Der Aussie-Klönschnack Thread - Teil 2

  • Ich persönlich verstehe unter Hype in der Hundezucht (nicht nur bei Aussies), dass bei einer bestimmten Herkunft, den Hunden direkt unterstellt wird, die müssen gut sein, ohne dass man das mal reflektiert betrachtet, also z.B. nicht nur nach den 50 Hunden schaut, die irgendwo auf Wettkämpfen auftauchen, sondern auch nach den 300, die nie wieder irgendwo vorgestellt wurden.

    Ich verstehe unter Hype, dass man bei etablierten Zuchten nicht kritisch hinterfragt, ob die Würfe wirklich das Zuchtziel wiederspiegeln, also nicht nur, ob mal was Neues probiert wird, sondern ob die Anpaarungen mehrheitlich überhaupt zum Zuchtziel passen.

    Ich verstehe auch unter Hype, dass es eine Art stillschweigende Übereinkunft gibt, über wen und welche Hunde gelästert werden muss und wer unfehlbar ist.

    Das verstehe ich auch unter "Hype".
    Mir fällt es in Gesprächen immer wieder auf, dass Leute sagen "Oh aus Zucht xy will ich gerne einen Welpen haben". Auf meine Frage, ob sie sich die Zucht schon angesehen und kennengelernt haben, kommt dann meist nur "Nein!". Als wäre völlig klar, dass das was Gutes sein muss. Kann es ja auch. Ist es bestimmt auch. Mir fehlt da nur irgendwie die kritische Auseinandersetzung. Ich könnte für mich selbst zB nicht sagen, dass eine dieser etablierten Zuchtstätten besonders gut ist. Ich kenne sie schlichtweg nicht perönlich. Ich kenne vereinzelte Hunde, die mir gefallen oder auch nicht und die Homepage. Vielleicht auch den ein oder anderen Körbericht. Das sind aber zu wenige, um das auf die ganze Zucht zu münzen. Der Erfahrungsschatz wäre vielleicht groß genug, um mein Interesse zu wecken. Und dann mal weitersehen. Mehr aber auch nicht. Bis ich mir nicht sicher bin durch Recherche und Besuche, bekommt erstmal jede Zucht nur ein "vielleicht" und kein "nehme ich mit Handkuss".

    Aktuell schaue ich mich nach Schäferhundzuchten um. Da ist es ziemlich das selbe. Und ein guter Hund ist für mich vielleicht schon wieder etwas anderes, als für einen anderen Interessenten.

  • @Nocte , sollte ich so etwas geäußert haben, dann lag ich falsch. a) habe ich gar keinen rein persönlichen Züchter, b) wer bin ich, dass ich den Züchtern reinrede, wer wem wann einen Hund verkauft und c) wurde der Züchterin bei der ich kaufte, von einer sowohl der Züchterin bekannten und mir bekannten Person, davon abgeraten mir einen Welpen zu verkaufen.
    Jeder Züchter entscheidet selbst wem er einen Hund verkauft und wem nicht.
    Und warum sollte es mich tangieren, wenn irgendwo ein Züchter gehyped wird?

    Hier bei uns in der Gegend gibt es eine showlinien aussiezucht, die hier total beliebt ist, viele Hunde und nachsuchten von ihr sind auf den Turnieren vertreten, Welpen sind praktisch weg, bevor überhaupt geboren usw.
    Also auch ein Hype. Aber ehrlich? Was interessiert mich das? Warum sollte mich der Hype stören?

    Ich kaufe meine Hunde woanders und gut ist. Und du kaufst deine Hunde woanders und gut ist. Hype hin oder her.

    Und ich empfehle Leuten auch Züchter, die für sie passen, bei denen ich nicht unbedingt einen Hund kaufen würde.

    Lg

  • Zu vielen Punkten kann ich nichts sagen, da bin ich offensichtlich nicht "in der Szene" aktiv. Die anderen werde ich mir aber noch durchlesen.

    Was jedenfalls auffällt ist, dass ich offensichtlich voll in ein Wespennest gestochen habe, ohne es zu wissen. Deinem langen und ausführlichen Text nach zu urteilen ist das ja ein Thema, dass Dich sehr beschäftigt.

  • Ich bin auch offensichtlich nicht 'in der Szene' und kann zu vielen Punkten nichts sagen - und ich muss gestehen, dass ich auch sehr froh darum bin.

    Ich empfinde viel Neid, Missgunst und Lästerein, wenn ich denn mal in die Verlegenheit komme, mit manchen Züchtern zu sprechen. Und das kann ich nicht ausstehen. Erst recht nicht in einem Bereich, in dem Zusammenarbeit so viel Gutes tun würde - für alle Beteiligten.

    Ich bin ein Leben - und Leben lassen Typ. Meinetwegen kann jeder kaufen, wo er mag, mich überzeugen viele Aussie Nachzuchten unterschiedlichster Herkunft. Manches sagt aber auch nicht viel über die Zucht an sich aus.

    Hachja und ich liebe meinen SL Mexx mit seinem Otto Normal-Aussie Ped (sein Uropa ist Prizm´s Inside Track), mal ehrlich - was ware mein Bub ohne seine Gilderoy Mähne :lol: :herzen1:
    Und einen so fitten, agilen und arbeitsfreudigen Hund mit 11 Jahren muss man auch erstmal finden - und das trotz so mancher gesundheitl. Baustelle, die er schon seit frühen Jahren hat.

  • Hier im Forum hat man halt schon den Eindruck, dass man mit einem Aussie aus Showlinie zwangsläufig den 30kg - Brocken mit Fell bis zum Boden und der Arbeitseinstellung eines Faultiers hat. Und einen Hund zweiter Klasse ja eh.

    Genau das ist auch mein Empfinden hier, besser hätte ich es nicht schreiben können!

  • Mich stört dieses "Hund zweiter Klasse". Denn ich glaube nicht, dass hier ernsthaft jemand mitschreibt, der sagt: "Wer einen SL Hund hat, der hat einen Hund zweiter Klasse". Wieviel man in Geschriebenes dann reininterpretiert ggf. sich zu Herzen nimmt, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Ich habe mich mit meinem Vermehrer Aussie (und man will nicht wissen, was da im Ped stünde, sofern es denn eins gäbe) noch nie als Halter eines Hundes 2. - oder wenn SL Aussies schon 2. Klasse sind - dann wohl eher 3. Klasse - gefühlt :D

    Klar ist, es gibt Leute, die bevorzugen Arbeitslinien und schwärmen auch dafür. Ich empfinde das als normal. Natürlich gibts auch Schubladendenken wie z.B. Showlinie = Plüschball/Couchpotatoe oder Arbeitslinie = Perfekt. Aber wo gibts Schubladendenken nicht? Ich für meinen Teil stehe da drüber. Denn wenn nicht, dann müsste ich mich mit meinem Vermehrer Aussie von der Klippe stürzen :D Und mein Traumaussie ist im übrigen der Otto-Normal Showlinien Aussie von Chrissie :D

    Letztlich kann man doch festhalten - fernab von Neid oder Hype: Wir haben hier alle eins gemeinsam - wir lieben, schätzen und schwärmen für Aussies. Ob SL/AL, Blaue Augen/Schwarze Löcher, langes/kurzes Fell, Merle/BlackTri, Vermehrer/1A Zucht - und das sollte doch im Vordergrund stehen :)

  • Absolut, das kann ich bestätigen - als Besitzer vom "Hund 2. Klasse" hab ich mich auch noch absolut nie gefühlt. Und das obwohl Felia sogar ein blaues Auge hat :lol:
    Ganz abgesehen davon, dass es mich nicht stört, wenn jemand meinen Hund nicht super toll findet. Hat ja jeder andere Präferenzen.

    Ich empfinde es so, dass vieles sich gar nicht so sehr bei den Besitzern abspielt. Also die Leute mit AL Aussies, die ich kenne, haben diese Hunde, weil sie sie eben charakterlich (und optisch vllt auch) überzeugen. Da hat sich (bei mir zumindest) noch keener hingestellt nach dem Motto "ICH habe einen AL Aussie, die haben dieses und jenes Image und nun bin ich cool" (Überspitzt gesagt :lol:). Das sind eben die Art Aussie, die die Leute haben möchten, weil sie ihnen gefallen und das finde ich gut so. Die Hunde, die ich aus diesen Linien kenne, haben MICH charakterlich auch mehr als überzeugt und "so einen" Hund könnte ich mir für mich auch prima vorstellen.

    Bei manch einem Züchter hab ich aber ehrlicherweise schon nur noch mit dem Kopf geschüttelt - warum man da manchmal so gegeneinander arbeiten muss, werde ich wohl nie verstehen.

  • Man muss halt auch noch unterscheiden zwischen "Kritik am individuellen Hund" und "Kritik an bestimmten Entwicklungen in der Zucht".

    Wenn mir jemand sagt, dass er meinen grummeligen, unsportlichen Showlinien-Opa häßlich findet, dann darf er die Meinung gerne haben und das stört mich nicht, aber ich find's schon ziemlich unhöflich, mir sowas direkt und ungefragt ins Gesicht zu sagen (neulich gerade passiert – manche Leute haben echt gepennt, als das gute Benehmen verteilt wurde...).

    Auf der anderen Seite stimme ich schon zu, dass bestimmte Entwicklungen in der Aussiezucht kritisch zu sehen sind – und dass mein eigener Hund da für einige Aspekte durchaus als 'schlechtes Beispiel' herangezogen werden könnte, lässt sich halt auch nicht leugnen.

    Insofern verstehe ich immer nicht ganz, warum man sich den Schuh von wegen "Hund 2. Klasse" überhaupt anzieht – natürlich ist der individuelle Hund nicht schlecht oder weniger wert oder sonstwas. Aber ich kann doch meinen Hund lieben und gleichzeitig einen realistischen Blick für seine Schwächen/Fehler haben. Oder man sieht das, was kritisiert wird, gar nicht als Fehler an (bei einigen optischen Merkmalen ist das ja z.B. einfach häufig eine Frage persönlicher Vorlieben) – aber dann verstehe ich die Empörung bzw. das persönliche Angegriffen-fühlen noch weniger. :???:

  • :( : :verzweifelt: Sowas macht man wirklich nicht...
    Der süße Shawnee :herzen1:

    Das kam von einer anderen Aussiebesitzerin, die ich echt nicht um ihre Meinung gebeten hatte. Und ich habe mich zurückgehalten und ihr nicht als "Gegenschlag" gesagt, dass ich ihr nervöses Tierchen auch nicht geschenkt haben wollen würde. War aber knapp mit meinem Geduldsfaden. ;)

    Und damit's zum Thema passt: Wahrscheinlich fangen so solche Lästereien und das Gezicke zwischen Züchtern an... xD

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