Hunde aus dem Süden - wer hat einen?

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  • Hallo,

    mich würden Eure Erfahrungen mit Hunden aus dem Süden (Spanien, Griechenland) interessieren.

    Wir haben seit knapp 1 Woche einen jungen Hund aus Kreta, der unheimlich lieb und verschmust ist. Leider ist er beim Spazierengehen eher ängstlich. Ich gehe bisher auch nur ganz kurz (ca. 100 m), aber dann will er meistens schon wieder zurück. Im Haus und Garten fühlt er sich wohl und er versteht sich auch mit unseren Katzen sehr gut.
    Er ist jetzt auch stubenrein, was er im Anfang nicht war.

    Morgen muss ich mit ihm zum TA, weil er dauernd den Kopf schüttelt und sich am Ohr kratzt. Er hat vermutlich Ohrmilben, obwohl ich so mit bloßem Auge nichts sehen kann. Die Ohren sind sauber, soweit man es sieht.

    Es wäre schön, wenn ihr mir Eure Erfahrungen mit diesen Hunden mitteilt. Ich habe mir 3 Bücher gekauft und fast durchgelesen, aber jeder Hund ist ja anders.

    LG, Hilde

  • Hallo,

    meine Freundin und Mitbewohnerin hat seit einem reichlichen Jahr einen Spanier, irgendwas schweres, gestromtes Molosserartiges aus einer Tötungsstation...

    Teddy ist jetzt zwei Jahre alt, kam total abgemagert an, hatte Giardien, hat/hatte Anaplasmose und Ehrlichose und diverse andere Sachen.

    Am Anfang war er sehr, sehr ängstlich, nach ner gewissen Zeit hat sich daraus aggressives Verhalten gegenüber Menschen und Hunden entwickelt. Einiges hat sich sehr verbessert, ohne Leine mit Hunden klappt es super, Menschen werden größtenteils ignoriert, es kann aber auch mal passieren, dass sie laut verbellt werden, wenn sie unheimlich aussehen. Wenn Hunde an der Leine zu nahe kommen, muss auch herumgetöst werden. Nicht zu vergessen seine Jagdmotivation: Wald = Jagen. Man ist zwar ansprechbar und nimmt Leckerlies, aber ohne Leine wäre er für Tage verschwunden.

    Dank Clicker, Leckerlies, viel Üben etc. hat sich schon vieles verbessert und wird auch noch besser werden. =) Aber ein einfacher Hund wird er nie werden.

  • Wir haben unsere Kleine aus Gran Canaria und möchten sie nicht mehr missen :smile:

    Bin erstaunt, wie pflegeleicht und dankbar sie ist - einfach ein Traumhund. Lediglich ein wenig futterneidisch ist sie und besitzt auch einen leichten Jagdtrieb - aber ansonsten super lieb.

    Hmm...ansonsten fällt mir spontan nichts ein. Oder hast Du spezielle Fragen?

    Welche Bücher hast Du denn gelesen bzw. kannst Du eins empfehlen?

  • ich habe eine Hündin aus Spanien. Als sie vor über 2 Jahren aus Spanien gekommen ist, hatte sie eine Darmentzündung, Giardien, Ohrmilben und Flöhe. Sie war lange Zeit sehr ängstlich und unsicher. Mit viel Geduld Ruhe, Konsequenz und üben, üben, üben.....ist sie heute noch unsicher Männern gegenüber, aber sonst ist sehr folgsam und lieb. Sie macht nichts kaputt, kann auch mal alleine bleiben. Die Bereicherung in unserem Leben :smile:

  • Hallo,

    ich habe hier https://www.dogforum.de/ftopic88822.html mal was dazu geschrieben.

    Nun ist Lobo 3 Wochen hier und er wird von Tag zu Tag selbstbewusster.
    Er hört schon recht gut, wenn er nicht zu abgelenkt ist. Er will immer zu anderen Hunden hin. Erst werden sie inspiziert, dann versucht er sie zum Spielen zu animieren. An der Leine wirkt es schon mal recht heftig wenn er versucht zu den Hunden zu kommen. Das schöne ist, er sehr gut sozialisiert.

    Alles in allem sind wir zufrieden mit der Entwicklung, aber es bleibt noch eine Menge Arbeit, bis er so hört wie wir es uns vorstellen.

  • Hallo,
    wir geistern hier auch immer bei den Sonnenhunden herum :smile:
    Ich habe meine spanische Schäferhund-Galgo-Mix Hündin Ashley nun über ein Jahr. Vom Schäfi habe ich gewußt, der Galgo war die Überraschungstüte, aber nach einer (zugegeben) anstrengenden Eingewöhnungszeit ist sie jetzt nicht mehr von den "einheimischen" Hunden zu unterscheiden. Einzig ihre Schreckhaftigkeit ist noch geblieben. Fällt ein Schlüsselbund aufs Laminat, springt sie gleich 2m in die Luft :roll:
    Sie ist ausgesprochen menschenfreundlich, mag Kinder und begleitet mich auch zur Arbeit in eine Behinderteneinrichtung. In der Wohnung ist sie völlig ruhig, aber draußen geht schon mal "die Post" ab! Mit anderen Hunden ist sie bestens sozialisiert, befindet sich aber momentan im "Flegelalter" und testet ihre Möglichkeiten......also so wie sich die "Schätzchen" am Anfang geben, muß es nicht bleiben ;)
    Da unsere Hunde ja eigentlich "Meister der Anpassung" sind, wird sich euer Marvin sicher schnell an euren Lebensrythmus gewöhnen. Mir hat das Abenteuer mit so einem Überraschungs-Ei auch viel Spass gemacht.......na, eigentlich bin ich noch mittendrin :smile:
    LG

    .....und das ist die Ashley!

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    Liebe Grüße

  • Stimmt, alles, was knallt, blitzt und donnert, ist gaaaanz schlimm. Gewitter geht gar nicht, da stirbt der arme Hund. :( Wobei auch das langsam besser wird. Einzelne Knallgeräusche überlebt er mittlerweile, bei Gewitter gibts ne Valium für den Hund.

  • wenn ich mir eure beschreibungen so durchlese merke ich gerade das ich da wohl einen völlig untypischen südi ergattert habe =)

    mein wirbel kam mit ca. 4.5 monaten zu mir, war null sozialisiert und kannte gar nix.
    dafür hatte er von anfang an vor nichts angst, laute geräusche, fremde menschen, gewitter? gäähn, na und?

    in der wohnung war er vom ersten tag an eine echte nervensäge, machte viel kaputt, hat überall mal reingebissen und kam nur sehr schwer zur ruhe (wurde nach monaten langsam besser).
    grenzen kann und konnte er nur schwer akzeptieren, hat dann regelmässig kleine (und grössere) frustanfälle bekommen.

    und, sehr schmerzhaft: die beisshemmung hatte er leider auch nicht erlernt, auaa.

    dafür war es draussen recht problemlos, all die ungewohnten geräusche und bedingungen in einer stadt hat er ziemlich schnell wirklich gut weggesteckt.
    an der leine hat er allerdings gezogen wie ein ochse ;)

    mittlerweile, nach fünf monaten, hat sich viel gebessert :smile:
    muss allerdings auch sagen, wir haben gerackert wie die blöden, das war schon ne harte und mordsanstrengende zeit mit vielen vielen rückschlägen, habe manchmal einfach nur geheult weil ich so mutlos war.

    aber hergeben würde ich den fratz nicht mehr, er ist ein toller hund! :D

  • Hallo,

    wir haben eine Huskyhündin aus Portugal. Sie wurde dort in einem ganz schlechten Zustand aus einer Tötungsstation heraus geholt. Sie ist positiv auf Erhlichien und Hepatozoonose getestet. Die Ehrlichiose wurde mit Antibiotika behandelt. Wir haben sie seit November 2007 und seit dem zeigt sie keine weiteren Symptome.
    Von ihrer Vorgeschichte ist nichts bekannt. Wahrscheinlich wurde sie an der Kette gehalten. Kontakt mit anderen Hunden wahrscheinlich mehr als spärlich und mit Menschen hat sie auch keine guten Erfahrungen gemacht.
    Mit anderen Hunden hatte sie anfangs ihre totalen Schwierigkeiten. Jeder war eine potentielle Gefahr und sie hat einen heiden Aufstand gemacht. Das geht inzwischen einigermaßen. Bei ruhigen und souveränen Hunden ist sie entspannt und spielt auch schon mal. Aber von einem ach-so-toll-sozialisierten-Hund aus dem Süden ist sie meilenweit entfernt und wird es wohl auch bleiben.
    Fremden Menschen gegenüber war sie anfangs auch nicht wohlgesonnen und insbesondere bei Männern reagierte sie aggressiv. Das hat sich inzwischen auch gebessert.
    Im Haus ist sie überhaupt nicht zu spüren. Und auch draußen ist sie eher eine Schlaftablette, außer sie wittert einen Hasen oder ein Wildschwein...oder ihre Erzfeinde (Nachbarshunde...). Sie hat ein eher untypisches Territorialverhalten und eignet sich trotz der Rasse als Wachhund.
    Sie hat uns anfangs immer deutlich gezeigt, dass sie auch ohne uns klar käme ;) ....jetzt nach gut 2 Jahren hat sie ihre angebliche Coolniss aber abgelegt. Sie fühlt sich am wohlsten und am sichersten, wenn sie bei uns ist und sucht vermehrt unsere Nähe.
    Gewitter, Schüsse und sonstige laute Geräusche kratzen sie nicht die Bohne. Neue Situationen sind für sie überhaupt kein Problem. Da ist sie total relaxt, solange sie bei uns ist.
    Sie ist absolut futterneidisch. Hat auf Spaziergänge keine große Lust. Dafür arbeitet sie gerne. Lernt gerne und schnell neue Kommandos und liebt Suchspiele.

    Viele Grüße aus HH
    Silke

  • Hallo,
    wir haben mittlerweile den dritten Spanier in unserer 5-Hunde-Truppe und sind rundum glücklich mit ihnen.

    Alle drei sind unter völlig unterschiedlichen Voraussetzungen zu uns gekommen, Podenco Janosch kam als ca. 14-wöchiger Welpe - da war das größte Problem, eine Bindung herzustellen, weil er schon recht autark war..., Mix Sidney war bereits 2 Jahre alt mit Straßen-Vorleben - die unglaubliche Verfressenheit auf wirklich ALLES ist auch heute noch ein Risikofaktor und erst kürzlich kam Dogge Doba, 6-jährig, mit Wachhund-Vergangenheit - sie ist auf unserer Ranch absolut großartig, an ihrer Umwelt-Panik und Angst vor Fremden arbeiten wir langsam und behutsam, sie kennt einfach GAR NICHTS und hat vor allem möglichen Angst - einiges davon läßt tief blicken, was ihre Vergangenheit angeht. Aber darauf waren wir eingerichtet, weshalb wir dies weniger als Problem, denn als Herausforderung ansehen.

    Alle drei sind bisher gesund - altersbedingte Problemchen bei der Dogge ausgenommen, aber auch das war uns vorher klar und wir wollten einen älteren Hund, da gehört das halt dazu.

    Das Wichtigste, wenn man sich für Hunde aus dem Auslandstierschutz interessiert, ist meiner Meinung nach, dass man sich immer darüber im Klaren sein muss, dass die Tierschützer vor Ort lange nicht die Möglichkeiten haben, die deutsche Tierheime haben. Sowohl, was die Auskunft über das Wesen der Hunde angeht, als auch über gesundheitliche Probleme. Deshalb sollte man von der eigenen Mentalität her so gepolt sein, dass man sich gern auf ein "Überraschungs-Ei" einläßt.

    Wir haben nur gute Erfahrungen mit diesen Hunden gemacht. Jederzeit wieder.

    LG, Chris

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