Großer Schreck und viel Glück

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  • Bordy94 Was war denn das für ein Fluss? Tief? Musstest Du dann in den Fluss selbst richtig rein? Je nach Strömung kann das ja echt auch für Dich gefährlich werden. O_o

    Nicht wahnsinnig tief, aber extrem starker Zug. Im Sommer nur guten Schwimmern zum schwimmen empfohlen. Ich bin dann einige Distanz, bevor meine Hündin ankam, das Bord runtergeklettert und bis zu den Waden rein, bevor ich sie in meine Richtung dirigieren konnte und sie sicher nicht verpasse.

  • Miks

    Vor vielen Jahren habe ich ein Video mit etwas ähnlichem wie dir passiert ist gesehen. Dabei wurde der Hund beinahe stranguliert.

    Seit damals achte ich im Lift pingelig darauf, dass alle drin sind undsitzen bevor die Tür zu geht. Und dass alle Leinen wirklich drin und kurz sind. Nicht durchhängen.

    Das Video ist mir wahnsinnig eingefahren.

  • Dee, als Welpe.
    Wir waren nachts auf einer Raststätte. Es war wirklich gar nix los, Dee war super entspannt. Das war ganz am Anfang, also da war sie so 9 Wochen alt. Wir haben sie ein paar Schritte auf einer Wiese, abseits, machen lassen, so zum letzten Pipi. Ich hab mich kurz zu den Jungs gedreht. Drehe mich wieder um, war Dee weg. Ich rufe meinem damaligen Freund zu, sag mal, wo ist die denn?? Er so, huuch, keine Ahnung... Ich bin kurz wirklich panisch geworden, musste das aber sofort wieder runterschlucken, sonst hätte ich sofort losgeheult. Aber so kurze Beine, wo sollte sie denn hin sein? Sie war doch ganz cool? Ich gehe so auf der Wiese hin und her, da sehe ich einen kleinen Schacht. Vielleicht 25-30cm im Durchmesser. Ohne Abdeckung. Ohgott mein Herz. Zum Glück nur so 50cm tief. Da saß sie drin und guckte unschuldig. Die muss da einfach reingefallen sein. Sagte kein Wort. Die wär da einfach sitzen geblieben. Typisch Dee. Noch heute: "wird schon richtig sein, ich wart mal ab, wann sie wiederkommt".
    Ich liebe diesen Hund abgöttisch, aber manchmal macht es mir Angst, wie duldsam sie bei manchen Sachen ist.
    -s-

  • Dee, als Welpe.
    Wir waren nachts auf einer Raststätte. Es war wirklich gar nix los, Dee war super entspannt. Das war ganz am Anfang, also da war sie so 9 Wochen alt. Wir haben sie ein paar Schritte auf einer Wiese, abseits, machen lassen, so zum letzten Pipi. Ich hab mich kurz zu den Jungs gedreht. Drehe mich wieder um, war Dee weg. Ich rufe meinem damaligen Freund zu, sag mal, wo ist die denn?? Er so, huuch, keine Ahnung... Ich bin kurz wirklich panisch geworden, musste das aber sofort wieder runterschlucken, sonst hätte ich sofort losgeheult. Aber so kurze Beine, wo sollte sie denn hin sein? Sie war doch ganz cool? Ich gehe so auf der Wiese hin und her, da sehe ich einen kleinen Schacht. Vielleicht 25-30cm im Durchmesser. Ohne Abdeckung. Ohgott mein Herz. Zum Glück nur so 50cm tief. Da saß sie drin und guckte unschuldig. Die muss da einfach reingefallen sein. Sagte kein Wort. Die wär da einfach sitzen geblieben. Typisch Dee. Noch heute: "wird schon richtig sein, ich wart mal ab, wann sie wiederkommt".
    Ich liebe diesen Hund abgöttisch, aber manchmal macht es mir Angst, wie duldsam sie bei manchen Sachen ist.
    -s-

    Das erinnert mich dran als ich damals Lilo kennen gelernt hab.

    Hab mich grad mit der Züchterin unterhalten und dann plötzlich ,,Huch, nurnoch ein Welpe da ??". Züchterin: ,,Die is jetzt nicht da rein gefallen oder ?"

    Da war irgendwo ein Abflussloch zur Zwingeranlage, daraus ertönte dann jämmerliches Welpengejaule. War nicht besonders tief, aber tief genug dass sie da nicht von alleine raus kam, und so begann erstmal ne kleine Rettungsmission. Weil das natürlich gestunken hat, ist die dann noch gleich in der Badewanne gelandet und wurde einshampooniert.

    Vollkommen logisch dass ich dann gesagt hab : ,,Wer so dermaßen tollpatschig ist, der passt zu mir!"

    Eine Woche später hab ich diesen Hund dann abgeholt.


    Und hab in ihrer Welpen- und Junghundezeit, und ab und an auch heute noch, immer wieder gewisse Schreckmomente.

    Einmal bspw war ich einkaufen, meine Mutter war mit ihr grad draußen und kam mir entgegen. Klein Welpen-Lilo freute sich so dermaßen dass sie sprang, die Leine wickelte sich um ein Vorderbein, sie fiel und krachte mit einem Bein voll auf Beton. Sie schrie und humpelte, ich dachte ,,Shit, hoffentlich hat die sich jetzt nicht das Bein gebrochen :fear:.", aber das besserte sich dann zum Glück.

    Dann musste sie als sie klein war unbedingt überall drauf hüpfen. Die hüpfte los, bevor sie nachgedacht hat, rutschte oh Wunder an der 2 Meter Mauer ab, fiel auf Beton. Leere daraus ? 0. Nochmal! Und nochmal! Und nochmal! Ich musste mich immer dran erinnern dass ich aufpassen muss wenn neben uns ne Mauer ist, egal wie hoch die ist. Manchmal hat sie auch angesetzt und fiel auf die Schnuut weil die Leine zu Ende war. Die ist manchmal wirklich schnell gewesen mit ihren Hüpfern.

    Ein andermal ist dann mal wirklich was passiert... Bruder kam zu Besuch, damals etwa 5 Monate junge Lilo freute sich so sehr dass sie wie ein Känguru durch die Wohnung sprang, und plötzlich schrieh sie wie am Spieß und verbiss sich vor Schmerz in ihrer Pfote. Die hat es allen Ernstes hinbekommen die linke Hinterpfote gegen eine Schrank-Ecke zu feuern. Damals natürlich sobald wie geht beim TA gewesen- bekamen Schonung angeordnet, is wahrscheinlich ne Verstauchung/Prellung, und selbst wenn es ein Bruch sein sollte wäre die Vorgehensweise die selbe. Weil das Recht rasch verheilt war ging ich davon aus dass es wahrscheinlich doch nur verstaucht war. Und später kam dann raus ( als sie immer wieder mal Probleme mit dieser Pfote hatte und ich das hab röntgen lassen als sie ohnehin in Narkose musste ) - die hat sich damals die Ecke genau in ein Gelenk gefeuert und ne Sesambeinfraktur zugezogen.


    Ein andermal ( das war irgendwann letztes Jahr ) hat sie sich gefühlt fast selbst umgebracht. Der Dalmatiner hat eine Taube gesehen, die Taube hat mitbekommen dass sie von einem Hund angepeilt wird, startete und flog direkt über Lilo hinweg. Die ist dann sofort nach oben gehüpft, hat einmal nen Salto gemacht und hat es irgendwie geschafft unverletzt zu landen.


    Meine Lehre daraus- nächstes Mal vielleicht doch nicht den Tollpatschigsten Welpen nehmen, das schont Nerven 😅

    Ich hatte bisher nie bei irgendeinem Hund sonderlich Befürchtungen dass die nicht auch auf sich selbst aufpassen können. Susi wusste bspw genau dass man auf keinen Fall von einer höheren Mauer springen sollte ( musste die deswegen immer runter heben oder soweit zurück gehen bis die niedrig war ), der Zwerg macht garnicht erst Anstalten irgendwo drauf zu wollen. Beim Dalmi müssen wir nur aufpassen dass er keinen Scheiß frisst... Aber Lilo würd ich auch zutrauen dass die einfach ausm Fenster springt oder von einer Brücke stürzt, wenn man nicht aufpasst. Die is so bescheuert, ihr trau ich es zu dass sie eines tragischen, selbst verschuldeten Unglücks sterben könnte, oder sich alternativ zumindest wieder etwas brechen. So denke ich mir : Wenigstens wars bisher nur die Pfote und nicht das Genick 😅😅 Die wird vor allem halt auch nicht von selbst vorsichtig weil siehe oben - Schmerzen kümmern die nicht. Die ist der Hund der auf die Fresse fliegt, sich evtl kurz schüttelt und dann den selben scheiß nochmal baut. Egal wie sehr man denkt dass das doch scheiße weh getan haben muss.

  • Flip, 9-10 Wochen alt, frisch bei mir eingezogen. Wir gehen am drüben Fischweiher spazieren. Flip schnuppert am Rand und platsch - das Gras hing über den Rand des Weihers und Flip hatte plötzlich keinen Boden mehr unter den Füßen. Einige Sekunden war nichts zu hören und zu sehen (das Gras hing ja auch echt weit über das Wasser und verdeckte die Sicht auf die Absturzstelle). Ich war überzeugt, Flip ist untergegangen. Und wie soll ich eine kleinen, dunklen Welpen in dem trüben Wasser finden? Aber dann sah ich ihn Richtung Teichmitte schwimmen. Auf Ruf ist er direkt umgedreht und ich bin direkt mit Schuhe und Hose ins Wasser und hab den kleinen Tollpatsch rausgefischt - und das ohne Angelschein.


    Thorin (2,7kg Endgewicht) ist als Junghund an einer nahezu senkrechten, ca 1,5m tiefen, Böschung in einen Fluss mit Strömung gefallen. Da war der Schreck auch groß, aber ich wusste immerhin schon, das er schwimmen konnt. Nochmehr Glück war, dass er sich direkt mit den Vorderpfoten an der Wasserkante festhalten konnte. So bin ich runtergerutscht, hab den Hund nach oben meiner Gassibegleitung gereicht und bin dann wieder rausgeklettert.


    Puck fängt jetzt im Alter an, mir ab und an den Puls hochzutreiben: seine Sinne lassen nach, und wenn er sich festgeschnuppert hat, vergisst er manchmal, in welche Richtung wir unterwegs waren, und läuft dann in die falsche… richtig richtig doof war nur das erste Mal: wir waren auf den Feldern auf einem abschüssigen Weg unterwegs. Mein Sohn mit dem Laufrad vorweg und durch eine Biegung des Weges hinterm Mais verschwunden. Ich dreh mich kurz nach Puck um und seh grad noch, dass er in die falsche Richtung trabt. Keine Reaktion auf mein Rufen. Also dem Kind gebrüllt, es soll warten (Keine Ahnung, ob es mich hören konnte, aber ich vertraute darauf, dass es eh auf uns wartet und es kam auch keine gefährliche Kreuzung auf dem Weg oder so. Während Puck in Richtung Landstraße unterwegs war) und hab die Beine in die Hand genommen. Nach wenigen Minuten sah ich Puck wenden: ihm ist dann wohl doch aufgefallen, dass wir wahrscheinlich in die andere Richtung unterwegs waren. Er nahm das Ganze gelassener als ich xD. Das Kind hat tatsächlich gewartet, und so konnten wir die Runde entspannt beenden.


    Belle ist die einzige von meinen 4en, bei der ich noch nie wirklich Puls hatte…

    LG Anna

  • Eines schönes Tages beim Gassi, alles war normal, alles war friedlich, alle Hunde im Freilauf wie immer. Casper hat ein paar Meter weiter, ich würde sagen so 30 m, nicht ungewöhnlich jedenfalls, einen Strommast auf einer Wiese markiert, guckt sich dann um und läuft los. Nicht panisch, sondern eher nach dem Motto "Huch, wo sind denn alle, jetzt muss ich aber schnell hinterher!" Wir waren alle um ihn rum und in seiner Nähe, er hat uns auch gesehen und auch mich Pfeifen gehört. Aber beides nicht wieder erkannt... Also hat er sich im flotten Galopp auf den Heimweg gemacht, immer weiter ins weiter weg von uns, immer kleiner werdend. Und lief und lief, die anderen Hunde und ich hinterher, rufend, pfeifend, die Hunde habe ich zum bellen animiert... Er hat das gehört und sich auch umgeschaut, aber überhaupt nicht registriert, dass wir das sind. Irgendwann war er dann außer Sicht, fleißig auf eine stark befahrene Straße zu. Ich völlig in Panik hinterher... Meine Mama angerufen, dass sie sofort zu meinem Haus gehen soll und sich nach ihm umschauen soll, meine Hoffnung war, dass er wirklich direkt nach Hause läuft, die Polizei informiert.

    Bevor sie da ankommen konnte, habe ich auf meinem Handy gesehen, dass jemand bei mir zu Hause geklingelt hat. Mit Casper auf dem Arm. Über die Gegensprechanlage habe ich mich hundertmal bedankt und gebeten zu warten, bis meine Mama da ist.

    Ich hatte so eine Angst um diesen Hund und Casper war völlig planlos was mit mir los ist. Er ist wohl tatsächlich auf die stark befahrene Straße gelaufen, aber ein Auto hat angehalten und ein Mann ihn eingeladen. Was ein Glück war seine Verwirrung so groß, dass er vergessen hat, dass er fremde Männer eigentlich ziemlich scheiße findet.

    Es gibt ein Video von meiner Kamera am Eingang, wie ich nach Hause komme und schluchze. Selten habe ich so geweint und hatte so eine Panik. Mein Puls war laut meiner Uhr bei 190... Nie wieder habe ich das erreicht.

    Ich darf bis heute nicht daran denken, was da alles hätte passieren können. Allerdings hat sich danach ein Bild ergeben aus ein paar Anzeichen, die ich vorher halt einfach dem Alter zugeschrieben habe und er ist tatsächlich dement und das war sein erster richtig offensiver Anfall von keine Ahnung haben wo er ist und was er tun soll. Seitdem läuft er draußen zu 100 % nur noch in der Schleppleine und bekommt Karsivan und Vitamin B Komplex. Diese Episoden sind immer noch sehr selten, mit den Medikamenten quasi nicht vorhanden, aber es ist noch zweimal vorgekommen, dass lediglich die Schleppleine verhindert hat, dass er wieder einfach losläuft. Und in letzter Zeit kommt dazu, dass er in solchen unklaren Momenten ein Ressourcen Thema aufmacht, obwohl er sein Leben lang nie ein Thema mit Ressourcen hatte. Man merkt aber richtig, wenn er wieder klar wird, der ganze Gesichtsausdruck und die Augen vom Hund verändern sich dann.


    Das war übrigens die gleiche Strecke, wo Foxi vor ein paar Jahren diesen vermutlich epileptischen Anfall aus dem Nichts hatte und im Januar Abrakadabra sich das Bein gebrochen hat.

    Ich fürchte, ich kann da endgültig nie wieder lang laufen.

  • Terri-Lis-07 Deine Geschichte erinnert mich an meinen ersten Hund. Aico kam als Pflegi direkt aus Polen zu mir. Eigentlich wollte ich zu der Zeit keinen neuen Pflegi, weil ich mit einer Depression zu kämpfen hatte. Aber er sollte nur "2-3 Tage" bleiben, weil die Interessenten ihn frisch gebadet, entfloht und von einem deutschen Tierarzt untersucht haben wollten. Also ließ ich mich breitschlagen.

    Bei der Übernahme auf einer Tankstelle erlebte ich, dass Aico menschenscheu war und sich nur gegen Leckerlies anfassen ließ. Deshalb setzte ich ihn für die kurze Heimfahrt ausnahmsweise auf den Beifahrersitz, wo er auch brav sitzen blieb. Zuhause hatte ich den Küchentisch bereits als Höhle vorbereitet und setzte mich mit einem Buch auf den Küchenfußboden, mal laut, mal leise lesend. Er kam immer wieder aus seiner Höhle, um vorsichtig an mir zu schnuppern, war bei der geringsten Bewegung aber wieder weg.

    Nach ca. 2 Stunden zeigte er an, dass er raus wollte und ließ sich wider Erwarten problemlos anleinen. Es war kurz nach 20 Uhr an einem mondhellen, verschneiten Februarabend und ausreichend hell, dass ich die Hunderunde durch die Felder einschlug. Er ging zunächst Schutz suchend hinter mir, hinter jedem Schatten und jedem sich im Wind bewegenden Zweig eine Gefahr vermutend, traute sich aber relativ schnell immer weiter vor ... Bis uns einige Hundert Meter vom Haus entfernt in ca. 100m Entfernung ein Paar mit einem freilaufenden Jack Russel entgegenkam. Aico machte eine schnelle 180° Wendung und rannte mit eingeklemmten Schwanz als ob der Teufel hinter ihm her wäre.

    Ich hatte ihn an einer nagelneuen 8m Rollleine vom Discounter und dachte: "Lass ihn kurz laufen, nach 8m wird die Leine ihn stoppen ... Äh, das sind doch mehr als 8m? Das sind definitiv mehr als 8m!!!" Ein Blick auf den Halter bestätigte mir: Ich hatte nur noch den Halter in der Hand und der Hund rannte panisch mit der Leine immer weiter. Die Leine war nicht am Halter befestigt gewesen! Ich schnellstmöglich hinterher, um wenigstens zu sehen, ob er sich irgendwo in die Büsche schlägt bzw. welche Richtung er an der T-Kreuzung einschlägt. Doch als die Kreuzung in Sicht kam, war er schon nicht mehr zu sehen. In Gedanken ging ich die To-Do-Liste durch: Vermittlungsstelle, Polizei und Tierheim informieren, Futterstellen einrichten, Plakate anfertigen und aushängen, hoffen, dass er durch die Futterstellen im Ort gehalten werden kann und nirgends aus versehen eingeschlossen wird oder zur Bundesstraße oder ins Naturschutzgebiet läuft ...

    Dann umrundete ich die letzte Kurve ... und sah den Hund vor der Einfahrt stehen! Ich kam nicht dichter als 3m an ihn heran und konnte die dünne Seilleine nicht sofort sehen. Deshalb rannte ich in die Küche, griff mir den Futterbeutel vom Küchenschrank, griff rasch eine Handvoll Futter, drehte mich um ... Aico stand gut 1m hinter mir in der Küchentür! Unsicher und offenbar bereit, sofort wieder zu flüchten schaute er mich an. Mit dem Futter bekam ich ihn weiter in die Küche gelockt, so dass ich die Tür zumachen konnte. Mir fiel ein riesiger Stein vom Herzen.

    Ich finde es bis heute unglaublich, dass ein menschenscheuer, unsicherer bis ängstlicher Hund nach 2 Stunden in der Pflegestelle derart reagierte. Am nächsten Tag teilte ich der Vermittlungsstelle mit, dass ich mich weigern würde, einen solchen Hund zu baden, bevor er ausreichend Vertrauen zu Menschen aufgebaut hat. Ungebadet wollten die Interessenten ihn nicht, obwohl Aico weder stank noch dreckig aussah. Also blieb er erstmal bei mir und wurde Anfang April nach Ermutigung durch meine Therapeutin dann offiziell vom Pflegi zum ersten eigenen Hund. Er war der "wie für mich gemacht"-Hund und starb 6 Jahre später rund 2 Stunden nachdem die TÄ ihn mit der Diagnose "vermutlich leichter Magen-Darm-Infekt" nach hause geschickt hatte. Ich war zur TÄ, weil ich mir absolut sicher gewesen war, dass er in Lebensgefahr schwebte, hatte aber nichts außer meinem Gefühl, womit ich das begründen konnte.

  • Ich war mal Gassi, an einer Herde junger zotteliger Rinder vorbei, natürlich Hunde angeleint. Die zeigten kein Interesse, haben sie noch nie davor oder danach.

    Wir passierten die Weide, ich klippe aus, plötzlich dreht ein Hund um, rennt auf die Weide und fängt an die Kühe zu jagen und zu treiben.

    Ich bin über die Litze gesprungen und stand da am Rand, alles war in Bewegung, kein Rufen, Schreien, Arme wedeln usw hat geholfen. Für mich hat es sich angefühlt wie eine Ewigkeit und ich dachte, entweder die Herde reißt aus oder trampelt den Hund tot und ich wusste nicht, was schlimmer gewesen wäre.

    Hund fand sich ganz großartig, kam dann iiiirgendwann stolz auf uns zu und ich hab ihn gepackt. Ich hab ihn nur wortlos angeleint und bin weiter, bis ich weinend auf einem Baumstamm halb zusammengebrochen bin. Wir sind dann abends nochmal zum Bauern hin und haben das gestanden, zum Glück ist den Kühen auch nichts passiert, ihm ist nichts aufgefallen.

    Glück im Unglück. Bei mir sind die Hunde nie wieder auch nur annähernd frei, wenn Rinder am Horizont sind. Mir ist heute noch schlecht, wenn ich daran denke.

    Das ist schon Jahre her und trotzdem das Schlimmste, was mir jemals in der Hundehaltung passiert ist und was zu 100% mein Fehler war, weil ich nicht eingeschätzt habe, dass der Hund nochmal umdreht.

    "Hat er noch nie gemacht"...

  • Aron ist mir letztes Jahr im Sommer weggelaufen. Es war zu 100% mein Fehler und seitdem ist aber auch klar, dass dieser Hund niemals nie selbst in übersichtlichem Gelände wird freilaufen können.

    Wir waren bei meiner Familie zu Besuch und da ihr Garten, direkt an ein Feld angrenzend nicht eingezäunt ist, hab ich ihn draußen immer an der Schleppleine angebunden. Als wir mal wieder raus sind, ist er an der Schleppleine so um mich herumgewuselt, dass ich dachte ,,Komm, einmal kurz zusammen toben und zergeln''. Mache ihn also von der Leine ab, er ist 2x fröhlich um mich herum gehüpft - dreht sich um und rennt weg. Zielstrebig zum nächsten wirklich winzigen Waldstück. Eigentlich nur eine Ansammlung von Bäumen. Aber natürlich war genau dort ein Reh, dass er dann gehetzt hat - quer über die Felder, weg war er. Natürlich ohne Tracker am Halsband, der war da gerade kaputt. Wir haben ihn alle über Stunden gesucht und ich war davon überzeugt ihn nie wieder zu sehen. Warum hätte er auch zurückkommen sollen? Die Wälder voller Rehe, unzählige Spuren zum hinterhergehen. Abends war dann doch ein Feuerwerk angesagt und Aron hat furchtbare Angst davor. Noch dazu war er ja mehr oder weniger ortsfremd, wir sind ja nur alle paar Monate mal dort. Das war die absolut schlimmste Nacht meines Lebens.

    Am nächsten Morgen haben wir uns wieder bereit gemacht weiterzusuchen - da lag er völlig fertig auf der Terrasse und hat gewartet, dass ihn jemand reinlässt. Bin ihm heulend um den Hals gefallen und von da an war spätestens klar, wie sehr ich diesen Klappstuhl trotz seiner Macken liebe.

  • Mir fällt grad noch eine ähnliche Geschichte ein, allerdings von einem anderen HH den ich leider länger nicht mehr gesehen hatte. Wir hatten uns als Lilo klein war immer wieder mal unterhalten weil er einen älteren Schnauzermix hatte. Irgendwann hatten er und seine Frau sich noch ein Podenco Mädchen aus dem Tierschutz geholt. Einmal beim Gassi, sprang ein DSH über den Zaun, die Podenca hat Panik bekommen, sich los gerissen und wurde vom DSH übers Feld gescheucht. Die hatten Glück dass die Hündin schon wusste wo sie wohnten, und anscheinend war sie schneller als der Schäferhund, sie hat dann in ihrem neuen zuhause Zuflucht gesucht und dort gewartet. Danach meinten sie, wollten sie erstmal nicht mehr mit ihr Gassi und blieben erstmal zuhause bis sie sich besser eingewöhnt hat.

    Wie es weiter ging weiß ich nicht. Aber is auch ne Horrorvorstellung, zumal ja Stadtrandgebiet. Die Hündin hätte sonst wo hin laufen uns überfahren werden können, sie lief aber gezielt nach Hause obwohl sie noch nicht lange dort wohnte.

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