Hund knurrt Halter an - ein NO-GO??
-
-
Bei Kalle geht Ohrenpflege nur im Schwitzkasten. Aber was soll ich machen? Hab es in über 5 Jahren nicht geschafft, ihm das irgendwie schmackhaft zu machen. Alles andere läßt er sich prima gefallen. Wenn er zapplig ist, lege ich ihn mir rücklings zwischen die Beine. Da entspannt er sehr schnell, und ich kann z.B. auch Pfotenverbände und dergleichen prima erneuern.
Lilo knurrt häufiger als Kalle, wenn's um Manipulationen an ihr geht. Aber mit ein paar beruhigenden Worten läßt sie sich dann doch überreden. Am schlimmsten ist das Krallenschneiden. Hab mir angewöhnt, das nur anzugehen, wenn ich auch viel Zeit habe. Ich mach dann auch mal nach jeder Kralle eine Leckerliepause. Für sie ist auch das Festhalten/Einklemmen ein echtes Problem. Also versuche ich, das so gut als möglich zu vermeiden.
Wenn ich weiß, die Hunde knurren, um mir mitzuteilen, dass ihnen das, was ich da tue, weh tut oder extrem unangenehm ist, dann rede ich mit ihnen. Versuche einfach, mit meiner Stimme klar zu machen, dass ich vorsichtig sein werde und nicht "gefährlich" bin. Das klappt sehr gut, finde ich.
- Vor einem Moment
- Neu
Hallo,
hast du hier Hund knurrt Halter an - ein NO-GO?? schon mal geschaut ?*
Dort wird jeder fündig!-
-
Na ja, bei uns kommt halt zu viel zusammen.
Schara ist ein gebranntes Kind, wurde unter anderem angeschoßen, mit Sicherheit beim Arzt mit Gewalt behandelt und Reden geht halt bei uns nicht. -
Zitat
Na ja, bei uns kommt halt zu viel zusammen.
Schara ist ein gebranntes Kind, wurde unter anderem angeschoßen, mit Sicherheit beim Arzt mit Gewalt behandelt und Reden geht halt bei uns nicht.Ich kenne dich und Schara nicht, von daher kann ich nur vermuten. Aber kann es sein, dass du dir mit dem Wissen um Scharas Vergangenheit selbst im Wege stehst?
Viele Grüße
Frank -
schara,
tröste dich damit, daß auch sehr vertraute Hunde ohne schlimme Vergangenheit beim TA Theater machen, und eigentlich haben sie aus ihrer Sicht ja oft auch recht.
Ich hab meinen Eltern als Kind ganz bestimmt vertraut, fand Impfen deswegen aber immer noch kein bißchen angenehmer... -
Zitat
Ich kenne dich und Schara nicht, von daher kann ich nur vermuten. Aber kann es sein, dass du dir mit dem Wissen um Scharas Vergangenheit selbst im Wege stehst?
Viele Grüße
FrankGlaube ich weniger, denn grad das mit dem Projektil weiss ich erst seit dem letzten Arztbesuch. Aber klar, bessser wird es natürlich mit jedem Erlebnis nicht.
Mit der Vergangenheit stehen wir uns wahrscheinlich weniger im Weg, aber sehr wohl mit den gemachten Erfahrungen. -
-
Milo war mal am Fuss verletzt. Kleines Schnittchen, nix Wildes, aber für das Hundle ein Drama, als ob die Pfote ab wär

Ich also beim TA den knurrenden, sich windenden Knirps im Schwitzkasten gehalten, während die TÄ hinten die Pfote sauber gemacht hat. Auf einmal muss es doch etwas mehr weh getan haben, da fuhr er kurz keifend mit dem Kopf rum (ich hatt ihn aber sicher im Griff, bin nicht mal erschrocken, weil ich mir gar nicht hätte vorstellen können, dass er ernst macht) und schnappte in die Luft. Dabei hätte er mich locker am Handgelenk erwischen können, aber darum ging es ihm ja nicht, und ich hab das auch so verstanden. Trotzdem schrie auf einmal die TÄ entsetzt den Hund an und ging dann verbal auf mich los, von wegen, der bräuchte ja nen MK, sowas sei nicht normal, andere Hunde würden nicht so anstellen, das sei ja gefährlich, wenn der so schnappe...
Ich hab ihr daraufhin gesagt, dass ich ja offensichtlich gut in der Lage sei, meinen 7kg-Hund festzuhalten, und dass er, sollte er mir doch entwitschen, ja wohl zuallererst MEINE Hand zerfleischen würde und ich dieses Risiko grade eben noch so tragen könne. Einen MK sei er nicht gewöhnt, haben wir auch noch nie gebraucht, deshalb würde SIE ihm heute erst recht keinen draufschnallen, zumal sie ja sowieso Angst habe, ihn anzufassen. Ich bin normal nicht so, aber in dem Moment war ich echt sauer wegen dieser überzogenen Reaktion und der Behauptung, "andere Hunde würden da niemals auch nur nen Mucks machen". Hallo - wieviele (lebendige) Hunde hat die schon behandelt?
Wir haben dann erst mal die TÄ gewechselt, und - Oh Wunder - bei der Kollegin liess sich der Knirps auch ohne MK (ich hatte es ihr nach der Erfahrung mit der anderen TÄ anfangs angeboten, aber sie wollte es erst mal ohne probieren) behandeln. Als ich der neuen TÄ von der Panik der anderen erzählte, schüttelte sie nur ungläubig den Kopf. Ich fürchte, wenn ich bei der unsicheren Frau geblieben wäre, hätt ich womöglich inzwischen auch so nen Kandidaten, der beim TA grundsätzlich nen MK braucht, denn sie hatte wirklich ANGST, und zeigte es auch (vor lauter Nervosität rutschte ihr am Ende auch noch die Antibiotika-Spritze durch die Finger). Tut mir ja leid, falls sie mal gebissen wurde und deswegen ein Trauma hatte, aber erstens gehört das meiner Meinung nach für ne TÄ zum Berufsrisiko (mit dem man umzugehen lernt?), und zweitens hätte sie die Frage nach dem MK auch freundlicher stellen können.
Das war aber vor zwei Jahren, und wir hatten seither nie wieder ein Problem mit dem medizinischem Kram. Impfen, Blutnehmen, Ohren- und Augentropfen, Zähneputzen, Pfotenhaare schneiden, Fieberthermometer in den Po stecken - geht alles problemlos, obwohl Milo das meistens nicht toll findet. Angst, dass er mich beissen würde, hatte ich nie. Es muss halt gemacht werden, man ist dabei ruhig und freundlich, und danach gibt's Lecker oder Spieli - gut ist.
Ich sehe aber ein, dass es z.B. bei Schara ein anderes Kaliber von Problem ist (denn sie beisst ja wirklich zu, oder) und finde die Idee, sich da professionell beraten zu lassen, wenn man nicht damit zurecht kommt, nicht verkehrt. Es kann ja schlecht Sicherheit und Vertrauen beim Hund aufgebaut werden, wenn auf menschlicher Seite (bestimmt unbewusst, aber der Hund merkt es ja trotzdem) soviel Unsicherheit vorhanden ist, dass sie schon beim Mauli aufziehen merkt, dass was im Busch ist. Ich drück die Daumen, dass euch die Therapeutin nen guten Rat geben kann, und vor allem dir, Scharafrauchen, mehr Sicherheit vermitteln kann.
-
Ums mal vorne weg zunehmen: Mein Hund darf mich (in gewissen Situationen) NICHT anknurren! In sehr wenigen Ausnahmesituationen dürfte er es, aber dazu ist es noch nie gekommen.
Allerdings muss man da auf vieles achten.
Ist es ein spielerisches knurren, ein ich-probier-mal-aus-ob-es-klappt-knurren, ein total verängstigtes pansiches knurren, ein Droh-Knurren
Wie ist das eigene Auftreten? Ist man verunsichert, ängstlich, selbstbewusst?
Und so weiter und so weiter....Um mal ein Beispiel zu nennen (bezogen auf meinen Hund, nicht auf einen mit einer dramatischen Vergangenheit, schlechte Sozialisation etc...also ein Otto-Normal-Hund)
Mein Hund knurrt, weil er etwas nicht abgeben möchte. Sei es Futter, Spielzeug oder sonst irgendwas. Er ist weder am verhungern, noch hat er schlechte Erfahrungen gemacht. Warum sollte ich also so ein Verhalten mir gegenüber tolerieren?1: Es können immer gefährliche Situationen auftreten, da MUSS man schnell handeln! Ob vll Giftköder ausgestreut wurden oder was weiß ich. Ich käm da nie auf die Idee mit einem Spielzeug vor seiner Nase rumzuwedeln um vielleicht ein tolles Tauschgeschäft abzuschließen. NENENE! Ich muss innerhalb von Sekunden handeln. Natürlich wird nicht geschlagen, aber ich würde wahrscheinlich einmal aufbrüllen, hinstampfen und es ihm nicht gerade zimperlich so schnell wie möglich aus dem Maul popeln.
In dieser Situation ist das eigene Auftreten selbstbewusst. Hund merkt, er hat sowieso keine Chance sich zu widersetzen. Ein Hund, der vielleicht gelernt hat, durch ein knurren wird er in Ruhe gelassen, wüdre es beim ersten Mal probieren, aber bestimmt kein zweites Mal, denn Erfolgserlebnis = 0.
2: Es gibts doch tatsächlich Kinder, man mag es kaum glauben, die rennen auch mal zu einem Hund hin und haben keine Ahnung, dass man Hund beim fressen net stören sollte.
Insofern mein Hund eine Ausweichmöglichkeit hat (!), verlange ich auch von ihm, dass er dem Kind nicht droht, sondern die andere Möglichkeit wählt und sich lieber verzieht.
Das ist natürlich keine alltägliche Situation, denn ich denke die meißten geben ihr bestens um sowohl Kind als auch Hund im Blick zu haben, aber es KANN passieren und ich gehöre defintiv zu der Kategorie, die niemals Drohverhalten vom Hund gegenüber Kindern akzeptieren würde (wie bereits gesagt, solange er die Möglichkeit zur "Flucht" hat)! Ob es anstarren ist, zwicken, knurren, schnappen...sowas geht einfach nicht!und 3: Um es jetzt doch mal mit dem normalen Hundeverhalten zu vergleichen, so wie ich es gesehen habe
Hund A hat einen Knochen, Hund B geht hin und will ihn wegnehmen. Hund A knurrt. Was denkt ihr, macht Hund B?
Hat er nichts zu melden, wird er gehen. Ist er ein Proll (ich bin zwar nicht, tu aber so) wird er es probieren und es kommt vielleicht zu einer Rangelei. Geht er aber selbstbewusst und ohne jede Diskussion hin, dann hat Hund A Sendepause (wobei ich da sogar bezweifeln würde, dass es überhaupt zum knurren kommen würde, außer evtl beim ersten Mal)Wichtig ist bei der ganzen Sache, natürlich nicht nur zu tadeln, sondern auch zu loben, sobald er es verstanden hat. Peitsche und Zuckerbrot. Und natürlich kommt es immer auf den Charakter des Hundes an! Auf das eigene Auftreten! Und auf die Konsequenz, in der man dies durchzieht!
Ich beispielsweise hab generell die Einstellung, dass es gewisse Dinge gibt, für die biete ich keine extra Belohnung an sondern eher das Gegenteil, da kriegt Hund auch mal Anschiss. Nämlich dann, wenn er sich selbst oder andere gefährden könnte. Da ist bei mir dann Schicht im Schacht! Und erst dann, wenn er es verstanden hat, dass er sowieso keine Chance hat, dass zu machen was er gerade möchte, dann lobe ich ihn für ihn ganz unerwartet!
Aber das ist wieder ein anderes Thema.Was mir bei dieser ganzen Diskussion dabei völlig unschlüssig ist, ist die Behauptung, dass ein Hund, der bei knurren "bestraft" wurde, diese Handlung überspringt und gleich zuschnappt. So etwas passiert nur dann, wenn man in den völlig falschen Momenten "bestraft" und sonst kein Gespür für das Tier hat. Anders kann ich mir das nicht erklären

Also nochmal abschließend. Man kann nicht grundsätzlich sagen "Der Hund darf immer/ darf NIE knurren". Sowas gibt es nicht und ich denke, wenn man sowohl das eine als auch das andere Extrem durchzieht kann es zu Problemen kommen. Entweder man hat einen Hund, der einem auf der Nase rumtanzt und immer seinen Willen durchsetzt, oder einen, der nicht verstanden hat, was Mensch will weil das Timing einfach scheiße war und dann vielleicht sogar mal schnappt.
Es kommt immer auf den Charakter des Tiers und des Menschen an und wie diese beiden im Team harmonieren. Ist Vertrauen da? Ist eine Verbindung da? Hatte der Hund schlechte Erfahrungen, ist er sehr sensibel und feinfühlig? Und so weiter.Langsam bin ich dieses Thema auch Leid. Ich kann verstehen, dass sich viele damit auseinandersetzen und sich immer wieder fragen, ist meine Trainingsmethode normal? Ist da richtig? Ist das falsch? So wie Menschen eben sind, immer normal und unauffällig handeln
...aber es gibt auf solche Fragen eben keine perfekte Antwort, außer: "Schau was zu dir passt, was zu deinem Hund passt und zieh das Ding durch"Ich denke, dass ist der einzigste ratsame Tipp.
Liebe Grüße
-
Zitat
>>Knurren. Absolut ok.<<
ME kann man das sehr wohl pauschal sagen.
Das heisst ja nicht automatisch, dass man dann den Rückzug antritt.
Nur - so wie tagakm beschreibt - entweder ich ignoriere das Knurren und beruhige den Hund oder ich deeskaliere und überlege mir die Ursache und stelle sie dann durch Logistik, Training usw. ab.
Aber das hängt dann von der Situation und dem Hund ab. -
Zitat
So und zum Knurren: Knurren ist Kommunikation. Nicht mehr und nicht weniger... Und da ich höchstfroh bin, wenn mein Hund gut und aussagekräftig und eindeutig kommuniziert, käme ich nie im Leben auf die Idee ihm das Knurren zu verbieten oder zu ahnden...
Wie aber auch schon genug vor mir schrieben: ich würde versuchen die Ursache abzustellen und meinen Hund die Sicherheit bekommen lassen, daß Knurren nicht nötig ist.

-
Zitat
Ein Junghund, der nur mal gucken möchte, was er sich herausnehmen kann, wird schnell beeindruckt sein, ein Hund, der bereits weiß, dass er Menschen überlegen ist, wird nicht nachgeben.
Und das ist der springende Punkt - wenn ich einen Welpen habe oder einen Hund aus dem Auslandstierschutz (die grösstenteils durchaus schon gelernt haben, vor Menschen zurückzuweichen) oder einen lieben netten braven Hund, der von sich aus zurückweicht oder ein kleiner Hund, der bereits begriffen hat, dass er dem Menschen körperlich unterlegen ist - das ist nicht zu vergleichen mit einem ausgewachsenen Hund, der wirklich weiss, dass er dem Menschen körperlich nicht nur gewachsen, sondern überlegen ist, wenn es drauf an kommt.
Versucht mal, einen ausgewachsenen DSH vom Sofa runterzubefördern, der 4 Jahre alt ist und durch seinen Vorbesitzer im wahrsten Sinne des Wortes "scharf" gemacht wurde .......... ruft aber vorher bitte schon den Notarzt an.
Oder versucht mal, euch rein körperlich gegen einen 50 kg Hund durchzusetzen, der euch köperlich über ist und KEINE Hemmungen hat, nach vorn zu gehen ....... Viel Spass. - Vor einem Moment
- Neu
Jetzt mitmachen!
Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!