alte Schnappschildkröte!!!

  • Hallo Ihr Lieben.

    Zwecks Austausch:

    Mein Jungspund ist jetzt 22 Monate alt. Er ist bei mir, seit er 8 Wochen alt ist und wir haben vom ersten Tag an mehrere Baustellen. Er ist recht umweltunsicher, mag Fremde gar nicht, erschrickt sich schon mal schnell, wenn was seltsam aussieht, ist das auch nicht toll usw... Aber das haben wir an sich ganz gut im Griff.

    Das andere ist folgendes: Er ist ne elende Schnappschildkröte. Er schnappt echt ständig. Und zwar als Übersprungshandlung. Komme ich nach Hause, schnappt er mir in den Hintern oder in Bluey. Kommen andere Hunde auf uns zu, schnappt er in Bluey oder in mich. Hole ich die Jungs auf dem Platz aus dem Auto, schnappt er in mich oder in Bluey. Packe ich das Spielzeug weg, schnappt er in mein Bein oder die Jacke. Ich könnte noch zig solcher Beispiele erzählen. Er weiß, daß er es nicht darf, er schnappt also, duckt sich und beschwichtigt SOFORT. Aber man merkt ihm einfach an, daß er es nciht unterdrücken kann. Ich mache von Anfang an extrem viel Impulskontrolltraining, da er zudem auch extrem auf Beute und Bewegung ist. Er reagiert insgesamt sehr explosiv. Bluey hat insgesamt einfach nen höheren Level. Jabba aber hat nen mittelmäßigen Erregungslevel im Normalzustand, ist dann aber innerhalb von Sekundenbruchteilen von 0 auf 1000... Ich weiß langsam nicht mehr weiter. Also an sich habe ich das gut im Griff, aber es kommt immer wieder zu Situationen, die mich runter ziehen.
    Ich wollte jetzt einfach mal erfragen, was Ihr so für Tipps habt, mit denen ich an der Selbstkontrolle der Kröte arbeiten könnte. Wir machen schon viel, aber vielleicht habt Ihr ja noch mehr Tips.
    ansonsten: er hört gut, wir arbeiten auch, er hat genug Bewegung, aber sicher nicht zu viel... Also ich denke, sonst ist alles in Ordnung.
    Er hat halt einfach eine geringe Frusttolleranz und vorallem einfach zu wenig Selbstkontrolle. Er kann dann nciht anders. Wie kann man das trainieren???

  • Ich habe auch so einen Hund. Bei meinm ist es nicht so extrem wie bei deinem, aber es war mal so ;)

    Ich habe von meinem Trainer gelernt, mit viel ruhe zu arbeiten. Also die Situationen, in denen es passieren könnte, sehr gut vorherzusehen und möglichst zu vermeiden. Den hund schon vorher aus so einer stressigen Situation herauszubringen.

    Wenn es doch passiert, dann hilft bei Numa auch kein Schnimpfen oder Gehorsam abfordern oder ähnlcihes. Sie ist dann in ihrer eigenen Welt und bekommt nichts um sie herum mit. Erst wenn der Streß abgebaut ist, ist sie wieder ganz normal.

    Wenn Numa also ausrastet, gehe ich in die Hocke, mache möglichst keine ruckartigen Bewegungen, versuche sie leicht zu fixieren, also drücke sie an mich, sodass sie möglichst wenig Bewegungsfreiheit hat, aber auch nicht zuviel, damit sie nicht noch panischer wird. Und warte einfach ab.
    Mittlerweile dauert es nur noch maximal eine Minute, die sich aber meist wie eine Ewigkeit anfühlt und dann ist alles wieder in ordnung.

    Dadurch, dass wir auch im Alltag sehr viel mit Ruhe arbeiten, haben sich diese Ausraster jetzt innerhalb von 4 Monaten auf nur noch circa 1 mal die Woche reduziert. Mein Trainer sagt, dass es bald gar nicht mehr vorkommen wird :)

  • Wenn ich so an deine Tipps zur Hundeerziehung denke, deine Art mit ihnen umzugehen, dann fällt mir ehrlich gesagt nicht viel ein, um deinem Hund zu helfen - zumindest nicht in der jetzigen Konstellation !

    Vielleicht solltest du mal euren Alltag überdenken, mal kpl. über den Haufen schmeissen und mit einigem ganz neu anfangen. Möglich, daß eure jetzigen Hobbys nix für ihn sind, er bei seinem Charakter viel weiter runtergefahren werden müsste.

    Ich kenn dich nicht, keine Ahnung wie du bist. Wenn ich mir dich als eher hektischen, unruhigen, unsicheren Menschen vorstelle, dann würde ich ganz andere Vorschläge machen als bei jemand, der die Ruhe selbst ist, immer souverän und sicher.

    Was rät man dir denn auf dem HuPla ?

  • Das erste was Staffy sagt (mit der Erziehung) ist mir auch durch den kopf gegangen.
    Zum zweiten (mit dem Sport) kann ich nur sagen, dass der Zughundesport sicherlich nicht falsch ist. Auch ich mache ZHS mit meiner Hündin und ich muss sagen, wenn man darauf achtet, dass auch da der Hund nicht völlig hochdreht, dann ist es eine gute Sportart um den Hund in Ruhe auszulasten.
    Seit ich ZHS mit meiner Hündin mache ist sie wesentlich ruhiger geworden. Aber vielleicht ist das bei anderen Hunden auch anders... man müsste den Sport mal weglassen und dann schauen wie der Hund drauf reagiert...

  • Danke auf jeden Fall für Eure Anteilnahme.
    Im Grunde ist es schwer bis unmöglich Jabba aus einer solchen Situation heraus zu halten (präventiv), weil er an sich schon nicht so hibbelig ist. Er hat auch keine Ausraster in dem Sinne, also er regt sich nicht ewig auf. Er springt vor, schnapp ein-zwei mal und dann ist es schon vorbei. Es ist eigentlich fast immer schneller vorbei, als man reagieren kann. Und auch wann er reagiert ist wirklich extrem schlecht vorher zu sehen, weil er wirklich KEINE Anzeichen zeigt. Ganz selten zeigt er vorher was an, aber eben seltenst. Ein Beispiel: Er geht nebenmir, Aufmerksamkeit total bei mir, Ohren, Augen usw. Wir gehen am Zaun samt Nachbarshund vorbei. Meistens kommen wir prima dran vorbei, aber ab und an macht Jabba so ne Art Ausfall-Schritt, d.h. er springt Richtung Hund in die Leine, ich ein Äy, er zurück zu mir, Sache vorbei. Ist bei so einer Situation was in Schnapp-Weite, schnappt er bei seinem Satz da rein. Kurz und knackig und fast immer sofort vorbei. Er baut sich also nciht erst auf und kommt auch sofort wieder runter. So auch, wenn ich ihn auf dem Platz aus dem Auto hole. Er springt raus, benimmt sich eigentlich normal, kann auch ein Sitz machen, oft ist nix, aber ab und an, springt er dann auf, schnappt in mich oder Bluey und schon ist wieder vorbei. Ich versuche schon mit extrem viel Ruhe zu arbeiten, ihn ins Sitz zu holen, ruhig los zu gehen usw. Und ja manchmal erkenne ich einen Zusammenhang zwischen Hektik oder Unruhe meinerseits und Schnapp-Attacke seinerseits. Aber wirklich meistens bin ich ruhig, wenn er so ein Verhalten zeigt.

    Zitat

    "Wenn ich so an deine Tipps zur Hundeerziehung denke, deine Art mit ihnen umzugehen, dann fällt mir ehrlich gesagt nicht viel ein, um deinem Hund zu helfen - zumindest nicht in der jetzigen Konstellation !

    Vielleicht solltest du mal euren Alltag überdenken, mal kpl. über den Haufen schmeissen und mit einigem ganz neu anfangen. Möglich, daß eure jetzigen Hobbys nix für ihn sind, er bei seinem Charakter viel weiter runtergefahren werden müsste."

    Wie meinst Du das??? (ganz ehrliche Frage).

    Mit Jabba mache ich gar nix so extrem speziell. Wir machen in aller erster Linie Alltagstraining und im Moment arbeiten wir auf die BH hin. ZHS machen wir nur Jogging am Bauchgurt und da läuft er sehr ruhig, gar nicht aufgedreht oder hektisch. Läuft er am Rad oder Roller (nebenher) dann achte ich ebenfalls darauf, daß er ruhig läuft, im Trab, deswegen auch nicht mehr frei, weil er da hoch dreht.
    Jabba ist an sich im Großen ein eher ruhiger Cattle Dog. Überhaupt nicht mit meinem workaholic Bluey zu vergleichen. Aber er hat (meiner Meinung nach) wenig Selbstkontrolle, wenig Impulskontrolle und eine (je nach Situation) geringe Frusttolleranz. Zudem ist er recht umweltunsicher, was sich vorallem bei Menschen zeigt.
    Ich bin sicherlich von meinem Grundcharakter kein ruhiger Mensch. Ich bin temperamentvoll, auch mal laut und impulsiv. Aber unsicher bin ich nicht und hektisch im Umgang mit den Hunden auch nicht. Im GEgenteil: mit meinen Hunden bin ich deutlich ruhiger, als bei anderen Tätigkeiten. Bei mir zu Hause gibt es super viel Ruhe. Einmal die Woche gibt es nen Tag, wo nur Pipi-Kacka ansteht. Ich arbeite kaum bis gar nicht mit Beute, wenn dann fast ausschließlich zum Impulskontrolltraining.
    Sonst noch was??? Fragt doch einfach...


    [/quote]

  • Ich finde es schonmal gut, dass Jabb nur so kurze Aussetzer hat. Bei Numa dauerte es früher minutenlang. Danach war sie meist völlig fertig mit den Nerven. Heute ist es ja wie gesagt so, dass es nur noch sehr kurz ist und ich danach sogar mit ihr weiterarbeiten kann.

    An deinen Erziehungsmethoden ist mir speziell die Handfütterung negativ aufgefallen. Ich weiß, dass Handfütterung an sich auch etwas gutes sein kann, aber ich bin der Meinung, dass es eben eine Sache ist, die nicht bei allen Hunde gut funktioniert (ist ja eigentlich bei jeder Methode so).
    Ich habe auch lange zeit bei Numa Handfütterung gemacht.
    Mein jetziger Trainer hat mir dain abgeraten, weil die Methode bei Numa erstens nicht zum Erfolg führen wird und zweitens wird sie so unter Streß gesetzt.
    Das ständig Hungrigsein macht einfach Streß. Mich hat es sehr viel Überwindung gekostet das Futter morgens und abends einfach in den napf zu legen, weil ich das gefühl hatte, ich gebe damit "meine Macht" ab. Und in den ersten Wochen hat Numa mich natürlich nichtmal mit dem hintern angeschaut ;)
    Aber Numa ist ruhiger geworden. Natürlich nicht nur durch das Weglassen der Handfütterung, aber ich merke jetzt, dass wenn Numa hungrig ist, dass sie dann ähnlich gestreßt ist wie damals.

    Ich würde dir raten, weiter mit viel ruhe zu arbeiten, zuzusehen, dass der Hund möglichst regelmäßig Fressen bekommt, und zwar in einer Menge die auch sättigt, sodass kein Hunger entsteht und wichtig ist auch viel Schlaf.
    Numa schläft zB 17 Stunden am Stück durch. Tagsüber döst sie dann auch sehr viel. Auch wenn wir besuch haben, achte ich darauf, dass Numa sich immer zurückziehen kann, damit sie viel Ruhe hat. Dazu ist es auch manchmal nötig, sie auf ihrem Platz zu schicken und sie quasi zur Ruhe zu zwingen, weil sie sonst unablässig in der Wohnung rumtingelt und sie nichts mit sich anfangen kann.

  • Wie ich das meine; ich erinnere mich an manchen Thread (ich hoffe das warst auch du).
    Gabs nicht mal das Thema, daß ein Hund lernen soll, ruhig am Rande des HuPla zu liegen, daß er sich auch dort im Trubel entspannen können soll und deine Meinung war, daß du sie dort "hochgefahren" haben willst, sie in Pausen ins Auto tust, sie sich dort nicht entspannen sollen ?
    Oder Aussagen wie: Wenn er nicht für Futter arbeitet, dann hat er nicht genug Hunger !

    Für mich alles Hinweise (ich spekuliere ja nur ;-) ), und deine obige Beschreibung passt da wunderbar rein, daß die Hunde nie wirklich entspannt sind. Hunde müssen lernen abgeben zu können, sich am Menschen anzulehnen und sich völlig zurückzunehmen.

    Für mich klingt das alles nach Dauerstress, Hunden, die nicht locker mitlaufen sondern (siehe die Zaunsituation) im Fuß mit Blick nach oben innerlich völlig angespannt, gestresst sind. Deine Hunde gehen nach vorne, schnappen zu, bei anderen äussert sich soetwas in Stereotypien, Pfoten annagen, etc.

    Für mich wäre nicht der Arbeitshund, die Leistung, der Einsatz beim Training das entscheidende, sondern die innere Ruhe, die Ausgelichenheit des Hundes. Wieviele Hunde sieht man (gerade am Rande von HuPlas), die überhaupt nicht damit klar kommen, wenn der Halter einfach mal am Rande sitzt, zuschaut, plaudert und Hundi völlig aussen vor ist.

    Gruß, staffy

    Noch ein Tipp am Rande, mach ich auch gerne bei mir: Nimm dir jemand Kompetentes mit zum Spazieren gehen. Jemand, der dich im Alltag mit deinen Hunden sieht, dein Verhalten und die Reaktion der Hunde. Als Aussenstehender sieht man oft viele Kleinigkeiten (oder grobe Schnitzer :D), die man selber überhaupt nicht mehr wahr nimmt, die aber sehr viel im Umgang mit den Hunden ausmachen !!

  • Handfütterung läuft bei uns so ab:
    Morgens halbe Tagesration beim Spaziergang verfüttern. D.h. der Hund hat morgens auch schon nen vollen Bauch. Abends gibt es eigentlich immer im Napf, ab und an, wenn ich weg gehe auch mal im Futterball. Also haben sie schon 2 Mahlzeiten am Tag, weil auch gerade Bluey nicht so gut drauf ist, wenn er Hunger hat. Vorm Morgenspaziergang würde ich eh nciht füttern wollen, also ist es fast egal, ob ich danach den Napf fülle, aber beim Spaziergang nciht so aufmerksame Hunde habe, oder eben auf dem Spaziergang füttere.
    Schlaf haben beide sehr viel, da achte ich super drauf. Wobei Jabba auch mal so rumwurstelt, er tigert dann so durch die Wohnung, aber dabei wird er ignoriert, bis er sich eben hin legt und Ruhe gibt.

  • Zitat

    ob ich danach den Napf fülle, aber beim Spaziergang nciht so aufmerksame Hunde habe, oder eben auf dem Spaziergang füttere.

    Alleine das würde mir schon sehr zu denken geben. Die Aufmerksamkeit gilt nicht dir, sondern dem Futter !! Das macht aber nicht die Beziehung zum Hund aus ....

  • Zitat

    Handfütterung
    Vorm Morgenspaziergang würde ich eh nciht füttern wollen

    Warum nicht?

    Ich zB füttere morgens, dann gehen wir für ca 10 min raus, damit sie sich lösen kann und dann gehts wieder rein und Numa kann schlafen und wenn sie wieder wach ist, machen wir unsere große Runde.

    Ich finde, es ist schon ein großer Unterschied, ob man während des Spaziergang füttert oder davon oder danach.

    Während des Spaziergangs würde ich nicht füttern, weil der Hund sich nicht auf mich konzentrieren soll weil ich Futter habe, sondern sie soll sich auf den Spaziergang konzentrieren und auf mich, weil ich mit ihr kommuniziere, nicht weil ich ihr Frühstück in der Jackentasche habe.
    Danach würde ich nicht füttern, weil Numa sonst großen Hunger hat, der sie unaufmerksam und hibbelig werden lässt und der sie streßt.
    Also bleibt nur die letzte Möglichkeit: Davor füttern.
    Damit sie natürlich keine Magendrehung oder sonstiges bekommt, beschränken wir die erste Runde wirklich nur aufs Lösen und dabei läuft sie dann auch an der kurzen Leine.

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!