Ohne Futter kein Blickkontakt/Stress?

  • Huhu,

    wäre es denn so schlimm, weiter mit Futter zu arbeiten? Wenn der Hund dann doch gut mit arbeitet, mach doch weiter so :)

    Ich wollte auch immer einen Hund, der perfekt hört und das am besten nur mir zuliebe. Ich musste schnell feststellen, dass das mit dem Hund, den ich mir ausgesucht habe, so nicht funtioniert.
    Heute habe ich eben immer Futter dabei, es stört mich nicht mehr. Wir sind Vollzeit-Clicker und ich bestätige hauptsächlich über Futter, weil das bei meinem Hund am Besten klappt.

    Auch Rudi hat manchmal das Problem, dass er ein Kommando nicht befolgt. Ebenso wie deine Naila steht er dann herum und starrt Löcher in die Luft. Irgendetwas macht es ihm unmöglich, sich in dem Moment auf mich zu konzentrieren. Wenn ich dann ein Sitz wollte, habe ich zwei Möglichkeiten: 1. ich locke den Hund mit dem Leckerchen vor der Nase in die gewünschte Position (die Belohnung sorgt oftmals dafür, dass sein Stresspegel sinkt und er wieder ansprechbar wird) oder 2. ich nehme es hin und gebe ein anderes Kommando (bei uns ist "Such" das Kommando, was am häufigsten unter Stress funktioniert).

    Die Kommandos hast du aber ohne Ablenkung aufgebaut? Du bist also sicher, dass sie das, was sie tun soll, auch versteht?

    Zitat

    Nur ich habe das Gefühl, wenn ich was gesagt habe, dann MUSS ich das jetzt auch durchsetzen.


    Das Gefühl kenne ich nur zu gut. Ich musste erst lernen, dass der Hund manchmal eben einfach nicht Kann.
    Ich mein, wenn mich jemand angreifen will und jemand anderes sagt mir, dass ich mich setzen soll, werde ich das wohl kaum tun und wenn dann jemand grob wird um das durchzusetzen oder es mir noch 10x sagt, tue ich es dennoch nicht ;)

    LG,
    Patricia

  • Also ich hab die Erziehung von meinem auch nur mit Futter aufgebaut. Allerdings meinte unsere Trainerin das für ihn das Arbeiten selber schon ne tolle Belohnung ist und ihn Leckerli an den falschen Stellen total hoch drehen.

    Ich hoffe es ist ok wenn ich beschreibe wie es bei uns abläuft wenn Rufus etwas falsch macht.
    Wenn ich Kommando gebe, bestehe ich darauf es kann aber mitunter passieren das er es nicht einsieht und erstmal alles andere durch probiert, macht er es dann was ich will ( ich bin mir sicher das er genau versteht was ich möchte) dann lobe ich zunächst nur verbal und wir machen mit etwas anderem kurz weiter und dann das gleiche nochmal, Leckerli gibts nur für direkte Umsetzung.
    Ansonsten sollte ein Kommando auch so klingen, aber nicht wie auf den alten Schäferhundplätzen :D Nur ein Kommando ist eine Ansage und kein " würdest du bitte so freundlich sein und mit den Gefallen tun..."

    Wenn meiner in Stress gerät, fängt er an zu jammern, dann kommt hecheln, kriechen und auf die Schulter fallen und vor mir im Dreck um rutschen ( nein ich verprügeln meinen Hund nicht)

    Wenn du sagst sie schaut weg, vielleicht weicht sie deinem Blickkontakt aus um Stress zu vermeiden.

  • Zitat


    Wenn sie an der Leine ist und sie mißachtet ein Kommando, dann sage ich das Kommando meist noch einmal, macht sie dann immer noch nichts , gehe ich ein paar Schritte/Meter weiter und probiere ich dann wieder , das Kommando durchzusetzen.
    Im Freilauf versuche ich es ähnlich zu machen.

    Dadurch bringst du ihr bei, dass deine Kommandos Optionen sind. Sie kann sie befolgen, muss es aber nicht, weil ja eh nichts passiert und sie weiß, dass du dich eh nochmal melden wirst um es erneut zu versuchen.

    Sag 1 x was du möchtest, wenn sie es nicht macht, dann setze es durch, ohne Leckerlies.

    Trainiere doch mit ihr Sachen die neu für sie sind mit Leckerchen, dann schleiche diese aus und dann werde immer variabler, bis du am Ende die Leckerchen weg läßt.

  • mh ich glaube nicht das sie unter stress steht... (natürlich kenne ich euch nicht, das ist rein subjektiv, aus deinen erzählungen)
    Ich glaub sie hat dich einfach komplett in der Hand und ist zu clever.
    Wozu soll sie denn auch etwas tun wenn sie dafür denn nichts bekommt??? Sie weiß anscheind ganz genau was los ist.
    Ich halte nichts von Hund bestechen und leider scheint das bei euch so zu sein, wenn auch unbeabsichtig. Aus diesem Grund erziehe ich vollkommen ohne leckerlie.
    Ich denke das man mit ausschleichen wirklich recht weit kommt. Versuch den Hund anderweitig zu motivieren oder mach ihr klar das sie zu folgen hat.
    Nehmen wir als beispiel das Sitz:
    tut sie das nicht beim ersten Wort, dann bleib einfach stehen, lass sie überlegen und wenn es ihr nicht einfällt, dann stupps ihr doch kurz auf den Hintern. Aber die konsequenz ist, es geht nicht weiter bis sie nicht das getan hat was du von ihr willst.

    lg

  • Also sie kennt alle Komandos die ich ihr gebe, Neue baue ich auch immer erst mit Futter auf.
    Dieses von mir beschriebene Verhalten zeigt sie auch nur so extrem, seitdem ich öfters das Futter weglasse.

    Zitat

    Wenn meiner in Stress gerät, fängt er an zu jammern, dann kommt hecheln, kriechen und auf die Schulter fallen und vor mir im Dreck um rutschen ( nein ich verprügeln meinen Hund nicht)

    Wenn du sagst sie schaut weg, vielleicht weicht sie deinem Blickkontakt aus um Stress zu vermeiden.

    So extrem ist ihr Verhalten (noch ) nicht .
    Deine letzte Aussage klingt für mich logisch. Aber was mach ich denn dann, um den Stress zu vermeiden?

    Mit dem Gedanken, Naila nur noch per Futter zu erziehen...gefällt mir persönlich igendwie nicht :???:
    Kann ich gar nicht genau , erklären wieso....

  • Zitat


    Sag 1 x was du möchtest, wenn sie es nicht macht, dann setze es durch, ohne Leckerlies.

    Wie setze ich denn z.B. ein nicht ausgeführtes "Platz" durch?

    Gruß
    Leo

  • Es gibt nur zwei Dinge, die man tun kann: Belohnen oder bestrafen. Was davon Du wann wie anwenden möchtest, müsstest Du Dir ersteinmal überlegen. Von nix kommt nix...

    Viele Grüße
    Corinna

  • Bei "Nur noch per Futter erziehen" fällt mir die Handfütterung ein, aber das macht man eigentlich bei Hunden sie sich so garnicht interessieren was Herrchen macht.

    Naja meiner ist aber von sich aus so extrem mit seinem Stress, senibler Trottel halt.

    Aber kann es mit 17 Monaten nicht eventuell auch sein das sie grad nochmal so ne Phase durchmacht wo sie die Rangordnung in frage stellt, so nach dem Motto " ich mach was damit DU mir MEIN Leckerli gibst und wenn ich es nicht bekomme hast DU halt Pech"

  • Irgendwie verstehe ich immer noch nicht, ob du mit dem Futter lockst oder belohnst. Wenn du Futter dabei hast, was passiert, wenn du dann nicht jede Kleinigkeit mit Futter belohnst, sondern es auch nur mal ein verbales Lob gibt? Oder nur ein-, zweimal ganz gezielt eine besonders gutte Ausführung eines Kommandos mit Futter belohnst, dann aber fürstlich?

    Ich habe fast immer Futter dabei. aber ich belohne nicht immer mit Futter, sondern variabel. Hat sich eigentlich völlig zwangslos ergeben. Blickkontakte ermutige ich nur noch im Ausnahmefall mit Schnalzlauten oder so, habe aber immer freiwilligen Blickkontakt bestätigt: manchmal einfach verbal, manchmal mit Marker und Futter, ab und an hat der Hund sich einen Jackpot verschafft, weil er mich beim Verstecken eines Suchobjekts erwischt hat. :lol:

    Das oft gepriesene "Durchsetzen" von Kommandos hat recht wenig mit dem Übergang zur variablen Bestärkung zu tun, denn das funzt auch ohne Durchsetzen. Schon beim Welpen beginne ich, nicht mehr jedes Sitz unter wenig ablenkenden Bedingungen mit Futter zu belohnen. Richtig durchgeführt, erhöht das die Motivation ungemein.

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