Welche Methoden zur Hundeerziehung "toleriert" ihr

  • Ich habe nicht gesagt keine eigenen Entscheidungen. Das hat mir eine Trainerin geraten, was aber nicht mein Weg ist.
    Aber es ist für ihn in gewissen Situationen manchmal eben besser.

  • Zitat

    Also ist jeder jagender Hund nicht emotional an den Menschen gebunden?


    Quark. Ein jagender Hund läuft nicht weg, er jagt. Wenn er damit fertig ist, kommt er wieder zurück zu seinem Menschen.

  • Teilweise seht Ihr mir das alles ein wenig zu extrem.
    - der unabhängige Hund entspricht dem Leben von Robinson Crusoe auf der Insel
    - alles andere ist ein abhängiger Hund.

    So seh ich das nicht. Unabhängig beim Menschen heißt für mich, dass man sein eigenes Leben ohne Hilfe von außen auf die Reihe bekommt, bzw. weiß, dass man es hinbekommen würde (z.B. in einer Partnerschaft: ich könnte die Reifen meines Autos selbst wechseln, brauch ich aber nicht, haben wir anders festgelegt)

    Gutes Beispiel ist für mich der Blindenhund. Klar bekommt der eine sehr intensive Ausbildung, in der er genau gezeigt bekommt wie welche Situationen zu bewältigen sind.

    Die bekommt man als Mensch auch, durchs Elternhaus, durch die Schule, durch Ausbildung, Studium etc.

    Aber dann kommt die Zeit der selbständigen, eigenverantwortlichen Entscheidungen:
    - der Blindenhund führt den Blinden nicht über die rote Fußgängerampel weil auf der anderen Seite ne läufige Hündin steht
    - der Sanitäter entscheidet wie er den Notfallpatienten erstversorgt, nach seinem Wissensstand und seiner Erfahrung.

    Irgendwie schräg den Blindenhund und den Sani als abhängig, was ja unselbständig entspricht, zu bezeichnen.

    Mein Fazit: man ist zwar unabhängig, wurde aber durch das Umfeld in eine bestimmte Richtung geprägt, was ich wiederum nicht als Abhängigkeit bezeichnen würde.

    Wäre es anders, dann würde Unabhängigkeit bedeuten, dass man ausschließlich zu seinem eigenen Vorteil, Leben, Überleben wie ein Elefant im Porzellanladen ohne Rücksicht auf Verluste durch die Welt rennt.
    Ich gehe mal davon aus, das 99,99% von Euch das nicht tun, damit könnte ich so gut wie alle hier als "arme, abhängige Würstchen" betiteln, was wohl niemand gefallen würde. Damit fällt diese Definiton wohl aus und wir bleiben bei der vorher genannten.... ;)

  • Zitat

    KiViZ Auch bei der Mehrhundehaltung funktionieren Methoden wie ich sie genannt hatte. Man muss nur wissen was man macht. By the Way - Beispiele das es geht gibts genug - hier im Forum und anderswo.


    Sag ich Dir ganz klar, bei Hunden die recht "weich" sind funz dat, ja.
    Hast Du aber eine Gruppe von Hunden die ihre Priorität ,den Goldy am anderen Ende des Feldes mal "Beine" zu machen, höher setzen als "Hach bei Mama isset so schön" bekommste ein ernstes Problem.
    Meine Hunde kreisen eigentlich ständig um mich, sind doch... Joah... Ich würd mal in den raum setzen jut erzogen ^^ die Bindung stimmt zu 100% trotzdem kann man die schon mit nem Jäger auf ähnliche Stufen stellen: DA ist der Feind ... Zum Angriff
    Ich muss hier einfach gegen eine Gruppendynamik "anreden", dann mit etwas Glück -.-, habe ich noch nen Vermittlungsbomber an der Schlepp und das sind durch die Bank weg Hunde die erstmal alles Scheisse finden und auch eher "nach vorne tendieren... Um et ma freundlich zu sagen
    Es ist nunmal die Gruppenregel: Schiesst einer los schiesst der Rest auch los und da muss mein Kommando durchdringen und zwar sofort
    Da gibts den tollen Spruch: Alleine sind sie anders und das kann ich so nur unterstreichen, hab ich mal den Luxus nur mit einem Hund zu gehen ( :lol: ) brauch ich eigentlich garnix sagen ausser "hier" in leisem Tonfall gesäuselt und der Drops ist gelutscht.
    Gruppendynamik ist eben nicht zu unterschätzen und die Priorität liegt nochmal weit oberhalb über der "Lass uns freundlich sein und spielen" Sache

    Man stelle sich vor ich treffe Falbala mit ihren Püdelchen und lass da meine 5er Gruppe mal gucken gehen ( im Moment zu 5 weil ich das Vermittlungsmalitier mit Aggressionsproblemen mit Mauli auchnoch mitschleife... Zeitoptimierung)
    Meine Hunde haben einfach abzufragen ob sie dürfen oder nicht und tun sie das nicht reicht ein "anscheissen" und sie erinnern sich wieder "Aha da war ja noch die Mama"
    Gefahr gebannt. Pudel lebt, wieder eine Klage erfolgreich abgewehrt

    Eigene Entscheidungen können se woanders treffen: Wo pinkel ich, wo mag ich Heute schlafen, welches Spielie hol ich aus der Kiste aber draussen verlange ich im Abruf Kadavergehorsam, da kann sich ne Erdspalte auftun, das Reh im Bastrock Samba tanzen und ne Herde Nashörner den Weg kreuzen, wenn ich ruf dann ist das HIERHIN und meint einer der Hunde das komplett ignorieren zu müssen dann werd ich ungehalten.
    Meine Hunde werden mit Emotionen gehändelt, es ist denen unheimlich wichtig das ich gute Laune habe, denn wenn ich gute Laune habe ist die Welt rosa mit Glitzerstaub
    Bin ich scheisse gelaunt Glitzert es garnichtmehr, ich brauche keine massive Gewalt oder harten Zwang, meine Hunde haben gelernt das sie mit bestimmten Verhaltensweisen das Gewitter wieder in die rosa Glitzerwelt tauschen können
    Das sieht dann natürlich schonmal extrem aus: Hund schiesst ab ich lass nen Brüll bau mich natürlich auf, stampfe auch mal auf, Hund dreht wieder in meine Richtung, kommt zurück und ich mach nen Affentanz wie tollifeini der süsse Schatz das macht ( mit Quieeeeeeeetschstimme ^^)

    Nachher habe ich ne Runde mit meinen 4 dem Malimix den 3 Jackys meiner Tante die DSH Hündin meiner anderen Tante, 2 Boxerrüden eines Bekannten und der Welpe meiner Eltern ... Wir sind zu zweit, meine DSH Tante und ich, da kann ich mir keine "evtl" erlauben
    Wutziwattewerfen is was feines, keine Frage, aber es gibt einfach Gruppen da ist es, wie gesagt, unmöglich ohne eine Gefahr für die Umwelt zu sein

  • Jaja.. jede Methode klappt bei jedem Hund und jeder Gruppe und das natürlich auch in jeder Situation. Die einzelnen Hunde ignorieren wir. Die äußeren Umstände ignorieren wir.

    Wär es in der Realtität doch auch so easy :roll:


    lotuselise: Ich habe bei Pepper auch daran gearbeitet, sie selbstständiger zu bekommen. Ich möchte keinen Hund der meint, ohne mich eingehen zu müssen. Aber ich möchte auch (ehrlich gesagt) keinen Pan mehr. Da wird es langsam besser, aber dennoch. Der ist nämlich auf dem Trip 'Jaja mach du nur, ich geh mein Ding machen. Ist mir das zu langweilig, dann gebe ich mich vielleicht, aber auch nur vielleicht, mit Dir ab!'
    Da ist mir ein Hund doch deutlich lieber, der seine Umwelt wahrnimmt, sich aber dafür entscheidet 'Mit der Alten ist es cooler' und ihm Rahmen der gesteckten Grenzen auch selber Entscheidungen trifft, die nichts mit mir zu tun haben..
    Im Grunde will ich einen Mix aus den beiden extremen :nixweiss:

  • Zitat

    "arme, abhängige Würstchen"

    Das ist doch Quatsch, damit hat das doch gar nix zu tun.
    Arm und Würstchen hat damit erst mal gar nix zu tun, sondern es hat mit Grenzen zu tun. Wenn man also das romantische Arm und Würstchen rausnimmt, kann man besser reden.

    Also mein Trainer hat mir das so mit einem Bild erklärt: die Regeln-Grenzen-Gesetze, wenn man so will sind der Gartenzaun. In diesem Gartenzaun darf der Hund sich frei bewegen, also machen, was er will. Bewegt er sich also in seinem Zwinger frei und hinterfragt er den Zaun nicht, ist alles paletti und er spürt den Zaun nicht. So ist mein Hund: der darf fast alles, hat also sehr viel Freiheiten, ist sehr unabhängig, weil ihn die Sachen hinter dem Zaun einfach nicht interessieren. Im Reallife: Der läuft meistens Offline und wenn er an die Leine kommt, empfindet er es als Schutz, nicht als Einschränkung. Hätte ich jetzt einen Jäger, einen Pöbler, einen, der meint, mich beschützen zu müssen, also einen, der den Zaun hinterfragt und anfängt, da zu buddeln und zu suchen, ob er ein Loch findet, wäre er "abhängiger" als er jetzt ist, weil ich ihm die physische Abhängigkeit deutlich machen müsste. Für mich ist ein Hund, der das hinterfragt, der unfreiere, abhängigere Hund als der, der seine Grenzen respektiert.

    Also auch Buddy-Joys Hunde sind wesentlich freier als die Tutnixe, die mir jeden Tag begegnen. (Buddy-Joy, Du kennst wohl meinen "Pudel des Todes" nicht http://www.google.ch/imgres?hl=de&s…:83&tx=72&ty=38 :lachtot: )

  • buddy: du hast mir die worte aus dem mund genommen, gib sie sofort wieder her!!!!!
    wenn ich mit meiner gassigruppe unterwegs bin, werden signale wie stop auch nicht ausdiskutiert- ich fordere diese ein, ganz egal, was passiert, weil ich hunde in der gruppe habe, die mit beschädigungsabsicht auf fremdhunde losgehen würden, wenn man sie ließe bzw. auch in der anfangsphase teilweise auf gruppenmitglieder. da ich mir erst repsekt, sowie vernünftige signale mit neuen hunden erarbeite, bevor sie in die gruppe dürfen, passiert so etwas nicht.
    allerdings übe ich die wichtigsten signale täglich. meine hundegruppe bekommt jeden tag eine neue schwierige aufgabe gestellt, in der sie lernt, dass auch unter hoher ablenkung mein wort gilt.
    das sieht dann teilweise sehr lustig aus, wenn man die hunde auf nem feld ablegt und man brüllend virtuelle hunde verscheucht/nen eiertanz aufführt/sich auf den boden wirft oder mit fußbällen durch die gegend schießt, um den "eigenen" zu zeigen, dass sie liegen bleiben müssen, ganz egal, was man als mensch tut (ich hoffe, der förster sieht nicht allzuoft zu.)

    oder wenn man mit ner gruppe hunde im schlampigen fuß läuft und dann anfägt wilde piruetten zu drehen, loszurennen oder zwischen den hunden nen ball rumzukicken.

    steht mir einer bei solchen übungen auf oder löst er sich aus dem kommando, wird er mit so viel druck, wie er braucht sofort zurück verfrachtet. ich werde dabei nicht laut und auch nicht böse, aber sehr sehr deutlich. denn aus dem kommando zu gehen ist ein absolutes no-go. bleiben die hunde liegen, ist danach ne riesenparty angesagt :)

    ich denke, dass erziehungsmethoden niemals starr sein dürfen, sondern grundsätzlich immer abhängig sind von den individuen und den situationen, sowie den motivationen, mit denen wir uns befassen.

    gleich ist nur die tatsache, dass ich als anführer des mensch-hunde-teams souverän, deutlich, fair, motivierend und grenzen aufzeigend sein sollte - ganz egal, um welchen hund es sich handelt.

    wie das genau aussieht hängt ganz entscheidend von den genannten faktoren ab: ein sensibler sheltiewelpe, der gerade mal schaut, ob man das essen vom tisch mopsen kann, braucht ein komplett anderes "nein/stop", als der dsh, der seinen erzfeind fressen möchte oder auch der podenco, der losdüsen will, um den nächsten hasen zu fangen. es geht hierbei nicht um die lautstärke, sondern um die konsequenzen, die bei nicht-befolgen eines abbruchsignales entstehen können....diese sind einfach enorm verschieden, je nach situation und hund.

    ich persönlich kann einiges tolerieren, solange es deutlich, klar und fair bleibt und die hunde eben nicht in ein generalisiertes meideverhalten getrieben werden bzw. psychisch oder physisch gequält werden bzw. nicht artgerecht gehalten werden. ich denke hier übrigens nicht vorrangig an den gebrauch von starkzwang, sondern an falsch gesetzte strafen, zu lange strafen, wildes rumgereiße am hund, wutausbrüche am hund oder auch eine völlig grenzenlose erziehung, die die meisten hunde völlig überfordert und in eine position drängt, die nicht für die o.k. ist.
    ein kurzes meiden im abbruchsignal finde ich absolut o.k., solange der hund ganz schnell wieder in seine alte form zurückfindet.
    kriechende hunde a là cesar millan finde ich schrecklich.

    deutlich und fair bedeutet für mich: im signalaufbau sauber und motivierend bleiben. nachdem der hund wirklich verstanden hat, was er zu tun hat und in einer für ihn interessanteren reizlage abwägt, ob es nun sinn macht, das signal zu befolgen, setze ich meine interessen auch durch, wenn der hund gerade keinen bock darauf hat.
    nach ausführung ist wieder allet rosa.

    zu der abhängigkeits-/unabhängigkeitsdiskussion: ich denke schon, dass es sinn macht, seinen hund so zu erziehen, dass er lernt, auch selbstständig richtige und gute entscheidungen zu treffen. dafür muss ich ihn sehr gut sozialisieren. ich finde das absolut wichtig, denn kein kommando kann so gut sein, wie ein vernüftig sozialisierter hund. allerdings darf auch der gut sozialisierte hund lernen, dass er in kritischen situationen auf mein letztes wort vertrauen sollte.
    wenn ich einen schlecht sozialisierten hund habe, muss meine führung jedoch sehr viel engmaschiger werden und ich muss genau schauen, welche dinge der hund selbstständig lösen darf und welche nicht.

    luca z.b. durfte am anfang eigentlich nix selber lösen, weil seine lösungsstrategie nicht für alle beteiligten optimal war. mittlerweile darf er viel mehr, weil er gelernt hat, was erwünscht ist und was unerwünscht ist.
    das hat er durch ein klares schwarz-weiß-modell erlernt. jedoch kann ich ihn selbst dann noch abrufen, wenn er bei nem anderen rüden die pfote auf den rücken gelegt hat und seine augen aussehen, wie die eines ausgestopten tieres.
    und das ist enorm wichtig bei diesem hund.
    es wird bei ihm immer situationen geben, in denen ich die entscheidungen treffe. und darum ist es wichtig, dass mein wort zählt, ganz egal, wie seine meinung dazu aussieht oder auch die meinung seiner gruppe.

    günther bloch sagte einmal zu mir: "wenn du nen kontrolletti hast, musst du den kontrolletti kontrollieren."

    und genau so sieht es aus. hunde brauchen nun einmal führung.

  • Ich toleriere eigentlich sämtliche Methoden.
    Sinnlose Gewalt lehne ich ab.

    Aber bei zur Zeit 4 triebstarken Hunden im Alter von 1 bis 5 muss der Gehorsam einfach sitzen, damit ich ohne Bedenken mit ihnen ohne Leine spazieren gehen kann.

    Klar ist, dass jeder Hund anders gearbeitet werden muss und dass es nicht ein Schema F gibt. Aber der eine lässt sich durch ein scharfes Nein beeindrucken und den anderen stört es noch nicht mal wenn ihm die Leine um die Ohren fliegt.

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