Mein Hund viel zu stark auf mich bezogen, ist das normal?

  • Also ich finds nicht gut, wenn mein Hund einen Tag bei meinen Eltern verbringt und dort wegen den stress, den er hat- nicht zur ruhe kommt. nicht nur einmal hat er nach so einem tag wässrigen durchfall gehabt und mir die wohnung vollgeschissen. den wässrigen durchfall hat er fast jedes mal, wenn er einen tag alleine mit meinem vater verbracht hat.

    und es ist echt nicht toll, eine vollgekotete Wand zu putzen.

    deshalb sehe ich schon einen sinn darin, ständiges nachlaufen bei meinem vater zu unterbinden. hat meine mutter ein auge darauf, dann geht es dem hund am nächsten tag gut. ansonsten sprüht es nur so aus ihm raus. :/

  • hej,

    vielleicht liege ich falsch und fühle mich nur missverstanden, wenn dies der Fall ist, bitte ich einfach zu überlesen.

    Ich schildere mal, wie ich das mit meinem Hund mache und wie ich das erreicht habe.
    Mein Hund Bingo schläft meistens, wenn ich weg bin.
    Deshalb geschieht es auch immer wieder, dass ich relativ schnell im Haus bin, von ihm aus gesehen.
    Dann kommt dann ein verschlafener Hund um die Ecke, der vielleicht noch einen kleinen Hüpfer macht, um zu zeigen, dass er sich freut.
    Das freut mich dann, denn so ein Verhalten hätte ich immer gerne.
    Deshalb gehe ich sofort zu ihm runter und begrüsse ihn warm.

    Bei andere Gelegenheit kann es dazu kommen, dass ich mit dem Hausschlüssel zu kämpfen habe, dies ist typisch der Fall, wenn ich Taschen in der Hand habe oder wenn Regenkleidung verhindert, dass ich gut zum Schlüssel kann.
    Wenn ich dann nach ächzen und fluchen endlich die Türe offen habe, steht mein Hund schon lange da und macht einen regelrechten Freudentanz.
    Deshalb werde ich nicht böse oder unfreundlich aber ich beschäftige mich nach einer kurzen Begrüssung, ohne herunter gehen, mit den Taschen oder den Regenkleidern bis ich ihn begrüsse.
    Dabei bestehe ich darauf, dass ich mich ungehindert bewegen kann, dies mache ich auch nicht böse aber wenn er mir zum Beispiel im Weg herumhüpft, dann tu ich so, als würde ich in ihn hineinlaufen.
    Habe ich keinen Platz für die Taschen, berühre ich ihn mit ihnen.
    Ich mache alles, um zu vermeiden, dass er etwas als Schlag oder Tritt auffassen könnte, bestehe aber mit drängeln und notfalls schubsen auf meine Bewegungsfreiheit.
    Bingo reagiert meistens auf so eine Situation, indem er ein Spielzeug sucht, dass er mir dann bringt.
    Wenn er mir dabei die ganze Zeit die Bewegungsfreiheit lässt, kann es manchmal druchaus sein, dass ich dann sogar kurz mit ihm spiele und ihn dann begrüsse, wenn er es möchte.

    Mit diesem Vorgehen habe ich erreicht, dass Bingo normalerweise schläft und dass ich mich frei Bewegen kann, wenn dies nötig ist.
    Die Idee mit dem warm Begrüssen von einem Hund beruht auf die grosse Lernfähigkeit von Hunden.
    Ich weiss nicht, ob er so weit planen kann, dass er sich tatsächlich überlegt, "wenn ich schlafe gibt es eine tolle Begrüssung" aber es spielt auch keine Rolle, denn zuerst wird er dies mehr oder weniger gut vorspielen, wenn er sich das nicht überlegen kann, was dann aber dazu führt, dass er nicht mit einem wachen Auge daliegt und versucht aufzupassen, wann ich wieder komme, damit ich "gebührlich" begrüsst werden kann.
    Den dies ist eine Gefahr, wenn man ganz aufgeregtes Begrüssen noch fördert, ein Hund kann dies als nötig und gewünscht ansehen und wird sich deshalb nicht mehr ganz entspannen, um seinen Einsatz nicht zu verpassen.

    Liebe Grüsse aus dem Norden

  • Lach, ja, und was lernt der Hund dabei?

    Sorry, aber ich bin da Krams Meinung und genauso handhabe ich das auch.

    Das andere Gedöns ist mit zuviel Imponiergehabe und Fassadentechnik.

    Buh, ich bin der große Rudelführer... Nur schad, dass da ganz natürliche Verhaltensweisen und gute Trainingsansätze mit gecancelt werden.

    Birgit

  • Hier hat bislang niemand das Wort "Rudelführer" oder "Weltherrschaft" in den Mund genommen und wenn doch, dann habe ich es wohl überlesen. Ich finde das Mittelmaß ist meist der beste Weg. Aber dabei kommt es ja auch immer individuell auf den Hund bzw. auf die gesamte Hund-Halter-Beziehung an. In diesem Fall bedeutet das Weggehen des Frauchens für den Hund enormen Stress hat (der ganz sicher nicht natürliches Verhalten ist, das würde die Evolution nicht als natürliche Reaktion in der Natur zulassen, oder?), den man irgendwie so gering wie möglich halten sollte.
    Es geht hier doch gar nicht um die Begrüßung!!!!! Klar kann der Hund den Halter begrüßen, Nera macht das genauso. Bei den meisten Hunden ist das sicher kein Problem, ich ignoriere Nera auch nicht. Aber bei einem Hund der so viel Trubel um's weggehen und wiederkommen macht und (obwohl er nichtmal alleine ist) trotzdem ein riesen Theater veranstaltet und gar nicht zur Ruhe kommen kann 9 Stunden lang, wäre es sicher von Vorteil einfach mal auszuprobieren den Hund erstmal runterfahren zu lassen bevor man ihn begrüsst. Niemand ist hier der "böse Rudelführer" und niemand hat hier dazu geraten die komplette Hund-Halter-Bindung über den Haufen zu werfen. Es geht einfach nur darum nicht die größte Party zu feiern bei einem solchen Hund, sondern ihn eben - wie schon gesagt - erstmal zur Ruhe kommen zu lassen. Dann kann man immernoch spielen, raufen, schmusen...was auch immer. Niemand hat hier die Weisheit mit Löffeln gefressen, das sind alles nur Tipps, damit die TS das Problem in den Griff bekommt. Wie IHR das bei euren Hunden handhabt ist eher Nebensache, hier geht es um den spezifischen Fall der TS auf den hier eingegangen werden muss. Und (ich wiederhole mich) es geht hier weniger ums Wiederkommen, sondern mehr ums Weggehen, was hier das große Problem ist, denn der Hund ist derjenige, der gestresst ist. Ich denke schon dass es einige Hundehalter gibt mit einer Bombenbindung zum Hund, der draußen wunderbar hört ABER drinnen trotzdem ohne Probleme abschalten kann und keine Probleme beim alleine bleiben hat. Und das ist meiner Meinung nach zumindest der Optimalfall. Zu einer guten Bindung und einem gut erzogenen Hund gehört, wie ich finde, kein Theater, nur weil das Frauchen sich ein paar Meter entfernt.

  • Zitat

    Lach, ja, und was lernt der Hund dabei?

    Sorry, aber ich bin da Krams Meinung und genauso handhabe ich das auch.

    Das andere Gedöns ist mit zuviel Imponiergehabe und Fassadentechnik.

    Buh, ich bin der große Rudelführer... Nur schad, dass da ganz natürliche Verhaltensweisen und gute Trainingsansätze mit gecancelt werden.

    Birgit


    Und wo genau siehst du da einen Widerspruch zu dem, was Kram geschrieben hat? Vom grossen Rudelführer war nun wirklich nicht die Rede, es ging darum, den sich freuenden Hund nicht gleich als Kontrollfreak und die Weltherrschaft Anstrebenen zu Etikettieren - und da sind sich Kram und Laursen wohl einig.

    Nochmal in Kurzfassung:
    - Ich möchte mich und meine Einkäufe unbeschadet in die Wohnung bringen. Wenn das Fassadentechnik ist, ok - einige wenige künstliche Benimmregeln müssen sein.

    - Ich verbiete nicht, dass meine Hunde sich freuen, dass ich wieder da bin.

    - Ich möchte nicht, dass die Bindung zum Hund so ungesunde Ausmasse annimmt, dass er ohne meinen Anblick übermässigen Stress hat, und praktiziere darum die eine oder andere Übung nach Bedarf.

    Es muss jeder selber wissen, ob es für ihn ok ist, wenn der erleichterte Hund in natürlicher Verhaltensweise ihm ins Gesicht springt und den Blumenstrauss köpft und fragile Einkäufe demoliert. Ich persönlich bin der Meinung, dass da einige menschliche Regeln nicht schaden, solange man dem Hund nicht jede Freudenskundgebung verbietet. Schliesslich mache ich genau dasselbe, wenn ich dem Hund beibringe, nicht jeden Fremden mittels natürlicher Verhaltensweise zu begrüssen.

  • Hier redet auch keiner davon, dass es alles Gold ist. Aber anstatt sich zu freuen, dass der Hund offensichtlich eine enge Bindung hat und einfach zu trainieren was noch hapert, wird dem Hund Kontrollverhalten und beinahe schon eine Verhaltensstörung unterstellt.
    Ich persönlich lege überhaupt keinen Wert darauf, dass mein Hund von Fremden an der Leine geführt werden kann :???:

  • Ich hab das gefühl, manchmal ist einfach das geschriebene Wort Schuld :D So arg unterscheiden sich die Ansätze hier gar nicht.
    Einen absoluten Kontrollfreak finde ich nun auch übertrieben.

    Aber dass es möglich sein kann, dass jemand anderes (nicht fremdes) den Hund an der Leine hat ohne dass derjenige nen tobenden hund erstmal runterkriegen muss, finde ich persönlich erstrebenswert.

    Zudem würde mich 9 Std bei den Eltern jammern und Theater machen echt dazu bringen, was zu ändern. Das ist tatsächlich etwas viel, finde ich, zumal der Hund die Eltern ja gut kennt.
    Wobei ich gern wissen würde, was die Eltern dann machen?

    Ich schreibe etwas wirr, gab auch schon nen leckeren Cocktail hier :D
    Aber es gibt ja scheinbar Änderungsbedarf bei der TS, so klingt es jedenfalls.
    Und da finde ich Krams, Laursens und Najiras beiträge super :gut:
    Das krieg ich selbst so nicht mehr hin heut mit dem Formulieren.

  • Zitat

    Hier redet auch keiner davon, dass es alles Gold ist. Aber anstatt sich zu freuen, dass der Hund offensichtlich eine enge Bindung hat und einfach zu trainieren was noch hapert, wird dem Hund Kontrollverhalten und beinahe schon eine Verhaltensstörung unterstellt.
    Ich persönlich lege überhaupt keinen Wert darauf, dass mein Hund von Fremden an der Leine geführt werden kann :???:


    Es geht ja auch gar nicht darum, dass der Hund mit Fremden mitgehen soll oder dass er sein Frauchen nicht begrüßen darf.
    Es geht darum, dass der Hund enormen Stress zu haben scheint (was dann wohl zu der Kategorie "trainieren, was noch hapert" gehört) welches irgendwie als Problem behoben werden muss. Als Ansatz wurde dann vorgeschlagen den Hund erstmal zu ignorieren und zur Ruhe kommen zu lassen, bevor man ihn begrüßt.
    Niemand hat sich über die enge Bindung beschwert und der Begriff "Kontrollfreak" ist einfach der allgemeine Ausdruck für Hunde, die gerne alles was der Halter macht zu beobachten, prüfen, unter die Lupe nehmen. Und von einer Verhaltensstörung habe ich hier ebenfalls noch nicht gelesen.

  • Grins, ich auch nicht.

    Warum auch? Wer garantiert mir denn mir denn, dass Hans und Franz vernünftig mit meinem Hund umgehen?

    Und, mit Verlaub, wenn ein Hund auch bspw. beim Schieben eines Rollis inclusive Uberwindung von Hindernissen wie Bordsteine, Einsteigen in den Bus etc. vernünftig laufen ohne Ziehen und Hektik muss- da ist Bindung und Vertrauen Gold wert.

  • Es ist doch eine Frage dessen, was ich für einen Hund habe. So Pauschalaussagen wie "einem guten Hund ist es egal wer kommt und geht"- ehrlich wenn ein Hund so drauf ist vergewissere ich mich erstmal ob der wirklich mit allen Sinnen fit ist...
    Ich finds auch ganz klasse wenn mein Hund sich für mich und auch insgesamt um das Geschehen um ihn herum interessiert. Es zeigt mir einen wachen, interessierten Hund an. Sehr schön, eine Eigenschaft die ich sehr wünschenswert finde ;) .
    Die Frage ist, wieviel Erregung/Stress, das einzelne Individuum Hund aushalten kann. In einem gewissen Rahmen ist das natürlich auch trainierbar. Man muss hier einfach beobachten, welche Erwartungshaltung der Hund hat und wie hoch ist sein Stresslevel. Und dann muss man überlegen ob es sinnvoll und nötig ist darna zu arbeiten, dass der Hund weniger aufdreht.
    Ich finde hier auch die gern genannte "konditionierte Entspannung" per "Entspannungssignal". Ich halte das für Unfug! Der Hund schüttet bei der ganzen Aktion diverse Hormone aus die dann durch den Hund schwirren, die lassen sich nicht per Kommando kontrollieren.
    Konditonierte Entspannung ist nichts weiter als Impulskontrolle für Fortgeschrittene, der Hund lernt sich zu beherrschen... aber richtig runterkommen kann er nicht. Es kann aber ein Hilfsmittel, eine Station sein wenn der Hund extrem aufdreht.
    Die Zielsetzung sollte aber immer sein, dass der Hund gar nicht so hochdreht.

    Ansonsten ist mein Hund beispielsweise sehr anhänglich. Er ist einfach so, ich unterstelle im keinen Kontrollzwang. Er kann auch mal ganz easy liegenbleiben. Oft tappt er mir eben hinterher. Er ist dabei nie aufdringlich, steht nicht im Weg... das ist ok, er stört mich in keinster Weise. Für MICH ist das ok. Wenn ich was mit ihm machen will ist er sofort dabei- manchmal dann durchaus etwas übermotiviert :lol: .
    Er bleibt auch ganz super alleine, macht nichts kaputt gibt keine Geräusche von sich, stiehlt nicht...er liegt in meinem Bett und pennt. Er weiß sogar ob ich ihn mitnehme oder nicht. Der merkt das genau, dann legt er sich gleich aufs Bett, guckt wie ich mich fertigmache und gehe.
    Wenn ich komme freut er sich trotzdem nen Keks, begrüßt mich sehr überschwänglich. Und ich begrüße ihn genauso. Da nehm ich mir 2 Minuten Zeit und dann ist es auch ok und er packt sich wieder irgendwo ab oder verschwindet zumindest im Hintergrund und wartet das weitere Geschehen ab.
    Solange das keine Problweme gibt und er das ganz alleine hinkriegt trotzdem abzuschalten, solange ist das für mich total ok.
    Wenn mein Hund sich ne halbe Stunde kaum beruhigen kann, unter sich macht und rumheult, dann arbeite ich aber schon daran, dass der Hund nicht so hoch fährt.

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