Mein Hund viel zu stark auf mich bezogen, ist das normal?

  • Hallo!
    Sorry.
    Ich möchte in diesem Thread nicht zu sehr vom Thema abkommen...
    Natürlich gehört Schwanzwedeln und evtl. anspringen, etc. zum Begrüßungritual. Auch unter Hunden natürlich!
    Aber ich habe mir die Frage beim lesen gestellt, ob die Hunde das genauso empfinden bzw. ausdrücken was wir als Freunde in ihnen hinein interpretieren?
    Das Schwanzwedeln dient auch mitunter zur Kommunikation über Gerüche Und wie die Rute getragen wird hat für Hunde untereinander auch eine zentrale Bedeutung.
    Ich denke das sie ihre Art der Kommunikation auch bei Menschen einsetzen.
    Ich habe oft den Eindruck das Mensch und Hund grade hier, bei der Begrüßung, oft aneinander vorbeireden.
    viele Grüße

  • Natürlich können wir nicht wissen, ob Hunde genau das empfinden, was wir interpretieren - das gilt nicht nur für Freude, sondern auch für andere Emotionen wie Angst, usw. Da kann man sich durchaus mal vertun.

    Trotzdem behaupte ich von mir, dass ich unterscheiden kann, ob mein Hund sich freut oder unsicher ist oder mich massregeln will. Ich weiss ja, wie meine Hunde in andern Momenten freudiger Erregung reagieren....

    Hunde unter sich haben ja auch kein Standard-Begrüssungsritual, das gibt es allenfalls unter Fremden. Aber bei Hunden, die sich sehr gut kennen kann dies je nach Temperament anders sein. Splash vertraut Rhian vollständig, und akzeptiert seinen niedrigeren sozialen Status. Er begrüsst sie oft sehr, sehr ungestüm und stürmisch - weil er ihr eben voll vertraut, und weil sie in diesen Momenten keine "bleib respektvoll"-Signale sendet. Tut sie dies, so sieht die Begrüssung anders aus.

  • Wenn du "Osterhase321" auf Nr. sicher gehen möchtest, ob dein Hund ein Kontrollfreak ist oder nicht, würde ich mir einen Trainer hinzuziehen, der eine Videoanalyse bei dir zu Hause macht.

    Sämtliche Aussagen und Meinungen hier sind nur Einschätzungen und manchmal auch Empfehlungen, die dir nicht wirklich weiterhelfen- aber ein Urteil viva Internet ist schnell gefällt.

    Das beginnt beim Ignorieren und hört beim Schließen der Zimmertür hinter dir auf.

    All das kann man auch falsch interpretieren und somit durchaus die Situation / Sachlage verschlimmern.

    Deshalb erzähle ich in solchen Fällen nur ungerne davon, wie das bei mir und den Fellnasen abläuft.
    Einfach deshalb, weil jeder Hund anders ist und man nie 1:1 übertragen kann.

    Natürlich kann man sich Meinungen einholen, dennoch gibt es viele HH, die dann "ausprobieren"- aber nicht selten mit dem Ergebnis, dass es noch schlimmer geworden ist oder einfach keine Besserung eintritt.

    Das soll keine "Hetzkampagne" werden- ich habe eben nur das Gefühl, das auf den Rücken vieler Ratsuchender kleine "Privatkriege" (..nur meine Meinung ist korrekt) geführt werden und letztendlich wird derjenige, welcher Hilfe sucht, noch mehr irritiert, als er ohnehin schon ist!

    L.G., Claudia.

  • Ich denke die Verschiedenheit der Erfahrungen beruht auch darauf, dass nunmal jeder Hund anders ist und jeder Mensch ein anderes Empfinden hat.
    Die Themenstarterin sollte vielleicht 2 einfache Überlegungen anstellen:

    1.) hat sie den Eindruck, dass ihr Hund dabei unangenehm gestresst ist?
    2.) stört es sie, ist es ihr unangenehm?

    Daraus ergibt sich dann auch ob überhaupt was verändert werden "muss".
    Einen dringenden Handlungsbedarf sehe ich so nicht gegeben, es scheint ansonsten ganz gut zu klappen, ich finde in den Texten der TS keinerlei weiteren Probleme die irgendwelche Schlüsse auf das Geschehen geben. Damit gibt es keinen Indikator für Kontrollverhalten/Verlassensängste oder sowas.

    Mit Trainern ist das so eine Sache, gerade so ein Verhalten. Ernsthaft, willst du fünf Meinungen dann lass drei Trainer das Video analysieren :D . Sicher ist fachlich kompentente Unterstützung empfehlenswert, aber bei diesem Thema würde ich mir meinen Hund auch VOR der Trainerwahl mal genau beobachten und mir überlegen was da los sein könnte und was ich meinem Hund zutraue, in ihn reininterpretiere und was ich ihm möglicherweise alles "andichten" lasse von irgend nem Trainer.
    Ich mein das nicht böse, aber ein bißchen Info und Diskussion im Voraus kann auch helfen da den Richtigen zu finden und sich nicht irgendwelchen vermeintlich kompetenten Unsinn auftischen lassen.

    Zu Kontrollverhalten allgemein:
    Wenn wirklich ein massives Kontrollverhalten vorliegt, gibt es meist noch zusätzliche Indikatoren, Orientierungs- und Aufmerksamkeitsmängel, beizeiten auch scheinbarer Wach- und Schutztrieb, kein alleinsein möglich u.v.m.
    Dann ist allerdings in erster Linie die Frage zu stellen, WARUM der Hund dieses Kontrollverhalten zeigt.
    Häufig wird sich dann zu irgendwelchen Rangordnungs- und Dominanztheorien verstiegen...der Hund will mich kontrollieren! ahhh Hilfe...der Pinky und der Brain :hust: .
    Tatsächlich entspringt ein Kontrollverhalten exakt dem Gegenteil: die Strukturen sind für den Hund zu schwammig, er kann nicht klar erkennen wer ihn leitet bzw. er wird schlecht oder gar nicht angeleitet (erzogen). Dadurch entstehen Unsicherheiten, der Hund übernimmt - aus seiner Sicht gezwungener Maßen - Aufgaben die er gar nicht übernehmen soll. Der Mensch ist also zu unklar, zu unzuverlässig, gibt zuwenig Struktur.
    Das heißt, ein guter Trainer wird am Menschen ansetzen um klare Strukturen für den Hund zu schaffen. Der Hund dient dann eigentlich nur als Spiegelbild der Fortschritte des Menschen ;) . Am Hundeverhalten wird man klar ablesen können inwieweit der HH bereits neue, klare Strukturen schaffen kann. Und wie das geht, wie man mit sinnvollen Regeln und Grenzen und klaren Abläufen feste Strukturen schaffen kann, das sollte ein Trainer dann zeigen können.

  • Ich war zu spät fürs editieren... da fehlt das letzte Stück von meinem Beitrag:

    Es gibt aber auch einfach "Schattenhunde", die sind meistens bei einem oder in der Nähe. die können auch alleine bleiben und alles, aber sie sind eben einfach wirklich sehr anhänglich und stark gebunden... das ist ein bestimmter Typ Hund (ich mag das), die sind einfach dabei, unauffällig, nie störend aber anwesend.
    Und das ist dann auch ganz normal.
    Die Frage bei so Begrüßungsaktionen u.ä. ist die, wieviele Hormone da ausgeschüttet werden und was sie mit dem Hund machen. Ich kenne Hunde wenn sie wirklich ungesunden Stress haben so einen Hund kriegt man über Stunden nicht wieder "echt" runter. Man kann es vielleicht ankommandieren aber wirklich entspannt wird der Hund erst wieder, wenn er die entsprechenden Hormone abgebaut hat.
    Das ist aber bei einer "normalen" fröhlichen Begrüßung nicht zwangsläufig gegeben, nichtmal unbedingt wahrscheinlich.

  • Ich krame das Thema mal wieder hoch.
    Unser Hund hängt mir auch ständig am Bein, wenn ich zuhause umher laufe.
    Dazu muss ich sagen, dass er als Welpe in der Prägephase bei seinem ersten Besitzer von heut auf morgen über Stunden alleine eingesperrt wurde; er hat also zu beginn wirklich Verlustängst gehabt, sodass nicht mal eine Minute alleine in einem Raum möglich war. Inzwischen, nach fast 4 Monaten und intensivem Training, kann er schon 3-4 Stunden alleine bleiben. Meist liegt er vor der Haustüre, wenn wir kommen. Gebe ich ihm einen Knochen für die Zeit, bearbeitet er ihn meist auch.

    Aber zum eigentlichen Thema: Er rennt mir ständig hinterher. Ich habe schon mal nach anraten aus einem anderen Thread das Nachlauf Spiel gespielt; also wirklich so lange hin und her laufen, bis er die Lust verliert. Ich habe allerdings nicht wirklich die Zeit das ganze 2 Stunden jeden Tag durchzuziehen.
    ich bin schon übergegangen die Türen hinter mir zu schließen, dann legt er sich davor. Wir üben auch fleißig "Bleib", das geht allmählich auch immer besser. Allerdings testet er oft noch und schleicht sich doch hinterher; ich sage dann "nein", schicke ihn zurück (meist muss ich ihn zurück zum platz führen) und sage wieder "bleib". Das ganze wiederhole ich so lange, bis es klappt und ich ihn wieder rauslöse.
    Mache ich das richtig so? Unsere Hundetrainerin meint, dass er mich kontrolliert und ich ihn einfach mehr ignorieren muss. Aber wie mach ich das, wenn er mir ständig am Bein klebt? Er schläft tief und fest, aber sobald ich aufstehe und den Raum verlasse steht er hinter mir.

    Zu der Begrüßungssache: Da alleine bleiben ja so ein Thema ist freut er sich meist schon sehr. Ich begrüße ihn auch und sollte er zu sehr fippen, lasse ich ihn ruhig sitzen und wenn er wieder unten ist, lobe ich und streichle ihn. Manchmal kommt er auch einfach nur zur Tür, wedelt ein bisschen mit dem Schwanz und gut ist. Ich finde ein wenig begrüßen kann ich ihn schon. Natürlich nicht mit der fetten Party, will ja nicht, dass er aufdreht.

  • Zitat

    Unsere Hundetrainerin meint, dass er mich kontrolliert und ich ihn einfach mehr ignorieren muss. Aber wie mach ich das, wenn er mir ständig am Bein klebt? Er schläft tief und fest, aber sobald ich aufstehe und den Raum verlasse steht er hinter mir.

    Das mit dem Ignorieren ist garnicht so einfach..., denn, auch wenn du ihn "schimpfst" oder auf den Platz schickst etc. hat er Aufmerksamkeit (wenn auch in negativer Form, aber genau das ist oftmals ein Fehler bei solchen Hunden - ich vermute dass es eine Kontrolle deines Hundes über dich sein könnte).
    Wenn man vom "Schatten" genervt ist, kann auch schon ein Blick in seine Richtung bestätigend auf ihn wirken.

    Gruß, Claudia.

  • WELSH-AUSSIE: Genau das meine ich, wie ignoriere ich ihn in diesem Moment vernünftig, wenn ich das nachlaufen doch unterbinden will. Ich versuche ja schon unsere Spielerein und Schmuseinheiten zu reduzieren; sprich abends pennt er und ich gucke Fern oder sonstiges. Aber sobald ich von der Couch aufstehe und ins Bad will springt er auf und will hinterher.

  • Zitat

    WELSH-AUSSIE: Genau das meine ich, wie ignoriere ich ihn in diesem Moment vernünftig, wenn ich das nachlaufen doch unterbinden will. Ich versuche ja schon unsere Spielerein und Schmuseinheiten zu reduzieren; sprich abends pennt er und ich gucke Fern oder sonstiges. Aber sobald ich von der Couch aufstehe und ins Bad will springt er auf und will hinterher.


    Hmm, und da wäre kommentarlos die Wohnzimmertür bei mir zu. Sprich beim Verlassen eines Raumes oder des Wohnzimmers wird hinter mir die Tür geschlossen.

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