Junghund: Freiheit einschränken oder Maulkorb?

  • Hallo allerseits,

    Emil muss zwei bis dreimal die Woche mit auf die Arbeit, bei meiner Frau. Es hätte so schön werden können: Meine Frau ist Chef dort, hat ein großes Büro, er kann da jeden Platz haben. Er durfte am Anfang auch frei im Bürotrakt herumlaufen und ging auch von einem Büro zum anderen. Er musste aber in den letzten 2 Wochen Einschränkungen in der Freiheit erdulden, weil er Leute angeht, die ins "eigene" Büro kommen. Oder auch, wenn er sich auf dem Flur abgelegt hatte (würden wir so auch nicht mehr erlauben) und jemand um die Ecke kam. Das heißt böse knurren und auch hinrennen und ich denke auch beißen, nur konnte das bisher verhindert werden. Er ist sieben Monate alt und auch gerade sehr in der Erziehungsphase.

    Es kann Unsicherheit sein, wenn er sich erschrickt, es kann auch Schutz- und Bewachungsverhalten sein: die Ursache ist erstmal egal, solange die Leute gefährdet werden.

    Ich kann jetzt nicht alles erschöpfend beschreiben, nur was meint Ihr: Was bedeutet ein Maulkorb für die Psychologie des Hundes? Wird ihn das sehr stören? Ich denke mir, die Freiheitseinschränkung ist der größere Störfaktor. Das ärgert den Hund permanent - und dann wird er auch unausstehlich und lässt seinen Frust an unschuldigen Menschen oder auch Hunden aus, was gerade in der Nähe ist.

    Mein Plan ist, ihm auf der Arbeit so viel Freiheit zu lassen, wie wir es auch langfristig für richtig halten. Dann muss er aber (zunächst?) einen MK tragen, alles andere ist zu riskant. Ich will ausserdem unseren Hundetrainer ansprechen - ihn für ein paar Stunden in dieser Umgebung haben. Denn wenn das mit der Arbeit nicht klappt, können wir ihn nicht halten. Es muss ein gewisses Vertrauen in den und da sein, das wird momentan auf die Probe gestellt.

    Maulkorb - das hat etwas sehr abschreckendes und wir scheuen uns irgendwie davor.

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  • Hi,


    ich kann Euer Problem gut nachvollziehen. Habe selbst einen Hund der über einen extremen Wach- und Schutztrieb verfügt.

    Ich würde ihn aus erziehungstechnischen Gründen lieber seiner Freiheit berauben. D.h. ihm einen festen Platz zuweisen, notfalls auch einen Kennel.

    Mit Maulkorb zu sichern ist schön und gut, aber er lernt so nicht das er die Situation im Büro nicht zu "regeln" hat.

  • Hallo,
    ich würde ihm ebenfalls einen Platz zuweisen, am besten im Büro vom Frauchen. Man kann ihn dort anfangs eventuell auch anbinden, falls er nicht von alleine bleibt, da er ja noch jung ist. Er muss doch eigentlich nicht überall spazieren gehen...

    Maulkorb halte ich ebenfalls für keine gute Idee, damit lernt er meiner Meinung nach gar nichts.

    Lg

  • Ich frage mich gerade, wieso man 'Freiheit einschraenken aergert ihn' im Kopf hat, wenn ein Hund sich so benimmt. So ein Hund haette bei mir jegliches Recht auf Freiheit verwirkt und zwar so lange, bis er gelernt hat sich anstaendig zu benehmen!
    Maulkorb ist ne Moeglichkeit, aber auch mit MK auf der Nase benmmt sich der Hund noch immer daneben (und der Hund kann Menschen auch mit MK weh tun!).

  • Zitat

    Ich frage mich gerade, wieso man 'Freiheit einschraenken aergert ihn' im Kopf hat, wenn ein Hund sich so benimmt. So ein Hund haette bei mir jegliches Recht auf Freiheit verwirkt und zwar so lange, bis er gelernt hat sich anstaendig zu benehmen!
    Maulkorb ist ne Moeglichkeit, aber auch mit MK auf der Nase benmmt sich der Hund noch immer daneben (und der Hund kann Menschen auch mit MK weh tun!).

    :gut: dem schließe ich mich an.

    Eine Chefin sollte eigentlich an erster Stelle an das Wohl der Mitarbeiter denken und nicht an das des Hundes. :ua_nada: Ich bin davon überzeugt, dass die Leute das dort nicht so toll finden, wenn sie von dem Junghund gestellt werden.....

  • Da stimme ich Murmelchen zu.

    Zum Maulkorb: Wenn er an den Mauli gewöhnt ist (und ich würde ausschließlich Drahtmaulis nehmen, denn die geben ihm die Möglichkeit zu hecheln, zu trinken und seine Mimik zu zeigen), ist ein Mauli nicht schlimmer für einen Hund als eine Brille zu tragen für einen Menschen.

    Und selbstverständlich hätte ein Hund, der sich so benimmt null Freiheiten bei mir. Der dürfte die Luft zum Atmen haben, bis er das richtige Verhalten anbietet (was ich dann bestätigen würde). Aber solches Verhalten geht gar nicht. 7 Monate hin oder her. Eher im Gegenteil. Ich lasse einen Jugendlichen ja auch nicht gewähren, wenn der andere verprügelt, nur weil er gerade in der Pubertät ist.

  • nur maulkorb - nein.

    maulkorb als sicherung und als (vorübergehendes) management: ist eine option.

    ein passender (!) maulkorb, an den der hund langsam gewöhnt wird, ist eine managementmaßnahme, die immer von einem entsprechenden training begleitet werden sollte. denn der MK verhindert ja lediglich ein beissen - aber sonst ändert sich nix.

    allerdings bei so einem jungen hund sollte es möglich sein, durch konsequentes trainig auch ohne auszukommen.

    wenn es möglich ist, würd ich bei einem jungen hund auch eher einen platz aussuchen, wo er seine ruhe hat und auf dem er lernt zu bleiben - zumindest wenn jemand ins büro kommt. das kann man eigentlich ganz gut üben - aber es braucht natürlich ein wenig zeit und geduld. einfach so durchs gebäude tappern lassen würde ich persönlich meine hunde eh nicht - auch wenn sie die obermenschenfreunde wären.

    was ist das denn für eine rasse oder für ein mix? weiss man, was drinnsteckt?

  • Denke die anderen haben es schon auf den Punkt gebracht.
    Der Maulkorb kann in der Anfangsphase vielleicht eine zusätzliche Sicherung sein, falls ihr keinen Kennel habt bzw nutzen wollt, bis der Hund gelernt hat, dass er auf seinem Platz liegen zu bleiben hat, aber eine wirkliche Lösung ist er in so einer Situation nicht.

    Sicher wird es eurem Hund zu Beginn nicht gefallen, kann ihn durchaus auch frustrieren, aber so ist das Leben nunmal. Es gibt Regeln die einzuhalten sind und zu denen zählt nunmal auch "Ich fresse nicht die Mitarbeiter von Frauchen".
    Grade in der Pubertät wäre ich da sehr konsequent, denn mal ehrlich, was wenn ihr hier jetzt ein Auge oder auch zwei zudrückt und als nächstes weitet er dieses Verhalten auf den Spaziergang aus und jeder Mensch im Umkreis von 6m wird angeknurrt?

    Freiheit ist gut und schön und ich kann den wunsch nachvollziehen, eurem Hund soviel Freiheiten wie möglich zu lassen, aber auf lange Sicht kann das in so einer Situation einfach gefährlich werden.

    Die Frage wurde ja schon gestellt und shcließ mich einfach nochmal an, weiß man was da an Rassen mitgemischt hat?

  • auch ich habe meine Hündin täglich mit im Büro. Sie ist ein SRT 15 Monate alt.
    Wir haben viel Parteiverkehr und ein SRT bekanntlich einen ausgeprägten Schutztrieb. Vor ca. 3 Monaten hat sie einmal versucht einen Mitarbeiter und den Paketdienst zu stellen (ohne Beißversuch, aber mit anspringen).
    Ich habe sie sofort mit einem ganz bösen "Nein" ins Büro geschickt und sie von dort dann auch die nächsten Tage nicht mehr ins Vorbüro gelassen.
    Seitdem sind wir mit dem Thema durch. Im Büro wird weder "geschützt" noch "gewacht".
    Zuhause arbeiten wir noch intensiv dran :headbash:

    LG Barbara

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