Mein Hund viel zu stark auf mich bezogen, ist das normal?

  • Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie in Verhalten von Hunden immer der Versuch die Weltherrschaft zu über nehmen hineininterpretiert wird :roll:
    Mir ist es ehrlich gesagt schnuppe ob der Hund mich vermeindlich kontrolliert, wenn ich dafür nicht groß gehampel machen muss, damit mich der Hund überhaupt wahrnimmt.
    Mir ist lieber der Hund kontrolliert mich und hört deshalb ohne Hilfsmittel und Bestechung, als ich bin ihm schnuppe.
    Ja sicher sollte mein Hund auch mal die Füße stillhalten können, aber wie lange trainieren andere Menschen bis ihr Hund sie überhaupt mal wahrnimmt wenn andere Hunde da sind?

  • Zitat

    Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie in Verhalten von Hunden immer der Versuch die Weltherrschaft zu über nehmen hineininterpretiert wird :roll:
    Mir ist es ehrlich gesagt schnuppe ob der Hund mich vermeindlich kontrolliert, wenn ich dafür nicht groß gehampel machen muss, damit mich der Hund überhaupt wahrnimmt.
    Mir ist lieber der Hund kontrolliert mich und hört deshalb ohne Hilfsmittel und Bestechung, als ich bin ihm schnuppe.
    Ja sicher sollte mein Hund auch mal die Füße stillhalten können, aber wie lange trainieren andere Menschen bis ihr Hund sie überhaupt mal wahrnimmt wenn andere Hunde da sind?

    Mods, bitte ein güldener Bömmel für Kram. :gut:

  • hej,

    mich stören vor allem immer wieder diese Etiketten, die scheinbar alles so einfach machen.
    Die Hunde wollen uns kontrollieren; wie dumm soll denn ein Hund sein, dass er nicht merkt, dass fast alles in seinem Leben von uns abhängt.
    Dabei haben wir ihnen dieses Wissen zum Teil gewollt und zum Teil ungewollt sogar angezüchtet.
    Ein Beispiel für das ungewollte anzüchten.
    Vor ca.70 Jahren waren die Umstände für die Hunde in Deutschland sehr schlimm, der Krieg und die Nachkriegszeit bedeuteten Nahrungsmittelknappheit, sowohl für uns Menschen wie auch für die Hunde.
    Ratet mal, welche Hunde überlebt haben.
    Es ist doch wirklich so, wenn jemand den Wunsch hätte, einen Hund verhungern zu lassen, dann müsste man ihm empfehlen, nicht mehr auf seinen Hund zu achten, denn die schaffen es sonst immer wieder, das wir das Essen mit ihnen teilen, wenn es anderst nicht geht.

    Natürlich bedeutet diese Abhängigkeit in erster Linie, dass Hunde uns auch gefallen wollen.
    Deshalb kann man einem Hund auch beibringen, dass er uns gar nicht mehr beachtet, wenn wir nach hause kommen, denn das Ziel seiner Freudentänze ist doch Beachtung.
    Der Sinn davon erschliesst sich mir aber nicht ganz, denn dass mein Hund mich beachtet, trainiere ich sonst immer.
    Was aber Sinn machen kann, ist, dass der Hund nicht übertreibt mit der Freude.
    Dies alleine bedeutet schliesslich für ihn ja Stress und es kann Auswirkungen auf das Alleine-sein bei ihm haben.
    Ausserdem macht es Sinn, dass man die Taschen abstellen und die Jacke ausziehen kann, ohne dass man unter Druck gesetzt wird.
    Dies erreicht man ganz einfach damit, dass man erwünschtes Verhalten stärker beachtet und unerwünschtes Verhalten sehr viel weniger beachtet und vor allem nicht bestärkt, durch positives Beachten.
    Hunde beobachten uns so gut, dass es tatsächlich genügt, etwas genervt und kurz angebunden zu sein, wenn der Hund überdreht und schon versucht er sich zu beherrschen, vor allem, wenn wir auf das richtige Verhalten positiv eingehen.
    Mehr Gewalt, Strafe oder Ignoranz ist eigentlich nie nötig, es sei denn, man hat ein echtes Verhaltensproblem aber dass sollte man dann auch ganz anderst angehen, zum Beispiel wäre der Grund für das Verhaltensproblem wirklich wichtig.

    Genau so wie es man das Problem mit dem Verhalten lösen kann, wenn es um den Freundentanz geht, genau so kann man mit dem meisten Umgehen, dass man gerne Kontrollverhalten nennt.
    Vor allem wenn man sich einmal bewusst macht, dass es für den Hund immer eine Belohnung sein wird, wenn wir auf seine Bedürfnisse eingehen.
    So ist es fast eine Belohnung, einen Hund schlafen zu lassen, wenn er sich dazu entschieden hat.

    Immer wieder höre ich den Spruch, dass Leckerli den Lohn für ein erwünschtes Verhalten sein sollen.
    Wenn ich mich in einen Hund hineinversetze, wird die Währung Aufmerksamkeit aber immer härter sein, wie die Währung Leckerli, was nun aber nicht heissen soll, dass man nicht auch eine schwächere Währung benutzen kann, vor allem um erwünschtes Verhalten beizubringen.

    Liebe Grüsse aus dem Norden

  • Zitat

    Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie in Verhalten von Hunden immer der Versuch die Weltherrschaft zu über nehmen hineininterpretiert wird :roll:
    Mir ist es ehrlich gesagt schnuppe ob der Hund mich vermeindlich kontrolliert, wenn ich dafür nicht groß gehampel machen muss, damit mich der Hund überhaupt wahrnimmt.
    Mir ist lieber der Hund kontrolliert mich und hört deshalb ohne Hilfsmittel und Bestechung, als ich bin ihm schnuppe.
    Ja sicher sollte mein Hund auch mal die Füße stillhalten können, aber wie lange trainieren andere Menschen bis ihr Hund sie überhaupt mal wahrnimmt wenn andere Hunde da sind?

    Es geht doch nicht drum das der Hund kontrolliert und sich über seine Besitzer freut..es geht darum das der Hund absoluten Stress hat wenn er mal nicht in der Nähe der Besitzer sein kann...diesen Stress gilt es im Sinne des Hundes abzubauen.

    Sonst wäre es doch egal ob der Hund mir ständig hinterher rennt (was mir persönlich schon aufn keks gehen würde nach ner weile) oder eben total abdreht sobald man nach Hause kommt. Das hat nix mit Weltherrschaft zutun sondern damit das der Hund lernen muss auch in Abwesenheit seiner Besitzer entspannt zu bleiben und weiß das seiner Besitzer nicht zwangläufig verloren sind sobald der Hund sie mal nicht im Auge hat :roll:

  • Oh ja genau Stress ist genauso böööööse wie Trieb und ein Totschlagargument
    Anstatt sich über die enge Bindung des Hundes zu freuen, wird mal wieder etwas verteufelt, was eigentlich die Grundlage für die Ausbildung ist.
    Ich sehe nicht ein meinen Hund zu maßregeln, wofür ich bei Pflegehunden Wochen lang arbeite.
    Ja der Hund flippt, wenn sie heimkommt, so what? Ich mein wenn sie nicht son Affentanz machen würde wäre das sicher anders.
    Nachtappen kann man abstellen. Ich kann nicht beurteilen ob sich meine Hunde irgendwem in die Hand drücken lassen und cool bleiben wenn ich gehe, aber sie bleibben definitiv ohne Leine bei den Leuten, wenn ich sie ablege oder ihnen ein bleib gebe.
    Ich strebe es eben an für meinen Hund das wichtigste zu sein, aber hier leidet keiner wenn ich arbeiten bin.

  • Grüne Bömmel für Laursen! :gut:

    Mich nervt dieses stereotype "Hund kontrolliert dich" auch sehr, und wenn es meinen Hunden völlig egal wäre, ob ich da oder weg bin, dann würde ich mir überlegen, was schief läuft zwischen uns. Meine Hunde müssen ihre Freude nicht unterdrücken, solange sie mir dabei nicht ins Gesicht springen.

    Trotzdem kann und sollte man eine zu enge Bindung etwas lockern, auch im Interesse des Hundes. Ist nicht so einfach, wenn man allein für den Hund verantwortlich ist, aber auch da kann man die Aufmerksamkeit dem Hund gegenüber etwas zurückfahren, kühler werden und dafür selbständiges handeln bestärken.

  • Ich?
    Nun ich koche auch nur mit Wasser, also die ganz normalen Sachen die man mit einem etwas klammrigen Youngster so macht.
    1. wie schon so oft geschrieben, fahr bei der Begrüßung einen Gang runter, wenn dich der Zirkus nervt.
    2. üb doch gezielt mit Leute die du kennst, dass dein Hund da bleibt. Drück sie ihnen in die Hand geh wenige Meter Weg und komm gleich zurrück sofern sie nicht flippt, sonst musst du warten. Ziel wäre für mich aber in der Übungsphase eher wenig Konflikt zu haben. Ebenso kann man Aufbauen, dass der Hund an einem Gegenstand verbleibt, Ablage, alleine im Garten, etc.
    3. bestätige sie mal daheim nicht für das Nachlaufen, sondern immer dann wenn sie ruhig liegt und Frieden gibt ( und mit bestätigen meine ich auch ansprechen und streicheln)
    4. Longieren hilft dir, deinem Hund Grenzen auf zu zeigen und ihr klar zu machen, dass räumliche Distanz nicht gleichbedeutend ist mit emotionaler
    5.Gegenstandssuchen zwingen auch einen klammrigen Hund dazu selbstständig zu arbeiten, wenn du es richtig aufbaust ;)

  • Ich bin ausnahmsweise Krams Meinung ;-)

    Mein Kurzer klebt auch an mir. Drinnen liegt er mittlerweile entspannt im Flur wenn ich rumsause. Nur ins Bad begleitet er mich nach wie vor gerne um sich vor die Tür zu legen. Draussen geht er selbstverständlich auch mal selbst die Umwelt erkunden oder läuft mit anderen Hunden/Pluto rum, ist aber auf ein Schnalzen sofort wieder bei mir. Ich hatte noch nie ein Problem damit ihn frei an anderen Hunden vorbei zu lotsen ohne dass er hinläuft oder ihn aus dem Spiel abzurufen. Wenn andere Menschen ihn neben mir an der Leine führen wollen orientiert er sich weiterhin an mir und geht an meiner Seite, zieht notfalls auch um das zu realisieren (was er bei mir z.B. nicht tun würde). Das Grundstück hat er bisher nur mit meiner kleinen Schwester verlassen, allen anderen Menschen verweigerte er an der Gartentür den Begleitschutz :D Allein bleiben kann er gar nicht leiden und wartet dann vor der Haustür bis ich zurück komme.

    Ich finde das alles keine Gründe sich zu beklagen und förder sein Verhalten teilweise sogar. Draussen jedenfalls, drinnen lege ich Wert darauf dass er sich irgendwo hinlegt und pennt, was er auch tut. Ob andere ihn für einen Kontrollfreak halten ist mir egal. Sein Verhalten beeinträchtigt unser Zusammenleben nicht, im Gegenteil.

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