Geschlechterspezifische Aggression - ein deutsches Problem?

  • Sicher sind viele Probleme hausgemacht.
    Rüden klopfen sich gern mal mit Rüden und Hündinnen mit ihren Geschlechtgenossinnen, wenn man sie lässt.
    In Deutschland wird der Umgang mit dem Hund immer verkrampfter. Das sehe ich auch so. Natürlich überträgt sich das auf den Hund.
    Jedes kleine Zusammenrumpeln wird als Aggressivität und Beißerei gewertet.
    Andererseits wird der Raum zur freien Entfaltung für den Hund immer enger, der Zwang nach Erziehung immer rigider.
    Viele HH sind enorm verunsichert, was ein hundetypisches Verhalten ist, was korrigiert, toleriert oder unterbunden werden muß.
    In diesem Durcheinander entsteht recht ungesundes Klima.

    LG, Friederike

  • Wenn ich gefragt werde: Sind das Hündinnen?, sag ich oft JA, obwohl ich drei Rüden führe. Komischerweise hat das Aufeinandertreffen in solchen Fällen, bis jetzt immer problemlos geklappt. Wenn ich dann weitergehe und sage: Grizz, Fuzz, Bambou, wir gehn, ist das Staunen bei vielen groß.

    Grüßle
    Antonius

  • Zitat

    Wenn ich gefragt werde: Sind das Hündinnen?, sag ich oft JA, obwohl ich drei Rüden führe. Komischerweise hat das Aufeinandertreffen in solchen Fällen, bis jetzt immer problemlos geklappt. Wenn ich dann weitergehe und sage: Grizz, Fuzz, Bambou, wir gehn, ist das Staunen bei vielen groß.

    Grüßle
    Antonius

    :lachtot:


    Ich habe in Spanien auch keinen einzigen, KEINEN EINZIGEN Hund getroffen, der geschlechtsspezifisch unverträglich war. Bin dort auch nie gefragt worden ob Rüde oder Hündin... Keilereien gab es keine, ganz einfach! Und das, obwohl alle Rüden unkastriert waren.
    Ja, ich glaube ganz klar es ist ein deutsches Problem.
    Und das ist eigentlich wirklich sehr schade.

    Ulrikes Beitrag fand ich sehr gut. :gut: Ich denke viel hängt damit zusammen, dass Hunde heutzutage in Deutschland fast keine Hunde mehr sein dürfen :| Das einerseits und andererseits das endlose Verhätscheln und fehlende Aufzeigen von Grenzen.

    Ich habe seit Diegos kreuzbandriss ehrlich gesagt auch wieder meine Probleme damit, aber das kriegen wir schon wieder hin :ops:

  • :gut:

    Würde mich interessieren, wie es in anderen Ländern so läuft.

    LG
    Sonja

  • Ich werde auch oft schon von weiten gefragt: Bub oder Mädchen - worauf ich dann immer erwiedere: Hündin :p ;)


    Nein, im Ernst - ich finde das auch seltsam - entweder die Hunde können miteinander oder nicht, egal ob Rüde oder Hündin.
    Natürlich kenne ich z.B. einen Rüden der partout keine anderen Rüden mag - aber das ist (in meinem Bekannten/Verwandtenkreis) die absolute Ausnahme!


    Jedoch gibt es eine Zeit, da frage ich auch - nämlich so alle 8 Monate geht die Frage an die Besis anderer interessierter, spielfreudiger Hunde: Rüde? Kastriert? Wenn Ja (oder Hündin) - dann schauen wir ob sie sich mögen und toben wollen - Und wenn die Antwort lautet: Rüde, aber intakt" - nun dann "kratzen wir die Kurve" :D

  • Daß der Umgang mit Hunden und ihrem ganz normalen Aggressionspotential in diesem unserem Lande immer merkwürdiger wird, finde ich auch - aber über "same sex aggression" als bekanntes und ausgeprägtes Rasseproblem habe ich erst von englischsprechenden Terrierleuten gelernt. Insofern ist das vielleicht weniger länder- als rassespezifisch?

  • Ich denke dass das Problem oft am anderen Ende der Leine liegt. Ich erinnere mich da an folgende Situation:
    Wir kamen mit unserem Rüden an der Leine an einer Gruppe von 5 Hunden und deren Haltern vorbei. Alles war total entspannt, Hundi schaute rüber, die anderen Hunde lagen unter nem Baum und guckten natürlich auch aber alles total relaxt. Da rief das Herrchen von einem der Hunde "ist das ein Rüde?", wir nickten, der Mann sagte "Oh!" und im nächsten Moment hingen alle 5 Hunde kläffend und pöbelnd in der Leine :roll:

    Ne andere Situation, dazu muss ich allerdings sagen, dass unser Rüde noch oft für ne Hündin gehalten wird, da er für nen Ridgeback-Rüden sehr schmal gebaut ist: Wir sind in nem Park unterwegs, uns kommt ein älterer Mann mit nem Rüden entgegen, die Hunde beschnuppern sich und hüpfen dann zusammen über die Wiese, da meint der Mann total ernst "Wissen Sie, mein Rüde mag andere Rüden überhaupt nicht, aber mit Ihrer Hündin ist das ja kein Problem!". Öhm ja.. :???: :D Wir haben ihn nicht aufgeklärt, sondern sind dann weiter, bevor er seinen Irrtum bemerken konnte.

    Natürlich gibt es Hunde, die andere gleichgeschlechtliche Hunde nicht abkönnen, denke aber, dass die Probleme oft (nicht immer) hausgemacht sind und eher unbewusst von den Haltern ausgehen

  • Hier in Deutschland werde ich auch oft nach dem Geschlecht meines Hundes gefragt... mich stört das nicht weiter. Ich selbst frage nur, wenn ich mir nicht sicher bin, ob die (uns bekannten) Hündinnen im Freilauf evtl. schon in den Stehtagen sind :D

    Mein (intakter) Rüde ist mit fast allen Hunden verträglich, denen wir begegnen. Allerdings fängt seit kurzem an zurückzupöbeln, wenn ihm einer blöd kommt :roll: Dabei spielt das Geschlecht allerdings keine Rolle.

    Ich kenne dieses Fragen aber auch aus Italien: Maschio? Femmina? Das waren die ersten Worte, die ich als HH dort gelernt habe :lol: Allerdings gehen die Italiener und auch ihre Hunde viel unverkrampfter miteinander um als ich das in Deutschland erlebe....

  • Ulixes :gut:

    ich denke auch, dass das ein typisch deutsches Problem ist.

    Auch wenn ich jetzt gleich eventuell was auf die Mütze kriege, weil ich mit einer sehr populären Forumsmeinung hier nicht konform gehe, aber als noch deutscher (und störender) empfinde ich mittlerweile diese "Ich regel alles"-Hundehalter. Hier werden wirklich Situationen durch fehlendes Vertrauen in die Kommunikationsfähigkeiten des eigenen und des fremden Hundes Begegnungssituationen künstlich hochgepusht. Mittlerweile habe ich den Eindruck, dass gerade diese Hundehlater bzw. deren Hunde besonders häufig in Keilereien / Beißereien verwickelt sind.

    Ich werde wohl nie begreifen, wie sich Menschen herausnehmen können, zu behaupten, sie könnten Hundekommunikation besser beurteilen, als der eigene Hund, wo wir doch noch nicht mal in der Lage sind auch nur mit der Geschwindigkeit in der unsere Hunde kommunizieren mitzuhalten - ganz abzusehen von der Tatsache, dass vieles was wir meinen über Hundekommunikation zu wissen nicht mehr als mehr oder weniger gut beobachtet und (ver)menschlich(t) interpretiert ist.

  • Zitat

    Ist wahrscheinlich falsch angekommen, es ist kein Problem nicht jeden Hund zum eigenen zu lassen und sich genau anzugucken, bei wem man das zulässt oder nicht. Das Problem, das ich sehe, ist eher die verkrampfte Reaktion der Hundehalter, die dann wissen, dass da ein Rüde kommt und das Verkrampfte über die Leine auch an den Hund weitergeben. Damit wird die folgende Reaktion des Hundes dann zur selbsterfüllenden Prophezeihung, oder nicht?


    Ganz genau DAS habe ich auch oft gemacht. Gefragt und wenn es ein Rüde war (oder oft auch ohne zu fragen) direkt ausweichen. (Mein Kleiner ist nämlich auch mit Rüden unverträglich) Aber ich hatte neulich eine Trainerin da, die auch gesagt hat das ich mit der Reaktion meinen Hund praktisch darauf ansetze mich gegen diesen "Feind" zu verteidigen. Also geh ich mittlerweile immer drauf zu (mit genügend Seitanebstand) und führe meinen Hund vorbei. Klappt mittlerweile auch ohne knurren und bellen. Nur wirklich zu dem Hund hin lassen kann ich ihn nicht. Er mag Rüden eben einfach nicht.

    Aber hier in Deutschland ist das ganz normal, das man vorher fragt. Ich erlebe das auch wirklich oft und es ist mir lieber so, als nicht zu fragen und es dann drauf ankommen zu lassen. ich selber frage auch öfter mal.

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