Angst vor Wölfen in D - was ist mit den Herdenschutzhunden?

  • Hund in Sachsen einer in 2005. War, wenn ich mich recht erinnere, ein Jagdhund. (Oder ein Hund auf der Jagd?)

    Mit Herdenschutzhunden kenne ich mich gar nicht aus aber ich habe gehört, daß nur ein paar Rassen für Deutschland in Frage kommen und andere viel zu "scharf" auf alles gehen, was sich der Herde nähert. Aber das ist Hörensagen.

    Ich kann mir vorstellen, daß in anderen Ländern alles eingesetzt wird, was wie Hund aussieht - und es eine extrem harte Selektion auf Herdenschutzfähigkeiten gibt. Aber hier denke ich, informieren sich die interessierten Schäfer und schauen nach einem ordentlichen Hund (und sorgen für ordentliche Aufzucht). Schon allein, weil die 'ne ganze Menge an Futter kosten. Da wird wie gesagt auch viel Aufklärung betrieben.
    Sollte in Deutschland ein Wolf Herde samt Herdenschutzhund reißen, werde ich meine Einstellung zum Wolf sicher überdenken! Ich kann mir die Hunde sehr nützlich vorstellen, um die superleichte Beute Schaf "weniger attraktiv" zu machen als das Wild. Auch da ist es im Sinne aller, daß diese Lektion gut gelernt wird (und nicht "superleichte Beute Hund" hinzukommt). Irgendwo auf Youtube gibt es einen Film von einem Wolfsangriff und Abwehr durch Herdenschutzhunde. Harter Stoff! (Es überleben die Hunde)

    Ich kenne allerdings auch Geschichten von Kindern, die auf Schafsweiden spielen wollen (ohne Herdenschutzhund) und die dazu z.B. ihre Plastikrutsche über den Elektrozaun gestellt haben. Für die Leute in den Wolfsgebieten ist es eben nicht ein einfaches "willkommen Wolf" sondern bedeutet echte Anpassung. An Wolf und Schutzhund.

  • Zitat

    Hund in Sachsen einer in 2005. War, wenn ich mich recht erinnere, ein Jagdhund. (Oder ein Hund auf der Jagd?)

    Mit Herdenschutzhunden kenne ich mich gar nicht aus aber ich habe gehört, daß nur ein paar Rassen für Deutschland in Frage kommen und andere viel zu "scharf" auf alles gehen, was sich der Herde nähert. Aber das ist Hörensagen.

    Ich kann mir vorstellen, daß in anderen Ländern alles eingesetzt wird, was wie Hund aussieht - und es eine extrem harte Selektion auf Herdenschutzfähigkeiten gibt. Aber hier denke ich, informieren sich die interessierten Schäfer und schauen nach einem ordentlichen Hund (und sorgen für ordentliche Aufzucht). Schon allein, weil die 'ne ganze Menge an Futter kosten. Da wird wie gesagt auch viel Aufklärung betrieben.
    Sollte in Deutschland ein Wolf Herde samt Herdenschutzhund reißen, werde ich meine Einstellung zum Wolf sicher überdenken! Ich kann mir die Hunde sehr nützlich vorstellen, um die superleichte Beute Schaf "weniger attraktiv" zu machen als das Wild. Auch da ist es im Sinne aller, daß diese Lektion gut gelernt wird (und nicht "superleichte Beute Hund" hinzukommt). Irgendwo auf Youtube gibt es einen Film von einem Wolfsangriff und Abwehr durch Herdenschutzhunde. Harter Stoff! (Es überleben die Hunde)

    Ich kenne allerdings auch Geschichten von Kindern, die auf Schafsweiden spielen wollen (ohne Herdenschutzhund) und die dazu z.B. ihre Plastikrutsche über den Elektrozaun gestellt haben. Für die Leute in den Wolfsgebieten ist es eben nicht ein einfaches "willkommen Wolf" sondern bedeutet echte Anpassung. An Wolf und Schutzhund.


    les mal was LaBellaStella dazu geschrieben hat!
    Übrigens kommen Herdenschutzhund mit einer proteinreduzierten Ernährung mit viel Eiweiss und Calcium sehr gut zurecht!
    Was meinst du was Herdenschutzhunde in ihrer Heimat bekommen?Josera oder Meradog?Deren Ernährung besteht aus Milchprodukten, Brotresten und ganz selten mal nen Stück Fleisch!

  • Zitat

    Na ja, 67 Schafe alleine in Sachsen alleine in 2011 und dieses Jahr schon 18 würde ich nicht als "so gut wie keine bezeichnen". Das Wolfsgebiet Sachsens ist ja nun auch nicht soooo groß. (2005 wurde übrigens auch ein Hund gerissen.)

    woher hast du die Zahlen?

    Kenn eben diesen Artikel, der durch alle Medien/Wolfsseiten ging:
    http://www.scinexx.de/wissen-aktuell-14550-2012-03-13.html

    und da steht eben, dass Wölfe nur 1% Nutztiere fressen. Mammalian Biology ist ja auch keine unbekannte Quelle, deswegen mein Nachfragen.. 67 Schafe alleine in Sachen sind eine andere Hausnummer..

  • Also ich weiß von unserem Landesverband von 34 Schafen und 2 Jungrindern.
    Da ging es um gemeldete und anerkannte entschädigungs Fälle. Ich weiß aber nicht ob das endgültige zahlen waren.

  • wobei die 67 Schafe nicht unbedingt alle eindeutig auf einen Wolf zurück zu führen sind oder warum steht in der Zeile Wolf/Wolf nicht auszuschließen. Kann man das nicht mit einem Gentest aufklären?

  • Zitat

    wobei die 67 Schafe nicht unbedingt alle eindeutig auf einen Wolf zurück zu führen sind oder warum steht in der Zeile Wolf/Wolf nicht auszuschließen. Kann man das nicht mit einem Gentest aufklären?

    Die Kriterien vom Lupusbüro sind sehr streng, viele gerissene Schafe (der Großteil) werden im Zweifel immer auf Hunde zurückgeführt.

  • Zitat


    les mal was LaBellaStella dazu geschrieben hat!

    Hab ich. Find ich auch gut. Vor allem nicht nur vom Hörensagen/ wenigen Gesprächen wie bei mir. Trotzdem kann ich mir vorstellen, daß spielende Kinder - die ja manchmal echt "komische Ideen" haben - auf der Weide vielleicht evtl. gefährdet sind. Sind sie sicher auch durch den Schafbock aber man muß halt auch darauf achten. Für Eltern eine "neue Gefahr" für's Kind, mit der man erzieherisch umgehen muß und über die man informieren muß. Ich bin einfach der Meinung, daß man mit allen Gefahren, die von Wolf und Schutzmaßnahmen ausgehen, sehr offen umgehen muß. Und wenn sie noch so gering sind. Wenn ein Zusammenleben das Ziel ist, darf man nicht aus Angst vor Anti-Wolf-Stimmung evtl. Gefahren verschweigen. Nicht nur Kinder machen manchmal echt abwegige Sachen.


    Zitat


    Übrigens kommen Herdenschutzhund mit einer proteinreduzierten Ernährung mit viel Eiweiss und Calcium sehr gut zurecht!
    Was meinst du was Herdenschutzhunde in ihrer Heimat bekommen?Josera oder Meradog? Deren Ernährung besteht aus Milchprodukten, Brotresten und ganz selten mal nen Stück Fleisch!

    Der von dem Schäfer, mit dem ich geredet habe, hat ordentlich was verputzt. Und ich find es gut, daß er ordentlich gefüttert wurde. Aber darum ging es mir nicht. Es ist eine Anschaffung und kostet Unterhalt (auch Tierarzt etc.) und die tätigt man nicht einfach so. Das kommt obendrauf auf die Betriebskosten. Ich denke einfach (aus dem einen Gespräch heraus was ich hatte), daß man da lieber in ein gutes Tier investiert als sich den nächstbesten Fiffi auf die Weide zu setzen. Und das ist vermutlich gar nicht schlecht, daß die Kosten einige Leute von der Haltung abhalten! "Dann hol Dir doch 'nen Herdenschutzhund" ist halt keine Pauschallösung.

    Ansonsten denke ich, daß den Wolfsbüroleuten sehr daran gelegen ist, "Mord durch Hund" als solchen aufzuklären.
    Und mir auch - mit ordentlich Ärger für die Hundebesitzer!

    Was die Krafteinschätzung angeht: Ich glaube, wir als Hundebesitzer vertun uns da eh. Ich hab mal 'nen Neufundländer 'nen Rinderbein knacken sehen. War beeindruckend! Genauso beeindruckend sind die Bilder von Wolfsrissen im Netz. Ich will es gar nicht so genau wissen aber vermutlich spielt Taktik und Erfahrung und "Gruppengröße/-zusammenspiel" auch eine große Rolle.

    Ich halte den Herdenschutzhund bei einigen Besitzern, in einigen Herden, für eine gute Idee. Aber nicht für alle und nicht überall.
    Und nochmal: Willkommen Wolf erfordert Kompromisse. und man muß unterstützen und informieren damit alle, die betroffen sind oder sich betroffen fühlen, diese zumindest als tragbar empfinden.

    Zurück zu den Herdenschutzhunde: Jemandem, der Schafe hat und Hunde nicht leiden kann, kann man nicht sagen "dann hol Dir doch 'nen Herdenschutzhund!". Genausowenig jemandem, der mit seiner Schafhaltung am Existenzminimum rumkrebst und keinen Cent überhat. Herdenschutzhunde gehören - meiner Meinung nach - nur in die Hände von Leuten, die sich damit auseinandersetzen und sie nicht durch unsachgemäße Haltung zu einer Gefahr werden lassen. Den Menschen, den Hunden und den Wölfen zuliebe!

    Ich hab Schafe, ich wohne am Rand des Wolfsgebietes (mit vereinzelten Sichtungen und auch Rissen gar nicht so weit weg) und ich wünche mir, daß der Wolf hier wieder heimisch werden kann. Dauerhaft.

  • Zitat

    Die Kriterien vom Lupusbüro sind sehr streng, viele gerissene Schafe (der Großteil) werden im Zweifel immer auf Hunde zurückgeführt.

    danke dann verwundern mich die beiden Statistiken doch. Wobei wieviel fressen die Wölfe in Sachsen.. sind 67 Schafe nur 1%? Schwer vorstellbar, oder?

  • dragonwog, ich weiß nicht mehr, was all diese Bilder und Links noch mit deinem ersten Link zur Situation in Rumänien zu tun haben...
    Aber ok, gehen wir mal von Rumänien weg.
    Natürlich gibt es Situationen, in denen Herdenschutzhunde ihr Leben lassen, genauso wie bei Jagdterriern auf der Drückjagd etc.
    ABER...seit Jahrtausenden werden diese Hunde in ganz Eurasien und Nordafrika gehalten und gezüchtet. Die laufen teilweise zu Dutzenden an den Herden mit. Warum? Weil sie KEIN Schutz sind? Konnten sich das die Hirtenvölker und Schäfer tatsächlich leisten hübsche, große Hunde durchzufüttern, die ständig von den Wölfen niedergemetzelt wurden?
    WAS möchtest du uns denn jetzt sagen?

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