Die Verantwortung des Tierarztes?

  • Super Thema :gut:
    (weiß übrigens auch weswegen du auf das Thema gekommen bist ;) )

    Ich find mich da voll in deiner Schilderung wieder, die Beschreibung des 20-jährigen Mädels mit Welpen trifft ja nunmal voll auf mich zu :lol:

    Ich muss sagen, dass mich mein TA im Bezug auf das Thema Kastration schon sehr ernst genommen hat.
    Wie vielleicht einige hier wissen war Edda anfangs sehr schwer krank und ihr Zustand müsste sich natürlich vor so einer Kastration völlig normalisieren, das war das erste was er sagte.
    Ansonsten hat er mich meiner Meinung nach sehr gut "aufgeklärt" und mir das FÜR und WIDER einer Kastration geschildert.... Entschieden ist allerdings noch nichts... :/

  • Zitat

    Es ist halt leider so, das es keine Fortbildungspflicht gibt. Auch nicht für Humanmediziner.

    Doch, für diese gibt es eine Fortbildungspflicht, der sie mit einer Mindestpunktzahl in einem gewissen Zeitraum nachkommen müssen. Für anerkannte Fortbildungen werden je nach Umfang Punkte vergeben.
    Wie es bei den TÄ aussieht, weiß ich allerdings nicht.

  • Zitat

    Doch, für diese gibt es eine Fortbildungspflicht, der sie mit einer Mindestpunktzahl in einem gewissen Zeitraum nachkommen müssen. Für anerkannte Fortbildungen werden je nach Umfang Punkte vergeben.
    Wie es bei den TÄ aussieht, weiß ich allerdings nicht.

    ist beim tierarzt genauso...es gibt eine pflicht sich fortzubilden...

    zum thema: wenn du zB überzeugt davon bist welpen zu machen,würde der tierarzt dich als kunde verlieren wenn er dich dazu "überreden" will das sein zu lassen...du würdest denken "was bildet der sich ein" und dir einen anderen suchen...und nur weil du sagst es soll mal welpen geben,ist ja noch nix über offizielle untersuchungen und vereinsmeierei gesagt...wäre doch durchaus möglich das deine mutter schon seit 15 jahren diese rasse züchtet...davon ausgehend es handelt sich um einen rassehund ;) ;)

    ich kann den tierarzt verstehen, er ist nicht dazu da die hundehalter aufzuklären was wie und warum geht...wenns probleme bei der geburt gäbe wäre er der richtige ansprech partner...

  • Aber selbst WENN ein TA sich nicht fortbildet: ich bin mir so sicher, dass es ohier und da Hundewelpen gibt, die in die Praxis kommen mit Parvovirose oder ähnlichen typischen "Vermehrerkrankheiten" ( ich hab das mal bei N24 gesehen ). Jeder einigermaßen clevere TA wird sich doch da seine Gedanken machen und allein schon die Käufer dieser Welpen darauf hinweisen, dass das nicht rechtens ist. Klar ist es dann erstmal zu spät, aber wenn mir dann noch jemand in die Praxis kommt und frommfröhlich behauptet: Ach! Ich würde meine Hündin gerne einmal werfen lassen!
    Da würden bei mir als TA doch die Alarmglocken läuten, erst recht, wenn man unter anderem den einen oder anderen krassen Fall in der eigenen Klinik/Praxis hatte.

    Zumindest sollte der TA einen darüber informieren, dass ein willkürliches Trächtig-Werden-Lassen fahrlässig sein könnte.

  • Zitat

    Hallo!
    Da mein Ex-Mann Tierarzt ist kann ich nur sagen, das jede Medaille zwei Seiten hat.
    Zum einen bist Du mit 20 Jahren mündig und er muß die Entscheidung einer mündigen Person akzeptieren...auch wenn er selber denkt:Wasn das für ne blöde Göre!
    Manch ein Tierarzt würde manchem Hundebesitzer amliebsten das Tier wegnehmen, aber auch das darf er nicht, denn das Tier unterliegt dem Eigentumsgesetz und damit kannst er damit machen was er willst ( außer quälen versteht sich)
    Wenn Du weißt, dass er für die Kastration war, muß er ja mit dir darüber geredet haben, so dass du seine Meinung darüber kennst.
    Vielleicht warst du damals nicht für seine Argumente offen und das hat er gemerkt....kann auch sein, dass es wirklich ein geldgeiler TA war...denn gerade da gibt es viele schwarze Schafe

    So kenne ich es auch. Natürlich reden meine beiden TÄ mit den Besitzern ihrer Patienten. Aber sie können ihnen nicht vorschreiben/verbieten. Ich unterhalte mich ganz locker mit ihnen, auch über diese Themen. Und das sie mir gegenüber andere (klarere) Aussagen machen, als teilweise anderen "Patienten" gegenüber kann ich verstehen.
    Sie sind ansich schon recht "krass" drauf und gehen damit auch ein gewisses Risiko ein bzgl. der Einnahmen. Wer geht schon gerne zu einem TA, der sich weigert ohne med. Indikation zu kastrieren? Von Anfang an war bei Pepper die Aussage "wir schauen erstmal und versuchen andere Dinge und wenn gar nichts geht, müssen wir über eine Kastration nachdenken!".
    Ich persönlich würde mir auch meinen Teil denken, wenn ich zu einem fremden TA komme und der mir gleich mal erklärt, dass die Afterkrallen des Hundes weg müssen, denn er könnte sich ja verletzten. Vorallem dann, wenn er meint nur er habe Recht etc.
    Mir wurde gesagt, es ist affig einen gesunden (!!) Hund anzuziehen, das seien keine Puppen (damals ging es um einen Mantel für Pepper). Meinst du (TE) das die Besitzerin des Hundes nach uns DAS gesagt bekommen hat? Deren Hundchen kam nämlich wie ne Puppe angezogen in die Praxis...

    Wie gesagt, es hat 2 Seiten und das kann ich auch voll und ganz verstehen.

  • Nee es geht ja nicht darum, den Patienten etwas vorzuschreiben. Ich denke mal, in dieser Hinsicht können wir echt lange darauf warten.

    Es geht mir aber um den moralischen Aspekt, bzw darum, den HH WENIGSTENS darauf aufmerksam zu machen.

    Ich meine, was ist das denn dann für ein Tierarzt, der seinem Patienten hilfreiche Informationen verschweigt oder vorenthält.

    Es geht mir eben etwas um die Aufklärungsarbeit.

    Auch ich war (und bin es sicherlich in vielerlei Hinsicht noch) total naiv in gewissen Bereichen und habe mir nicht viel dabei gedacht. Mittlerweile durchforste ich verschiedene Portale, lese mir wichtige Texte, Berichte usw durch. Vor allem das Forum hier hat viel Aufklärungsarbeit und mein Hirn zum Rattern gebracht.

    Aber was ist denn mit den Leuten, die sich eben nicht die Mühe machen? Eigentlich ist es so einfach, sich zu informieren. Und sie tun es trotzdem nicht. Also würde ich es doch sehr willkommen heißen, wenn der TA auf einige Fragen oder Aussagen des HH nicht jedes Mal mit Ja und Amen reagiert, sondern den Besitzer ein bisschen ins Grübeln bringt mit berechtigten Fragen.

  • Zitat

    Es geht mir eben etwas um die Aufklärungsarbeit.

    Ich verstehe was du meinst, aber die wenigsten Kunden beim Ottonormal TA sind doch wissbegierige 20jährige.
    Aufklärungsarbeit setzt immer voraus, dass die Leute auch aufgeklärt werden wollen.
    Ganz ehrlich, das ist doch bei den wenigsten der Fall... "Da könnt ja jeder kommen, das haben wir immer schon gemacht, mir doch egal ein Wurf kann ich Schaden etc." Die Leute wünschen sich Welpen, weil Welpen toll sind. Die wenigsten wollen die Wahrheit hören in so einer Situation.
    Wenn der TA mir durch sowas auf den Schlips tritt entziehe ich mich der Verantwortung indem ich woanders hingehe. Ist nunmal nicht grad die Mentalität der Massen sich mit Kontra zu beschäftigen...
    Du glaubst nicht wie empfindlich Leute auf Kritik reagieren, die eigentlich nur ein Ratschlag ist, aber sie fühlen sich trotzdem angegriffen.
    Ich als Tierarzt würde mir auch zweimal überlegen, ob ich mir durch GUTGEMEINTE Ratschläge mein Geschäft vermiese.

    Das ist nicht geldgeil, sondern wirtschaftlich.

    Schade nur um die, die wirklich unwissend sind, und im Nachhinein denken: Hätte mich damals mal jmd über die Situation aufgeklärt! :/

  • Wir haben unseren TA gegen die TK ausgetauscht, da wir in TK einfach auf den Punkt die Situation erklärt bekommen (Vor- und Nachteile) und dann kommt: "Ich würde Ihnen empfehlen..."

    Darauf kommt es einfach meiner Meinung nach an! So sieht es aus und das ist meine Empfehlung und in der TK sind wir bisher immer mit einem positiven Ergebnis rausgekommen.

    Unser alter TA meinte immer nur: "So ist die Situation und die 5 Möglichkeiten haben Sie!" Aber wenn ich doch einen Rat brauche, sollte der TA doch auch seine qualifizierte Meinung äußern. Wüsste ich, was das Beste ist, bräuchte ich nicht zum TA. So haben wir 6 Monate lang am Hund "rumgeschmiert" und keine Lösung gefunden.

    Aufklärung, Empfehlung mit Begründung und dann kann man sich auch noch dagegen entscheiden. Aber ich hab das Gefühl, dass viele TA wie am Fließband arbeiten (aus eigener Erfahrung) und da für das Spezielle nicht mehr offen sind.

  • Zitat

    Aufklärung, Empfehlung mit Begründung und dann kann man sich auch noch dagegen entscheiden.


    So isses. Ich finde es seeehr schade das man Aufklärung mit Vorschreiben verwechselt(?). Ok, ist hier ja auch oft genug zu merken, das viel gar nicht mehr in der Lage sind anderen zuzuhören, Hinweise und Aufklärung als Positives zu bewerten sondern immer schön Negativ (der will mir böses). Was soll das eigentlich? Ist mir schleierhaft.

    Immer mehr Menschen fühlen sich auf den Schlips getreten wenn ihnen andere Sichtweisen präsentiert werden. Oft hat man die Dinge noch gar nicht von der anderen Seite betrachtet und kann aufgrund des Hinweises sich weiter erkundigen und sich dann entscheiden (anders ist es auch gar nicht möglich sich weiter zu entwickeln).

    Und erst recht erwarte ich das von Ärzten (ob Human oder Veterinär) das diese sich die Mühe machen. Lieber warte ich 2 - 3 Stunden weil ich weiß das sie den Patienten Rede und Antwort stehen und auch ihre Sicht der Dinge mitteilen. Das letztendlich der Patient allein entscheidet, steht doch gar nicht zur Diskussion. Ein schlechter Arzt der seinem Patienten etwas versucht aufzuzwingen.

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