Mein unbezahlbarer Hund

  • Ich weiß nicht, ob du es schon probiert hast, aber ich würde ihm auf jeden Fall mal Bachblüten gegen die Ängste geben.
    Falsch machen kannste damit nichts, und sie sind sogar günstig.
    Hat bei dem totalr ängstlichen Hund meiner Schwester quasi "Wunder gewirkt".

    Und bitte, bitte gib nicht auf!
    Ich weiß, dass du eine riesige Last mit dir trägst, aber ihr werdet das bestimmt schaffen, ich hoffe es so für euch!

  • Ich zitier mal einen Beitrag von mir aus einem anderen "Verhaltens-Thread" - einfach, um mal zu erwähnen, wie komplex solche Verhaltensauffälligkeiten sein können. (https://www.dogforum.de/verhaltensande…ch-t132850.html)

    Uns hat die Zusammenarbeit - zum großen Teil per Mail übrigens - mit einer TÄ für Verhaltenskunde sehr, sehr, sehr weitergeholfen. Sowohl in Sachen Diagnostik, als auch bzgl. bestimmter Übungen, Therapie-Ansätze und auch medikamentöser Unterstützung. Das war für alle Beteiligten praktischer, weils nicht grad ums Eck war und mit Videos, ausführlichen Situationsbeschreibungen und medizinischen Unterlagen kann man schon einiges an Infos durch die Gegend schicken.
    Nach dieser TÄ haben wir uns zur Umsetzung ihrer Empfehlungen an einen örtlichen Hundetrainer gewandt, den ich bereits kannte und von dem ich wusste, dass wir auf einer Wellenlänge liegen.
    Vielleicht kannst Du ja einen der TÄ von dieser Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin mal um Rat fragen, ob er Kollegen in der Schweiz kennt?
    http://www.gtvt.de/index.php

    Ebenfalls sehr weitergeholfen hat uns das Buch "Der hyperaktive Hund" von Maria Hense (auch jemand, den man in so einem Extremfall kontaktieren könnte!) Das ist ein ausführlicher Ratgeber, wobei der Begriff der "Hyperaktivität" mehr als Beschreibung eines Zustandes, denn als Diagnose genutzt wird, die Ursachen können sehr vielfältig sein.
    Unabhängig von der Ursache und wenn möglich, einer Therapie, braucht man aber als Halter solch eines Hundes "Handwerkszeug", um mit dem Hund gemeinsam überleben zu können. Und dieses Handwerkszeug findet man in diesem Buch - jeweils mehrere Lösungsansätze für ein Problem, so dass sich für jeden Hund ganz individuell "Survival-Programme" finden lassen. Das Buch bietet keine wirklich komplett neuen Erkenntnisse - aber alles, was man sich sonst mühsam zusammensuchen muss, hat man kompakt in der Hand.
    Das kann ich Dir nur ans Herz legen.

    Unser Doggenbub ist auch ein extremer "Streß-Keks". Der hat anfangs tonnenweise Stofftiere zerlegt. Kauen beruhigt...
    Wir haben allerdings den Vorteil, dass wir in der absoluten Pampa wohnen und nach Bedarf absolut ruhige und reizarme Umgebungen aufsuchen können (= sensorische Diät), bzw. da mitten drin sind und Umgebungen mit mehr "Äktschn" gezielt je nach Ausbildungsprogramm und Tagesform dazunehmen können.Dadurch allein ist das Stress-Level schon deutlich niedriger geworden.
    Ansonsten nutzen wir noch die "kleinen Helferlein", wie z. B. ein DAP_Halsband und Bachblüten und hätten auch
    weitere Medis verordnet bekommen - momentan haben wir aber eine deutliche Besserung erreicht, so dass wir da erst mal in der Warteschleife bleiben möchten.

    Ist jetzt a weng doppelt-gemoppelt geraten. Und soll auch nicht sagen, dass es bei Deinem Hund etwas Ähnliches sein muss - sondern soll nur mal darlegen, wie komplex solche Verhaltensproblematiken sein können und dass man manchmal mehrere Ansprechpartner zugleich braucht, um zu einem Ergebnis zu kommen.

    LG, Chris

  • Es geht doch gar nicht darum, ob nun mehr auslasten oder nicht. .. hier hat doch niemand die Weisheit mit Löffeln gefressen und niemand weiß warum er sich konkret so verhält und was man tun kann. D.h. was hier genannt wird sind lediglich Anregungen die der TE ggf. helfen können. Ohne einen guten Verhaltenstherapeuten, kombiniert mit ärztlicher Begleitung wird die TE da eh nix werden.

    Das ist kein Fall an dem man selber rumdoktorn kann oder den man in einem Forum lösen kann, deswegen würde ich hier keinen Ratschlag grundsätzlich ablehnen, da es lediglich - nicht mehr und nicht weniger - eine Ideen- und Erfahrungssammlung sein kann.

  • Oh weih, Nina... da haben wir ja beide unser Päckchen zu tragen im Moment! :solace:

    Ich kann jetzt nur rein vom Gefühl sagen, was ich machen würde, wenn es mein Hund wäre resp. was ich zur Zeit auch mit Apollo mache, da er ja im Moment auch so gut wie keinerlei Stresstoleranz hat:

    - Hund draußen auf jeden Fall so gut es geht mit Maulkorb sichern (machst du ja eh schon)
    - NICHT versuchen, ihn noch mehr auszulasten... hab ich bei Apollo versucht, der gerät dann in eine solche Spirale aus Stress und Überdrehtheit, dass er gar nicht mehr runter kommt
    - Spaziergänge so kurz wie möglich, möglichst immer die gleiche Strecke nehmen (bin zur Zeit mit Poldi höchstens zwei mal am Tag ne halbe Stunde unterwegs, bei mehr wird er unkontrollierbar aggressiv)
    - so schnell wie möglich mit einem wirklichen Spezialisten in Verbindung setzen (siehe Chris2406 Beitrag)
    - was ich an Auslastung bei Apollo derzeit mache, ist mal daheim Leckerchen suchen... draußen brauch ich sowas eh nicht versuchen, da hat er derzeit überhaupt keinen Kopf für

    Mit Apollo ist es schon sehr belastend im Moment... aber bei Woody hätte ich auch tierische Angst bei jedem Spaziergang, so wie der Kerle mit seinem Leben spielt!

    Das Problem mit dem lieben Geld kenn ich auch... krieg ja auch nur Rente, deshalb muss ich auch gucken, wie ich das jetzt unter einen Hut bekomme. Ich kann dich also sehr gut verstehen!

  • Ich lehne hier überhaupt nichts ab ;)
    Aber ich begegne dem fast reflexartigen Ruf nach Auslastung als Lösung von jedweder Verhaltensstörung kritisch.
    Ich habe mit sehr aktiven, extrem triebigen Hunden gearbeitet und hab die Erfahrung gemacht, dass es mehr gibt als mangelnde Auslastung.
    Es gibt Hunde, die selbst im Zustand absoluter körperlicher und psychischer Erschöpfung nicht herunterfahren können, diese Hunde haben kein Auslastungsproblem sondern ein schweres Problem mit der Selbstregulierung.
    Ich kann Wooni nur empfehlen sich an Fachleute zu wenden.

  • Hier ist ein link zu einer Tierärztin am Tierspital in ZH, die sich auf Verhaltensmedizin spezialisiert hat und wohl auch mit Trainern zusammenarbeitet. Sie wurde mir mal empfohlen, aber wir waren nie dort, weil uns schon anderweitig geholfen wurde:

    http://www.tierspital.uzh.ch/Abteilungen/Kl…ensmedizin.html

    Und hier ist noch ein anderer TA in ZH, der mit Verhaltensmedizin und Homöopathie arbeitet, den ich allerdings auch nicht kenne:

    http://www.reiwald.ch

  • Mal ne ganz blöde Idee....es scheint ja sichtlich Stress zu sein. Habt ihr es schonmal mit nem DAP-Halsband probiert?

    Ich hab den Stecker bei uns jetzt eingesetzt (seit 3Wochen), da Breandán angefangen hat sich die Beine aufzubeissen und völlig nervös in der Wohnung herumspaziert ist, wenn ich nicht zu Hause bin. Mitlerweile wird er Tag für Tag ruhiger und entspannter.

  • Chris, danke für den Beitrag !

    Ich denke ich habe mit Woody einen guten Weg. 1 Tag sieht beispielsweise so aus :

    Morgens um halb 7 aufstehen, grosse Runde von 60-80min,an der Flex oder 10m Schleppe. Dann frisst er und wir gehen gegen 12 ca 10min Apportieren üben danach 30min kurze Leine Dorfrunde wo ich auf seine Erziehung achte (nicht ziehen, sitzen usw). Zuhause schläft er dann wieder (er schläft zuhaus meistens oder döst) dann gehen wir erst wieder gegen 17uhr raus, für 50-70min, an der Flex. Um 19uhr kriegt er Futter und gegen 23Uhr gehen wir das letzte mal raus.
    (rausgehen heisst strammen schrittes oder Rad)
    Diesen Ablauf haben wir nun länger und ich habe grosse Erfolge erzielt. Habe sein Fressverhalten sehr bessern können, und dennoch passierte das mit diesen Verschlüssen. Er macht vortschritte, nur absolut unberächenbare.

    Longieren - ich kenne niemanden der das macht oder sich auskennt, und alleine.. Hmm..

    ZOS - machen wir nicht, würde ich auch niemanden kennen. Ich mache Amateur spurensuche mit ihm. Er muss warten während ich ihm ne "Fährte" lege. Das warten hat wie man sich denken kann seine Tücken, aber wenn wir nicht abgelenkt werden schaut er mir neugierig nach. Danach gehen wir die "Fährte" gemeinsam ab.

    WENN wir nicht abgelenkt werden durch Jogger Radfahrer Hunde Katzen Igel (das sind die höhepunkte der Aufregung) kommen wir ganz gut voran - und dennoch diese Rückschläge, was für mich einfach bedeutet das er absolut unberächenbar ist und IMMER gefärdet ist, und ich einen Weg finden muss.

    Man kann sich das sicherlich schwer vorstellen, ihr müsstet es einmal erleben.

    Zum Thema hier Hilfe suchen oder das Forum als Trainer Ersatz benutzen ; bestimmt nicht. Um das zu tun bin ich einfach zu lange dabei und wenn mit Woody etwas ist, gehe ich nicht in ein Forum und frage "Mein Hund erbricht Blut, was kann das sein"
    Aber ich habe Respekt vor vielen hier im Forum, weil das Wissen hier wirklich gross ist, und die Erfahrung von vieler mir sehr viel Wert ist, da SOWAS wie ich finde absolut gut ist. Die Einzelnen Schicksale lesen, nicht unbedingt vergleichen oder mutmassen, was hat meiner was dieser oder jener hat. Das einfach dazu, ich sucher hier keinerlei Ersatz für Trainer oder sonsiges ;)

    Zum Sedieren, das kann ich beantworten wenn ich mit Woody die Fäden ziehenlassen gehe !

    Für mich bleibt aber die Frage... Was wenn es in absehbahrer Zeit wieder passiert, wegen was der Geier was. Vielleicht knabbert er auch eines Nachts die Matratze an und schluckt ein Stück?
    Das ist meine grosse Frage derzeit. Das ich mit ihm weitermachen werde - hmm - eigentlich ist es Klar.
    Ich weiss aber nicht was ich tun soll, wenn es wieder passiert. Damit muss ich mich beschäftigen. Trotz Sicherung hat er es geschafft.
    Da erwarte ich keine Tipps jetzt, mich würde es Wunder nehmen wie die Moralische Einstellung von euch ist, was man denken soll....

    LG Nina (und sollte ich wieder etwas wichtigesüberlesen haben, sorry, mit diesen zitaten hab ich meine mühe)

  • zur moralischen Einstellung:

    hmmm, das ist schwer. Jeder tickt da anders. Ich bin jemand der wenn er für ein Lebewesen die Verantwortung übernimmt, dies auch bis zum Ende tut.

    Ich habe den Hund zu mir geholt, nicht er ist freiwillig zu mir gekommen.

    Es gibt bestimmt gute Abgabegründe, aber in so einem Fall würde ich niemals aufgeben. Im Grunde genommen muß nur einmal der richtige Weg gefunden werden. Wie schon mehrfach gesagt mit professioneller Hilfe.

    Woody weiß ja nicht was er dir antut. Er hängt wohl trotz aller Probleme an dir. Abgeben wäre für mich in diesem Fall das gleiche wie im Stich lassen.

    Aber wie gesagt, das ist nur mein persönliches Empfinden.

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