Erziehung ohne Leckerli

  • Ich erziehe auch mit Leckerlies. Und der Anfang wird ja mit Leckerlies aufgebaut.Dann kann der Hund die Kommandos bereits und führt sie auch ohne Leckerlie aus,so ist das zumindest bei mir.
    Mir wurde mal gesagt,dass man mit Leckerlies einen Hund,zu einem bestechbaren Hund macht... Aber wenn ein Hund noch nie Leckerlies gegessen hat und ich diesen dann mit welchen locke,würde der die dann nicht auch essen wollen?

  • Beispiel Wasserarbeit.

    Die normale Unterordnung wird zuvor natürlich an Land erarbeitet. Bei korrektem Befolgen gibt es Leckerchen.

    Jetzt gehe ich mit dem Hund ins Wasser, mein Neoprenanzug hat keine Taschen, also null Leckerchen dabei. Da der Hund ja auch mit dem Maul zu arbeiten hat, Paddel oder Ruder transportieren, Rettungsring, Rettungsleine zum Boot bringen, dieses an der Leine ans Ufer ziehen, kann er ja gar keine Leckerchen aufnehmen.

    Nun soll der Hund im Wasser seine Aufgaben erledigen und bekommt keine Leckerchen bei guter Ausführung. Wie soll er das verstehen?

    Folglich gibt es bei mir konsequenterweise nie Leckerchen bei der Arbeit.

    Und es ist schon richtig, unsere Wasserarbeitshunde wissen nach getaner Arbeit an Land, wird zur normalen Belohnung "fein", im Wasser gearbeitet. Das wiederum ist für die wasserarbeitenden Neufundländer Selbstbelohnung, wird mit Feuereifer erledigt.

    Nach getaner Arbeit, wenn geruht wird, gibt es als Dankeschön einen Ochsenziemer zum Knautschen (aber auch nur, wenn kein Futterneider dabei ist).

    Gaby, Idefix und ihre schweren Jungs

  • Zitat

    Eine Bekannte erzieht ihren 9 Monate alten Goldenr. ohne Leckerli! Sie sagt, dass sie ihn mit viel Liebe erzieht. Kennt das jemand? Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Muss sagen es ist ein sehr ruhiger und braver Hund.
    Was sagt ihr dazu?

    Ich trainiere zwar oft mit Leckerlie.....aber nur mit Zuneigung (was ja auch ein "Leckerlie" ist) find' ich voellig ok.

    Mit Leckerlie ist's eben oft einfacher.

  • Zitat

    Wir haben bei uns im Obedience neu eine HH die ihren Hund bis jetzt nur über Stimme und Spielball belohnte. Im Obi hat sie jetzt einige Schwierigkeiten den Hund zu motivieren und wirkt etwas hilflos.
    Würde mich interessieren wie andere das machen, die ohne Futter arbeiten.

    Ich denke, das ist der Punkt. So lange man Dinge verlangt, die der Hund natürlicherweise anbietet, ist es kein Problem ohne Spiel/Futter auszukommen. Warte/Komm/Sitz/Platz und allgemein Alltagstauglichkeit kann über sich interessant machen, Kommandos im richtigen Moment, verbales Lob, Korrektur sicher gut aufgebaut werden. Aber wie bekomme ich den Hund dazu, z.B. korrekten Vorsitz zu zeigen, Männchen zu machen, korrektes Fuß zu laufen mit Anhimmeln, beim Platz-Kommando sofort zusammenzufallen, zu apportieren ohne Apportierneigung etc., ohne "Lockmittel" oder stärkere Motivation?
    Was Quebec schreibt: der Hund mag die Arbeit, die Grundzüge bietet er an, innerhalb dessen ist Lenkung ohne Futter sicher wieder gut möglich.

  • Ich habe die ersten Monate auch auf Leckerlies verzichtet und es war ein mäßiger Erfolg. Jetzt - seit ca. 6/8 Wochen - arbeite ich auch mit Leckerlies und es ist für Lotte und mich einfacher, schöner. Selbst die beiden Westies von meinem Freund kommen wenn ich sie rufe. Inzwischen brauche ich nicht mehr "jedesmal" belohnen... aber wenn sie nicht reagieren locke ich halt mit Leckerlies... allerdings mit so Miniaturausgaben :D . Ich muss nicht mehr böse rufen oder ähnliches. Ein freundliches oh komm oder so und schwupp ist sie da... HURRA. So trainieren wir Stop, Sitz etc. und sie macht es gerne... und das finde ich wichig... das sie auch Spaß daran hat!!!

  • Hey!

    Also unsere Hunde und auch die Pflegis werden mit einer Mischung erzogen. Leckerli/Verbal/Streicheln/Spiel. Kommt total drauf an, WORUM es geht!
    Grade wenn ein Pflegi neu ist und die ersten Male im Rudel mitläuft, dann kriegt der eher viele Leckerlis, denn das ist bei den meisten Hunden halt doch die intensivste Bestärkung und die Hunde sollen ja lernen, dass zu uns kommen toll ist, auch wenn sie uns zuerst noch nicht so kennen.
    Ich muss eigentlich nur irgendeinen Namen rufen und alle kommen angepest :D
    Allerdings haben wir jetzt einen Pflegi dazubekommen, der aufgrund von diversen Allergien fast nichts fressen darf. Bei dem versuch ich es momentan halt anders und stelle fest, dass das auch gut geht, nur eben n paar Tage länger dauert.
    Problematisch finde ich es immer dann, wenn der Hund ohne Leckerli nicht mehr hört bzw. immer nur die Hände anstarrt und nicht auch mal mich anguckt!

    LG

  • Ich habe meine alte HÜndin auch komplett ohne Leckerlies und Spielzeug erzogen, weil sie beides nicht toll fand ( sie war auch beim normalen Futter immer sehr krüsch)
    Sie hat super gearbeitet und wesentlich mehr nachgedacht, beim Lernen. Sie ist halt nicht leckerliefixiert meiner Hand hinterhergesaust, sondern hat sehr auf meine Körpersprache geachtet, ich konnte sie ähnlich wie ein Pferd auch seitwärts schicken oder sogar dadurch das ich selber mein Becken beim gehen verschob eine Art Schulterherein laufen lassen. Sie fand verbales Lob klasse und toben ohne Spielzeug, einfach albern sein halt.

    Meinen Leihhund erziehe ich mit Leckerlies und Spielzeug. Er kann auch viel, aber halt ganz andere Sachen als meine Hündin.

    Insgesammt finde ich beide Erziehungsmethoden gut, ich schreibe Euch mal meine Sicht auf diese Beiden ERziehungsstile auf.

    Bei der Leckerlie und spielzeugfreien Erziehung kommt man nicht in die Verlegenheit den Hund zu Bestechen. Man muss vom Timing her sehr genau sein, für Fehler kassiert man SOFORT die Quittung. Der Hund achtet mehr auf den Menschen als auf Kekse.Nachteil ist, das man für alles länger braucht, allein schon , den Hund zu überzeugen, dass es gut ist für den Menschen zu arbeiten kostet mehr Mühe.
    Der Hund arbeitet aus Überzeugung, nicht aus Appetit, was in Extemsituationen besser ist, da er nicht erst zwischen dem Hund auf der anderen Straßenseite und dem Keks abwiegt, sondern schonmal aus Prinzip kommt.

    Bei der Leckerlie und Spielzeugerziehung kann man sich mehr Fehler leisten, weil man sie erstens leichter kaschieren und zweitens leichter wieder beheben kann. Der Hund lernt schneller, achtet aber oft mehr auf den Keks als auf den Menschen.Einige Leute machen den FEhler den Keks als Bestechung und nicht als Belohnung einzusetzen, was in Extremsituationen komplett schief lauen kann.
    Vorteil ist, dass Hunde, die mit Leckerlies und Spielzeug gearbeitet werden, meistens schneller sind.


    Mir ist aufgefallen, das Hunde, die mit Keksen gearbeitet werden, leichter von Fremden zu führen sind, bei Keksfrei geführten Hunden ist das deutlich schwerer.

  • Ich denke dass man nicht pauschal sagen kann, dass Erziehung mit oder ohne Leckerli besser ist.
    Darko ist z.B. recht verfressen (der Anteil Labrador in ihr vermutlich :-)). Außerdem lassen wir sie für ihr Futter quasi arbeiten. Wir messen die Ration ab und sie bekommt dann halt ihr Futter als "Belohnung" und in speziellen und für sie besonders schwierigen Situationen ein Superleckerli. Außerdem wechseln wir auch die Belohnungen. Mal ist es ein Spiel, dann wieder Futter je nachdem. Darko lässt sich über Futter und Spiel sehr gut motivieren und ich denke schon, dass man das nutzen sollte.
    Ich denke außerdem, dass Hunde abwägen was ihnen ein Verhalten bringt. Ein Hund arbeitet besser, wenn er weiß, dass es sich für ihn lohnt.

    Bei manchen Hunden reicht da vielleicht die Stimme. Im Endeffekt bleibt es sich aber gleich. Der Hund arbeitet mit Freude, weil er etwas für ihn positives erhält und wenn es ein "Fein" ist.

    Ich denke, dass die Motivation auch rasseabhängig ist. Es soll ja auch Hunde geben, die nicht auf Spiel und auch nicht auf Fressen ansprechen und da bleibt nur die Motivation über Stimme, Körpersprache.

    Darko´s World

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