Aufregung vor der ersten Einzelstunde
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Ich kenne das Click for Blick aus dem Bereich des unerwünschten Jagdverhaltens, und habe es so verstanden: durch den Click wird der Hund tatsächlich etwas entspannter, er kriegt ein gutes Gefühl. Das öffnet mir ein (Zeit)Fenster, um selber zu agieren. Die wenn auch unbewusste Wahrnehmung des Click macht den Hund aber auch etwas empfänglicher für unsere Kommunikation, er wird ansprechbarer (weil eben nicht mehr so hoch erregt). In dem Moment muss ich nun den Fuss in die minimal geöffnete Türe schieben, und ein angepasstes Alternativverhalten abfragen. Der Click ist der erste Schritt der Umorientierung auf den Menschen.Wichtig ist, dass der nächste Schritt klein genug ist, dass der Hund ihn bringen kann. Eine Sichtunterbrechung zum Reizobjekt kann da uU schon zu viel verlangt sein. Ein Sitz beispielsweise stoppt jede Aktion des Hundes, und er kann weiterhin fixieren. Man clickt dann für das Sitz, und holt den Hund damit noch etwas mehr in die soziale Interaktionseben - und stellt dann, evt. nach Anwendung des unabhängig davon auftrainierten Entspannungssignals fest, dass der Hund sich nun tatsächlich vom Reiz ab- und seinem Menschen zuwenden kann. Dann steigt natürlich die Party, immer schön weg vom Reizobjekt.
Wie gesagt, ich habe das nur vom Umgang mit Jagdverhalten, aber ich stelle mir vor, dass das vom Prinzip her ganz ähnlich ist beim Leinenspektakel. Bei Rhian hat der Click for Blick, gefolgt vom (bereits gut etablierten) Sitz bewirkt, dass sie Katzenkino gucken konnte, wo sie vorher schreiend in der Leine hing - zwar noch immer zitternd vor Erregung, aber doch zunehmend ansprechbarer.
Ich denke momentan stark nach
...ein jagender Hund hat durch seinen Jagdinstinkt den enormen Drang zu jagen, dem wird nachgegeben oder nicht...aber wenn der Jagdhund seinen Trieb nicht in dem Moment nachgehen darf, entsteht nicht direkt eine Agression...er hat das ZIEL im Kopf, das Objekt zu BEKOMMEN oder zu erlegen...das BEKOMMEN/FANGEN des Objekts ist hier das Ziel...bei einem teritorialen Hund ist das verjagen bzw. angreifen das Ziel...also die AGRESSION ansich...da ist glaube ich ein großer Unterschied.Aber trotzdem hört sich dieses Training sehr interessant an.

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Hi,
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Beim Jagdverhalten liegt der Erregung auch keine Angst zugrunde, Adrenalin wird trotzdem ausgeschüttet....Bei Rhian zeigt sich übrigens neuerdings ein ähnliches Verhalten im hausnahen Territorium - allerdings beschränkt es sich auf vereinzelte Hunde, was das gezielte üben etwas schwierig macht. Bei den allermeisten Hunden ist sie weiterhin freundlich, einige wenige will sie da nicht haben. Markere nun alle unbekannten Hunde, aber bei nur 1-2 kritischen Begegnungen pro Monat wird es entsprechend lange dauern, bis sich ein Erfolg einstellen kann. Aber es kann nicht schaden, generell fremde Hunde im Heimrevier positiv zu belegen.

Oh entschuldige...ich hab gerade den falschen beitrag zum Antworten zitiert...ich meine natürlich den obigen von Dir naijra...
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Ich glaube man kann die territoriale Aggression nicht mit einem jagdambitionierten Hund vergleichen.
Die Jagd ist eine ganz andere Sequenz im Verhalten und hier ja auch noch zu unterscheiden, denn es ist Unterschied, ob ein Hund hetzt (und das Ziel z.B. nicht packen und töten ist) oder vorsteht, usw. Das kann man alles nicht vergleichen.
Jagdhund ist nicht gleich Jagdhund. Meiner ist z.B. primär Sichtjäger aber er hetzt nur, dass ist für ihn das schönste auf der Welt, da vergißt er alles und der Adrenalinschub dürfte enorm sein
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Nein, natürlich ist sind Territorialverhalten, Angstaggression und Jagdtrieb ganz verschiedene Dinge! Aber bei allen kann es sehr schnell soweit kommen, dass das Erregungslevel soweit steigt, dass der Hund schlicht nicht mehr ansprechbar, nicht mehr aufnahmefähig ist. Und da ist eine Senkung dieses Erregungsniveaus nötig, bevor man überhaupt dem Hund ein angemessenes Verhalten beibringen kann. WAS dann angemessen ist, ist natürlich ganz unterschiedlich, ebenso, was bei den weiterführenden Massnahmen für den Hund eine Belohnung darstellt. Das ist natürlich sehr unterschiedlich bei Territorialverhalten und bei Jagdverhalten. Aber die positive Belegung des auslösenden Reizes, der Click for Blick, zur Türöffnung ist derselbe. Und in beiden Fällen möchte ich, dass der Hund sich umorientiert und mir die Entscheidung über das weitere Vorgehen überlässt, dass er nicht nach eigenem Gutdünken agiert.
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Huhu,
ich möchte nur ganz kurz einmal rein stolpern ohne besonders viel zur allgemeinen Diskussion beizutragen.
schnegge:
Ebenso wie du bin auch ich bei einer CumCane-Trainerin gelandet und alle Aufgaben, die du so beschreibst, stehen auch in meinem eigenen Thread schon beschrieben.
Ich denke, du hast eine sehr gute Wahl mit deiner Trainerin getroffen, für uns war und ist es jedenfalls die beste Wahl.Falls es dich interessiert und auch für andere, die an dieser Art der Arbeit mit dem Hund interessiert sind, ihr dürft gerne in Rudi's Lerntagebuch vorbeischauen und mitlesen oder auch schreiben

Da ich schon ein halbes Jahr dabei bin so zu arbeiten, kann man abgesehen vom ein oder anderen Rückschritt, auch ganz viele Fortschritte erkennen, was ja sicher auch ganz interessant für die vielen Zweifler ist.Sicher führen viele Wege nach Rom und das gilt auch für die Hundeerziehung. Für mich und meinen angstaggressiven Hund ist diese Erziehungsmethode allerdings die beste Wahl gewesen und ich würde sie immer wieder wählen.
Abgesehen von dem Erfolg, den wir damit haben, haben wir auch unglaublich viel Spaß beim gemeinsamen Training und für mich ist auch das ein wichtiger Punkt.LG,
Patricia -
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Was ich bei dem Click for Blick nicht ganz verstehe, ist der Sinn u. ob das tatsächlich so stimmen kann...
Hier hat jemand geschrieben od. ich habe es viell. auch in dem Link gelesen, dass man durch den gut aufgebauten Click dem Hund ein gutes Gefühl zu vermitteln versucht, da der Click immer positiv belegt wurde / wird / ist.
Andererseits wird von Suchtähnlichen Gefühlen bei z.B. der Leinenaggression berichtet.
Auch bei'm Jagen wird Adrenalin ausgeschüttet, was dem Hund doch nun kein negatives Gefühl verschafft.Verstehe ich irgendwie nicht ganz, weil der Hund sich doch eigentlich gut fühlt, laut verschiedener Meinungen.
Worin liegt nun der Sinn, wenn ich das beclicker?
Dass das Gefühl bei'm Hund noch besser wird b.z.w. sich steigert?
Das er für uns ansprechbar wird?
Mag sein, dass es so ist.
Aber da kann ich doch nicht sagen, dass ich durch den Click dem Hund ein positives Gefühl vermitteln will, wenn er es bei seiner Handlung sowieso schon hat.
Kann man das nicht anders begründen?
Diese Begründung finde ich persönlich irritierend.
Schade, dass ich an dem Web- Seminar nicht teilnehmen kann.
Aber vielleicht mag danach wer berichten.
Bei dem Seminar geht es ja um ein ähnliches Thema.L.G., Claudia.
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Ich kann nur beschreiben, wie ich arbeite.
Also erstmal, ja, durch den Click wird die Stimmung verbessert bzw. ist die Ankündigung, dass eine Belohnung folgt, schon belohnend für den Hund. Danach folgt die eigentliche Belohnung. Bei der Arbeit nach Cumcane variert die Belohnung von Situation zu Situation und von Hund zu Hund.
Mit Blick for Click wird aber nur am Anfang gearbeitet bzw. fragt man nach dem ersten Click dann ein Alternativverhalten ab. Oder das Alternativverhalten ist die Belohnung. Ich arbeite viel so, dass ich das Hinsehen markere, verbal lobe, ein Alternativverhalten abfrage und danach nochmal belohne.
Also, wenn ich einen Hund habe, der unsicher ist und Abstand haben möchte, wird z.B. das Weggehen gezielt als Belohnung eingesetzt. Der Hund bleibt einen Moment in der für ihn bedrohlichen Situation und tut etwas (ganz einfaches) für den Menschen und dann wird das Weggehen angekündigt als Belohnung.
Nein, der Hund fühlt sich hinterher wohl. Vorher fühlt er sich beschissen. Erst, wenn er rumgebrüllt hat, ist das gute Gefühl da bzw. das Ziel erreicht (oft ist ja Abstand zum Auslöser).
Also, bei Leinenpöblern aus Unsicherheit z.B. 'Scheiße, schon wieder ein Hund und der schaut so, als würde er mich gleich fressen oder doch nicht? Ich bin mir nicht sicher. Mist, jetzt ist er so nah dran. Ich halts nicht mehr aus' 'Bell, knurr, brüll.'
Und erst nach 'Bell, knurr, brüll.' ist ja das Ziel Abstand erreicht und Hund konnte etwas tun und war nicht mehr der Situation hilflos ausgeliefert.
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Auch bei'm Jagen wird Adrenalin ausgeschüttet, was dem Hund doch nun kein negatives Gefühl verschafft.Verstehe ich irgendwie nicht ganz, weil der Hund sich doch eigentlich gut fühlt, laut verschiedener Meinungen.
Worin liegt nun der Sinn, wenn ich das beclicker?
Dass das Gefühl bei'm Hund noch besser wird b.z.w. sich steigert?
Das er für uns ansprechbar wird?
Du clickst ja nicht, wenn der Hund bereits im Hetzen ist oder sich an die Spur gesaugt hast, du clickst vorher, in jenem Moment, bevor er durchstartet. Klar, der Adrenalinausstoss hat schon begonnen, aber der Hund hat noch nicht jene Glücksgefühle, die er in der Hetze oder auf der Spur erlebt. Aber du hast Recht, die Begründung, dass der Hund sich durch den Click besser fühlt, ist zwar richtig (und bei Leinenaggro sicher der wichtigste Effekt), aber sie ist nicht vollständig. Der Click ist aber auch Kommunikation, und holt den Hund ein kleines Stück stärker in den Modus der sozialen Interaktion. Er mag zwar immer noch im Jagdmodus sein, aber er ist nun eher bereit für kooperative Jagd anstelle der Solojagd.Und nicht zuletzt: wenn ich den Blick zum Jagdobjekt clicke, ist dies der erste Schritt im Shapen des gewünschten Verhaltens - der Hund hat also was richtig gemacht, und dafür gibt es C&B.
Ich wünschte, ich könnte Click for Scent machen - leider weiss ich aber nie, WAS der Hund gerade in der Nase hat....

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Ich wünschte, ich könnte Click for Scent machen - leider weiss ich aber nie, WAS der Hund gerade in der Nase hat.... sad
Ja, Gedanken müßte man lesen können...
ZitatDu clickst ja nicht, wenn der Hund bereits im Hetzen ist oder sich an die Spur gesaugt hast, du clickst vorher, in jenem Moment, bevor er durchstartet.
Ist unterschiedlich, weil Situationsabhängig.
Mal wird geclickt, wenn Hund aufmerksam in eine Richtung schaut (Wildduft gerade in die Nase bekommen hat), ein anderes mal clicke ich, wenn er beginnt mit der Nase am Boden zu kleben.
Besonders hier muss ich schnell sein, weil Hund plötzlich sein Tempo erhöht u. die Spur immer schneller zu verfolgen beginnt u. dann wäre es definitiv zu spät...ZitatDer Click ist aber auch Kommunikation, und holt den Hund ein kleines Stück stärker in den Modus der sozialen Interaktion.
Das ist natürlich richtig.
Mir ging es eigentlich nur darum:
ZitatAber da kann ich doch nicht sagen, dass ich durch den Click dem Hund ein positives Gefühl vermitteln will, wenn er es bei seiner Handlung sowieso schon hat.
Thera hat im Bezug auf Leinenaggro folgendes geschrieben :
ZitatNein, der Hund fühlt sich hinterher wohl. Vorher fühlt er sich beschissen. Erst, wenn er rumgebrüllt hat, ist das gute Gefühl da bzw. das Ziel erreicht (oft ist ja Abstand zum Auslöser).
Und das stimmt natürlich auch, habe es sooo nicht gleich beachtet.
ZitatKlar, der Adrenalinausstoss hat schon begonnen, aber der Hund hat noch nicht jene Glücksgefühle, die er in der Hetze oder auf der Spur erlebt.
Wie schon gesagt, wenn mein Hund mit tiefer Nase beginnt, eine Spur aufzunehmen, ist es sehr schwer, ihn mit Clicker zu beeindrucken.
Sobald die Nase auch nur eine Sekunde an der Spur klebt, hilft das kaum noch, weil er bereits im Rausch ist.Und weil es manchmal so unvorhersehbar schnell geht, ist das garnicht so einfach, rechtzeitig zu clickern...
L.G., Claudia.
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Froh bin, doch noch in diesen Thread reingeguckt zu haben!!
Danke Schnegge, daß Du deine Erfahrungen hier mit uns teilst und danke an die anderen für ihre hilfreichen Beiträge!!
Habe den Thread wegen der späten Stunde nur überflogen...habe bisher mit Clickern nichts am Hut gehabt..aber vielleicht wäre das doch eine Möglichkeit für mich, Dusty aus seiner "Welt" draußen herauszuholen um ihm zu zeigen, hey bei mir ist auch was los.
Liebe Grüße
Melanie - Vor einem Moment
- Neu
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