Freigeist oder Maschine?

  • Zitat

    Kann nur für mich und Pinsel sprechen aber da entscheidet genau der ernste Tonfall darüber ob ich es Ernst meine oder nicht.


    Das ist das Ding. Bringe ich meiner Rosie das Kommando "Stop!" in einem spielerischen Ton bei und bringe ihr das eben bei wie man es machen sollte, dann wird es im Ernstfall, wenn ich erschrocken "Stop!" brülle bei ihr nicht funktionieren. Denn Madam ist auf dem Standpunkt "Was wir gestern so gemacht haben, machen wir auch heute so!" Deswegen darf sie bestimmte Kommandos nicht hinterfragen, weil ich diese Kommandos (im Moment jedenfalls, vielleicht ändert es sich noch) immer gleich geben muss. Deswegen fange ich das Kommando auch nicht spielerisch gesäuselt an, sondern auch gleich mit der strengen Stimme, in der ich das Kommando auch draußen rufen würde. Deshalb gibt es bei solchen wichtigen Dingen KEIN Hinterfragen, oder einfach mal nicht beachten. :/

    @Hueterin
    Okay, jetzt ist es auch bei mir angekommen. Ja, in der Arbeit bei bestimmten Dingen muss ein Hund auch mal hinterfragen, das ist richtig.

  • Ich vermute Pocoloco, dein Hund ist Jung bzw "neu" bei dir?

    Pinsel ist ja schon 6 - die Grundkommandos bzw für mich relevanten Kommandos hat sie seinerzeit auch ernsthaft gelernt und verinnerlicht.

    Aber nach 6 Jahren - denke ich - hat sich das alles so eingependelt, dass einzig der Tonfall bzw Mimik,Gestik,Körperhaltung etc für meinen Hund ein Indiz dafür ist ob nun Holland in Not ist oder ob sie noch einen eigenen Gedanken bzw eine eigene Meinung dazu fassen darf... Ja - ist schön menschlich formuliert, damit sich der eine oder andere darüber aufregen kann. :headbash:

  • Mh,. ich habe zwar drei Hunde, die werden aber in Bezug auf Freiheiten und Reglement gleich behandelt.
    Ich "gängel" meine Hunde recht wenig, sie haben viele Freiheiten. Zuhause darf z.B. jeder da liegen wo er will. Dabei darf er allerdings mit uns (meinem Partner und mir) den anderen Hunden oder den Katzen nicht herumstressen. Sonst wird er des Platzes verwiesen und muss sich eben woanders hinlegen. Draussen gebe ich ein Kommando üblicherweise ohne wenn und aber. Wird es wirklich mal aus Tralala nicht befolgt, wiederhole ich es strenger. Das ist es aber auch.
    Ich finde es schlimm, wenn der Hund nur der Befriedigung der eigenen "Stärke" dient und den ganzen Tag nur gegängelt wird, weil Mensch es eben kann.
    LG von Julie

  • Zitat

    Ich vermute Pocoloco, dein Hund ist Jung bzw "neu" bei dir?


    Sie ist seit Juli 2011 bei mir. Sie hat schon einiges gelernt, möchte es aber immer noch so haben, wie sie es beigebracht bekommen hat. Das Sitz nun schon nicht mehr so extrem.

    Zitat

    Aber nach 6 Jahren - denke ich - hat sich das alles so eingependelt, dass einzig der Tonfall bzw Mimik,Gestik,Körperhaltung etc für meinen Hund ein Indiz dafür ist ob nun Holland in Not ist oder ob sie noch einen eigenen Gedanken bzw eine eigene Meinung dazu fassen darf... Ja - ist schön menschlich formuliert, damit sich der eine oder andere darüber aufregen kann.


    Ist bei meinem Rüden auch so. Er liest mich wie ein Buch.

  • Zitat

    @Fräuleinwolle

    Nein, es ist eine Formulierung.

    Wir müssen aber auch keine Erbsenzählen. Ein Hund testet, macht, versucht Wege zu finden.. wie auch immer.. letztlich kommt es auf das gleiche hinaus.

    ..btw ist exakt das auch wissenschaftlich bewiesen, von daher brauchen wir uns auch nicht weiter mit Spitzfindigkeiten abgeben. ;)

    ( Du kannst gerne Google fragen wenn du mir nicht glaubst )

    Also glauben tu ich DIR sowieso schon mal nix... :lol: Und Erbsenzählen überlasse ich Dir, Du scheinst darin mehr Übung zu haben... ;)

    Und WAS genau soll ich nun google fragen?... :???:
    WAS genau ist wissenschaftlich bewiesen? Von wem? Wo? Quelle?....

    Genau, ein Hund versucht Erfolg zu haben. Dafür macht er mal jenes, mal dieses... Wenn etwas funktioniert, macht der Hund (und nicht nur der) das öfter, heftiger, ausgeprägter, länger, andauernder.... Wenn etwas keinen Erfolg bringt, dann stirbt das Verhalten aus... Jedoch liegt die Sache mit dem Erfolg im Auge des Betrachters/Hundes.

    Wenn mein Hund ein Kommando von mir nicht ausführt oder falsch ausführt, dann unterstelle ich ihm nicht, daß er irgendwas austestet. Das ist absolut menschlich gedacht.

    aber ok, meine Hunde sind da wohl mehr Freigeist... Ja, sie sind gut erzogen. Ja, sie dürfen ziemlich viel....
    Zu Hause dürfen sie fast alles, wüßte nicht, was ich da reglementieren sollte/müßte... meine Hunde müssen sich auch keine Schau-Trink-Aktionen ausdenken, nur um mal dem Korb für wenige Minuten zu entgehen. Sie dürfen liegen und laufen wo sie wollen. Sie dürfen auf die Couch, auf die Stühle am Tisch, sie dürfen Wäsche rumtragen, mich nerven, mich zum Kraulen auffordern.... joah....
    Draußen arbeiten wir zusammen, ich kenne die Grenzen meiner Hunde und achte diese. Ich zwinge die Kröte nicht dazu fremde Menschen in nächster Nähe auszuhalten, wir weichen aus und arbeiten parallel dran, daß er sie nicht mehr so gruselig findet. An der Straße müssen meine Hunde kein Sitz machen, nett warten genügt mir. Sie können allen möglichen Scheiß, Kunststückchen wie Sitz, Platz, Fuß und Pfötchen.
    Einziges wichtiges Kommando ist für mich der Rückruf. Der wurde und wird sorgfältigst aufgebaut, immer wieder verstärkt und verbessert, vertieft und geübt... Ansonsten laufe ich vorausschauend und arbeite mit meinen Hunden zusammen. Mein Ziel ist es, daß sie "gutes Benehmen" lernen und sich "freiwillig" dafür entscheiden. Sie sollen mitdenken, nur dann kann ich mich auf sie verlassen.

  • hm.. warum du explizit MIR schon mal GAR NICHTS glauben willst finde ich jetzt auch eine ziemlich fragwürdig Feststellung deinerseits..aber Hey, verlangt ja auch keiner.

    Kurios ist nur die Tatsache, dass wir offensichtlich völlig gleicher Meinung sind und in der Tat sogar gleiche Ansichten vertreten DU dich aber lediglich an einer etwas ungünstig Formulierung von mir aufhängst und das als Anlass nimmst.. mir scheinbar gar nichts mehr glauben zu wollen/können. :gut:

    Aber gut, wenn ich ein Querdenker bin der offenbar immer Unrecht haben wir, gibt es ja auch keinen plausiblen Grund warum wir weiter diese Debatte führen sollten.

    Wünsch dir mit deinen Hunden alles Gute ... :)

  • Genau mein Thema zur Zeit. Ich habe eine auf etwa 11 Jahre geschätzte ehemalige Straßenhündin, die ihr Leben zum größten Teil auf der Straße bzw. in Tierheimen im Aus- und Inland verbracht hat. Entsprechend ist Senta ein absoluter Freigeist, denn sie war frei. Senta ist sehr intelligent, und sie hat gelernt, Menschen punktgenau zu lesen, so dass sie, die angebliche Angstbeißerin, ganz genau weiß, wem sie trauen kann und wer von Anfang an die Zähne gezeigt bekommt.
    Vieles, das sie fürs Leben in der Stadt braucht, hat sie innerhalb des letzten Monats gelernt, einiges jedoch noch nicht, und ich merke immer wieder, wie ungewohnt es für sie ist, nach Hilfe zu 'fragen'.
    Wir haben, bevor ich sie übernommen habe, ein Jahr lang die Wälder und die Siedlung rund ums Tierheim erkundet und ich habe ihr sozusagen die Welt gezeigt, weil sie einfach gar nichts kannte. Es war harte Arbeit, und Senta hat gelernt, sich an meiner Einschätzung von Situationen zu orientieren und mein Verhalten zu kopieren. Weil ich beim Anblick von Spaziergängern nie heulend weggelaufen bin, hat auch Senta irgendwann gelernt, Spaziergänger zu ignorieren. So handhaben wir das in vielen Alltagssituationen. Wenn die Stadt aber voll auf sie einstürzt, fällt sie schon manchmal ins alte Angstmuster zurück, bis ihr wieder einfällt, sich meine Reaktion auf die LKW an der Kreuzung anzusehen.
    Ihr Freigeist zeigt sich auch im Wald: Senta hat einen unglaublich weiten Radius um mich herum, und jeder zweite Hundebesitzer, der uns begegnet, zeigt mir einen Vogel, weil ich meinen Hund so weit vorauslaufen bzw. zurückbleiben lasse. Aber es funktioniert einfach nicht anders. Senta hat mich immer im Blick bzw. im Ohr, sie weiß genau, wo ich bin und wird den Teufel tun, mich im Wald zu "verlieren". Das klappt für uns beide super, denn wenn ich sie bei mir brauche, kommt sie auf Zuruf, obwohl sie nie ein wirkliches Rückruftraining hatte. Allerdings kann es schon sein, dass sie erst noch ein paar Büschel Gras rupfen oder einen Baumstamm markieren muss, bevor sie sich in Bewegung setzt. So what. Ich lasse sie, denn für uns funktioniert es. Wenn es wirklich ernst wird, hört sie das an meiner Stimme und kommt SOFORT - denn dies ist keine Übung. :D
    Senta darf mich auch zum Schmusen auffordern, denn für uns ist es ein Fortschritt, dass sie überhaupt irgendwas einfordert. Natürlich ignoriere ich ihre Anfragen auch von Zeit zu Zeit, je nachdem, ob ich gerade Lust habe, aber in der Rütter-Rechnung Hund - Mensch hätte beim Kuscheln eindeutig Senta die meisten Punkte. Das ist aber okay, denn ebenso, wie es harte Arbeit sein kann, aus einem ungestümen, wilden und fordernden Hund einen angenehmen Weggefährten zu machen, so ist es auch harte Arbeit, einem Hund, der sein Leben lang nichts Gutes von Menschen gekannt, hat, beizubringen, auch mal Ansprüche zu stellen. Deshalb nehme ich ihr penetrantes Anstarren aus dem 'sitz' heraus, wenn ich den Kühlschrank aufmache, oder ihr Herumliegen im Weg, mich im Blick, oder auch das zeitweise Anfragen, ob sie wohl mal stören dürfte, wenn ich gerade auf der Toilette sitze, mit einem Zwinkern und wäge je nach Situation ab, ob ich es durchgehen lasse oder nicht. Mein Hund ist ganz gut darin, sich nicht durch meine jeweilige Meinung verwirren zu lassen, und ich bin inzwischen ganz gut darin, meinen Freigeist zu lesen und die verdrehten Augen anderer Hundemenschen zu ignorieren. Meinen Nerven geht es super, und ich möchte behaupten, dass es auch Senta gut dabei geht.
    Klar, hätte ich ein unbeschriebenes Blatt als Hund, würde ich mir sicherlich auch ein paar mehr Kommandos wünschen, z.B. ein 'Platz' wäre nicht übel, aber so, wie die Sache ist, kann ich mir das abschminken, und solange der Alltag bei uns beiden klappt, reicht es mir. Durch Senta habe ich gelernt, meine Ansprüche herunterzuschrauben, obwohl ich glauben möchte, dass diese noch nie in Richtung Roboter-Hund gegangen sind. Ich bin Individualistin, und somit passt es schon, wenn meine Hunde das auch sind. ;)

  • Zitat

    hm.. warum du explizit MIR schon mal GAR NICHTS glauben willst finde ich jetzt auch eine ziemlich fragwürdig Feststellung deinerseits..aber Hey, verlangt ja auch keiner.

    Kurios ist nur die Tatsache, dass wir offensichtlich völlig gleicher Meinung sind und in der Tat sogar gleiche Ansichten vertreten DU dich aber lediglich an einer etwas ungünstig Formulierung von mir aufhängst und das als Anlass nimmst.. mir scheinbar gar nichts mehr glauben zu wollen/können. :gut:

    Aber gut, wenn ich ein Querdenker bin der offenbar immer Unrecht haben wir, gibt es ja auch keinen plausiblen Grund warum wir weiter diese Debatte führen sollten.

    Wünsch dir mit deinen Hunden alles Gute ... :)

    Also zum einen haben wir ganz sicher nicht die gleiche Meinung... =)
    Keine Ahnung wie Du darauf kommst. :???:

    Und zum anderen: interessant wie persönlich Du das nimmst, wenn ich sage, ich glaub Dir nix... :lol:

    Meine Fragen hast Du ja leider nicht beantwortet....

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