Freigeist oder Maschine?

  • Die meisten vielleicht...keine Ahnung.

    Und wie ordnet man dann meinen Dackelmix ein? Mr. Stummelbein kann perfekt Platz (dafür gibts hier kein Sitz), führt es auch schnell aus. Zack-Bumm-Platz.

    Letztens wollte Monsieur aufs Sofa und schaute mich fragend an. Ich sage nö, er geht weg und starrt mich weiter an. Ich sage Platz, bis hierhin alles wie immer. Er senkt sich ein wenig, mich anstarrend. Ich gucke ihn an, er senkt sich wie ein Roboter millimeterweise und abgehackt, bis er kurz über dem Boden schwebt.
    Was war da los? :lol:

    Ich glaube schon, dass Hunde (manche vllt) "testen", im Sinne von ausprobieren. Corey zB ist eh Typ: alles ausprobieren. Kann es nicht sein, dass sie einfach mal auf die Idee kommen, etwas auszuprobieren, was sie aus irgendeinem Grund seeehr gern hätten, obwohl das nein oder platz oder wasauchimmer sonst gut saß?

  • Zitat

    DAS trifft den Punkt echt mega gut !! Und die komischen persönlichen Diskussionen überlese ich einfach mal, weil ich das Thema interessant finde !

    Ich glaube, manchmal neigt man dazu, es doch etwas zu vermenschlichen. Wenn mein Hund mich beim ersten Abruf gerne erstmal nachdenklich betrachtet und erst beim zweiten, betonteren "Dieeeegooo, hieerherr, schnell" durchstartet, hab ich doch im Grunde geschlampt und hab ihm unbewußt vermittelt, dass der erste Abruf noch nicht so dringend ist :roll: . Wenn ich dann damit leben kann, zweimal zu rufen und das sicher klappt, ist es ja ok. Aber es liegt an mir, nicht an seinem Freigeist.

    Was anderes finde ich "Grauzonen" im Haus. Ich lass ihn auch mal hinter mir her latschen, ohne ihn wegzuschicken. Er darf mich auch von selber zum Spielen auffordern, von mir aus auch etwas deutlicher (sprich, der rosa gummiknochen landet AUF der Fernbedienung) - alles ok, solange ich es beenden kann, wenn ich es nicht möchte. Das finde ich ist "eigeninitiative", die ich schön finde, wenn ich mit einem Hund lebe.

    Und ich finde, die Grunderziehung bein einem neuen Hund ist die eine Sache, die muß erstmal sitzen, aber wenn man seit Jahren miteinander lebt, schleichen sich so Rituale ein, die ich auch schön finde. Wenn man morgens halb schlafend rausgeht, und der Hund als erstes weit vorläuft, dann aber auf den Satz "Mäuschen, warte mal, Frauchen ist noch nicht wach" seufzend stehen bleibt und gähnt, da hab ich dann lieber einen "Freigeist" als einen Roboter.

    Lg, Trixi + Diego

  • Zitat

    aber wenn man seit Jahren miteinander lebt, schleichen sich so Rituale ein, die ich auch schön finde. Wenn man morgens halb schlafend rausgeht, und der Hund als erstes weit vorläuft, dann aber auf den Satz "Mäuschen, warte mal, Frauchen ist noch nicht wach" seufzend stehen bleibt und gähnt, da hab ich dann lieber einen "Freigeist" als einen Roboter.

    :D Kann ich verstehen...

    LG

  • Zitat

    Wieso ist diese Frage eigentlich auf Einzelhundehalter becshränkt??

    Ich denke bei mehr Hunden agieren die Hunde zusätzlich ja auch noch untereinander, ich würde aber gerne die Geschichte und Anekdoten der Besiter erfahren, die einen Hund haben - so wie ich auch.

    Aber das soll keine feste Richtlinie sein, letztlich können natürlich alle Besiter ihre Geschichten und Meinungen zum besten geben. :)

  • Zitat

    Wobei ich vielleicht noch erläutern sollte, was ich unter "Schnauzgriff" verstehe. Also ich stehe nicht vor Pinsel, halte mit beiden Händen das Maul zu und erzähle ihr was sie gerade falsch gemacht hat, sonder ich fasse lediglich kurz über die Schnauze, übe einen leichten Druck aus und Knurre.. danach ist das Thema durch.

    Ich möchte echt mal wissen, was der Hund denkt, wenn er von einem Menschen angeknurrt wird :???:
    und die Frage ist ganz ernst gemeint ;)

  • Also erstmal ist mir natürlich völlig klar, dass ein Mensch nicht Knurren kann wie ein Hund und das unsere - im Vergleich geradezu lächerliche Imitation - auch geübt sein will.
    Aber mit ein wenig Übung, kann man tatsächlich ein "knurrähnliches Geräusch" perfektionieren, worauf der Hund dann auch reagiert.
    Was mein Hund speziell nun dabei "denkt" kann ich nicht sagen. Geübt bzw verdeutlicht habe ich ihr das schon als Junghund, wenn sie der Meinung war, mein Essen sei auch ihr Essen. Ich hatte sie fixiert und dabei halt "geknurrt", worauf sie erst fragend geguckt hat logischerweise, dann aber machte es offenbar Klick, sie beschwichtigte und ging dann weg.

    Ich persönlich halte Hunde für Klug genug diese Handlung zumindest soweit zu verstehen, dass es bedeutet ein unerwünschtes Verhalten zu signailiseren, worauf der Hund dann halt reagieren sollte.

    Ich mein, wenn der Hund begreifen kann, dass ein Lächeln von uns keine Drohung ist, dann kann er doch auch gewiss solche Imitationen nachvollziehen bzw in Verbindung bringen.

  • Oh, doch.
    Ich bin ja nicht so der "Hundesprache-Imitierer", überhaupt nicht. Also einen Schnauzgriff würde ich nie mit der Zielsetzung "Hundemutter imitieren" einsetzen. Das würde für meine Hunde nur unerwarteten Schmerz (über dem empfindlichen Nasenrücken) bedeuten, und sie kopfscheu machen.

    Allerdings habe ich festgestellt, dass beide sehr stark auf eine imitierte Spielaufforderung reagieren, und der Jüngere reagiert auch, wenn ich mit entspanntem Unterkiefer die Schneidezähne "blecke", die Nase kräusele und ihn dabei anstarre - Rest vom Körper absolut bewegungslos - da beschwichtigt er.
    Kann natürlich auch sein, dass meine Ausstrahlung in diesen Momenten für sie zählt, aber ich glaube schon, dass sie auch die Körpersprache entsprechend lesen.

    Grüßle
    Silvia

  • Eigentlich bin ich ja auch raus, weil ich habe ja immer mindestens 2 Hunde um mich herum.
    Aber bei mir geht es vom kleinen zum großen. Es beginnt damit, das alle Signale geübt und auch ausgeführt werden müssen, wenn ich diese verlange. Erst dann gibt es Situation für Situation mehr Freiheiten und auch erst dann dürfen meine Hunde sich frei entfalten. Was bedeutet, das die Jungs im Haus sehr schnell einen recht großen Freiraum genießen und dann geht es im Garten weiter und dann auf dem Feld und im Wald und so weiter und sofort. Da ich aber generell auf "mitdenkende" Hunde stehe und das auch fördere und vom Hund angebotene Alternativen sehr schön finde, geht es meist sehr schnell. So das auch Gasthunde sehr schnell Freiheiten von mir bekommen und diese nutzen dürfen.

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