alte Schnappschildkröte!!!

  • staffy: ich schreibe (und rede) gerne direkt. Und auch mal plakativ. Es gibt immer 2 Seiten: Bluey fällt es (dank meiner damaligen Ausbildungsfehler) auf dem Hundeplatz super schwer zur Ruhe zu kommen. Er will dort arbeiten. Damit komme ich klar, kann ich ihn doch jederzeit mit einem Platz ruhig stellen. Außerhalb vom Platz kann Bluey die Ruhe selbst sein. Er ist beim Spaziergang, zu Hause, und sogar im extremen Stadtgetümmel die Ruhe selbst. Er schnappt nicht, geht nicht nach vorne, ist eigentlich der perfekte Hund. Er hat vom Grundtenor aber schon nen höheren Level wie Jabba, steht aber immer in der Kontrolle, kann sich auch selbst kontrollieren. Und die Aussage mit dem Futter: Wenn ich nen Hund habe, der Jagd oder sonstwelche größeren Probleme hat, sich aber nicht motivieren läßt mit mir zu arbeiten, dann hat er so viel Hunger, bis er bereit ist zumindest über Futter mit mir zu arbeiten. Ich selbst habe bei meinen Hunden andere Alternativen und Methoden, aber viele andere Hundeführer kommen ihren problematischen Vierbeinern sonst nicht bei. Leider. Und dann ist nun mal Futter das Mittel der Wahl, weil fressen muß nun mal jeder Hund, während nicht jeder hund spielen, kuscheln oder sonst was muß.
    Jabba ist an sich ein eher ruhigerer Hund. Zu Hause ziemlich ruhig, beim Spaziergang sehr ruhig, in der Stadt hat er Streß, aber wird nicht hektisch, sondern einfach nur gedrückt. Auch beim Arbeiten auf dem Platz ist Jabba ruhiger als Bluey, kann sich auch in Pausen mal hinlegen und entspannt dann auch. Allerdings reagiert Jabba viel mehr und heftiger auf Außenreize als Bluey. Bluey vertraut mir immer und überall. Der gibt gerne an mich ab, egal ob keifender Hund, Traktor, fremde Menschen oder egal. Mit Jabba arbeite ich dran, wird besser. Inzwischen orientiert er sich immer öfter an mir und überläßt es mir Begegnungen mit egal was zu regeln, klappt aber noch nicht immer. Dauerstreß haben beide Hunde sicherlich nicht, manchmal sind sie vielleicht eher zu wenig gefordert, weil ich eben nciht übertreiben will und mich manchmal arg zurück nehme. Für mich zählt auch nicht der Hundeplatz, sondern der Alltag. Hundeplatz ist nicht wichtig, sondern Hobby, Kunststückchen sozusagen ums Hirn zu beschäftigen.
    Bluey kann in der Tat mal nerven, wenn er außen vor ist auf dem Platz, ist aber immer mit Kommando unter Kontrolle zu bekommen, da habe ich auch damals etliche Fehler gemacht, wir arbeiten dran. Aber Jabba kann super nur mal nebendran stehen. Ganz entspannt und gelassen, solange halt nix neues auftaucht. Beute ist extrem schlimm, sobald auch nur jemand anders ein Spielzeug zückt, hat er nur das im Auge und wäre ohne Leine sofort dort. wir gehen oft in der Gruppe spazieren, mein Trainer ist schon sehr erfahren und schätzt mich sehr. Er ist eigentlich der Meinung, daß wir auf dem rechten Weg sind, Jabba halt so ist und wir dran bleiben müssen. Dafür erhoffe ich mir halt noch den ein oder anderen Tip. Wir haben hier nunmal nicht unbedingt vergleichbare Hunde, mit denen man hätte können Erfahrungen sammeln.

  • Bei Bluey bräuchte ich beim Spaziergang weder Futter noch sonstwas. Aber bei Jabba sind wir mitten in der Ausbildung, er hat Tendenzen zu jagen und auch Probleme mit Menschen. Da muß ich mit ner ordentlichen Motivation gegen halten. Nur Sozialkontakt und Gutschi Gutschi reicht da bei nem Cattle Dog einfach nicht und über die Zwangsschiene will ich es nicht machen. Außerdem finde ich es schöner und für den Hund sinnvoller, während dem Spaziergang was zu tun und dafür auch bestätigt zu werden. Normalerweise würde ich das auch viel über Spiel und andere Dinge mit mir machen, aber da Jabba ja da eher hoch fährt, bleibt nur fressen als Bestätigung. Halte nix von Ausbildung OHNE Motivation. Ich gehe ja auch nicht für nix arbeiten. Außerdem kann man gerade einem unsicheren Hund viele Situationen so schön füttern, daß er lernt sich darin wohl zu fühlen.
    Will nicht davor füttern und ginge auch bei meiner Organisation gar nicht.
    Meine Hunde sind beim Spaziergang nicht hibbelig. Sie sind überhaupt nicht hibbelig... Kommt doch bitte mal davon weg.
    Außerdem locke ich nicht mit Futter, bestätige variabel und größtenteils mit Clicker. Wir machen beim Spaziergang auch Futtersuchspielchen, die die Hunde auch ruhig halten und auslasten, ohne sie hoch zu putschen..

  • Lies dir dein Eingangsposting noch mal in Ruhe durch ! ;-)

    Ich dachte dir geht es darum, durch Austausch, anderen Meinungen, Antworten auf Fragen, Selbstreflektion, ... auf den Punkt zu kommen, wo eure eigentlichen Probleme liegen und wo du ansetzen mußt, um aus deiner "ständigen Schnappschildkröte" einen Hund zu machen, der nicht permanent Übersprungshandlungen zeigt !?

    Dazu gehört nicht, seine bisherigen Handlungsweisen zu verteidigen, sondern sie sich bewußt zu machen und selber zu hinterfragen. Das hat nichts mit falsch oder richtig zu tun !

    MIR fällt nur auf, daß du sehr viel auf Futter (und Spielzeug) reduzierst, für mich fehlt die, deine eigenen, Persönlichkeit. Um mit einem Hund an Wesentlichem zu arbeiten, an der reinen Erziehung, der Sozialisation auf die Umwelt würde ICH persönlich nie mit Hilfsmitteln arbeiten, sondern sehr viel Wert auf eine gute Bindung ohne irgendwas drumherum legen.

    Ich denke, weniger ist oft mehr und das Wesentliche verliert man oft aus den Augen. Ich wollt nur Ansätze zum Nachdenken bieten ...

    Gruß, staffy

  • Ich weiß, daß Ihr nur Anregungen bieten wolltet. Und ich wollte nur einige Dinge klarer ausdrücken.
    Für mich ist die Bindung so selbstverständlich, daß ich die nicht extra erwähne. Ich setze bedeutend mehr auf Verständigung und Motivation durch mich, als sich so erklären läßt. Ich versuche einfach alles, was mir zur Verfügung steht zu nutzen, je nach Situation und Einsatzgebiet abzuwägen und das für den Hund passende auszuwählen.
    Wenn ich sage, ich arbeite mit Futter, dann locke ich beispielsweise den Hund nie, sondern clicke, bestätige also erst, wenn der Hund etwas anbietet und verstärke somit das gezeigt Verhalten. Das mache ich aber auch mit Mimik, Gestik, Spiel (sehr viel Sozialspiel), verbal, Bewegung usw... Immer variabel, um mir eine möglichst hohe Motivation zu erhalten.
    Ich bin der Meinung, daß Jabba dieses Verhalten zeigt, weil er zum Einen unsicher ist, hinzu eine relativ geringe Frustrationstoleranz kommt und er zum anderen genetisch bedingt einen hohen Trieb und eine hohe "Aggressionsbereitschaft" (weniger Hemmungen seine Zähne zu benutzen) besitzt. Und das ist unser eigentliches Problem. wir arbeiten daran, daß er umweltsicherer wird. Wir arbeiten viel an der Impulskontrolle usw... Also gibt es kein Problem drumrum. Er ist wirklich weder hektisch, noch aufgedreht, noch sonst was. Er ist auch in solchen Schnappmomenten selten wirklich hoch gedreht, sondern es genügt manchmal ein Auslöser, er schnappt und dann ist es schon wieder vorbei. Andere Hunde kläffen, winseln, drehen sich, beißen mal in die Leine oder tippeln mit den Vorderpfoten. Da würdet ihr solche Tips nicht geben. Jabba schnappt halt... Nicht schön, aber auch nicht so dramatsich, wie ihr es Euch vielleicht vorstellt...
    Klar, will ich Tips... Aber auf das bezogen, was ich schreibe... Nicht auf das bezogen, was ihr denkt, was wäre oder sein könnte...

  • Also wenn ich lese was du schreibst, dann versuche ich mir die Situation vorzustellen., Natürlich kann man das aber auch nur begrenzt, man ist halt nicht dabei gewesen. ;)
    Also nimm es bitte nicht böse, es hört sich vieles erstmal anders an, als es ist und ich möchte dir nicht absichtlich irgendwas unterstellen ^^
    Das was du jetzt geschrieben hast, hört sich schonmal viel besser und ganz anders an, als das was du vorher geschrieben hast.

    Du sagst, du arbeitest mit Jabba daran, dass er umweltsicherer wird. Wie lange machst du das denn jetzt schon und hast du schon Besserungen bemerkt?
    Wenn ja, dann würde ich da einfach weiter arbeiten.
    Solch ein Verhalten ändert sich ja nicht von heute auf morgen und wenn man Besserungen bemerkt, dann scheint es ja, dass man auf einem guten Weg ist.

  • Ich bin Euch nicht böse, im Gegenteil. Ich bin wirklich froh und dankbar, daß ihr da mit überlegt... Ich weiß auch, was ich sicher denken würde, wenn ich so etwas lesen würde.. Ich bin mir wirklich sicher, daß ich die Lage schon richtig einschätze, erhoffe mir halt wirklich tipps, Tricks, zusätzliche Übungsmöglichkeiten.

    Also an der Umweltsicherheit sowie an seiner Frustrationstoleranz sowie auch an seiner Impulskontrolle arbeite ich, seit ich ihn habe. Also seit er 8 Wochen alt ist. Im Welpen-Alter war es natürlich nicht so gravierend. Schlimm wurde es dann bis so ca. 12-13 Monate, ab ca. 5-6 Monate. Das war eine richtig harte Zeit. Fast nur Schleppleine, viel Wildpark, Hundeverein usw... Immer versuchen, das richtige Maß bei allem zu finden, lieber zu wenig als zu viel gemacht. Aber teilweise konnte ich da gar nicht mit ihm in die Stadt unter viele Leute, weil er einfach zu viel Streß hatte, Schwanz geklemmt, riesige Augen... Das bringt dann ja einfach auch nix... Er hat sich auch von Anfang an recht wenig an mir orientiert. Also ich meine damit als Welpe. Während Bluey als Welpe sich fast schon zu viel an mir orientierte, hat Jabba viel selbständiger reagiert (bzw. versucht, was ich oft genug unterbinden mußte). Es war echt harte Arbeit, daß er beim Auftauchen von Joggern sich an mir orientiert oder auch bei Hundebegegnungen usw... Inzwischen klappt das richtig super. Aber er ist noch nicht unbedingt mit der Umwelt sicherer, sondern orientiert sich halt mehr an mir und verläßt sich dann auf mich. Ich hoffe ja, daß er dadurch dann auch lernt, mit der Umwelt selbst sicherer zu werden. Impulskontrolle machen wir auch Fortschritte. Inzwischen bleibt er liegen, wenn ich um ihn rum Spielzeuge werfe. Aber will ich es wegpacken, schnappt er schon mal nach. Vielleicht sehe ich manches auch zu eng (???), weil Bluey halt so perfekt ist...
    Es ist nicht leicht... Er ist ja ein anderer Hund, ist einfach nicht Bluey. Das soll er auch nicht werden. Nur halt weniger schnappen... :roll:

  • Würdest du für dich den Selbstversuch machen und ein paar Tage ohne Hilfsmittel mit deinen Hunden leben ?

    Ohne Spielzeug, Clicker, etc. Futter gibts nur aus dem Napf in Ruhe, du redest nur das Nötigste. Einfach nur DU und die Hunde !!

    Dann dürften sich einige Fragen von selbst beantworten ;-)

    Dazu muß man aber bereit sein, und sich zutrauen, "nix ausser sich selbst" zur Kommunikation zu haben.

    Gruß, staffy

  • Vielleicht würde euch Longieren helfen.
    Ich gehe ja jetzt auch seit ein paar Monaten zum Longieren und dort hat Numa gelernt, wie sie sich an mir orientieren kann und das sich solches Verhalten für sie lohnt.
    Wenn wir nun in eine brenzlige Situation kommen, dann sucht Numa jetzt gleich den Blickkontakt zu mir und ich kann sie dann bestätigen und sie sicher durch die Situation führen.
    Ich glaube, dieses Verhalten wäre nicht so schnell aufgetreten, wenn wir nur "normal" trainiert hätten.
    Das wäre jetzt noch das letzte was mir einfallen würde, außer einfach nur weiter zu trainieren...
    Schau doch mal in meinen Thread zum Longieren ( https://www.dogforum.de/ftopic75603.html Seite 4 Relativ weit unten haben wir mit dem Training in der Huschu angefangen). Da kann man sehr gut nachvollziehen, was Numa für eine Entwicklung durchgemacht hat. Viellicht verstehst du dann was ich genau meine mit dem "orientieren an mir" :)

    Ich glaube nicht, dass du es zu eng siehst, denn das Schnappen ist ja schon etwas sehr unangenehmes und du siehst ja auch, dass es ihm damit auch nicht gut geht und da wäre es doch fatal, wenn man jetzt einfach aufhört zu trainieren und ihr beide bleibt weiterhin einfach gestresst.

  • Den Vorschlag kann ich nicht recht nach voll ziehen, weil ich nicht sehe, was das bringen soll...
    Wenn das Deine Art ist mit Deinen Hunden zusammen zu leben.. Bitteschön. Ich mag das so nicht... Ich will meine Hunde motivieren und ich will sie bestätigen, wenn sie etwas gut gemacht haben. Lob ist nun mal für den Hund nur ne Bestätigung, wenn er sich wirklich bestätigt fühlt. Und je stärker er sich bestätigt fühlt, umso eher wird er das bestätigte Verhalten erneut zeigen. Genau so arbeite ich. Und so will ich auch arbeiten.
    Der Vorschlag erinnert mich ein wenig an Aldington, was tu ich nur mit diesem Hund. Das funktioniert sicher bei vielen Hunden, wenn nicht gar den meisten. Ich mag das so aber nicht und somit würde es bei uns sicher nichts bringen. Ich hoffe, Du fühlst Dich jetzt nicht angegriffen oder so. Das ist nicht böse gemeint, nur ist es nicht meine Art mit den Hunden zu arbeiten oder zu leben oder umzugehen. Zumal ich das bei Blueys Vorgänger mal ausprobiert habe, wirklich ganz konsequent über mehrere Wochen und NICHTS wurde besser, ALLES wurde schlimmer und zudem war mein Amigo am Ende regelrecht depressiv. Bin der Ansicht, daß man so entweder den Hund brechen kann (sicher die allermeisten!), oder den Hund erst recht herausfordert (sicher die allerwenigsten!).

    Longieren wird bei uns hier nirgends vernünftig angeboten, zumal wir auch nicht das Problem haben, das er sich nicht an mir orientiert. Das war am Anfang so, aber seit ca. 4-5 Monaten orientiert er sich sehr an mir.

    Hat denn keiner weitere Tipps, wie man noch kreativ die Impulskontrolle trainieren könnte??? Oder den Hund sicherer machen kann??? Vielleicht auch ganz banales, was ich im Eifer des Gefechts vergessen habe???

  • Zitat

    Wenn das Deine Art ist mit Deinen Hunden zusammen zu leben.. Bitteschön. Ich mag das so nicht...

    Bezieht sich deine Antwort auf mein Posting ?
    Dann kann ich deine Art der Hundhaltung überhaupt nicht verstehen !

    Ich rede davon, ohne jegliches Drumherum, nur du und dein Hund, eins zu eins, zu kommunizieren, zu agieren, zu leben. Einfach mal alles andere weglassen, völlig frei von Hilfsmitteln, Ablenkungen durch Futter oder Spielzeug, auf die ursprünglichste, natürlichste Art mit dem Hund umzugehen.

    Und genau das ist nicht deine Art mit Hunden zu leben :schockiert:

    Sorry, aber wenn du ohne Hilfsmittel nicht auskommst, dir überhaupt nicht vorstellen kannst, deine Hunde ganz normal im Napf zu füttern und den Rest des Tages ohne Umwege direkt mit deinem Hund zu kommunizieren, du überhaupt nicht weißt, wie du deine Hunde ohne Hilfsmittel motivieren kannst ...

    Machst du gar nix mit deinen Hunden ohne "Zubehör" ? Kannst du nicht einfach mit denen spazieren gehen, ohne irgendwas mitzunehmen ?

    Ich kanns gar nicht glauben :???:

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