Rasse ( Markiesje) ohne offiziellen Verein / Kontrolle

  • Es geht hier gerade um die Anfrage Beim Verband bzw Einblick in die Zuchtordnung und nicht einen konkreten Züchter?

    Falls ja (teilweise Wiederholung von deinem):

    Voraussetzung für die Zuchtzulassung/Körung bei Rüde und Hündin (Gesundheitsergebnisse, Alter, Formwert, etc)

    Wer beurteilt die Gesundheitsergebnisse (offizieller Gutachter oder normaler TA)?

    Werden Verpaarungen durch den Verband geprüft/freigegeben oder hat der Züchter freie Wahl, wenn die Bedingungen eingehalten sind?

    Wie oft darf eine Hündin gedeckt werden und bis zu welchem Alter? Gibt es Deckbeschränkungen bei Rüden? Wie wird das kontrolliert?

    Welche Voraussetzungen muss der Züchter und die Zuchtstätte erfüllen. Wie wird dies überprüft?

    So mal als spontane Gedanken

  • Ich würde mir einen konkreten Züchter raussuchen, wo demnächst eine Verpaarung ansteht, und seine Einstellung zum Züchten, zu seinen Hunden und seine Erfahrungen abfragen. Über die Rasse bist du wahrscheinlich schon ganz gut informiert, vielleicht lässt du dir noch etwas dazu erzählen.

    Die Gesundheitsergebnisse bekommt man in der Regel bei einem Besuch vorgelegt. Ich frage auch gerne, ob man weiß, wie alt die Vorfahren sind oder geworden sind.

    Ansonsten kann ich da keinen Tipp geben, weil ich kein Rassekenner bin. Ich maße mir nicht an da großartig Bedingungen zu stellen, wenn ich zur Situation nicht so viel weiß.

    Als "Verbraucher" möchte man doch einfach nur einen Hund, der zu einem passt und den man guten Gewissens von einem bestimmten Züchter kaufen kann. Die Details der Rassehundezucht finde ich für Käufer gar nicht so super wichtig ehrlich gesagt. Also nicht, ob der Hund nun nen COI von 3 oder 6 hat. Das sagt ziemlich wenig aus und das Gesamtbild hat weitaus mehr Puzzleteile als eine einzige Zahl, auf die man alles runterbrechen kann.

  • Czarek Stimme ich dir zu, aber hier geht es doch um eine Rasse, die nicht von einem großen Organ (wie zB VDH/FCI) kontrolliert wird und da finde ich es schon richtig und wichtig die Randbedingungen vorher abzuklären, die durch den Verband/Verein vorgegeben sind.

    Wenn das nämlich nicht passt (aus welchen Gründen auch immer), kann die persönliche Kontaktaufnahme zu Züchtern entfallen.

  • Übrigens ist es völlig normal, dass neue Rassen oder Rassen, die fast ausgerottet waren, einen sehr hohen Inzuchtwert haben. Mit irgendwas muss man ja anfangen.

    Wenn ich jetzt nicht komplett auf dem Schlauch stehe, ist das für den GIK schlicht falsch. Der fängt niedrig an, wird durch die Zucht höher und bleibt dann da. Warum sollte der bei älteren Rassen niedriger sein? Das würde doch bedeuten, dass mit Alter der Rasse zunehmend rassefremdes Genmaterial eingebracht wird (womit sich auch der Phänotyp diversifizieren würde). Das ist doch so ziemlich das Gegenteil des Verlaufs von normaler Rassezucht?

  • Man könnte den Hund auch in NL kaufen

    Die verkaufen leider nicht nach Deutschland oder nur in absoluten Ausnahmefällen. Das ist die Besonderheit dieser Rasse. Wollte ich nämlich auch mal.

    Seitdem hat sich was geändert. Richtlinie ist maximal ein Welpe aus dem Wurf ins Ausland.

    Die arbeiten mit einer zentralen Warteliste und für eine Hündin wartet man als Niederländer aktuell ca. 2 Jahre.

    Ich gebe offen und ehrlich zu, dass wäre mir zu lange :ka:

  • Weil man oft mit ganz wenigen Individuen eine Population aufbaut, die miteinander stark verwandt ist. Es gibt mehrere Rassen, die aus weniger als 10 Tieren aufgebaut wurden. Vollgeschwisterverpaarungen sind da das Mittel der Wahl gewesen.

    Dann bildet man Linien, vergrößert die Population durch Individuenzahl, bleibt in den Linien. Heute werden genau diese Linien miteinander gekreuzt und wieder erweitert. Die sind ja inzwischen je nach Rase weit ausenander . Hunde aus der ganzen Welt werden hin und her geschickt etc.

    Die moderne Rassehundezucht hat das alles nochmal auf eine neue Ebene gestellt, inklusive Gefriersperma (von bereits toten Hunden oder seltenen Linien, eine Bekannte von mir gerade so einen Wurf liegen für eine seltene Rasse), genetischen Inzuchtwert, Haplotypenberechnung, Trägeridentifizierung usw.

    Der Inzuchtkoeffizient berechnet ja nicht den Wert aller Hunde. Sondern nur wie viele Hunde sich von beiden Elternseiten doppeln in einer festgelegten Zahl, die man sich anschaut (meistens 5-10 Generationen). So kann ein Hund einen Inzuchtwert von 15 haben und mit einer Verpaarung schlagartig auf Null gehen, wenn sich von den beiden Eltern nichts aufdoppelt.

    Deswegen sagt der Inzuchtkoeffizient eigentlich alleine echt wenig aus, zumindest den Ahnenverlustkoeffizient muss man hinzu ziehen. Und auch das ist keine Garantie für die Gesundheit, sieht man in meiner Rasse gerade leider deutlich... Weil Theorie und Praxis ein wenig auseinander gehen, Stichwort Apfelbaumsorten und Früchte von oben... Auch die Zuchtpraxis ist da sehr divers und manchmal aus biologischer Sicht ziemlich unlogisch.

  • Czarek Ich rede vom genetischen IK. Dass man aus 5-10 Generationen nichts wirklich sinnvolles vom Papier errechnen kann, sollte heutzutage eigentlich klar sein. Zum Glück hat man ja inzwischen andere Möglichkeiten.

    Apfelbäume und deren Sorten haben übrigens denkbar wenig mit Hundezucht zutun. Also wirklich quasi gar nichts.

    Und dass Zuchtpraxis aus biologischer Sicht oft unlogisch ist, ist zwar richtig, aber wir scheinen sehr unterschiedliche Schlüsse daraus zu ziehen.

  • Sorry, ich klinge irgendwie böse. Ich denke, wir reden ein bisschen aneinander vorbei und ich weiß nicht, wem es wo an welchem Wissen mangelt. Mag sein, dass ich auf dem Holzweg bin. Logisch finde ich das Ganze dennoch nicht.

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