.

    Es stört mich nicht, im Gegenteil.

    So mancher Hundeprofi dort draußen vermutete einen schwer traumatisierten Hund aus dem Ausland, einen geschlagenen Hund aus dem Tierheim, der ein oder andere sprach auch von "unnormalen" Verhalten bis hin zur Gefährdung.
    Naja, niemand wird gezwungen meinen Hund anzuquatschen und zu betatschen. Sie weicht zurück und sucht meine Nähe, oder läuft im Bogen ignorierend an der Person vorbei.... ein Traum.
    Und wenn sie doch einmal angefasst wird, dann toleriert sie das solange bis sie die Distanz vergrößeren konnte. Perfekt

    Laß dich von den Leuten nicht verrückt machen, wenn jeder auf den Hund einredet, lockt und zwangsstreichelt, wird das Verhalten nicht besser. Anstatt sich mal in Zurückhaltung zu üben :hust:

    Mach dir keinen Kopf. Lebe und arbeite mit deinem Hund wie du es für richtig hälst. Dein Hund muß sich von Fremden nicht anfassen lassen, weder jetzt - noch später.

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    und bei anderen Sprüchen auf der Straße à la "schlagen Sie die?" könntest Du z.B. entgegnen "nö, vor mir hat sie keine Angst, wie Sie sehen, weicht sie gerade vor Ihnen zurück".

    Den finde ich gut! Mir wär ja nur eingefallen "Hunde spüren halt, ob jemand ein schlechter/böser Mensch ist!" und das ist schon ganz schön gemein. Aber so'n paar Sprüche würde ich mir auch zurücklegen. Wenn man Leute mit 'nem guten Spruch stehen lassen kann, geht man selber nämlich mit einem Lächeln weiter!
    Bei der Chefin kannst Du das natürlich nicht bringen. Da würde ich mir Zeit nehmen.

  • Das bekommste schon hin - irgendwie ist es seltsam: die Leute sortieren sich....

    Ich weiß nicht genau wie man das beschreiben soll: Du hast nen Hund mit Angst vor Fremden - und dann kommen Sprüche und Tips, wie auf die Schnauze hauen etc. Bei manchen Leuten beschleicht Dich das Gefühl: irgendwie hab ich es schon immer gewusst - tickt merkwürdig. Und dann gibts noch die netten Begegnungen.

    Im Bücherladen. Ich hatte mir ein Buch bestellt, freu mich voll, verbinde die Abholung mit dem Gassigang.

    Buchhändler beugt sich vor und spricht mit dem Hund.
    Ich: "sie wird gleich bellen - und prompt: wuff, wuff, wuff."
    Er fängt an mit den Händen zu fuchteln, sah irgendwie aus wie Industrial Dance für Arme, Hund bellt nochmal.
    Er: "was soll man denn dann mit dem Hund machen?"
    Ich, "gar nix, sich einfach normal benehmen, gar nicht beachten und nicht wie ein Wilder mit den Händen rumfuchteln. Sie hat ja sowieso schon Angst."

    Hund liegt ruhig am Boden.

    Kollegin: "ich müsste da mal vorbei ^^."
    Ich: "einfach normal vorbeigehen".
    Sie geht vorbei, Hund rührt sich keinen mm.

    Alles lacht und grinst. Buchhändler: "ach so"

    Das sind dann die netten Begegnungen. Man muss gar nicht viel erklären warum Hund wieso, Auslandstierschutz etc. sondern irgenwie hat er sich wohl selbst gefragt: "Warum unterhalte ich mich in meinem Laden mit einem Hund?"

    :smile:

    Dickes Fell brauchst Du also nur bedingt: es reicht, wenn Du zu 100% die Eigenschaft Deines Hundes akzeptierst: er möchte mit Fremden nichst zu tun haben und fertig....... vertrete seine Meinung, bevor er sie selbst kundtun muss...

  • Nimm euch beiden bloß erstmal den Druck raus: Warum sollte sich jeder Hund über jeden fremden Menschen freuen?

    Meine Hündin kommt nicht aus dem Ausland, ist seit der neunten Woche hier, und ihre schlechtesten Erfahrungen mit Menschen beschränken sich auf das "ach wie süüüß"-Getatsche in der Fußgängerzone. Trotzdem möchte sie mit aufdringlichen Fremden schlicht nichts zu tun haben, sondern ist da ängstlich und nimmt blitzschnell Sicherheitsabstand. Ich möchte überhaupt nicht wissen, wie viele Leute sie für diese Sätze samt Wegziehen an der Leine schon für mißhandelt oder schwer traumatisiert oder sonstwas gehalten haben - es interessiert mich nämlich nicht.

    Ich gebe mich tatsächlich damit zufrieden, daß sie mit denen ,die nicht sofort nach ihr greifen wollen, sehr schnell und freundlich von selbst Kontakt aufnimmt, also nicht grundsätzlich menschenscheu ist. Ansonsten sage ich wirklich "so ist sie nun mal" und gestehe ihr das Recht zu, sich Aufdringlichkeiten zu entziehen. Ich möchte auch nicht von jedem angetatscht werden, warum soll mein Hund also unbedingt Fremde mögen?

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