Junghund: Freiheit einschränken oder Maulkorb?

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    1. Ja und 2. nein, war er nicht. Ich sagte ja, er wird sicher die Situation vor Ort betrachten, ich muss das ja noch besprechen. Was den HSH-Anteil im Hund angeht, das kann ja keiner genau sagen. Doch wer ihn sieht hält ihn schon für einen HSH im Schäferhund-Gewand.

    Ich würde auch sagen andersrum wird ein Schuh daraus, das ist ein HSH MIT irgendetwas und so würde ich da auch ans Training rangehen, mit dem HSH-Erbe im Vordergrung

  • Auch mein Hundetrainer ist der Meinung, es sei überhaupt kein Problem, ihn kurz zu halten (natürlich muss er ansonsten ausgelastet sein). Wir hatten ja vor, Emil hinter dem Schreibtisch (da ist genug Platz und eine Decke an der Wand) zu platzieren, so dass er a) nur zweite Geige sein kann und b) den Eingang nicht im Überblick hat. Das ließ er selbstverständlich nicht mit sich machen. Hundetrainer meint: kein Thema, es gibt Dübel; er muss nicht den Überblick haben.

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    Auch mein Hundetrainer ist der Meinung, es sei überhaupt kein Problem, ihn kurz zu halten (natürlich muss er ansonsten ausgelastet sein). Wir hatten ja vor, Emil hinter dem Schreibtisch (da ist genug Platz und eine Decke an der Wand) zu platzieren, so dass er a) nur zweite Geige sein kann und b) den Eingang nicht im Überblick hat. Das ließ er selbstverständlich nicht mit sich machen. Hundetrainer meint: kein Thema, es gibt Dübel; er muss nicht den Überblick haben.


    das klingt schon mal gut :gut:


    viel erfolg bei eurem training. :smile:

  • Ich hoffe, das wird einiges an Streß und Zweifel herausnehmen, wenn der Hund nicht mehr den Aktionsradius hat, dass er anderen schaden kann. Der Plan ist, ihn also a) festzumachen, b) nur mit Leine durchs Haus lassen und c) im Garten bei der Dienststelle und der Fütterung (= Futtersuche) auch mindestens mit Schleppleine zu arbeiten.

    Er wird sicher erstmal nicht einverstanden sein, dass er festgemacht wird, aber welcher Hund wäre das schon. Mit welchen Erziehungsmaßnahmen wir das konkret flankieren, dass er ein möglichst Fremd-Menschenverträglicher Hund wird, müssen wir noch im Detail sehen. Die allgemeinen Ratschläge kenne ich auch ("dem Hund die Sicherheit geben, dass ich schon alles im Griff habe") - nur was mache ich, wenn es mal konkret brenzlig wird?

    Meine Theorie ist, dass wenn er festgemacht ist und nun Leute in das Büro kommen, meine Frau dann ja vorgeht und alles regelt, dass er dann mit der Zeit sieht und lernt, dass alles in Ordnung ist, dass er meinetwegen begrenzt knurren kann, aber sicher nicht plötzlich attackieren muss.

    Und wir müssen uns auch erst noch klar werden, was ihn beunruhigt. In den meisten Fällen ist er ja freundlich bis gleichgültig gegenüber Fremden, will auch nicht gestreichelt werden, aber Leckerlies von ihnen haben. Aber in den speziellen Fällen ging er Leute ohne Vorwarnung an, das kam auch schon zweimal ausserhalb der Büro(bewachen)-Situation vor.

  • Hab jetzt nur das Eingangsposting gelesen. Will mal unbeeinflusst meine Meinung schreiben, da wir eine ähnliche Situation haben.
    Ich erzähle mal wie es bei uns war. Als ich Schara holte war von Anfang an klar, dass sie mit mir in Laden soll/muss/darf. Dort gibts natürlich Kunden.
    Körbchen im Sichtbereich des Kunden funktionierte nicht, weil jeder "ach ist die süß, darf ich mal" zu ihr hin ging. Irgendwann fand Schara das natürlich so toll, dass sie von sich aus jeden Kunden belästigte. Nicht jeder mag das. Zudem kommen auch mal Kunden mit Hund rein, oder es waren Männer dabei (Hut, Mantel) die sie anknurrte. Das ist natürlich sehr verkaufsfördernd.
    Sie bekam auch das Gefühl, dass sie die Begrüßung und das Abchecken des Kunden übernehmen musste.

    Schara hat jetzt null Kontakt zu Kunden. Sie ist im hinteren Bereich, ich sitze am Schreibtisch davor. Anfangs habe ich die Tür zum hinteren Bereich geschlossen, wenn jemand kam. Jetzt kann ich offen lassen, Schara schaut ev. wer da ist, geht aber nicht hin. Sogar wenn der Kunde zu ihr hin will, weicht sie zurück, weil ich den Kontakt nicht will.

    Das ganze ist jetzt viel entspannter, weil sie einen zugewiesenen Platz mit ihrem Radius hat und ich alles andere übernehme.

    Der Hund Deiner Frau ist meiner Meinung nach überfordert. Er kann überall hin, was für ihn auch bedeutet, dass er alles kontrollieren muss. Er benötigt dringend einen Bereich der nur ihm gehört, wo ihn niemand stört. Wo er auch schlafen kann ohne Angst zu haben, dass jemand Unerwartetes vorbei kommt. Es geht ihn nichts an, Deine Frau hat alles im Griff. Das muss man ihm vermitteln. Und das geht nur mit Begrenzung seines Radius.

    Ich persönlich halte vom Maulkorb nichts. Ein Hund mit Maulkorb frei herumlaufend im Haus erscheint den Kunden noch bedrohlicher. Knurren und hochspringen oder jemand stellen kann er trotz MK.

  • Hallo Schara mit Schara, danke für Deinen Beitrag, der mich nochmal bestätigt, dass wir es nun machen werden, wie ich bereits beschrieb.

  • Festmachen musst Du ihn nicht. Habe ich Schara auch nie. Er soll lernen, dass er im Körbchen, bzw. an seinem Platz zu bleiben hat. Er soll nicht lernen "ich kann nicht weg, weil ich angebunden bin".

  • Hm, eigentlich wäre ich auch nicht fürs Festmachen, da es, je nach Hund, den Drang, bei Fremden Rabatz zu machen, noch steigert (kommt ein Fremder, bin ich unsicher, kann aber nicht weg, also mach ich Terror). Wäre es ein Hund, der lediglich aus Unsicherheit knurrt, würde ich ihn nicht anbinden, sondern konsequent auf den Platz schicken und Besucher anweisen, den Hund komplett zu ignorieren (also nicht mal ansehen), bis er gelernt hat, dass sie ihn nichts angehen und er auf seinem Platz sicher ist.

    Allerdings, wenn der Hund so ist, wie er hier beschrieben wurde, also ein HSH-Mix, der nicht unsicher ist, sondern u.U. immer selbstbewusster seinem genetisch programmierten Job nachgeht, würde ich ihn zusätzlich zum erzieherischen Lernprogramm mit einer Leine sichern. Keiner hat etwas davon, wenn der in seinem erwachenden Pflichtbewusstsein doch mal nen Besucher angeht. Selbst wenn im Fall nichts passiert, werdet ihr noch unsicherer, bekommt womöglich Probleme auf der Arbeit, und der Hund hatte ein astreines Erfolgserlebnis. Das wäre mir zu riskant.

    Ich glaube, ich würde ihn an eurer Stelle an seinem Platz sichern (ohne Mauli und mit bequemem Bewegungsradius), aber ihm auch verbal konsequent vermitteln, dass er dort zu bleiben hat. Ein junger Hund in dem Alter kann das durchaus ein paar Stunden aushalten, vor allem wenn er lernt, dass er nach dem Warten seine Freiheit wieder geniessen darf, etwa bei ner intensiven Toberunde oder nem langen Spaziergang. Wenn er das zuverlässig drin hat, kann man dann (am besten mit dem Trainer zusammen) auch mal testen, ob die Leine wieder weg kann. Freiheit gut und schön, aber der Hund muss sie sich erst erarbeiten und zeigen, dass er damit umgehen kann.

  • Puh..also eurer Trainer scheint die Situation gut erkannt zu haben. Meine Hunde gehen auch mit ins Büro und haben dort einen festen Platz. Leute angehen, knurren etc.. da würde es bei mir so was von ein Donnerwetter geben...no-go! Es wird höchste Zeit das eurer Hund Einschränkungen erhält. Es bekommt keinen Schaden wenn er sich nicht frei bewegen kann, ganz im Gegenteil es steigert langfristig seine Frusttoleranz und er wird lernen wie man sich korrekt verhält.
    Wenn niemand im Büro ist und eben die Möglichkeit besteht das Mitarbeiter rein gehen und der Hund mit Abwehr reagiert gehört er in dieser Zeit angebunden. Das heißt man macht dem Hund seinen Platz schmackhaft, wenn der Hund das akzeptiert hat macht ihm auch das anbinden nichts aus.
    Meiner Meinung nach wird es allerhöchste Zeit das euer Hund klare Regeln und vor allem Freiheitseinschränkungen bekommt.
    Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr..und wenn euer Hund dieses verhalten jetzt nicht ablegt, habt ihr euch schnell ein richtiges Problem rangezogen. Ob Herdenschutzhund oder Schäferhund ist völlig egal, aus diesen Hunderassen kann man beibringen sich korrekt zu benehmen, bzw. gerade hier ist es wichtig rechtzeitig erzieherisch einzuwirken.
    Eure Einstellung muss von wegen "dem armen Hund kann man doch nicht seiner Freiheit entziehen" müsst ihr dringend überdenken.

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