Ruhe halten vs. Sozialisierung - richtig so?

  • Huhu,

    so, der kleine Wassermann ist jetzt seit Donnerstag bei uns. Nicht mein erster Hund, aber mein erster seit längerer Zeit, und das mit "im Haus Ruhe" und "keine Reizüberflutung" usw., das alles in richtiger Dosierung ist Neuland für mich. Also, ich hab früher auch keine Welpen gequält ;) aber nie so direkt drauf geachtet.

    Ich handhabe es derzeit so:

    - vormittags muß er mit zum Kindergarten, weil es 3,5 km sind, die ich früher (ohne Welpen) mit dem Rad gefahren bin, jetzt mit dem Auto, dann 100 m zum KiGa, kurz warten und zurück. Das klappt ganz gut.

    - im Haus kein spielen, toben etc., da ist Pause.

    - Stubenreintraining derzeit noch meist im Garten, da fühlt er sich noch am Sichersten, ist aber keine Dauerlösung ( :???: d. h. jetzt anfangen, abzugewöhnen..?)

    - manchmal 10 Min. Spaziergänge, nicht täglich, behagt ihm auch noch nicht sooo, aber es wird besser. Alles ganz locker.

    - ansonsten nachmittags toben und spielen im Garten, wie es sich so ergibt, aber auch keine volle Action (er läuft hin und her, rennt, tobt seine fünf Minuten aus, versucht die Katze als Spielpartner zu gewinnen, entdeckt das Grundstück etc.)

    - im Haus lasse ich ihn meist ruhen, wenn es nicht grad was zu Fressen gibt ;) und erklär ihm so'n bißchen die do's und dont's, wenn es sich gerade ergibt.

    - es kommt natürlich vor, daß man irgendwo hin muß, heute z. B. Futternachschub kaufen. Das ist natürlich nahezu Reizüberflutung, aber muss ja auch sein. D. h. heute sonst nichts weiteres?

    - Sind neue Spazierwege jedes Mal "Reizüberflutung", die erst verarbeitet werden muß, oder kann ich z. B. heute ein Stück im Wald laufen, morgen einen Weg im Ort, übermorgen mal am Feld lang?

    - Wenn er an einem Vormittag was Neues kennen gelernt hat, z. B. heute den Laden, sollte er dann für den Rest des Tages nur noch in den Garten, oder gar auch am nächsten Tag nur volles Ruheprogramm?

    Wie gesagt - bin da noch nicht sooo sicher, aber hier weiß ja immer jemand Bescheid! :smile: :hilfe:

    Danke und Grüße

    Sylvie

  • Hallo,

    für mich liest es sich ganz gut.

    Wegen Deiner Befürchtung bezüglich der Reizüberflutung:
    Da achte einfach mal auf Deinen Hund. Er wird es Dir schon rechtzeitig "sagen" ;)
    Ich würde die verschiedene Wege schon machen wollen. Könnte nur sein, daß die Zeiten dann variieren.
    Also, im Wald hält der Hund locker seine 10 min durch, in der Stadt reichen ihm dann schon die 5 min, und so weiter.

    "Ruhetage", wie Du es nennst, kann nicht schaden.
    Aber auch das würde ich vom Hund abhängig machen.
    Klar, irgendwann lernen "muß" er es.
    Ein aufgewecktes Kerlchen steckt dies eventuell sogar besser weg, wenn die neuen Reize in Maßen kommen.
    Ein anderer Hund ist eventuell am nächsten Tag noch müde und schläft viel länger und mehr, als sonst.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Ich finde auch, das klingt alles gut :smile:

    Mache dich nicht verrückt, es gibt keine Patentlösung für die Welpenaufzucht.
    Der kleine Wassermann wird dir schon zeigen, wenn es zu viel ist - kratzen, hecheln, überdrehen, zwicken, schütteln, Schlaflosigkeit und Unruhe können Anzeichen dafür sein, dass das etwas zu viel war, allerdings macht ein Tag da auch nichts aus.

    Höre auf deinen Bauch, lasse euch beiden Zeit und lebe dein Leben so gut es geht weiter, wie es normaler Weise auch verläuft - denn daran soll sich das Hundekind ja gewöhnen ;)

    Liebe Grüße

  • Mein Welpe hat auch viele wechselnde Orte kennengelernt und es hat ihm nicht geschadet.
    Er ist heute wenig gestresst an unbekannten Orten und Neuem gegenüber aufgeschlossen.

    Für mich liest es sich ebenfalls gut. :roll:

  • Hmmm... heute war es evtl. etwas zu viel :???:

    War 3x 10 Minuten spazieren, allerdings jedes Mal in ne andere Richtung. Und meine Schwieger-Oma war da, die ihn im Haus immer etwas anstachelt ("Ja wo isser denn, ja wo isser denn, ja wo isser denn? :ugly: ") und jetzt dreht er etwas durch - kläfft, kratzt in seinem Körbchen rum und kommt nicht zur Ruhe.

    Is doch Überforderungszeichen, oder?

    Meine Schwiegeroma kennt er schon, weil die täglich auf der Matte steht, aber ich glaub, die in Verbindung mit drei verschiedenen Gassirunden war nich so gut. :muede:

  • Mach dir nichts daraus. Auch solche Tage muß es mal geben. Wenn der Alltag prinzipiell gut für den Hund gestaltet wird kommt er auch mit solchen Tagen gut klar. Um ihn zu beruhigen kannst du ihn ganz gut in den Arm nehmen und einen Augenblick festhalten. Dann schlafen die Welpen in aller Regel schnell auf dem Arm ein.

    LG

    Franziska mit Till

  • Ja,
    ich würde es als Überforderung interpretieren.
    Sehe es aber wie "Maus1970".
    Solche Dinge können passieren und gehören auch zur Entwicklung dazu.

    Wenn es im Rahmen bleibt, ist doch alles in Ordung.


    Schöne Grüße noch
    SheltiePower

  • Gut, wir machen dann morgen wieder einen ruhigeren Tag.

    Ich hab nur etwas Bedenken, daß er allmählich ans Nicht-mehr-in-den-Garten-machen gewöhnt werden sollte... könnte... oder so. Deswegen würd ich gern halt öfter mit ihm auch außerhalb des Grundstücks gehen. Was natürlich nicht heißen soll, große Märsche zu veranstalten, aber halt mal - nicht nur im Garten. :/ Beim dritten Mal heute (10 Uhr, 14 Uhr, 17 Uhr) wollte er auch nicht so richtig weg vom Grundstück, da dachte ich aber erst - fälschlicherweise - das sei, weil er sich halt im Garten "zuhause" fühlte.

    Nun ja - ich denke, abgesehen davon war es doch für ihn ein netter Tag...

  • Ich find das nun auch nicht so dramatisch. Man kann ja seinen Welpen auch nicht in Watte packen, der muss ja auch lernen Stress auszuhalten. Auf der anderen Seite wird einem sogar von aktuellen Welpenbüchern weisgemacht, dass ein Welpe nach der 16. Woche nichts mehr kennenlernen kann, also so viel Aktion wie möglich. Find ich unmöglich diese Haltung, wie sollen die Hunde denn da mal mit Langeweile klarkommen?

    Ich halte es mit meiner (5 Monate) so, ein Tag was Neues oder Aktion, ein Tag Langeweile, also nur Standardprogramm. Das klappt ganz gut. Hab nen Terrorterrier, der erstmal lernen musste, dass auch Ruhe angesagt sein muss.

  • Also wir haben unseren Welpen überall mit hingenommen. Bis zur 16 Woche kannte er wirklich alles was ihm in seiner Zukunft mit uns öfter begegnen wird. Vom Shoppingcenter bis zu den Wohungen unserer besten Freunde.
    Anfangs gabs auch ein paar Situationen wo er aufgedreht war, aber das nehme ich lieber in Kauf, als dass er später nix kennt und vor allem Angst hat.
    Hunde sind sehr anpassungsfähig. Sie kommen mit einem aktiven Herrchen genauso klar wie mit einem Stubenhocker. :)

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