Die Altlasten Eurer Hunde

  • Das Juri-Tier (2 Jahre, seit 2 Monaten bei uns) hat noch Altlasten..

    Männer sind ätzend
    Menschen mit Gehhilfen sind ätzend
    Wenn es die Sicherung raushaut, rennt er aufs Bett und legt sich zitternd hin
    Schüße lassen ihn hochfahren :hust:

    Wir arbeiten dran und es ist auch schon besser geworden :^^:

  • Tja, ich kann mal wieder nur von Pinsel schreiben:

    Er hat negatives mitgebracht:
    - Angst vor Menschen
    - Stress
    - dadurch angegriffener Organismus
    - Angst in fremden Umgebungen
    - nie in Bahnen gelenkter Jagdtrieb

    positives:
    - Er hat uns von Beginn an gut leiden können
    - Er ist er :)
    - umgänglich mit anderen Hunden

  • OT erstmal einen Gruß von Oberbayern nach Oberbayern. Wohnst Du um die Ecke?? Ende OT

    Altlasten? Weiß nicht, ob man das als solches bezeichnen kann. Sie kannte einfach gar nichts. Ich weiß zwar, dass sie aus Rumänien ist und angeblich ihre trächtige Mutter sie in einer Pflegestelle geboren hat. Schlechtes erlebt hat sie wohl nicht, denn ich konnte nie Ängste vor irgendwelchen Gegenständen oder bestimmten Personen ausmachen. Sie hatte anfangs einfach Angst vor allem. Auf der anderen Seite wiederum war sie vom ersten Tag an stubenrein, was irgendwie überhaupt nicht in das Bild passt.

    Mittlerweile ist sie ja richtig entspannt geworden. Jetzt im November ist sie zwei Jahre alt geworden. Aber vom Erwachsensein fehlt jede Spur. Manchmal ist es grad so, als würde sie nebenher alles nachholen, was sie verpasst hat. Das fällt immer dann auf, wenn andere HH, die uns begegnen, fragen, ob sie noch wächst, weil sie ja noch so jung wäre.....

    Ab und zu ist sie noch unsicher, dann wieder der selbstsichere Überflieger. Ich find es immer schwierig, sie auf der einen Seite ihr Selbstbewußstein zu stärken und andererseits den Größenwahn auszubremsen, weil ein extrem schneller Wechsel dazwischen liegt.

    Alles in allem ist sie mein Herzenshund. So lieb, so schmusig, schlau und mutig. Mittlerweile gibt es wesentlich mehr Situationen, in denen ich auf sie stolz bin als solche, bei denen ich mir denke: "Mach Dir nicht in den Frack"

  • Oh ja, die Altlasten. Da haben wir auch eine Menge von:
    Hercules- Kläffen, kläffen, kläffen...und KLÄFFEN!!!!!! Gern auch mal nach (fremden)Waden zwacken. Ein echter Hackenbeisser, das kleene Biest.
    Das ist in den drei Jahren, die er bei uns ist, zwar DEUTLICH besser geworden, aber so ganz hin und wieder packt es ihn mal.
    Unay (unsere Pflegi-Galga)- Klaut ALLES Essbare! Egal, wo etwas steht, sie findet es. Geht man nur ganz kurz aus dem Raum, ist der bis dahin im Koma vegetierende Windi innerhalb einer Nanosekunde wach und hat garantiert IRGENDETWAS gefunden, daß sie sich einverleiben kann. (Mein Freund hat letztens ein 1-Kilo-Stück Parmesan auf dem Tisch stehen lassen, das war dann hinterher nur noch ein 200gr-Stück...)
    Ausserdem sondiert sie draussen überall die Mülltonnen ab, sie guckt bei jedem Haus, wo sie stehen und ob sie im Zweifel drankommt...
    LG von julie

  • huhu,davy haben wir ja mit 7 monaten bekommen,er kannte nix,weil er nie den garten verlassen hatt und hatt einiges mitgebracht

    positiv:
    -er liebt kinder,die hatten 5
    -er ist sehr unaufdringlich und fordert keine aufmerksamkeit,im vorigen zu hause hatt sich ja keiner um ihn gekümmert

    negativ:
    -da er ganz offensichtlich geschlagen und getreten wurde ,schreckliche angst vor allen stock-mässigen dingen die man in die hand nimmt,
    furchtbare angst wenn man seine beine ruckartig bewegt
    -noch viel erziehungsarbeit nötig,da er nix konnte
    -aggressionen anderen hunden gegenüber ,inzwischen ausser nem rest leinenaggro aber gut hingekriegt
    -alles im allem nen sehr änsgtlicher und unsicherer hund,aber das wird auch

    lg

  • Balto kam mit zweieinhalb Jahren zu uns, nachdem er diese Zeit bis auf 2(?) gescheiterte Vermittlungen im TH verbracht hatte.
    1) Leinenführig war er gar nicht- er schaffte es, sich so ins Geschirr zu werfen, dass er sich richtig die Luft abgedrückt hat und wie ein Asthmatiker anfing zu "pfeifen".
    2) Bis er kapiert hatte, was ich beim "Sitz" von ihm will dauerte eine gefühlte Ewigkeit, allerdings fanden wir mit unserer Hundetrainerin heraus, das wohl schon jemand versucht haben musste, ihm das "beizubringen". Von da an war mir klar, dass er nicht einfach Spuchten macht, oder es net kapiert sondern es meidet. Diese Zeiten sind aber vorbei, mittlerweile ist es eines seiner Lieblingskommandos (die er auch unaufgefordert zeigt, wenn man z.B. ein Leckerli in der Hand hält ;) )
    3) ich nenne es liebevoll das "Zaunphänomen": alles, was auf der anderen Seite eines Zauns - musste nämlich nicht der eigene im Garten sein, Zaun auf der Wiese/ dem Feld...egal wo, hauptsache Zaun- wurde verbellt, nachdem er wie ein Irrer drauf zu gerannt ist (und am besten noch in den Zaun gebissen hat :headbash: ). Auch in der HuSchu z.B. waren Hunde auf dem Platz überhaupt kein Problem, sobald sie aber das Gelände verliessen und am Zaun zum Auto gingen tickte er aus
    4) Er ist nahezu furchtbar selbstständig, was aber nach so langer Zeit Überleben im Tierheim nicht verwunderlich ist, vermutlich gibts dafür aber auch einen rassebedingten Hintergrund
    5) Fremde Männer (groß, dunkle Stimme): da ist potentiell mal jeder ein "problem"- was wir mittlerweile schon an Trainingsbekanntschaften durchhaben!
    6) Autos, die auf Schotter fahren. Das TH lag an einem Forstweg.
    An der Strasse gar kein Problem werden Fahrzeuge auf Schotterwegen scheinattackiert und verbellt (auch ohne Zaun dazwischen :roll: )

    Dafür war er von Anfang an komplett stubenrein und meldet, wenn er muss :schockiert: das hatte ich nun wirklich nicht erwartet- woher sollte er es denn können? Aber er ist halt ein echt schlaues Kerlchen :D
    Und: er hat noch nie was kaputt gemacht, weder Spielzeug noch Wohnungsinventar (und das, wo ich mich darauf eingestellt hatte, ein halbes Jahr nach seinem Einzug die Wohnung renovieren zu müssen)
    Außerdem versteht er sich im Freilauf mit allen Hunden und ist dahingehend klasse sozialisiert.

    Zitat

    Aber vom Erwachsensein fehlt jede Spur. Manchmal ist es grad so, als würde sie nebenher alles nachholen, was sie verpasst hat.


    Das kenn ich von Balto- wenn er so über die Wiese fetzt fragen andere HH auch immer "das ist noch ein junger, gell?" - er erlebt eben bei uns seinen zweiten Frühling

    Lg, Balto

  • Ich habe zwei TH-Hunde mit unterschiedlichsten Vergangenheiten, allerdings haben beide eine gemeinsame Vergangenheit:

    Beide kannten vor uns kein Familienleben. =)

    Aaron,
    wurde mit seinen Geschwistern geboren und sofort ins TH gebracht. Dort wuchsen sie in einem Welpenrudel mit einem älteren Rüden auf, bis sie von netten Leuten aufgenommen wurden.
    Wir holten Aaron mit 4 Monaten aus dem TH. Durch sein junges Alter lernte er sehr schnell. Das er Altlasten hatte, kann ich nicht sagen. Bei ihm kamen die Probleme später, als sich seine Ursprungsgene entwickelten...

    Tasia,
    ist mit ca. 1,4 Jahre aus dem selben TH wie Aaron gekommen. Vorher lebte sie in Moskau auf der Straße, kam in die Tötungsstation, in ein Moskauer Tierheim und dann nach Deutschland in ein Tierheim. Sie hatte also mehr oder weniger nur schlechte Erfahrungen mit Menschen und lebte entweder völlig "frei" auf der Straße oder eingefercht mit zig anderen Hunden.

    Als wir sie übernahmen, kannte sie

    - keine Wohnung
    - kein menschliches Familienleben
    - keine Struktur
    - eigentlich nichts, was ein Hund, der bei Menschen geboren und aufgewachsen ist.
    - ihren Gesundheits- und Ernährungszustand müsste ich auch noch als Altlast erwähnen

    Die ersten Tage fühlte sie sich völlig unwohl in der Wohnung und tänzelte die ganze Zeit vor der Wohnungstür herum. Das legte sich nach ca. 1. Woche.

    Enge mochte sie jedoch trotzdem nicht, zumindest, wenn Aaron in ihrer Ruhephase zu nah kam.

    Es entwickelten sich Futterneid, Leinenaggressionen bei Fahrrad und bestimmten Menschen sowie Aggressionen gegenüber anderen Hunden.

    Mit Hilfe einer sehr guten HT`in sind wir dabei, diese Probleme zu lokalisieren und bereinigen.

    Wir sind auf einem sehr guten Weg.

    Auch wenn noch jede Menge Arbeit ansteht, ist meine Familie und ich sehr froh, Aaron und Tasia zu uns genommen zu haben. Wir lieben sie über alles , auch wenn wir sie ab und zu mal als Dödel oder Pfeifenaugust oder Tussi oder Rollmops bezeichnen. :roll: Letzen Endes sind es doch auch nur Schmeichelein. :D

  • Also wir haben keine Baustellen, bis auf die gesundheitlichen, die wir aber soweit im Griff haben.

    Was uns bei Red aufgefallen ist:
    - Kneipen sind toll, da will er gern rein. Auch Räume, die nach Rauch riechen, ziehen in an.
    - Alles Tiefgefrorene und Backwaren verwandeln ihn in einen Staubsauger. Das wird in Zehntelsekunden inhaliert. Dieser Hund liebt tiefgefrorene Kartoffelpuffer über alles.
    - Bei bestimmten Bewegungen zuckt er noch zusammen, allerdings sehr selten, so dass oft nicht klar ist, was der Auslöser war.
    - Kleine Kinder scheint er nicht zu kennen. Die sind ihm unheimlich und er geht lieber weg.
    - Ich weiß nicht, ob das wirklich auffällig ist, aber er spielt so gut wie gar nicht mit anderen Hunden und Menschen, auch wenn er intensiv aufgefordert wird. In den 6 Monaten hat er von sich aus lediglich zwei mal andere Hunde zum Spielen aufgefordert, Spielzeug kennt er gar nicht. So langsam kapiert er aber, wozu das Zerbeltau da ist und das macht ihm einen Riesenspaß.
    - Sofa und Bett kannte er. Allerdings gibt es hier keinen Hund im Bett, das hat er nur am ersten Abend gemacht und verkroch sich bei einem "Nein!" sofort im hintersten Winkel der Wohnung. Seitdem hat er es nie wieder versucht.
    - Einen Garten scheint er nicht zu kennen, er muss erst noch lernen, dass er sich dort genau so frei bewegen darf wie in der Wohnung.

    Ansonsten gibt es nur positives von ihm zu berichten. Sehr gut sozialisiert, macht nichts kaputt, klaut nichts, leinenführig, extrem gut kontrollierbar ohne Leine, kann überall mit hin genommen werden... einfach ein perfekter Hund.

  • teddy haben wir mit ca. 5-6 monaten aus dem th geholt. bis dahin war er schon mindestens 2 mal vermittelt, das letzte mal vor uns wurde er schon am nächsten tag zurück gebracht, weil er wohl gebissen hatte, woran ich bei einem welpen mit milchzähnen nicht so richtig glauben will.
    mitgebracht hat er damals:
    -eine abneigung generell gegen die meisten männer
    -riesenangst vor männern in diesen 90er-jahre-jogginganzügen, aus diesem stoff der glänzt und so raschelt
    -null erziehung
    ich war damals noch sehr jung, hatte wenig einfluss auf den umgang mit dem hund und habe natürlich das gemacht, was der ex meiner mutter sagte. der hund wurde geschlagen und verängstigt. als ich dann älter wurde habe ich mich deshalb regelmäßig mit ihm angelegt.
    als ich 17 war, sind wir dann dort weg, das heißt, meine mutter hat sich getrennt und wir hatten einen hund mit ganz neuen altlasten, die ich noch mehr zu spüren bekam, als ich ihn dann schlußendlich mit 19 mitnahm, als ich auszog.
    -er war nicht sozialisiert, durfte nie kontakt mit anderen hunden haben, -dementsprechend war er leinenagressiv
    -halt fremde hunde im freilauf angepöbelt
    -hatte immernoch vor den meisten fremden leuten riesenangst und ist dabei sehr agressiv geworden
    -hat schreckliche angst vor runterfallenden schlüsselbünden, schuhen und zeitungen gehabt (damit wurde nach ihm geworfen u.ä.)
    -fühlt sich schnell in die ecke gedrängt und wehrt sich dann auch
    -die erziehung basierte auf angst vor bestrafung
    während ich das so lese, bin ich richtig stolz drauf, was wir davon schon alles erfolgreich angepackt haben.
    im freilauf ist er mit den meisten hunden verträglich, meistens geht er nach kurzem schnüffeln weiter, aber es gibt auch welche, die er zum spielen auffordert. an der leine wird er nur zickig, wenn der andere hund leinenagressiv ist und wild bellt, da gibts dann kontra, aber auch nicht bei jedem. die angst vor schuhen und zeitungen ist weg, bei schlüsseln erschreckt er sich noch kurz. da ich ihn mittlerweile gut kenne, weiß ich, wodurch er sich in die ecke gedrängt fühlt und umgehe das, belohnt werde ich dafür und durch die komplett umgestellte erziehung durch eine große portion vertrauen.
    leute, die ihn lange nicht gesehen haben, sind immer überrascht, wie er sich verändert hat, obwohl er ja schon fast 10jahre alt war, als ich damit begonnen habe.
    ich bin dankbar, dass ich die chance habe, die fehler der vergangenheit, auch meine eigenen fehler, wieder gut zu machen und ihm noch eine weile das leben zu bieten, das er verdient hat.
    deshalb wüde ich auch immer wieder einen hund mit vorgeschichte nehmen.

  • Schönes Thema :)

    Wir haben das Jogerl aus einem Tierschutzverein der neben den Abgabehunden Hunde aus dem Ostblock vermittelt. Das Jogerl kommt ursprünglich aus Rumänien, er wird auf 3-4 Jahre geschätzt - wo er davor gelebt hat, keine Ahnung

    Er konnte schon:
    Er war von Anfang an stubenrein
    Er ist in der Wohnung sehr ruhig, schlägt nicht an, bellt nicht, gar nichts
    Noch nie was kaputt gemacht
    Sehr menschbezogen und zutraulich
    Kuschelmonster


    Probleme:
    - Er war anfänglich sehr ängstlich, besonders geschlossene, enge Räume (Aufzüge) haben ihn fix und fertig gemacht, ebenso die Trambahn und deren Geräusche. Der Aufzug hat ihn dermaßen gestresst, dass er nimmer aus der Wohnung raus wollte :sad2: Ich hab ihn runtergetragen
    --> Gelöst: Ich bin raus aus der Wohnung, 5 min weg, Leckerchen mitgenommen. Hab geklingelt, mein Freund hat ihn rausgelassen. Die Freude seine Bezugsperson zu sehen, haben ihn über die Schwelle gelockt, da gabs das Leckerchen und wieder zurück in die Wohnung. Dieses Spielchen haben wir eine Woche wiederholt, teilweise auch Lecker auf der Etage ausgelegt, so dass er der Spur gefolgt ist. Während dieser Spiele sind wir nie raus gegangen oder in den Aufzug, er sollte sich das ganz unverbindlich anschauen und sehen, dass nix passiert. Nach zwei Wochen war das Thema absolut durch
    Trambahn dito: Aus der Entfernung immer wieder angeschaut, heute fährt er gerne damit

    - Leinenpöbler
    Hat sich von selbst erledigt.. Seitdem er freilaufen darf pöbelt er nicht mehr an der Leine

    - Mit anderen Hunden kann er nix anfangen. Er sagt kurz hallo, schnuppert und läuft dann weiter. Er spielt nicht, teilweise hat er viel Angst, gerade wenn junge Hunde ihn zum spielen auffordern.
    Dafür haben wir keine Lösung

    - Wasser :(
    Panische Angst vor Pfützen, Bächen, Gießkannen :(
    auch keine Lösung dafür bis jetzt

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